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RaidSonic IB-361StUS-BL & Fantec MR-35US2


Einleitung

Bereits Mitte des Jahres testeten wir 4 externe Gehäuse für SATA-Festplatten. Damals hatten wir Gehäuse von Antec, RaidSonic und VIZO im Test. Da es diese externen Laufwerke mittlerweile von einigen Firmen zu erwerben gibt, erweitert sich der damalige Test heute um 2 weitere Exemplare. Fantec und erneut RaidSonic schicken hier 2 weitere Produkte ins Rennen, um die Gunst der Kunden zu gewinnen. Wie sich diese beiden Gehäuse im Test schlagen, erfahrt ihr hier bei uns im Test.

Vorwort

Beide Gehäuse, die sich im heutigen Test befinden, weisen eine gemeinsame Eigenschaft auf. Anders als bei den 4 vorherigen Testkandidaten wird bei diesen beiden Exemplaren kein Werkzeug für die Montage der Festplatte benötigt. Wie einfach oder kompliziert sich das Ganze im Praxiseinsatz darstellt, werden wir hier natürlich auch noch begutachten.

Verpackung & Lieferumfang

RaidSonic verschickt auch die IB-361 Serie in dem für sie typischen Kartons. Auf der Vorderseite ist das Gehäuse in den verfügbaren Farben abgebildet, sowie die möglichen Anschlüsse. Auf der Rückseite und den beiden Seiten findet man jeweils eine kurze Auflistung in insgesamt 7 Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch und Griechisch). Ebenfalls auf der Seite findet man noch die genaue Angabe des erworbenen Gehäuses.
In diesem Karton befindet sich die IB-361, eine Treiber CD, ein Handbuch, ein Netzteil, ein Stromkabel, ein eSATA-Bracket, ein eSATA-Kabel und ein USB-Kabel.

Äußere Ansichten

Das Design der IB-361-Serie umfasst neben dem aufrechten Stand auch die Front, welche mit einem Lochblech ausgestattet ist. Das uns vorliegende Testmuster, die IB-361StUS-BL besitzt neben einem USB-Anschluss auch den für eSATA. Neben diesen beiden finden sich noch der Stromanschluss, der Powerschalter sowie der Schalter für die Beleuchtung an der Rückseite des Gehäuses. Die Verarbeitung ist hier - an Vorder- und Rückseite - tadellos. Einzig die kleinen Kratzer im Kunststoff an der Rückseite fallen hier leicht auf.
Die beiden Seiten sind vollkommen gleich. Der raue, matte Lack lässt keinerlei Spiegelung zu, ist dadurch aber auch komplett unempfindlich was Fingerabdrücke angeht. Der Body des Gehäuses ist, wie fast das alles, aus Metall gefertigt. Lediglich kleine Teile sind aus Kunststoff gefertigt.
Der Boden des Gehäuses besitzt 2 Öffnungen. Die Große in der Mitte beherbergt 2 LEDs, die eine Unterbodenbeleuchtung darstellen. Diese leuchten dauerhaft im Betrieb und signalisieren so die Betriebsbereitschaft. Die zweite Öffnung (rechtes Bild - vorne links) beherbergt eine LED, welche bei HDD-Aktivität leuchtet. Der Standfuß besitzt an beiden Enden eine Gummischutzkappe. Diese soll zum einen ein Verrutschen verhindern und zum anderen Vibrationen aufnehmen. Der Fuß kann bei Bedarf auch demontiert werden, hierzu müssen lediglich die beiden Rändelschrauben gelöst werden. So wäre auch ein liegender Betrieb möglich. Optisch ansprechend ist dies, gerade durch die Öffnungen für die Beleuchtung, aber nicht wirklich.

