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Vier Kühler für die Nvidia GTX470 im Vergleich


Einleitung

Mit der Neuvorstellung der GTX580 wird auch eine etwas betagtere Karte wieder interessant. Die GTX470 erfährt momentan einen relativ interessanten Preisrutsch und ist gerade gebraucht schon für kleines Geld zu bekommen. Da die Fermi-Karten aber weder besonders leise noch besonders kühl zu Werke gehen, lohnt es sich einen Blick auf alternative Kühllösungen zu werfen. Vier dieser Alternativen wollen wir euch heute vorstellen und so finden sich zu unserem kleinen Vergleich ein der Scythe Setsugen 2, der Gelid Solutions Icy Vision, der Thermalright Shaman sowie der neuste Spross aus der Accelero XTREME-Serie der Arctic Cooling Accelero XTREME Plus ein. Was man von den einzelnen Kandidaten erwarten kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Vorwort

Auch dieses mal wollen wir, bevor wir uns den einzelnen Kühlern widmen, am Anfang des Vergleiches ein paar einleitende Worte verlieren. So sollte jedem klar sein, dass beim Umbau des Kühlers jeglicher Garantieanspruch der Grafikkarte erlischt. Dies ist bei nahezu jedem Hersteller der Fall und so sollten nur Geübte den Umbau vornehmen. Wir von DeXgo übernehmen keinerlei Haftung für etwaige Schäden an eurer Hardware.

Die Kühler werden im Vergleich in der Reihenfolge, in der sie bei uns eingetroffen sind, vorgestellt. Es erfolgt weder vorab eine Wertung, noch wollen wir einen Hersteller bevorteilen.
Für unsere Tests muss eine Colorful GTX 470 herhalten, welche im Referenzdesign gefertigt ist. Die VID des Grafikprozessors, welcher die Versionsnummer GF100 Rev.A3 trägt, ist 1,012 Volt. Sowohl den Takt der GPU, als auch der Takt des Speichers und den der Shader lassen wir unverändert bei 607 MHz, 838 MHz und 1.215 MHz.

Verpackung & Lieferumfang

Bei der Verpackung setzt Scythe wieder auf einen bunt bedruckten Karton, welcher reichhaltige Informationen über den Kühler bereit hält. Da der Kühler passgenau im Inneren fixiert ist, wird der Kühler eigentlich gut geschützt. Nur Stöße, welche auf die Verpackung einwirken, kann diese nicht abfangen.
Der Lieferumfang des Setsugen 2 umfasst eine Teileliste, eine Montageanleitung, eine Tüte mit Wärmeleitpaste, ein PCIe-Strom-Verlängerungskabel, sowie das Montagezubehör. Dieses wiederum beinhaltet das Montagematerial für den Kühler, einen Kupfer-Spacer und insgesamt 32 Aluminium-Kühlkörper in verschiedenen Größen sowohl für die Speicherbausteine, als auch für die Spannungswandler und dem NVIO-Chip.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):34 x 176 x 139 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):425 Gramm
Anzahl Heatpipes:4x 6-Millimeter-Heatpipes
Anzahl Lamellen:68
Lamellenabstand:1,3 Millimeter
Lüfteranzahl:1
Lüftergröße:120 x 120 x 12 Millimeter
Lüfterdrehzahl:800 - 2.000 U/min
Fördervolumen:77,21 m³/h
Lautstärke:33,67 dB(A)
Platzbedarf:2 Slots inkl. Grafikkarte
Kompatibilität:AMD Radeon HD5870, HD5850, HD5830, HD5770, HD5750, HD4890, HD4870, HD4850, HD4830, HD4770, HD3870, HD3850, HD3650, X1950, X1900, X1800, X1650, X1600, X1300, Xxxx, 9xxx
NVIDIA Geforce GTX470, GTX465, GTX460, GTX285, GTX280, GTX275, GTS250, GTS450, 9800GTX/GTX+, 9800GT, 9600GSO/GT, 8800(G80), 8800GT/GTX(G92), 8600, 8500, 7900, 7800, 7600, 7300, 6800, 6600, FX5900
Preis:45 Euro (November 2010)

