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WaKü CPU-Kühler Roundup 6


Einleitung

Im heutigen Artikel können wir eine weitere, kleine Auswahl von CPU-Wasserkühlern vorstellen. Diesmal werden der Alphacool Niagara, der Watercool Heatkiller 3.0 in der günstigen LC-Version, der Koolance CPU-350AC sowie der Ybris Eclipse ausgiebig durchgetestet und mit allen bisher vertretenen Kühlern verglichen. Wie sich die vier neuen Kandidaten schlagen, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Bericht.

Hinweis zur Kühlerausrichtung
Bei den Kühlerbeschreibungen geben wir jeweils an, in welcher Ausrichtung der Kühler die besseren Temperaturen erzielt. Die getesteten Kühler haben entweder eine diagonale oder gerade Flussrichtung. Wir testen jeweils zwei Ausrichtungen, mit der Auslassöffnung links oben oder rechts oben bzw. der Flussrichtung horizontal oder vertikal. Diese Bezeichnungen treffen zu, wenn wir das Mainboard von vorne betrachten.
Hierbei ist zu beachten, dass auf unserem Testmainboard, dem Asus P6T, die CPU so montiert wird, dass die Ausbuchtung im Rand des Heatspreader zur oberen Kante gerichtet ist. Bei manchen Mainboards (Gigabyte) ist der CPU-Sockel um 90° gedreht eingebaut, so dass unsere Angaben in diesem Fall anders interpretiert werden müssen. Entscheidend ist in jedem Fall die Fließrichtung des Wassers über die CPU, egal in welcher Ausrichtung oder Lage sich der CPU-Sockel befindet.

Alphacool Niagara


Verpackung und Lieferumfang
Wie auch schon der Yellowstone und der Livingstone ist auch der Alphacool Niagara in einem Blister verpackt, der den direkten Blick auf den enthaltenen Kühler gewährt. Neben dem Montagematerial befinden sich eine Spritze mit Wärmeleitpaste sowie eine Bedienungsanleitung im Lieferumfang.


Der Kühler
Der Kühlblock, der mit einer Sockel-1366-Halterung ausgestattet ist, gibt sich sehr markant. Die Schwarz-Gold-Farbkombination hebt sich von der Masse anderer Wasserkühler ab.
In die Metallplatte auf dem Kühlerdeckel sind das Alphacool-Logo und Markierungen für Ein- und Auslassgewinde eingraviert (Bild links). Wenn der Kühler auf den Bildern seltsam klein wirkt, liegt das daran, dass er mit grossen G3/8"-Gewinden statt den üblichen G1/4"-Gewinden versehen ist. In die Gewinde können entweder (eher seltene) Anschlüsse mit G3/8"-Gewinden eingeschraubt werden, oder es können Reduzierer auf G1/4"-Gewinde eingesetzt werden (Bild rechts).
Der Kühlerboden des Niagara ist unpoliert, aber so fein geschliffen, dass er schon deutlich spiegelt.

Alphacool Niagara - Teil 2

Innenansichten
Der verwendete Kühlerboden ist wieder der selbe wie beim Yellowstone und beim Livingstone. Die Innenseite des Deckels offenbart ein relativ großes Düsenfeld und großzügige, seitliche Kanäle, durch die das Wasser zur Auslassöffnung gelangt.


Kompatibilität
Anschlüsse mit G3/8"-Gewinden sind eher selten und wir haben davon, anders als bei den G1/4"-Anschlüssen, kein breites Sortiment zur Hand. Das Bild links zeigt zwei G3/8"-Anschlüsse für 13/10-Schlauch, die uns von Alphacool für den Test zugestellt wurden. Werden G1/4"-Anschlüsse mit Hilfe von Adaptern eingesetzt, so sind die breitesten unserer Testanschlüsse, die neben einander Platz finden, die 16/12-Schraubverschlüsse von Bitspower (Bild rechts).
Der Sinn der größeren Anschlussgewinde sollte darin liegen, dass der Kühler dadurch auf höheren Durchfluss optimiert ist. Wir haben den Kühler mit den G3/8"-Anschlüssen sowie mit Adaptern und den G1/4"-Anschlüssen, die wir üblicherweise verwenden, getestet. Mit den größeren Anschlüssen messen wir einen Durchfluss von 398 l/h, mit Adaptern und den kleinerern Anschlussgewinden messen wir 393 l/h. Der Unterschied ist also sehr gering. Die Kühlleistung ändert sich nicht im messbaren Bereich.


