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Scythe Andy Samurai Master & Zalman CNPS9700 NT


Einleitung

CPU-Kühler sind bekannter Maßen in allen Formen, Farben und Größen erhältlich. Für die Kühlleistung von Interesse ist neben dem Design natürlich vor allem die Größe und die damit verbundene Kühloberfläche. Aus diesem Grunde haben wir uns die Aufgabe gestellt, zu ergründen, was die "Riesen" bekannter Hersteller zu bieten haben und welche Kühler eignen sich dafür besser, als der Zalman CNPS9700 NT und der Scythe Andy Samurai Master. Was diese beiden Kühler zu leisten vermögen, erfahrt ihr in unserem Vergleichstest.

Verpackung
Der Andy Samurai Master kommt in einem für Scythe ganz typisch bunt gestalteten Karton daher.
Neben weiteren Bildern findet man auf der linken Seite der Verpackung die Spezifikationen des Kühlers.
Spezifikationen
Dimensionen:125x137x104 mm
Lüfterdrehzahl:1200 rpm
Geräuschpegel:20,94 dB(A)
Fördermenge:49,58 CFM
Gewicht:685 g
Kompatibel mit den Sockeln:478, LGA 775, 754, 939, 940, AM2
Lieferumfang
Im Lieferumfang sind enthalten:

- 2x Montageklammer AMD
- 2x Montageklammer Intel (478)
- 2x Montageklammer Intel (LGA 775)
- Wärmeleitpaste
- Bedienungsanleitung
Die Bedienungsanleitung unterstützt den User mit reichlich Bildern bei der Montage. Außerdem sind alle Texte in Deutsch, Englisch, Franösisch und Japanisch vorhanden, von daher sollte die Montage kein Problem darstellen. Außerdem findet man hier noch Informationen zum Wechsel des Lüfters und zu der Ausrichtung des Kühlers, da diese beim verwendeten Design des Kühlers durchaus von Belangen ist.

Verpackung
Der CNPS9700 NT erreicht den Endkunden in einer bulligen, grünen Kartonverpackung, die von beiden Seiten einen freien Blick auf den Kühler ermöglich. Aufgrund der Farbgebung des Kartons und der zahlreichen Logos ist eine Zusammenarbeit zwischen Zalman und NVIDIA wohl kaum zu übersehen.
Auch hier finden wir die Spezifikationen des Kühlers auf der linken Seite der Verpackung.
Spezifikationen
Dimensionen:90x124x142 mm
Lüfterdrehzahl:1250 - 2800 rpm
Geräuschpegel:19,5 - 35 dB(A)
Steuerung:PWM-Control
Gewicht:764 g
Kompatibel mit den Sockeln:LGA 775, 754, 939, 940, AM2
Lieferumfang
Im Lieferumfang sind enthalten:

- Montagematerial AMD
- Montagematerial Intel
- Wärmeleitpaste
- Zalman-Aufkleber
- Bedienungsanleitung
Die Montageanleitung beschreibt ausreichend ausführlich die Installation des Kühlers auf den diversen Sockeln. Leider sucht man eine deutsche Beschreibung hier vergebens.

Der Kühler
Beim Andy Samurai Master handelt es sich um einen, mit den Maßen von 125x137x104 mm nicht gerade kleinen Aluminium-Heatpipe-Kühler.

Der Aufbau des Kühlers erinnert in gewisser Weise an den Scythe Samurai Z - auch eine Namensverwandschaft ist kaum zu leugnen.
Die Ähnlichkeit der beiden Kühler liegt primär im Design, denn bei beiden wurde auf 2 Kühlsegmente gesetzt.

Das erste Segment wirkt wie ein etwas überdimensionierter Northbridgekühler und steht in direktem Kontakt mit der Bodenplatte. Dadurch wird eine schnelle Wärmeabfuhr gewährleistet.
Das zweite Segment ist hingegen über Heatpipes mit der Bodenplatte verbunden und besteht aus vielen hauchdünnen Aluminiumlamellen. Diese erhöhen die Oberfläche des Kühlers enorm, wodurch eine gute Ableitung der Wärme an die Umgebungsluft erreicht wird.