Der Kühler im Detail

Der Setsugen 2 ist wie schon der Setsugen ein sehr flacher Kühler. Lediglich 34 Millimeter misst der Kühler in der Höhe. Während der Kühler in der Breite 176 Millimeter misst, stehen bei der Tiefe satte 139 Millimeter auf dem Papier.
Durch den zentral verbautem 120-Millimeter-Lüfter ist ein Großteil der Fläche des Setsugen 2 belüftet. Rechts und links neben Lüfter sind die Lamellen etwas höher und rahmen so den Lüfter ein. Dies auch der Grund für die große Tiefe des Kühlers. Platz zur Seitenwand sollte im Gehäuse also eingeplant werden.
Insgesamt vier 6-mm-Heatpipes verbaut Scythe beim Setsugen 2. Die Wärmeleitrohre aus Kupfer verlaufen in einer 180-Grad-Kurve aus der Bodenplatte in die Lamellen. Während drei der vier Heatpipes auf beiden Seiten voll durch den Kühler gehen, ist dies bei der vierten Heatpipe nicht der Fall.
Im Vergleich zur Kühlfläche ist die Bodenplatte aus Kupfer gerade zu winzig. So misst diese lediglich 29 x 30 Millimeter, zum Vergleich: Der Heatspreader der GPU der GTX470 misst rund 43 x 43 Millimeter. Auf der Bodenplatte über den Heatpipes verzichtet Scythe auch beim Setsugen 2 nicht auf den zusätzlichen Kühlkörper. Der Boden ist Scythe-typisch vernickelt und poliert.
Der verbaute Lüfter gehört zur Slip Stream-Serie und kam auch schon beim Setsugen zum Einsatz. Der Lüfter selbst ist nur zwölf Millimeter dick und arbeitet mit bis zu 2.000 U/min. Durch das integrierte Potentiometer kann der Lüfter frei geregelt werden, wer diese Funktion aber nicht nutzen möchte kann das Potentiometer leider nicht entfernen. Die Stromversorgung erfolgt durch einen 3-Pin-Stecker, eine Regelung über die Grafikkarte ist nicht möglich.
Nach der Demontage des Lüfters erkennt man den Verlauf der Heatpipes recht gut und auch der Bereich der Bodenplatte ist deutlich zu sehen. Insgesamt 68 Lamellen aus Aluminium sind beim Setsugen 2 mit einem Abstand von 1,3 Millimetern zueinander verbaut. Insgesamt bringt es der Kühler ohne Lüfter auf ein Gewicht von 425 Gramm.

