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Spire TherMax Eclipse II


Einleitung

Spire hat viele verschiedene CPU-Kühler im Angebot. Neben sockelspezifischen Exemplaren und Kühlern für den Server-Bereich sind es gerade die Multi-Sockel-Kühler, welche für den Endkundenmarkt am interessantesten sind. Der neuste Kühler, welcher von Spire angeboten wird, hört auf den Namen TherMax Eclipse II. Er ist der "Nachfolger" der H.D.T.-Kühler TherMax Pro und TherMax II, welche wir im März und Oktober letzten Jahres bereits vorstellten. Was man vom schwarz vernickelten Kühler mit den zwei Lüftern erwarten kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Setzte Spire früher auf meist unnötig große Verpackungen wird der TherMax Eclipse II in einem kompakten Karton ausgeliefert, welcher im Inneren den Kühler in einer Kunststoffverpackung vor äußeren Einflüssen schützt. Ein Sichtfenster gewährt einen ersten Einblick auf einen der beiliegenden Lüfter und den dahinter befindlichen Kühler. Ansonsten finden sich auf der Verpackung noch einige wenige Informationen zum Kühler, ebenso auch ein paar Bilder des Produktes.
Der Lieferumfang umfasst das Montagematerial mit der Multi-Sockel-Backplate, eine Tube Wärmeleitpaste, eine Garantiekarte sowie eine Montageanleitung.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):156 x 132 x 71 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):770 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe schwarz vernickelt, Aluminium Lamellen schwarz vernickelt
Anzahl Heatpipes:5x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:47
Lamellenabstand:1,7 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:2x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:2x 2200 U/Min
Fördermenge:158,42 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:4,2 Watt
Lautstärke:29 dB(A)
Besonderheiten:vernickelt, HDT-Boden
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:40 Euro (Stand April 2010)

Der Kühler im Detail

Der Spire TherMax Eclipse II weißt eine nicht von der Hand zu weisende Ähnlichkeit mit dem bereits bei uns getesteten Alpenföhn Nordwand auf. Der rund 156 Millimeter hohe Kühler ist rund 132 Millimeter breit und knapp 71 Millimeter tief, gemessen ohne montierte Lüfter.
Auch wenn die genutzte Verpackung den TherMax Eclipse II gut vor äußeren Einflüssen schützt, so liegen die Lüfter leider nur lose am Kühler im Karton. So ist es bei unserem Exemplar leider passiert, dass ein Lüfter zu sehr druck auf den Kühlkörper ausgeübt hat und so einige Lamellen verbogen wurden. Ein weiterer Makel, den wir am Kühler entdeckt haben, ist eine unsaubere Lamelle am Rand des Kühlers. Was genau mit dieser passiert ist können wir nicht sagen, der Schaden ist jedoch vorm Vernickeln entstanden.
Ein Unterschied zum Nordwand ist die Höhe des Kühlturmes. Während Alpenföhn die Lamellen bis an den obersten Rand verbaut hat und die Enden der Heatpipes nicht sichtbar sind, verzichtet Spire auf diese optische Variante und verbaut Lamellen genau so weit, wie sie effektiv von den Heatpipes genutzt werden können. Die Aluminiumlamellen sind, wie fast der komplette Kühler, schwarz vernickelt.
Insgesamt 47 der Lamellen sind beim TherMax Eclipse II verbaut und mit einem Abstand von 1,7 Millimetern zueinander am Kühler befestigt.
Für den Wärmeabtransport sorgen fünf Heatpipes, welche eine Dicke von acht Millimetern besitzen. Diese sind jeweils V-förmig angeordnet und verlaufen parallel durch den Boden. Über dem Boden wurde ein kleiner Passiv-Kühlkörper angebracht, welcher ebenfalls schwarz vernickelt ist.

Der Kühler im Detail

Der Boden wird während des Transportes des Kühlers von einer Folie vor Verschmutzungen geschützt. Die Folie lässt sich frei von Rückständen entfernen und offenbart so den makellosen Kühlerboden. Aufgrund der verwenden H.D.T.-Technik hat der TherMax Eclipse II aber gerade bei Prozessoren mit kleinerem Heatspreader Probleme. Das Problem haben wir bereits in einem früheren Review aufgegriffen.
Die Befestigung der Lüfter erfolgt über Gummientkoppler komplett ohne weitere Haltebügel. Hierzu müssen die Entkoppler nur in den Kühler geschoben werden und anschließend kann der Lüfter an diesen befestigt werden.
Spire legt dem TherMax Eclipse II zwei 120-mm-Lüfter bei, welche aus schwarz-transparentem Kunststoff bestehen. Beide Lüfter arbeiten bei einer Betriebsspannung von zwölf Volt mit rund 2.200 U/Min und sollen dabei 29 dB(A) laut sein. Bei einem angegebenen Luftdurchsatz von knapp 160 m³/h ist dies aber vermutlich ein etwas unrealistischer Wert. Während ein Lüfter nur einen 3-Pin-Anschluss besitzt wurde der zweite Lüfter zusätzlich mit einem 4-Pin-Molex-Anschluss ausgestattet.
Befestigt werden können alle Lüfter, welche keinen durchgängigen Steg an den Befestigungslöchern besitzen. Da die Entkoppler sehr weich sind, schlucken diese auch extrem viele Vibrationen und sorgen so für einen, zumindest was dieses Thema angeht, ruhigen Betrieb.
Mit zwei montierten Lüftern steigt die Tiefe des Kühlers auf 126 Millimeter an und so benötigt er in beiden Montageausrichtungen nahezu gleich viel Platz.

