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XSPC Laing DDC Reservoir Aufsatz


Einleitung

Die Laing DDC ist zweifellos eine der am häufigsten genutzten Pumpen für PC-Wasserkühlungen. Dank der kompakten Bauform lässt sie sich in fast jedem Gehäuse unterbringen und die herausragende Förderleistung erfreut alle, die auf der Suche nach best-möglicher Kühlleistung sind. Zu dieser Pumpe gibt es eine große Auswahl von Aufsätzen, die den Original-Deckel ersetzen und für bessere Leistung, schönere Optik und sonstige Vorteile sorgen sollen. Wir testen heute einen solchen Aufsatz des Herstellers XSPC, der schlicht Laing DDC Reservoir genannt wird und einen leistungssteigernden Aufsatz mit einem Ausgleichsbehälter vereint.

Verpackung und Lieferumfang
Der Aufsatz wird in einer kompakten, bedruckten Verpackung geliefert.
Auf der Verpackung sind außer Produktfotos auch einige Angaben zum enthaltenen Aufsatz zu finden.
Der Lieferumfang umfasst:
Vier Schrauben zur Montage des XSPC Reservoir an der Laing Pumpe.
Eine knappe, illustrierte Montageanleitung in Englisch.
Eine blaue LED an einem 4-Pin-Molex Anschluss.
Technische Daten

Es handelt sich im folgenden um Herstellerangaben.
Abmessungen:73 x 62 x 96 Millimeter
Fassungsvermögen:200 Milliliter
Gewinde:2x G1/4 Zoll

Außenansichten
Das XSPC Laing DDC Reservoir ist äußerlich recht schlichte geformt. Es besteht komplett aus Acryl.
Am Deckel des Ausgleichsbehälters befinden sich die Einlassöffnung sowie die Einfüllöffnung.
Am unteren Ende befindet sich die Auslassöffnung. Diese befindet sich in ziemlich genau der selben Position wie der original-Auslass der Laing.
Rückseitig sind zwei Einlässe angebracht, in die LED eingefügt werden können.
Auffällig an der Konstruktion des DDC Reservoir ist die Verlängerung der Einlassöffnung, die bis knapp über den Ansaugstutzen der Pumpe reicht.
Die Ausbuchtung für den Drehkörper der Pumpe und den dadurch erzeugten Wasserfluss ist leicht oval geformt.

Montage
Hier ist unser "Opfer": Eine Laing DDC-1Plus, die von Swiftech unter dem Namen MPC355 weiterverkauft wird.
Als erstes entfernen wir den Original-Deckel, indem wir die an der Unterseite zugänglichen Schrauben lösen.
Mit entferntem Deckel ist der spezielle Drehkörper der Laing offen gelegt. Ganz wichtig ist, dass der O-Ring am Pumpen-Körper angebracht ist. Bei uns blieb der Ring bei der Demontage am Deckel hängen (Bild links).
Als nächstes platzieren wir das Reservoir auf der Pumpe...
... und drehen beides zusammen um. So lassen sich die Schrauben aus dem Lieferumfang des Reservoir ganz einfach anbringen.
Fertig ist der Umbau. Alles in allem geht der Tausch des Aufsatzes sehr leicht von der Hand und ist in kürzester Zeit beendet.
Hier noch eine Ansicht mit angebrachten Schraubverschlüssen. Da das Reservoir aus Acryl gefertigt ist, dürfen die Anschlüsse nicht zu stark eingedreht werden, sonst besteht die Gefahr, dass Sprünge im Acryl entstehen.

Testsystem

Folgende Tools kamen beim Test der Pumpe zum Einsatz:

- Durchflusssensor Digmesa FHKUC 70
- T-Balancer bigNG plus Sensorhub zum auslesen des Durchflusses
- 10/8 PVC und PUR Schlauch
- Stufenweise einstellbarer Kugelhahn, um Widerstand im Kreislauf zu erzeugen

Die Pumpe wird an einem Lüfteranschluss des T-Balancer angebracht, wodurch wir auch die Spannung regulieren können.


Leistung

Bei den folgenden Werten zum maximalen Durchfluss ist zu beachten, dass in unserem Kreislauf keine Kühlblöcke oder sonstige Komponenten außer dem Durchflusssensor eingebunden sind. Die angegeben Werte werden in einem voll ausgestatteten Wasserkühlungskreislauf nie erreicht werden. Wir messen und vergleichen hier also eine theoretische Höchstleistung.