Die Montage

Die Montage beginnen wir bei den passiv Kühlern der Speicherbausteine. Hier gibt die Anleitung uns vor, alle bis auf einen Speicherbaustein mit einem hohen Kühler zu versehen. So wurden neun Speicherbausteine mit einem hohen Kühlkörper versehen und ein einzelner Speicherbaustein mit einem flachen Kühlkörper.
Bei den Spannungswandlern wird durch die Anleitung keine Vorgabe getätigt, welche Kühlkörper wo verbaut werden müssen. Im Sortiment der beiliegenden Kühlkörper befindet sich genügend Auswahl, um alle Spannungswandler bestücken zu können.
Die Montage des Kühlers funktioniert recht leicht. Auch wenn wir die Montage ohne Lüfter vorgenommen haben, so kann dieser auch schon vor dem Anbringen des Kühlers auf der Grafikkarte montiert werden, wir würden dies sogar raten, da bei der Montage des Lüfters einige Kräfte auf den Kühler und somit auf die Grafikkarte einwirken. Nach der Montage des Setsugen 2 werfen wir auch noch mal einen genauen Blick auf den Speicherbaustein mit dem flachen Kühler und so wird unsere Vermutung bestätigt: Es kann problemlos auch ein hoher Kühlkörper genommen werden.
Theoretisch finden auch "normale" 120-mm-Lüfter Platz auf dem Setsugen 2. Das Problem, welches momentan aber besteht: Die beiliegenden Halteklammern sind nicht dafür geeignet. Wir sind noch in der Klärung, ob es ein alternatives Paar angeboten wird, mit deren Hilfe auch dickere Lüfter befestigt werden können.
Aufgrund der geringen Länge ragt der Kühler bei unserer GTX470 nicht über die lange Seite hinüber. Probleme bei einigen Gehäuse, in denen die Festplattenkäfige dicht an den Grafikkarten sitzen, sollten also nicht auftreten. Da der Kühler aber in der Breite rund 46 Millimeter über den Rand der Grafikkarte ragt, sollte entsprechender Platz im Gehäuse vorhanden sein.
Insgesamt kann der Setsugen 2 uns bis zu diesem Punkt hin schon mal überzeugen. Die Montage geht leicht von der Hand, Kühlkörper liegen genügend bei und auch die Verarbeitung ist gut. Dank der flachen Bauweise ist der Kühler auch für SLI-/Crossfire-Systeme problemlos einsetzbar, berücksichtigt man, dass bei der unteren Karte ein anderer Kühler zum Einsatz kommt, da sonst die Bauteile der Halterung des Kühlers auf der Rückseite der Grafikkarte stören würden. Optisch einzig nicht ganz so überzeugend sind die beiden Aluminium-Stege, welche für die Montage benötigt werden. Diese wirken einfach etwas fehl am Platze und sind für unseren Geschmack einfach nicht schön. Eine Halterung wie beim Setsugen hätte uns hier besser gefallen.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Icy Vision von Gelid Solutions besteht nahezu komplett aus Kunststoff. So kann der Kühler sowohl von der Ober-, als auch von der Unterseite vor dem Kauf ausgiebig betrachtet werden, der Transportschutz leidet darunter allerdings. Ein Inlay aus Pappe hält einige Informationen über den Kühler, dessen Kompatibilität und die technischen Eigenschaften bereit. Erfreulich ist, dass die Verpackung nicht verschweißt wurde und diese sich sehr einfach öffnen lässt.
Auch wenn man es der Verpackung nicht ansieht, der Lieferumfang des Icy Vision fällt nicht gerade klein aus. Neben einer ausführlichen Anleitung, befinden sich auch noch zahlreiche Kühlkörper und allerhand Montagematerial im Lieferumfang. Dazu zählt auch ein Adapterkabel für den Anschluss der Lüfter direkt am Netzteil.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):52 x 216 x 95 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):415 Gramm
Anzahl Heatpipes:5x 6-Millimeter-Heatpipes
Anzahl Lamellen:39 + 46
Lamellenabstand:1,7 Millimeter
Lüfteranzahl:2
Lüftergröße:92 x 92 x 15 Millimeter
Lüfterdrehzahl:2000 U/min
Fördervolumen:114,13 m³/h
Lautstärke:26 dB(A)
Platzbedarf:3 Slots inkl. Grafikkarte
Kompatibilität:AMD Radeon HD4850, HD4870, HD4890, HD5830, HD5850, HD5870, HD6850 & HD6870
NVIDIA Geforce 9800GT, 9800GTX, GTS250, GTX260, 275, 280, 285, GTS450, GTX460, GTX465, GTX470, GTX480 & GTX580
Preis:35 Euro (November 2010)