Die Montage

Montiert wird der TherMax Eclipse II mit Hilfe einer Backplate unterstützten Verschraubung. Die Ausrichtung bei AMD-Systemen ist hierbei zur Rückwand ausgerichtet und kann nicht geändert werden. Als kleinen Tipp geben wir allen Anwendern mit auf den Weg Unterlegscheiben unter die Federn zu legen. So wird verhindert, dass die Feder sich verkantet und die Schraube nicht weiter angezogen werden kann.
Der Platzbedarf des TherMax Eclipse II ist, bedingt durch die zwei montierten Lüfter, nicht gerade gering. So ragt bei der horizontalen Ausrichtung des Luftstromes ein Lüfter über den ersten RAM-Slot und blockiert diesen für Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader.
Auch um 90 Grad gedreht montiert, also vertikal, ändert sich daran nichts. Arbeitsspeicher ohne oder mit sehr flachem Heatspreader passen aber weiterhin unter den Kühler.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Für den Vergleich mit den Original-Lüftern nutzen wir beim Spire TherMax Eclipse II die beiden mitgelieferten Exemplare.


Recht gut zu erkennen ist, dass der TherMax Eclipse II durchschnittlich von einem zweiten Lüfter profitiert. Positiv hierbei ist, dass dies über einen großen Drehzahlbereich der Fall ist.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Wie es nicht anders zu erwarten war, kann sich der Spire TherMax Eclipse II durch die beiden Lüfter und die doch sehr hohe Drehzahl der beiden Ventilatoren weit vorne im Testfeld platzieren. Erkauft wird dies aber mit einer sehr unangenehmen, lauten Geräuschkulisse.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Bei fünf Volt schafft es der TherMax Eclipse II sich auf einen guten zweiten Platz zu setzen. Bei knapp unter 1.200 U/Min sind die Lüfter zwar schon deutlich leiser aber immer noch deutlich wahrnehmbar.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.700 Umdrehungen pro Minute


Der Spire TherMax Eclipse II sortiert sich im hinteren Drittel unserer Testcharts ein, wenn der Kühler mit einem Lüfter mit 1.700 U/Min befeuert wird. Der Rückstand zur Spitze beträgt rund fünf Kelvin, der Vorsprung zum Letzten drei Kelvin.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei 1.200 U/Min. Der TherMax Eclipse II sortiert sich im Bereich des Scythe Mugen 2 ein.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei 800 U/min platziert sich der TherMax Eclipse II ziemlich genau an der Nahtstelle vom zweiten zum dritten Drittel unserer Charts.


400 Umdrehungen pro Minute


400 U/Min sind zu wenig um mit dem TherMax Eclipse II unser Testsystem ausreichend zu kühlen.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Zwar liegt der TherMax Eclipse II im Gesamtranking nun weiter hinten, jedoch bleibt der Abstand zur Spitze in etwa der gleiche, wie auch mit einem Lüfter bei 1.200 U/Min.


800 Umdrehungen pro Minute


Ein zweiter Lüfter mit 800 U/min bedeutet keine Verbesserung der Platzierung. Langsam drehende Lüfter liegen dem Spire TherMax Eclipse II nicht.


400 Umdrehungen pro Minute


Und so reichen selbst zwei Lüfter bei 400 U/Min nicht aus um den i7 des Testsystems ausreichend zu kühlen.

Fazit

Der TherMax Eclipse II reiht sich in vielen Punkten recht nahtlos in das bisherige Feld der Kühler von Spire ein. Einige Dinge unterscheiden sich aber auch von dem bisher bekannten. Bei der Verpackung und dem Lieferumfang kann nichts großartig ausgesetzt werden, lediglich eine Polsterung zwischen den Lüftern und dem Kühler wäre wünschenswert, da diese Beschädigungen wie sie an unserem Exemplar aufgetreten sind vermeiden kann. Dass dies aber nicht der Regelfall ist zeigen andere Reviews, bei denen der Kühler heil ankam. Leider hat es unser Exemplar gleich doppelt erwischt, da auch an den Seiten ein kleiner Makel vorhanden ist. Nichts desto trotzt ist die Verarbeitung insgesamt betrachtet mehr als ordentlich. Mit den beiden entkoppelt montierten Lüftern bietet der Kühler auch genügend Leistung potente Prozessoren gut zu kühlen, leider auf Kosten der Lautstärke. Mit dem Referenzlüfter zeigt sich, dass der Kühler zwar immer noch ausreichend kühlt, jedoch findet er sich stets im hinteren Bereich der Charts wieder. Insgesamt ist das Gesamtpaket, welches Spire mit dem TherMax Eclipse II anbietet recht ordentlich und auch der Preis von 40 Euro passt zu dem gebotenen Gesamtpaket, wenn auch nicht ganz zur Leistung.


Pro & Contra

Pro
+ im Ganzen eine ordentliche Verarbeitung
+ Lüfter werden entkoppelt montiert
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter
+ gute Testergebnisse mit den Original-Lüftern,...

Contra
- ...was aber mit einem lauten Betriebsgeräusch erkauft wird
- Testsample hatte zwei Macken
- Testergebnisse mit Referenzlüfter nur im hinteren Bereich


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Spire TherMax Eclipse II unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Spire.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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