Festplatteneinbau & Inbetriebnahme

Punkten will das IB-361StUS-BL gerade durch seinen schnellen und unkomplizierten Festplatteneinbau. Zum Öffnen des Gehäuses ist lediglich der kleine "Kunststoffschlüssel" nötig. Dieser wird in die Öffnung am oberen Ende gedrückt und die Frontklappe öffnet sich.
Die Festplatte muss nun nur in das Gehäuse geschoben werden. Hierzu gibt RaidSonic in der Anleitung den Hinweis, das Gehäuse auf die Seite zu legen.
Legt man das Gehäuse kurz auf die rechte Seite und drückt dann die Klappe zu, schließt diese ohne Probleme. Die Festplatte ist somit verbaut und einsatzbereit.
Wie Eingangs schon erwähnt wird die Aktivität und Einsatzbereitschaft der Festplatte mit Hilfe von LEDs angezeigt. Die Bilder täuschen bezüglich der Farbe etwas, die Leuchtdioden strahlen in einem blauen Licht.

Fantec MR-35US2 - Verpackung & Lieferumfang

Fantec verschickt das MR-35US2 in einem geräumigen Karton. Technische Informationen und die Spezifikationen finden sich 2-sprachig in Deutsch und Englisch. Neben diesen wurde die Verpackung noch mit Bildern des Gehäuses versehen.
Neben dem Gehäuse befindet sich noch ein Netzteil, ein USB-Kabel, ein eSATA-Kabel sowie zwei Kurzanleitungen im Lieferumfang. Ein eSATA-Bracket wird leider nicht mitgeliefert, ein Anschluss auf dem Mainboard ist somit Pflicht für den Einsatz per eSATA.

Äußere Ansichten

Das MR-35US2 kommt in einem schlichten Schwarz daher und ist etwas breiter als die IB-361StUS-B. Die Front wird von der Klappe für den Festplatteneinbau dominiert und besitzt ein kleines "Schloss", welches ein versehentliches Öffnen während des Betriebes verhindern soll. Am oberen Ende der Front befinden sich die beiden Status-LEDs. Die Linke zeigt die Betriebsbereitschaft an und die Rechte die Festplattenaktivität.
An der Rückseite befinden sich neben dem An-/Ausschalter noch die Anschlüsse für das Strom-, USB- und eSATA-Kabel. Unter diesen ganzen Anschlüssen befindet sich ein kleiner 35mm-Lüfter, welcher zur Kühlung der Festplatte beitragen soll.
Beide Seiten sind sehr schlicht gehalten und bieten mit ihrer matt-schwarzen Farbe keinerlei Spektakuläres. Der Lack ist gegenüber Fingerabdrücken doch recht empfindlich, diese sieht man gerade bei einfallendem Licht. Insgesamt ist das Aluminiumgehäuse jedoch sehr gut verarbeitet. Wie man von der Seite recht gut erkennt, steht das Gehäuse leicht "schräg". Die Front ist höher als das hintere Ende des Gehäuses. Technisch spielt das keinerlei Rolle bezüglich der Funktion des Gehäuses, dies ist nur eine optische Spielerei.
Wenn man sich das Gehäuse von unten anschaut erkennt man auch den Grund der Keilform. Im vorderen Bereich ist ein recht großer Gummifuß angebracht, welcher für die Erhöhung verantwortlich ist. Dieser soll durch die Erhöhung im vorderen Bereich für einen leichteren Einbau der Festplatte sorgen und ein verrutschen des Gehäuses beim Einbau der Festplatte verhindern. Entkoppelt wird das Gehäuse durch den Gummifuß jedoch nicht, da es im hinteren Bereich direkten Kontakt zum Boden hat. Ein liegender Betrieb ist für das MR-35US2 nicht vorgesehen. Technisch wäre dies zwar möglich, optisch aber nicht angedacht.