Montage und optimale Ausrichtung
Das Montagesystem des Niagara ist etwas ganz besonderes. Zwar wird auch hier auf die von Wasserkühlern gewohnte Art und Weise der Kühler mit Schrauben, Federn und Rändelmuttern installiert, alle Montageteile sind aber auf schöne Optik getrimmt. So sind die Rändelmuttern lange und oben geschlossen, so dass die Schrauben nicht über die Muttern herausragen. Die Federn verschwinden in kleinen, länglichen Hülsen, die fast nahtlos in die Rändelmuttern übergehen. Gleichzeitig haben die Hülsen den Vorteil, dass sie den Anpressdruck vorgeben: Die Federn werden immer genau so weit angezogen, bis die Rändelmutte die Hülse berührt.
Wir messen mit den Alphacool Niagara in der vertikalen Ausrichtung (Bild rechts) um 0,8 Kelvin bessere Temperaturen als in der horizontalen Ausrichtung.

Koolance CPU-350AC


Verpackung und Lieferumfang
In einer schwarzen Kartonschachtel befindet sich CPU-Kühler von Koolance zusammen mit einem sehr umfangreichen Lieferumfang. Dieser setzt sich wie folgt zusammen: Eine Unviersal-Backplate, zwei Gummi-Schutzmatten für den Raum zwischen Backplate und Mainboard, zwei Halterungen (eine für Sockel 775 und 1366, die andere für AM2, AM2+, AM3, 939/940/754, Intel Xeon und Intel 478), eine Tube Wärmeleitpaste, das Montagematerial und eine Bedienungsanleitung.


Der Kühler
Der runde Kühlblock ist im Ausliefrungszustand in Schutzfolie gewickelt und die Bodenplatte wird ebenfalls von einer separaten Folie geschützt. Die hier gezeigte Version des Kühlers wird mit CPU-350AC bezeichnet und unterscheidet sich nur durch das Material des Deckels (Acryl) vom CPU-350AT (POM).
Die beiden Halterungen (links die Universalhalterung, rechts die 775/1366-Halterung), werden lose auf den Kühlerdeckel gelegt. Ein- und Auslassöffnung am Kühler sind mit "in" und "out" bezeichnet, um Verwechslungen auszuschließen.
Die vernickelte Bodenplatte präsentiert sich mit makellosem Spiegelglanz.

Koolance CPU-350AC - Teil 2


Innenansichten
Im Inneren des Deckels führt ein Kanal vom Einlassgewinde zur Mitte des Kühlerbodens. Auf diesem liegt auch eine Verteilerplatte auf. Das Wasser fließt in der Mitte auf die Kühlstruktur und über die vier Öffnungen am Rand der Verteilerplatte wieder ab.
Die Nahaufnahme zeigt die sehr feine Pinstruktur des Kühlerbodens. Leider wird auch ersichtlich, dass die Öffnung in der Mitte der Verteilerplatte sehr unsauber geschnitten ist.
Kompatibilität
Der Koolance CPU-350 ist mit allen unserer Testanschlüsse kompatibel, selbst die sehr breiten 19/13-Schraubverschlüsse von Bitspower finden knapp neben einander Platz.


Montage und optimale Ausrichtung
Die Montage erinnert stark an diejenige des Enzotech Sapphire aus dem letzten Roundup. Auch hier lassen sich die Montageschrauben direkt an der Backplate fixieren, was sehr begrüßenswert ist. Die Backplate selber wird aber nicht am Mainboard befestigt, genauso wie die Kühlerhalterung nicht mit dem Kühler verbunden ist. Dadurch gestaltet sich die Installation des CPU-350 etwas fummelig, denn bis die ersten beiden Rändelschrauben fixiert sind, müssen Backplate, Kühler, Kühlerhalterung und Rändelschraube mit Feder irgendwie alle festgehalten werden, wozu zwei Hände kaum ausreichen.
In der auf dem Bild rechts gezeigten, vertikalen Ausrichtung messen wir mit 0,3 Kelvin Unterschied knapp bessere Temperaturen als in einer horizontalen Ausrichtung. Der geringe Unterschied könnte auch auf die Messungenauigkeit zurück zu führen sein.