Maximaler Durchfluss


Das Resultat kann sich sehen lassen: Mit dem XSPC Reservoir steigert sich die sowieso schon brachiale Leistung der Laing um etwa 25 Prozent. Dies resultiert in einer Fördermenge von 433,9 l/h beziehungsweise 7,23 l/min. Beachtenswert ist hier auch, dass es XSPC gelungen ist, einen kompakten Ausgleichsbehälter herzustellen, der mit solch hoher Förderleistung klar kommt. Ist der Kreislauf sauber entlüftet, wird selbst bei über 7 l/min sehr konstant gefördert und die Pumpe saugt keine Luftblasen an.


Durchfluss in Abhängigkeit des Widerstandes

WICHTIGER HINWEIS: Wir erzeugen den Widerstand mit einem stufenweise einstellbaren Kugelhahn. Wir haben die Einstellungen von 0 (ganz offen) bis 6 (versiegelt) nummeriert. Allerdings steigt der Widerstand auf dieser Skala nicht linear an. Das heißt, dass Einstellung Nummer 4 nicht doppelt so viel Widerstand wie Einstellung Nummer 2 bedeutet. Die Grafik und die Werte dienen nur dem Vergleich der Pumpen unter einander.
In diesem Vergleich zeigt sich, dass die Förderleistung der Laing mit dem XSPC Aufsatz unserem bisherigen Testfeld weit überlegen ist. Allerdings ist auch ersichtlich, dass die Leistung in Abhängigkeit des Widerstandes steiler abfällt. Bei fast geschlossenem Kugelhahn (Stufe 5) vermag auch der Aufsatz die Pumpe nicht zu höheren Förderleistungen anzutreiben.
Durchfluss-Verlust


Im Vergleich des relativen Durchfluss-Verlustes zwischen Kugelhahn-Stellungen 0 und 5 fällt die Laing mit dem XSPC Aufsatz auf den letzten Platz.

Betrieb

Das Fassungsvermögen des Ausgleichsbehälters ist, trotz der kompakten Form, recht großzügig. In einem kleineren Kreislauf kommt so das Problem, dass sich der Behälter zu schnell entleert, bevor neue Flüssigkeit nachgefüllt werden kann, nicht auf. Wir mussten die Pumpe einige Male ein- und ausschalten, bevor sie sauber zu fördern begann, danach ließ sich der Kreislauf innerhalb von einigen Minuten entlüften. Wenn viele Luftblasen durch die Schläuche gehen und die Pumpenleistung hoch ist, saugt die Pumpe teilweise die Luftblasen gleich wieder an, bevor sie im Ausgleichsbehälter aufsteigen können. Das Entlüften ging in unseren Testkreisläufen am schnellsten, wenn wir die Pumpe mit dem Ausgleichsbehälter leicht schief stellten und die Leistung zwischen 50 und 100 Prozent hin- und herschalteten. Wenn keine Möglichkeit besteht, die Pumpenleistung zu drosseln, könnte das Entlüften zur Geduldsprobe werden.
An der Innenseite des Acrylbehälters bleiben einige Luftblasen störrisch haften. Nach einigen Tagen im regelmäßigen Betrieb ist davon allerdings nichts mehr übrig. Je nach Wasserzusatz kommt das Problem mit den Luftblasen gar nicht erst auf.
Die etwas ungewöhnliche Innenkonstruktion des Reservoir ist sehr wirkungsvoll. Selbst bei voller Pumpenleistung und über 7 l/min Durchfluss ist kaum Bewegung im Ausgleichsbehälter wahrnehmbar. Der Wasserspiegel bleibt im Betrieb immer ruhig.
Die Einlässe für die LED sind gut platziert. Speziell mit zwei LED wird das XSPC Reservoir sehr schön ausgeleuchtet.
Richtlinien

Angesichts der eindrucksvollen Leistung, zu der die Laing DDC mit dem XSPC Reservoir angespornt wird, fragt sich natürlich, wie es sich mit der Lautstärke verhält. Immerhin ist die Laing nicht gerade dafür bekannt, besonders leise zu sein. In unserem Vergleich sorgte das XSPC Reservoir auch hinsichtlich der Lautstärke für eine Überraschung.

Da wir nicht über Instrumente für Geräuschmessung verfügen, sind die Angaben subjektiv und nach folgender Richtlinie bewertet: Leise ist eine Pumpe dann, wenn sie auf einer Schaumstoffmatte stehend in einem ruhigen Zimmer nur von weniger als 50 Zentimetern Entfernung hörbar ist.