Der Kühler im Detail

Der Icy Vision ist weder besonders groß, noch besonders klein. Man könnte fast sagen, dass er eine recht ideale Größe besitzt. Mit einer Länge von rund 216 Millimetern sollte er in nahezu jedes Gehäuse passen, die Tiefe von lediglich 95 Millimetern sorgt zudem dafür, dass der Kühler auch zur Gehäuseseite und dort etwaig angebrachten Lüftern genügend Platz lässt.
Verbaut sind im Kühler insgesamt fünf Heatpipes mit einem Durchmesser von sechs Millimetern. So führen drei davon durch den kleineren Kühlkörper, die anderen beiden gehen durch den größeren der beiden Kühlkörper. Dies scheint im ersten Moment seltsam erscheinen, wir klären aber gleich auf, warum dies durchaus einen Sinn ergibt.
Zur Belüftung des Kühlkörpers hat Gelid Solutions zwei 92-mm-Lüfter verbaut. Diese sitzen jeweils in einem separaten Rahmen, welche an den Lamellen der Kühlkörper befestigt sind. Ein einfacher Wechsel der Lüfter gegen andere Modelle ist nicht möglich, da die Rahmen und die Lüfter eine Einheit bilden.
Betrachtet man den Kühler von unten erkennt man sehr gut dessen zweigeteilten Aufbau. Der Grund für die Teilung in zwei Bereich liegt bei den Heatpipes, welche von der Bodenplatte zu den Lamellen geführt werden müssen. Dies geschieht in der Lücke der beiden Lamellen-Blöcke. Wie wir erwähnten gehen durch einen der beiden Kühlblöcke nur zwei Heatpipes, obwohl dieser Block die größere Kühlfläche besitzt. Um diese große Fläche dennoch optimal zu nutzen, besitzen 26 Lamellen direkten Kontakt zu den fünf Heatpipes auf der Bodenplatte. So wird ein Teil der Wärme direkt abgeleitet.
Der Boden ist während des Transports durch eine Folie geschützt. So wird die Kupferplatte zwar vor Schmutz geschützt, optisch ist sie aber nicht ganz so hochwertig wie die des Setsugen 2. An den Heatpipes sind zudem einige Lötrückstände sichtbar, auch diese stellen technisch kein Problem dar, sehen allerdings unschön aus.
Da die Rahmen der Lüfter nur auf die Kühlkörper geclipst sind, lassen sich diese leicht abnehmen. Beide Lüfter werden über einen 4-Pin-Stecker mit Strom versorgt, dieser kann direkt mit der Grafikkarte verbunden werden. Wer dies nicht möchte kann den beiliegenden Adapter nutzen und die Lüfter vom Netzteil direkt mit Strom versorgen lassen. Beide Lüfter arbeiten mit maximal 2.000 U/min und erreichen dabei einen Luftdurchsatz von rund 114 m³/h. Die Lautstärke soll dabei rund 26 dB(A) betragen. Jeder Lüfter hat hierbei eine maximale Leistungsaufnahmen von drei Watt.
46 Lamellen auf der linken Seite stehen 39 Lamellen auf der rechten Seite gegenüber. Die 85 Lamellen aus Aluminium haben, bis auf die große Lücke zwischen den Kühlblöcken, einen Abstand von 1,7 Millimetern zueinander.

Die Montage

Auch beim Icy Vision verbauen wir zuerst die Passiv-Kühlkörper für die Speicherchips. Zehn der "großen" Kühlkörper verkleben wir auf dem Speicher mit Hilfe von hauchdünnen selbstklebenden Wärmeleitpads. Leider sind diese noch nicht auf den Kühlkörpern aufgebracht, sondern müssen einzeln auf jeden der Aluminium-Kühlkörper aufgebracht werden. Dies gilt im übrigen für alle beiliegenden Kühlkörper.
Bei den Spannungswandlern verbauen wir zwei verschiedene Kühlkörper-Typen. Auch diese müssen wieder mit den klebenden Pads versehen werden. Dank der Kühlkörper im Brücken-Design gibt es keine Probleme mit den etwas höheren Bauteilen der Grafikkarte.
Der Icy Vision wird mit Hilfe von vier Schrauben von der Rückseite der Grafikkarte befestigt. Eine Backplate wird nicht mitgeliefert und so muss darauf geachtet werden, die vier Schrauben nicht zu fest anzuziehen. Auf der GTX470 macht der Kühler einen sehr harmonischen Eindruck, da er weder zu klobig ist, noch über den Rand des PCB ragt.
Dies ist bei den Seitenansichten deutlich zu sehen. Zur Grafikkarte und den Passiv-Kühlkörpern hält der Icy Vision deutlich Abstand. Gleiches gilt zu den Stromanschlüssen der Grafikkarte, die so noch sehr gut zu erreichen sind.
Auch der Lüfter-Anschluss ist sehr leicht zu erreichen und so können die Lüfter nach der Montage des Kühlers mit der Grafikkarte verbunden werden. Schade ist allerdings, dass die Lüfter nicht über die Grafikkarte geregelt werden können, da es sich trotz 4-Pin-Anschluss nur um eine 3-adrige Leitung handelt, welche keine Steuerung über die Grafikkarte erlaubt.