Festplatteneinbau & Inbetriebnahme

Für den Einbau der Festplatte muss, wie schon Eingangs erwähnt, als erstes die Verriegelung geöffnet werden. Dies geht ohne Werkzeug auch mit den Fingernägeln problemlos. Einfach kurz drehen und die Verriegelung ist gelöst.
Anschließend kann das Gehäuse mit Hilfe des Hebels geöffnet werden. Auf der Frontklappe befindet sich im vorderen Bereich noch ein Hinweisaufkleber wie rum die Festplatte in das Gehäuse gesetzt werden muss. Diese wird nun in das Gehäuse gesetzt und schon leicht in dieses geschoben. Dank der erhöhten Front rutscht die Festplatte so schon fast von alleine in das Gehäuse.
Im Gegensatz zum Gehäuse von RaidSonic reicht es hier aus, den Hebel vorsichtig zu schließen. Die Festplatte wird dank der Metallfeder in die Anschlüsse geführt und rastet dort sicher ein. Hier funktioniert der Schließmechanismus gut. Ein "abschließen" der Front ist für den Betrieb nicht zwingend notwendig, dies ist lediglich ein Schutz gegen nervöse Finger. Der komplette Einbau gestaltet sich sehr leicht und birgt für den Anwender keinerlei Hürden. Hier hat Fantec gute Arbeit geleistet.
Im Betrieb leuchten die Status-LED kräftig und vor allem deutlich. Bei Dunkelheit ist dies aber nicht zu grell und am Tage kann der Status trotzdem sehr gut abgelesen werden, wie auch bei der IcyBox von RaidSonic.

Testsetup

Wie die damals im 3,5'' SATA Festplattenrahmen-Vergleich testeten wir auch diesmal wieder die Gehäuse auf ihre Übertragungsgeschwindigkeit sowie die Zugriffszeiten hin. Alle Tests wurden über die USB- und natürlich auch über die eSATA-Schnittstelle durchgeführt. Als Testmainboard kam ein GA-965P-DS3 von Gigabyte zum Einsatz. Wie im damaligen Test setzten wir auch diesmal wieder eine SpinPoint SP1614C mit einer Kapazität von 160GB ein. Diese Festplatte arbeitet mit 7200upm und hat einen Cache von 8MB.


Lautstärke

Auch heute wollen wir uns wieder dem Thema Lautstärke widmen. Hierbei fiel uns eines bei beiden Gehäusen auf. Die eingesetzten Entkopplungen sorgten für fast gar keine Geräuschminderung. Weder die Gummistreifen an der IB-361StUS-B noch der Gummifuß beim MR-35US2 sorgten hier für eine Lärmreduzierung. Beim MR-35US2 kommt aber noch der doch recht laute 35mm-Lüfter negativ zum Vorschein. Dieser kleine Lüfter erzeugt eine auf Dauer sehr unangenehme Geräuschkulisse. Hier wäre zumindest ein An-/Ausschalter für den Lüfter angebracht, um diesen bei Bedarf abschalten zu können.


Temperatur

Auch diese beiden Gehäuse unterstützten leider nicht das Auslesen der Smartwerte und somit blieb uns auch hier nur der subjektive Eindruck der Temperaturen. Da die Festplatten dank der neuen Einbauweise recht schnell nach dem Betrieb aus dem Gehäuse genommen werden konnten, hatten wir so die Möglichkeit, recht gut die Temperaturen einschätzen zu können. Wie erwartet konnte hier Fantec durch den verbauten Lüfter punkten. Dieser sorgt zwar nicht für Gefrierbrand an der Festplatte, reduziert die Temperatur dieser aber merklich. Im passiven RaidSonic-Gehäuse war von einer Kühlung nichts zu bemerken und die Temperatur lag über dem des MR-35US2.

Betrieb über USB

USB2.0 ist mittlerweile schon in die Jahre gekommen. Mit USB3.0 steht schon der nachfolge Standard vor der Tür und gerade für externe Datenträger bietet sich immer mehr der eSATA-Anschluss an. Nichts desto trotz schauen wir uns natürlich auch die Performance via USB an.

Burst Speed

Unsere beiden neuen Kandidaten können sich beim Burst Speed minimal vor die Konkurrenz schieben. Jedoch sind hier die Unterschiede nur auf dem Messstand sichtbar. Während des Betriebes sind die vorhandenen Unterschiede irrelevant.