Der Wärmetransport wird beim Andy Samurai Master mit sage und schreibe 6 Heatpipes realisiert.
Für eine ausreichende Belüftung bei hoffentlich angenehmer Geräuschkulisse sorgt ein langsamdrehender 120mm-Lüfter auf der Oberseite des Kühlers.

Interessant ist hier auch die Verteilung der Kühllamellen im oberen Segment, die von der Seite betrachtet in 3er-Clustern angesammelt zu sein scheinen.
Hier verwenden Scythe das von ihnen entwickelte "IIFS"-Design. "IIFS" steht für "Infinity Interleave Fin Structure" - direkt ins Deutsche übertragen "Infinity-Auslassungs-Kühllamellen-Struktur". Das Infinity im Namen bezieht sich auf den Kühler, in dem das Design das erste mal verwendet wurde: Richtig, den Scythe Infinity.

Die IIFS verspricht einen noch schnelleren Wärmetransfer zwischen den Heatpipes und den Kühllamellen.
Kommen wir nun zur Bodenplatte des Andy Samurai Master. Diese ist wie gewohnt mit einer Folie vor Kratzern und anderen Schäden, die vor der Montage auftreten können, geschützt.

Nebenbei: Auf allen folgenden Bildern sieht man die IIFS übrigends sehr gut.
Ist die Folie entfernt, so erscheint die absolut plane Bodenplatte. Sie besteht im Gegensatz zum Rest des Kühlers aus Kupfer. Lediglich der kleine dunkle Fleck trübt das Bild der ansonsten tadellosen Verarbeitung ein wenig.
Ansonsten ist die Bodenplatte plan und auch noch schön poliert.

Der Kühler
Auch der CNPS9700 NT sieht auf den ersten Blick wie ein Heatpipekühler aus Aluminium aus. Der erste Eindruck täuscht hier aber. Tatsächlich ist der Kühler nämlich, wie auch sein Bruder der CNPS9700 LED ein Vollkupferkühler. Der CNPS9700 NT wurde nur wegen des Gesamtdesigns zusätzlich vernickelt. Das macht die gesamte Oberfläche hochgradig spiegelnd und sieht wirklich sehr schick aus.
Für eine gute Wärmeübertragung sorgen hier 3 Heatpipes, die sich kreisförmig durch den ganzen Kühler ziehen und erst wieder bei der Bodenplatte enden. Dadurch sieht es so aus, als hätten Zalman 6 Heatpipes verbaut.
Hier kann man gut den kreisförmigen Verlauf der Heatpipes durch die Kühllamellen betrachten. Insgesamt gesehen, wurden die Pipes in die Form einer 8 gebogen.
In seiner Mitte trägt der CNPS9700 NT einen 110mm-Lüfter, welcher auf maximale Leistung getrimmt wurde. Das bedeutet eine Drehzahl von 2800 U/min, was für einen Lüfter dieser Baugröße wirklich enorm viel ist.
Für eine bessere Optik im Betrieb, wurde der transparente Lüfter mit grünen LEDs ausgestattet.

Der grün beleuchtete Lüfter macht den Kühler in Verbindung mit seiner vernickelten Oberfläche zu einem echten Blickfang.
Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit des Lüfters: Dieser verfügt über keinen gewöhnlichen 3-Pin-, sondern einen 4-Pin-Stecker (PWM; "Pulsweitenmodulation"). Verfügt auch das Mainboard über einen solchen Anschluss, kann der Lüfter bequem automatisch gesteuert werden. Ist kein 4-Pin-Anschluss vorhanden, kann man den Stecker aber auch an jeden 3-Pin-Anschluss stecken, nur dass dann natürlich die Steuerung über die Pulsweitenmodulation wegfällt.
Werfen wir nun noch einen Blick auf die Bodenplatte des CNPS9700 NT. Diese ist wärend des Transportes nicht durch eine Folie geschützt. Da der Kühler aber fest in einer Blisterverpackung gesichert ist, sollte dies nicht weiter tragisch sein.
Beim Blick auf diese Bodenplatte gehen wahrscheinlich jedem Perfektionisten die Augen über. Die Bodenplatte ist wirklich ein Musterbeispiel für perfekte Verarbeitung. Ebenso wie auch die Verarbeitung des restlichen Kühlers keinen Grund zur Beanstandung zulässt.