Verpackung & Lieferumfang

Thermalright liefert den Shaman, wie so ziemlich jeden Kühler aus dem Sortiment, in einem schlichten braunen Karton aus. Dieser gibt nur darüber Auskunft, was in ihm steckt, technische Daten oder genauere Produktinformationen finden sich nicht auf der Verpackung. Dafür schützt er den Inhalt deutlich besser als die Verpackungen der Konkurrenz. In Schaumstoff gebettet befindet sich der Kühler, der Lüfter sowie das Zubehör gut geschützt im Karton.
Zum Lieferumfang des Thermalright Shaman gehört neben dem Kühler noch ein TY-140-Lüfter, eine Tube Wärmeleitpaste, zwei Lüfterklammern, vier Silikon-Streifen zur Lüfterentkopplung, eine Tüte mit passiven Kühlkörpern, das Montagematerial, eine Montageanleitung, eine Teileliste sowie ein Thermalright-Aufkleber.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):41 x 161 x 140 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):510 Gramm
Anzahl Heatpipes:8x 6-Millimeter-Heatpipes
Anzahl Lamellen:55
Lamellenabstand:1,7 Millimeter
Lüfteranzahl:1
Lüftergröße:140 x 140 x 27 Millimeter
Lüfterdrehzahl:900 - 1.300 U/min
Fördervolumen:123,95 m³/h
Lautstärke:21 dB(A)
Platzbedarf:"4" Slots inkl. Grafikkarte
Kompatibilität:AMD Radeon HD3850, HD3870, HD4850, HD4870, HD5850, HD5870
NVIDIA GeForce 8800GTX, 8800 Ultra (G80), 9800GTX, 9800GTX+, GTS250, GTX260, GTX260+, GTX275, GTX280, GTX285, GTX460, GTX465, GTX470, GTX480
Preis:60 Euro (November 2010)

Der Kühler im Detail

Der Shaman ist ein voll vernickelter Hybrid-Kühler, bei dem die Lamellen aus Aluminium hergestellt wurden und sowohl die Heatpipes, als auch der Boden aus Kupfer. Als erster Grafikkarten-Kühler der Welt sind beim Shaman insgesamt acht 6-mm-Heatpipes verbaut. Der Kühler hat eine Grundfläche von 161 (Breite) mal 140 (Tiefe) Millimetern.
Hoch ist der Kühler 41 Millimeter, wobei die höchste Stelle bei den gebogenen Heatpipes gelagert ist. Insgesamt gesehen ist die Verarbeitung des Kühlers sehr hochwertig, allerdings sind - aus bestimmten Blickwinkeln - Fingerabdrücke auf den Lamellen sichtbar. Diese werden zwar vom Lüfter überdeckt, vorkommen sollte so etwas aber eigentlich nicht.
Ähnlich wie beim Setsugen 2 ist die eigentliche Kühlfläche nicht sehr hoch. Um dennoch genügend Kühlfläche zu erreichen, sind insgesamt 55 Lamellen beim Shaman verbaut. Diese haben einen Abstand von 1,7 Millimetern zueinander. Um die Steifigkeit der Lamellen und damit des gesamten Kühlers zu erhöhen, sind die Lamellen an den beiden Seiten und an zwei Stellen an der Unterseite abgekantet und ineinander verhakt.
Trotz der flachen Bauweise des Kühlers ist unter den Lamellen noch ausreichend Platz für die Bauteile der Grafikkarte und die Passiv-Kühlkörper vorhanden. Einzig an der Seite, an denen die Heatpipes aus der Bodenplatte zu den Lamellen gehen, ist kaum Bodenfreiheit vorhanden. Die massive Bodenplatte aus Kupfer wurde ebenfalls vernickelt und poliert. Eine Schutzfolie sorgt während des Transports dafür, dass dies auch noch der Fall ist wenn der Kühler den Endverbraucher erreicht.
Der beiliegende Lüfter vom Typ TY-140 ist der selbe, wie auch der des Thermalright Silver Arrow. So arbeitet der PWM-Lüfter im Drehzahlbereich von 900 bis 1.300 U/min und erzeugt dabei einen Volumenstrom von rund 124 m³/h. Die Lautstärke soll dabei lediglich 21 dB(A) betragen. Die maximale Leistungsaufnahme des Lüfters liegt bei 2,4 Watt.
Mit Hilfe der beiliegenden Lüfterklammern lassen sich sowohl 140-mm-, als auch 120-mm-Lüfter befestigen, solange diese nicht deutlich dicker als 25 Millimeter sind.