Average Read

Das gleiche Bild bietet sich einem beim Test der "realen" Transferraten. Hier liegen alle Gehäuse in einer Spanne von lediglich 0,13MB/s. Solche Unterschiede machen sich in der Praxis nicht bemerkbar. Um dies mal in Zahlen auszudrücken: Bei einer 4,7GB DVD wäre dies ca 0,6 Sekunden, die mit dem Fantec MR-35US2 gegenüber dem RaidSonic i-Tank-i302 gespart werden würden.

Random Access

Bei den Zugriffszeiten reiht sich die IcyBox an zweiter Stelle zwischen den Gehäusen aus gleichem Hause ein. Fantec erreicht hier mit dem MR-35US2 lediglich den letzten Platz und liegt über 1ms hinter dem Vorletzten.

Betrieb über eSATA

Kommen wir nun zu dem Teil des Testes, der wohl am meisten interessiert: Die Performance über die eSATA-Schnittstelle.

Burst Speed

Beide getestete Laufwerke unterstützen nur den SATA-I Modus, hierdurch sind maximal Transferraten bis (theoretisch) 150MB/s möglich. In der Praxis erreicht diese Werte die hier genutzte Festplatte aber noch nicht und somit bremst dies in der Praxis auch nicht aus.

Average Read

Auch über den eSATA-Anschluss liegen die Werte alle Gehäuse sehr dicht beieinander. Die Unterschiede betragen hier 0,5MB/s. RaidSonic reiht sich hier mit ihrer IB-361StUS-BL 0,2MB/s hinter dem Erstplatzierten ein. Weitere rund 0,3MB/s weiter hinten folgt dann das MR-35US2 von Fantec.

Random Access

Zwar wird die Zugriffszeit um ca. 0,5ms bei den Gehäusen gedrückt, jedoch ändert dies nichts an der Reihenfolge bzw. der Platzierung der Gehäuse. Die IB-361StUS-BL bleibt hier an 2ter Stelle und das MR-35US2 belegt auch hier, rund 1ms hinter dem Vorletzten, den letzten Platz im Ranking.

Fazit

Erneut hat die Industrie gezeigt, dass es immer wieder etwas neues in Sachen Handling und Funktionsumfang geben kann. Fantec und RaidSonic haben hier 2 verschiedene Gehäuse entwickelt, die doch fast gleich sind. Beide erlauben einen sehr einfachen Einbau und Wechsel der Festplatten, hier kann Fantec aber aufgrund der noch einfacheren Montage im stehen mehr überzeugen. Auch kann Fantec durch den verbauten Lüfter bei der Kühlleistung punkten, kassiert dadurch aber auch einen Minuspunkt. Der verbaute Lüfter ist einfach zu laut. Wem die Geräuschkulisse nicht zu wichtig ist und lieber eine gut gekühlte Festplatte möchte, welche schnell und unkompliziert gewechselt werden kann, ist mit dem MR-35US2 gut bedient. RaidSonic verzichtet beim IB-361StUS-BL auf eine aktive Belüftung zu Gunsten des Lärmpegels, für den Dauereinsatz ist das Gehäuse dann aber eher weniger geeignet. In beiden Fällen kann man sagen, jedes Gehäuse hat seinen Vor- und Nachteil. Profitieren kann hier der Anwender, der dank der diversen Produkte eine immer größere Auswahl bekommt. Die MR-35US2 von Fantec ist für rund 40€ erhältlich. Die IB-361StUS-BL von RaidSonic erhält man für rund 45€.


Award
RaidSonic hat mit der IB-361StUS-BL ein rundum gelungenes Gehäuse entwickelt und sich somit den DeXgo-Gold-Award verdient.
Fantec bietet mit dem MR-35US2 ein überzeugendes Produkt an, welches durch die Schnellwechselfunktion der Festplatte überzeugen kann. Jedoch Aufgrund der Lautstärke des Lüfters erfährt das Gehäuse eine Abwertung. Somit reicht es leider nur noch zum DeXgo-Silber-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von RaidSonic und FANTEC.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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