Die Montage
Das Board, auf dem die beiden Samples zeigen sollen, was sie leisten können, ist ein MSI K8N Neo4 in Zusammenspiel mit einem Athlon64 3200+.
Das von Scythe umworbene VTMS ("Versatile Tool-Free Multiplatform System"; also zu gut Deutsch "Vielseitiges/wandlungsfähiges werkzeugfreies Multisockel-Befestigungsystem") verspricht eine einfache Montage.

Für die Montage werden neben dem Kühler nur 2 Klammern für den jeweilig passenden Sockel benötigt.
Diese schiebt man in die beiden im Kühler dafür vorgesehenen Einkerbungen.
Dann setzt man den Kühler nurnoch auf den Sockel, in den natürlich schon die dünn mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU eingesteckt wurde, und dreht am Hebel der beiden Klammern. Schon sitzt der Andy Samurai Master sicher und fest auf dem Sockel. Einfacher könnte eine Montage wirklich nicht sein. Als zusätzliches Bonbon kann man die Installation natürlich sogar durchführen, wenn das Mainboard noch im Gehäuse verbaut ist.
So sieht der Riese dann fertig montiert aus. Keine Bauteile stehen dem Kühler im Weg.
Höchstens die Heatpipes könnten bei der hier gezeigten Ausrichtung mit den ersten beiden Ramsockeln in Konflikt treten. Dann kann man den Andy Samurai Master aber natürlich auch um 180° drehen.

Andere Ausrichtungen werden von Scythe aufgrund des Heatpipedesigns übrigends nicht empfohlen.

Die Montage
Zur Montage des CNPS9700 NT werden auch nur 2 weitere Teile benötigt.
Die Klammer wird dazu einfach über eine kleine Nase auf der Oberseite der Bodenplatte geschoben. Je nach Postition der Nasen am Retentionmodul des Mainboards, kann die Klammer durch die Heatpipes, oder auch einfach in Blasrichtung des Lüfters an der Nase plaziert werden. Der Lüfter des CNPS9700 NT soll nach Möglichkeit immer in Richtung der Rückanschlüsse blasen. Die Lage der Klammer sollte nach diesem Gesichtspunkt gewählt werden. Nun wird nurnoch das kleine Winkelstück durch die Öse der Klammer gesteckt und der Kühler kann montiert werden.
Die Montage ähnelt in diesem Schritt stark den alten 3-Nasen-Halterungen von Sockel A Systemen. Wie man auf dem Bild sehen kann, muss man die Klammer doch sehr weit herunterbiegen - dies erfordert einige Anstrengung und Kraft. Darum ist die Installation des CNPS9700 NT bei montiertem Mainboard - wenn sie denn auch technisch denkbar wäre - nicht zu empfehlen.
Dann ist der Kühler aber montiert. Wie man sieht, gibt es auch hier keinerlei Platzprobleme.

Leider ist uns negativ aufgefallen, dass man trotz der störrischen und starren Klammer den montieren Kühler immernoch verdrehen kann.