Die Montage

Bei den Speicherbausteinen kommen beim Shaman zwei verschiedene Typen von Passiv-Kühlkörpern zum Einsatz. So wird auf den Chips, welche dicht beim Slotblech liegen, flache Kühlkörper verklebt, auf alle anderen Speicherchips kommen die hohen Kühlkörper zum Einsatz.
Die Kühlkörper, welche bei Thermalright für die Spannungswandler vorgesehen sind, passen bei uns nicht quer auf die Spannungswandler, ohne einen potenziellen Kurzschluss zu verursachen. Da uns das Risiko einfach zu groß wäre, haben wir uns dazu entschlossen, die Kühlkörper längs aufzubringen. So ist es zwar immer noch recht eng, Kurzschlussgefahr besteht jedoch keine mehr.
Der Shaman wird so montiert, dass die Heatpipes parallel zur langen Seite der Grafikkarte verlaufen. So überdeckt der Kühler einen Großteil der Grafikkarte, zum Ende unserer GTX470 hin ist aber genügend Freiraum vorhanden. Gerade bei kürzeren Karten ragt der Kühler so nicht über das PCB hinaus.
Auch beim Shaman erfolgt die Montage mit der Hilfe einer Backplate. Dies gibt dem Kühler zwar eine höhere Stabilität, da die Backplate aber nicht auf der Grafikkarte aufliegt verhindert sie nicht das Durchbiegen des PCB.
Mit montiertem Lüfter benötigt der Shaman inklusive der Grafikkarte ganze vier Slots. Die Lüfterklammern gehen hierbei aber noch recht nah in die Richtung des fünften Slots und so sollte dieser sicherheitshalber auch noch frei gelassen werden. Auch zur Gehäuseseite benötigt der Shaman nicht wirklich wenig Platz. So ragt der Kühler rund 47 Millimeter über das PCB der Grafikkarte hinaus.
Da der Lüfter keinen kompatiblen Anschluss zur Grafikkarte besitzt, muss dieser entweder am Mainboard angeschlossen oder eine Lüftersteuerung bemüht werden. Insgesamt ist die Kombination des Shaman und des TY-140 eine imposante Erscheinung.

Verpackung & Lieferumfang

Der Arctic Cooling Accelero XTREME Plus wird wie schon der Gelid Solutions Icy Vision in einer einfachen Kunststoffverpackung ausgeliefert, welche aber nur von der Vorderseite einen Blick auf den Kühler gewährt. Auf der Rückseite aufgelistet findet der Anwender dagegen die wichtigsten technischen Daten sowie eine Kompatibilitätsliste und, was nicht gerade unwichtig ist, den Hinweis welches Zusatz-Kit für seine Grafikkarte benötigt wird. Im Falle unserer GTX470 ist dies das VR003, welches in einem kleinen zusätzlichen Karton verpackt ist.
So umfasst der Lieferumfang des Accelero XTREME Plus auch nur ein Slotblech, ein Spannungsadapter-Kabel, eine Montageanleitung für den Kühler, einen Aufkleber sowie einen Satz Schrauben. Auf der linken Seite hingegen sehen wir das, was das Zusatz-Set mitbringt. Dazu zählen eine zusätzliche Montageanleitung, ein zweiter Montagerahmen, ein großer Passiv-Kühler, zehn kleine Passiv-Kühler, zwei Wärmeleitpads, eine Tube Wärmeleitkleber sowie zwei weitere Sätze mit Schrauben und Unterlegscheiben. Je nachdem, welches Zusatz-Set benötigt wird, unterscheiden sich die Größe und Anzahl der Passiv-Kühlkörper sowie auch der Montagerahmen.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):35 x 292 x 92 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):470 Gramm
Anzahl Heatpipes:5x 6-Millimeter-Heatpipes
Anzahl Lamellen:66 + 29 + 18
Lamellenabstand:1,6 / 1,9 Millimeter
Lüfteranzahl:3
Lüftergröße:92 Millimeter
Lüfterdrehzahl:900 - 2.000 U/min
Fördervolumen:138 m³/h
Lautstärke:- keine Angabe -
Platzbedarf:3 Slots inkl. Grafikkarte
Kompatibilität:AMD Radeon HD 6870, 5870, 5830, 4890, 4870, 4850, 4830, 3870, 3850
NVIDIA Geforce 9800GTX, 9800GTX+, GTS250, GTX285, GTX280, GTX275, GTX260+, GTX260, GTX460, GTX465, GTX470, GTX480
Preis:45 Euro (November 2010)