Watercool Heatkiller 3.0 LC


Verpackung und Lieferumfang
Der Heatkiller 3.0 LC (auch unter dem Kürzel HK 3.0 LC bekannt) ist in einer unscheinbaren Kartonschachtel verpackt. Die Schachtel enthält, in Schutzfolie gehüllt, den Kühler, das Montagematerial inklusive eines Inbus-Schlüssels, sowie eine Bedienungsanleitung.


Der Kühler
Der HK 3.0 LC sieht dem bereits von uns getesteten Heatkiller 3.0 sehr ähnlich. Die Form des Kühlers ist die selbe, nur dass beim HK 3.0 LC der Deckel aus POM statt Kupfer gefertigt ist. An dieser Stelle wollen wir noch erwähnen, dass es einen dritten Kühler im Heatkiller-Bunde gibt: Den Heatkiller 3.0 LT. Dieser hat ebenfalls einen POM-Deckel, der aber mit einer Zierblende aus Edelstahl versehen ist. Die LT-Version des Heatkiller hat im Gegensatz zur hier getesteten LC-Version den selben inneren Aufbau wie die Kupfer-Version.
Im Deckel des Kühlers ist dessen Bezeichnung eingraviert.
Die Bodenplatte des HK 3.0 LC ist unpoliert und weist recht deutliche Frässpuren auf. Auf die Kühlleistung hat dies allerding kaum negative Auswirkungen.

Watercool Heatkiller 3.0 LC - Teil 2


Innenansichten
Die Innenansicht des HK 3.0 LC offenbart zwei wesentliche Unterschiede zum HK 3.0: Erstens wird beim LC keine Düsenplatte verwendet und zweitens weist der Kühlerboden weniger und breitere Rillen auf.


Kompatibilität
Seit unserem ersten Roundup mit dem Heatkiller 3.0 hat es in der Produktion der Kühler eine kleine Änderung gegeben: Dank eines leicht vergrößerten Gewindeabstandes lassen sich nun auch 13/10 Schraubverschlüsse (Bitspower) einsetzen. Diese Änderung betrifft alle drei Varianten des Heatkiller 3.0. Auch Anschlüsse mit langen Gewinden (Bild links) lassen sich problemlos mit dem HK 3.0 LC verwenden.


Montage und optimale Ausrichtung
Für die Montage des Heatkiller 3.0 LC werden Distanzhülsen am Mainboard fixiert, in diese dann der Kühler von oben her verschraubt wird. Insgesamt ist die Montage unseres Erachtens ein wenig umständlicher aber auch schöner anzusehen als die übliche Montage mit Rändelmuttern. In der auf dem Bild gezeigten, vertikalen Ausrichtung messen wir um 0,3 Kelvin tiefere Temperaturen.

Ybris Eclipse


Verpackung und Lieferumfang
In einer schlichten Kartonschachtel befindet sich der Ybris Eclipse zusammen mit dem Montagematerial, zwei 12-mm-Tüllen, einer Backplate sowie zwei Midplates. Die eine Midplate ist laut Ybris für Systeme mit sehr niedrigem Durchfluss geeignet, die zweite ist blank. An dieser kann sich also jeder mit Bohrer und/oder Dremel selber versuchen und ausprobieren, ob sich noch eine etwas bessere Leistung aus dem Eclipse kitzeln lässt.


Der Kühler
Standardmäßig ist der Ybris Eclipse mit einer Acryl-Halterung ausgestattet, wie sie auf dem Bild rechts zu sehen ist. Uns wurde zudem noch eine Vorabversion einer Aluminium-Halterung beigelegt (Bild links). In der Verkaufsversion, die bald erhältlich werden soll, wird diese schwarz eloxiert sein. Die Halterung ist mit Bohrlöchern für Sockel 775 sowie 1366 versehen.
Der Kühlblock besteht aus komplett verchromtem Kupfer. Ein nettes Detail auf dem Deckel ist die Aufschrift nebst Seriennummer des Kühlers. Somit hat jeder Eclipse einen gewissen, einzigartigen Touch.
Die Bodenplatte des Eclipse hat eine abgestufte Mittelfläche und ist dank der Verchromung komplett spiegelglänzend.