Das Kriterium "auf einer Schaumstoffmatte stehend" ist wichtig, da jede (uns bekannte) Pumpe relativ starke Vibrationen verursacht und deswegen auf einem Gehäuseboden kaum leise zu kriegen ist. Außerdem wirken sich Vibrationen je nach Gehäusetyp völlig anders aus. Daher wollen wir nur die Eigengeräusche der Pumpe beurteilen.


Leistungsspektrum
Das gesamte Leistungsspektrum der Laing verschiebt sich mit dem neuen Aufsatz nach oben. Wir konnten die Pumpe zwischen 12 und 5,4 Volt betreiben, womit sie Förderleistungen zwischen 433,9 und 190 l/h ermöglicht.
Lautstärke

Geringer Widerstand


Der XSPC-Aufsatz macht die Laing DDC deutlich leiser. Einerseits ist das Laufgeräusch der Pumpe wesentlich gedämmt, und andererseits werden auch die Vibrationen der Pumpe sehr viel schwächer. Auf einer harten Unterlage ist der Unterschied des Geräuschpegels zwischen der original-Laing und der Laing mit dem XSPC Reservoir dadurch noch deutlicher.
Im Kreislauf mit geringem Widerstand sorgt das Reservoir dafür, dass die Pumpe bereits mit 9 Volt leise läuft. Die dabei gelieferte Fördermenge ist der unserer bisherigen Testkandidaten weitaus überlegen.


Hoher Widerstand


Bei hohem Widerstand wird die Pumpe sogar noch ein Stück leiser und verträgt 10,5 Volt, bevor sie deutlich hörbar wird. Auch hier führt die Pumpe mit dem XSPC Reservoir das Testfeld an.

Was wir in den Diagrammen nicht festhalten können, ist der Geräuschcharakter der Pumpen. In dieser Hinsicht schneidet die Laing auch mit dem XSPC Reservoir ein wenig schlechter ab als beispielsweise die aquastream XT oder die X2O 400. Während diese nämlich im leisen Betrieb nur ein kaum hörbares, tiefes Brummen von sich geben, erzeugt die Laing ein sehr leises, hochfrequentes Surren. Auch dieses Geräusch ist im leisen Betrieb kaum wahrnehmbar, wird empfindlichen Ohren aber eher auffallen, als die tieferen Töne. Durch ein solides und/oder gedämmten Gehäuse, dringt dieses Surren allerdings nicht mehr nach aussen.

Fazit

Das XSPC Laing DDC Reservoir ist ein wirklich beeindruckendes Produkt. Dem Hersteller ist es gelungen, die Leistung der Laing bedeutend zu steigern und gleichzeitig den Geräuschpegel zu verringern. Die hohen Fördermengen, die von der Laing geliefert werden, führen in kleineren Ausgleichsbehältern oft zu Schwierigkeiten - das Wasser gelangt mit einer solchen Wucht in den Behälter, dass es aufschäumt und im Auslass Luftblasen angesaugt werden. Auch dieses Problem hat XSPC souverän in den Griff bekommen. Tatsächlich ist von außen nicht sofort feststellbar, ob die Pumpe läuft oder nicht, so ruhig ist das Betriebsgeräusch und so still ist der Wasserspiegel im Behälter. Nur der Blick auf die Durchflussanzeige offenbart, dass Wasser in erstaunlichen Mengen durch den Kreislauf gejagt wird. Das XSPC Reservoir eignet sich hervorragend für alle Besitzer einer Laing, die sich noch mehr Leistung wünschen. Einzig in einem sehr restriktiven Kreislauf zeigt sich gegenüber dem Original-Aufsatz kein Leistungsvorteil. Doch selbst dann bleibt der Vorteil des deutlich gesenkten Geräuschpegels.
Das XSPC Laing DDC Reservoir ist für 26 Euro erhältlich und gehört somit zu den günstigsten Laing-Deckeln, die einen Ausgleichsbehälter enthalten.


Pro & Contra

Pro
+ Deutliche Leistungssteigerung in Highflow-Kreisläufen
+ Deutliche Geräuschminderung
+ Außerordentlich gutes Lautstärke/Leistungs-Verhältnis
+ Einfache Montage
+ LED-beleuchtbar

Contra
- Kein Leistungsvorteil in restriktiven Kreisläufen


Awards
Das XSPC Laing DDC Reservoir erhält den DeXgo-Gold-Award. Dank dem exzellenten Verhältnis von Leistung zu Lautstärke hat es sich auch den Silence-Award verdient.
DeXgo-Gold-Award DeXgo-Silence-Award
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Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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