Test

Die beiden Kühler wurden bei uns mit folgender Hardware getestet:

CPU: Athlon64 3200+
Mainboard: MSI K8N Neo4
RAM: 2x512MB 400MHZ Corsair TwinX CL2 (DualChannel)

Die Lüfter beider Kühler wurden auf 12V betrieben. Im Rechner befanden sich keinerlei Gehäuselüfter. Cool'n'Quiet wurde selbstverständlich ausgeschaltet. Idle bestand wie üblich aus Surfen und dem einfachen Arbeiten mit "Büroprogrammen". Volllast wurde durch HotCPU simuliert. Dabei ergaben sich folgende Werte, angegeben als Differenztemperatur zwischen der CPU und der Umgebungsluft:





Im Idlemodus liegen beide Kühler mit wirklich überzeugenden 7°C Temperaturdifferenz gleich auf (Bei einer Raumtemperatur von Beispielswiese 20°C beträge die CPU-Temperatur also gerade mal 27°C (!)). Lediglich unter Volllast kann sich der CNPS9700 NT leicht absetzen. Summa summarum können aber beide Kühler im Test zeigen, welch enorm hohes Leistungspotenzial sie beherbergen.

Nun steht nurnoch die Frage im Raum, unter welcher Geräuschkulisse diese sehr guten Kühlleistungen erbracht werden. Der CNPS9700 NT hat uns hier leider enttäuscht. Der bei 12V mit 2800 Touren drehende 110mm-Lüfter erzeugt eine sehr störende Geräuschkulisse, die auch bei geschlossenem Gehäuse absolut nicht überhört werden kann. Effektiv kann man den Kühler also nur runtergeregelt betreiben.
Überzeugen konnte hingegen der Andy Samurai Master. Auch auf 12V ist der langsamdrehende 120mm-Lüfter flüsterleise und gibt nicht den geringsten Mucks von sich.

Fazit

Wärend des optischen Betrachtung konnten uns beide Kühler sehr überzeugen. Die Verarbeitung des CNPS9700 NT und des Andy Samurai Master ist praktisch makellos. Lediglich den kleinen Fleck auf der Bodenplatte des Andy mussten wir anmerken. Auch optisch machen die beiden schon alleine wegen ihrer enormen Größe einiges her. Hier punktet aber vor allem der CNPS9700 NT wegen seiner vernickelten Oberfläche und des grün beleuchteten Lüfters. Bei der Montage liegt der Andy Samurai Master hingegen klar vorn. Das VTMS ermöglicht eine kinderleichte Montage - auch bei noch installiertem Mainboard. Die Installation des CNPS9700 NT ist wegen der störrischen Klammer hingegen etwas heikler. Im Leistungstest konnten dann wieder beide Kühler voll zeigen was in ihnen steckt, obwohl der CNPS9700 NT beim Volllasttest leicht die Nase vorn hatte. Dieser erbrachte seine sehr gute Kühlleistung allerdings bei einer sehr störenden Lautstärke, der Andy Samurai Master machte dies hingegen bei absoluter Stille. Der Andy Samurai Master liegt preislich bei 42,90 und kann z.B. bei PCSilent erworben werden. Der CNPS9700 NT ist für 49,90 Euro bei OC-Card zu beziehen.

Awards

Der Andy Samurai Master hat sich seinen Gold- und Silence-Award mehr als verdient. Er erbringt eine überzeugende Kühlleistung bei einer nicht wahrnehmbaren Geräuschkulisse. Zusätzlich ist der Kühler leicht zu handhaben und bis auf den kleinen Makel an der Bodenplatte 1A verarbeitet.
Der CNPS9700 NT hinterlies ebenso einen sehr guten Eindruck, jedoch mit einem leichten Beigeschmack. In Sachen Kühlleistung, Verarbeitung und Optik ist der Kühler ein Wunderkind. Jedoch ist die Lautstärke des verbauten Lüfters sehr hoch und die Montage des Kühlers nicht die Einfachste. Darum reicht es insgesamt leider nur zu einem Silber-Award. Die erbrachte Kühlleistung des CNPS9700 NT ehren wir zusätzlich mit unserem Power-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe und OC Card.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Snippy verfasst.
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