Ybris Eclipse - Teil 2


Innenansichten
Im Inneren des Deckels befindet sich eine kleine Vorkammer, die durch einen separaten O-Ring abgedichtet ist und das Einlassgewinde mit der mittleren Öffnung der Midplate verbindet. Das Wasser gelangt so durch diese mittlere Öffnung auf die Bodenplatte und fließt durch die kleineren Löcher am Rande der Midplate wieder ab.
Die Kühlstruktur des Ybris Eclipse besteht aus sehr feinen Pins.
Kompatibilität
Mit dem Eclipse lassen sich neben den mitgelieferten Tüllen auch beliebige andere Tüllen mit langen Gewinden einsetzen (Bild links). Der Abstand der beiden Gewinde reicht aus, um ganz knapp den Einsatz von 16/12-Schraubverschlüssen von Bitspower zu ermöglichen (Bild rechts).


Montage und optimale Ausrichtung
Der Ybris Eclipse wird auf die gewohnte Weise mit Schrauben, Federn und Rändelmuttern zusammen mit der mitgelieferten Backplate am Mainboard fixiert. In der auf dem Bild gezeigten Ausrichtung mit dem Auslass oben links messen wir im Durchschnitt um 1,1 Kelvin bessere Temperaturen.

Testsystem

Alle relevanten Komponenten des Testsystems im Überblick:

- Intel Core i7 920, Übertaktet auf 3,7 GHz bei 1,28 Volt VCore
- Asus P6T
- XSPC RS360 Radiator
- 3x Nanoxia FX-1250 Lüfter, saugend am Radiator montiert
- Laing DDC 1T+ mit EK X-Res Aufsatz
- T-Balancer bigNG plus Sensorhub
- 13/10 Masterkleer-Schläuche
- 4x Analoger Wassersensor zur Messung der Wassertemperatur
- 3x Digitaler Temperatursensor zur Messung der Umgebungstemperatur
- Durchflusssensor Digmesa FHKUC 70
- Arctic Cooling MX-2

Weiter kommt folgende Software zum Einsatz:

- T-Balancer Naviagator für das Aufzeichnen der Wasser- und Umgebungstemperaturdaten.
- RealTemp 3.0 für das Aufzeichnen der CPU-Temperaturen
- CoreDamage für die maximale Auslastung der CPU

Im Wasserkreislauf ist immer nur der zu testende CPU-Kühler angeschlossen, damit die Temperaturen nicht von anderen Komponenten beeinflusst werden.


Backplate

WICHTIG: Jeder Kühler wird für die Testläufe mit einer Backplate montiert. Wenn keine solche im Lieferumfang vorhanden ist, wird die Watercool-Backplate verwendet.

Warum setzen wir eine Backplate ein?
Das hat zwei Gründe: Erstens sorgt eine Backplate dafür, dass sich die Platine des Mainboard nicht durchbiegt, wenn ein Kühler montiert wird. Dies ist für die Teststation von Bedeutung, da im Verlaufe eines solchen Roundup dutzende von Montagen durchgeführt werden und dies schlimmstenfalls zu einem Ermüdungsbruch einer Komponente oder der Platine führen könnte. Zweitens hat eine kleine Umfrage in der Wasserkühlungs-Community ergeben, dass die Mehrheit der WaKü'ler bei sich eine Backplate einsetzt. Die Investition ist schließlich klein und der Vorteil groß.
Es kann sein, dass die Kühler ohne Backplate etwas schlechter abschneiden würden, wenn sie ohne Backplate getestet würden, da sich durch die Backplate der Anpressdruck erhöht.



Testmethode

Die CPU wird mit dem Programm CoreDamage ausgelastet. RealTemp 3.0 zeichnet die Temperaturen der Prozessorkerne im 5-Sekunden-Takt in eine Logdatei auf. Ein Testlauf besteht aus einer Aufwärmphase von 20 Minuten und einem anschließenden Messfenster von 20 Minuten. Die Aufwärmphase stellt sicher, dass das Resultat nicht durch die Temperaturträgheit des Wassers verzerrt wird und das lange Testfenster stellt sicher, dass der Messfehler durch die Temperaturschwankungen der CPU ausgebügelt wird.

Jeder Kühler wird in zwei verschiedenen Ausrichtungen getestet (siehe Einleitung, Seite 1), mit dem Auslass oben links oder oben rechts bzw. mit der Flussrichtung vetikal oder horizontal.

Jeder Kühler wird in beiden Ausrichtungen dreimal montiert und getestet. Dazwischen wird die Wärmeleitpaste komplett entfernt (mit dem ArctiClean Reinigungskit) und neu aufgetragen. Dies stellt sicher, dass der Messfehler durch verschiedene Mengen und Verteilungen von Wärmeleitpaste minimiert wird.

Die Wassertemperatur wird an vier Punkten im Kreislauf gemessen, die Lufttemperatur wird ebenfalls an drei Punkten unterhalb des Radiators gemessen. Der T-Balancer bigNG zeichnet die Temperaturdaten in 5-Sekunden-Intervallen auf.

Sämtliche Daten des 20-minütigen Testfensters werden bearbeitet und zusammengefasst. Das, was am Ende als Temperaturdifferenz angegeben wird, besteht aus dem Durchschnitt von allen CPU-Temperaturdaten des Testfensters abzüglich des Durchschnittes der Wassertemperaturdaten des selben Zeitabschnittes.

Wir geben gemäß der Konvention die Temperaturdifferenzen in Kelvin an, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Differenztemperatur entspricht.

Kühlleistung


Drei Testläufe
Hier sehen wir die Übersicht aller Testläufe der jeweils besseren Kühler-Ausrichtung. Der Übersichtlichkeit zuliebe sind alle Werte vom besten zum schlechtesten Resultat geordnet.


Durchschnittliche Temperatur



Errechnen wir den Durchschnitt aus allen drei Testläufen für jeden Kühler, so kommen wir zu den oben dargestellten Resultaten. Wir haben die Werte der Kühler, die in diesem Artikel vorgestellt werden, blau markiert, damit es einfacher zu sehen ist, wo sie sich im Testfeld einordnen.

Wie hier zu sehen ist, haben wir in diesem Vergleich bald jedes zehntel-Kelvin zwischen 30 und 36 Kelvin mit einem Kühler besetzt. Beim Betrachten des Diagrammes sollte man sich vor Augen halten, dass die Messungen nicht auf 0,1 Kelvin genau sind und daher die Rangreihenfolge auch leicht anders aussehen könnte.

Aus diesem Roundup liefert der Kühler von Koolance die besten Temperaturwerte und ordnet sich auf dem Niveau des Enzotech Sapphire oder EK Supreme LT ein. Auch die abgespeckte Variante des Heatkiller 3.0 bietet eine ähnliche Kühlleistung. Der Ybris Eclipse liegt im Mittelfeld und bietet eine mit dem original EK Supreme vergleichbare Leistung. Der Alphacool Niagara landet leider auf den hintersten Plätzen.

Durchfluss

Wir messen mit dem Digmesa-Durchflusssensor den Durchfluss des gesamten Testkreislaufes bei 12 Volt-Betrieb der Pumpe, um auf folgende Werte zu kommen:



Der Koolance CPU-350 ist extrem restriktiv. Wir verzeichnen damit die bisher geringste Durchflussmenge in diesem Testsystem. Auch der Ybris Eclipse erweist sich als Durchflussbremse und landet zwischen EK Supreme und Phobya. Der Heatkiller 3.0 LC bietet einen sehr geringen Durchflusswiderstand. Geringer als der der anderen HK 3.0-Varianten, da mit der Düsenplatte beim LC ein weiterer Restriktions-Faktor wegfällt. Der Alphacool Niagara ist ebenfalls sehr widerstandsfrei, egal ob G3/8"- oder G1/4"-Anschlüsse verwendet werden.


Kühlleistung in Abhängigkeit des Durchflusses

Um zu testen, wie sich die Temperaturen der verschiedenen Kühler mit dem Durchfluss verändert, reduzieren wir mit einem Absperrschieber im Kreislauf den Durchfluss auf vorbestimmte Durchflusswerte.
Der Alphacool Niagara profitiert relativ stark von erhöhtem Durchfluss, die restlichen drei Kühler weisen alle eine "gewöhnliche" Durchflussabhängigkeit auf, so wie sie ähnlich bei vielen Kühlern anzutreffen ist.

Wir verzichten in diesem Roundup auf den Vergleich der Temperaturverläufe aller bisher getesteten Kühler, da dieser wegen der Datenmenge inzwischen völlig unübersichtlich ausfällt.


Preisvergleich


Fazit und Awards


Alphacool Niagara

Alphacool beschreiten mit dem Niagara CPU-Kühler mehrfach neue Wege. Die großen G3/8"-Gewinde sind für einen CPU-Kühler sehr ungewöhnlich und offenbar auch nicht sehr sinnvoll. Der gewonnene Durchfluss gegenüber dem Einsatz von G1/4"-Gewinden ist kaum nennenswert. Echte Schwierigkeiten entstehen dadurch aber auch nicht, denn es sind sowohl Anschlüsse mit G3/8"-Gewinden als auch geeignete Adapter auf G1/4"-Gewinde erhältlich. Die Halterung des Kühlers ist ebenfalls neuartig und ungewöhnlich. Dass die Federn versteckt werden und alles so gestaltet ist, dass die Montageteile optisch mit dem Kühler verschmelzen ist äußerst gut gelungen. Was dem Niagara fehlt, sind wirklich überzeugende Leistungswerte. So ist der Durchfluss mit diesem Kühler zwar gut, aber auch nicht extrem gut und in der Kühlleistung hinkt er einfach hinter dem Testfeld her. Moddingfreunde können aber wegen des speziellen Designs dieses Kühlers dennoch zugreifen.
Koolance CPU-350AC

Der Koolance CPU-350AC hinterlässt einen gemischten Eindruck. Es kann diesem Kühler nicht verwehrt werden, dass er eine sehr gute Kühlleistung bietet und das ist ein großer Pluspunkt. Bei einem Kühler geht es schließlich in erster Linie um die Kühlleistung. Auch den sehr umfangreichen Lieferumfang inklusive Halterungen für viele verschiedene Sockel rechnen wir diesem Kühler hoch an. Dem gegenüber steht die etwas unschöne Verarbeitung (schlecht geschnittene Acrylplatte im Kühler, Flecken auf den Halterungen) sowie die Tatsache, dass der CPU-350 eine enorme Durchflussbremse ist. In einem Kreislauf mit vielen Komponenten und dem CPU-350 werden viele Pumpen arg zu kämpfen haben, um noch einen guten Durchfluss zu erzeugen. Das führt dann wieder zu schlechteren Temperaturen.

Insgesamt bleibt der Koolance CPU-350 ein eingeschränkt empfehlenswertes Produkt, welches sich den DeXgo-Bronze-Award verdient.
Watercool Heatkiller 3.0 LC

Auch die Low-Cost-Variante der Heatkiller 3.0 kann auf ganzer Linie überzeugen: Der Durchflusswiderstand ist sehr gering, die Kühlleistung ist sehr gut und an der Verarbeitung und Handhabung des Kühlers gibt es nichts auszusetzen. Während der HK 3.0 LC bei den Leistungsvergleichen keinen absoluten Spitzenplatz erzielen kann, erringt er knapp die Platzierung als günstigster Kühler im Testfeld und bietet damit das beste Preis/Leistungs-Verhältnis aller bisher getesteten Kühler.

Der Heatkiller 3.0 LC verdient sich den DeXgo-Preis/Leistungs- sowie den DeXgo-Silber-Award.
Ybris Eclipse

Der Ybris Eclipse ist ein kleines Prachtstück: Die besondere Form und spiegelglänzende Oberfläche sind ungewöhnlich, aber gelungen. Der Lieferumfang des Kühlers kann überzeugen und wir sind um jeden Hersteller dankbar, der so vorbildlich ist, eine Backplate mit dem Kühler zu liefern. Was die Kühlleistung betrifft landet der Eclipse im Mittelfeld. Da der Durchflusswiderstand dieses Kühlers ziemlich hoch ist, ergibt sich eine etwas unterdurchschnittliche, aber längst nicht schlechte Gesamtleistung. Hauptgrund für den Kauf eines Eclipse wird für die meisten dessen Optik sein und wir können niemandem Abraten, deswegen zu diesem Kühler zu greifen.

Wir verleihen dem Ybris Eclipse den DeXgo-Bronze-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Alphacool und Ybris.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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