Der Kühler im Detail

Auf den ersten Blick sieht der Accelero XTREME Plus genau so aus, wie seine Vorgänger. Ein schwarzer Kunststoffrahmen umgibt den Kühlkörper und beinhaltet die drei verbauten Lüfter. Doch die Unterschiede liegen im Detail und diese werden wir euch jetzt zeigen.
Bei den drei Lüftern gibt es noch keine Unterschiede zu sehen. Der schwarze Rahmen ist Halterung für die Lüfter und leitet zugleich den Luftstrom über den Kühlkörper. Auch die weißen Lüfterblätter und die Aufkleber auf denen der Firmen- und der Kühlername aufgebracht sind, sind nichts neues.
Ebenfalls bekannt sind die fünf Heatpipes, welche durch den gesamten Kühlkörper gehen. So sind die Aluminium-Lamellen auf die sechs Millimeter starken Wärmeleitrohre gesteckt. An den Stellen, an denen die Heatpipes nicht komplett durch den Kühler gehen, sitzen die Lamellen nicht ganz so fest.
Schauen wir uns den Kühler von unten an, werden schon die ersten Unterschiede sichtbar. So ist der Kühler immer noch in drei Kühlblöcke unterteilt, die Aufteilung der Lamellen unterscheidet sich allerdings. Dies liegt an der geänderten Position der Grafikprozessoren, welche ein Stück näher Richtung Slotblech gerückt sind. Auf der Kontaktfläche zur GPU, welche aus Kupfer besteht, ist bereits Wärmeleitpaste - Arctic MX-4 - aufgetragen.
Die Lüftereinheit lässt sich recht problemlos vom Kühler lösen, da sie nur durch sechs Haltenasen am Kühler gehalten wird. So wird zum einen der freie Blick auf den Kühler möglich, zum anderen aber auch auf die Lüfter. So sind die drei Lüfter mit einem voll belegten 4-Pin-Stecker ausgestattet und lassen sich so nicht nur an der Grafikkarte anschließen sondern auch über diese Steuern. Die drei 92-mm-Lüfter drehen hierbei jeweils mit maximal 2.000 U/min und erzeugen einen Volumenstrom von 138 m³/h. Angaben zur Lautstärke in dB(A) macht Arctic Cooling nicht, gibt für den Kühler aber an, dass dieser 0,5 Sone laut wird. Zum Vergleich wird der Referenz-Kühler bei 2.000 U/min mit 3,5 Sone angegeben.
Der Kühler besteht aus insgesamt drei Segmenten. Wobei der Abstand der Lamellen neben dem Voll-Material-Kühlkörper in der Mitte 1,6 Millimeter beträgt. Die Einzelnen rund einen Millimeter dicken Lamellen des Kühlkörpers auf der Bodenplatte haben einen Abstand von rund 1,9 Millimetern zueinander.
Der große Bereich des Accelero XTREME Plus besitzt insgesamt 66 Lamellen, der Kühlkörper auf der Bodenplatte besitzt 29 Lamellen und der kleinere Bereich rechts noch 18 Lamellen.
Die Bodenplatte, die Heatpipes und der Kühlkörper auf diesen sind miteinander verlötet. Hierbei wurde mit Lötzinn nicht gespart und so sind Rückstände von diesem an beiden Seiten der Bodenplatte und teilweise an den Heatpipes sichtbar. Der vorinstallierte Montagerahmen, welcher den Lochabstand bestimmt, kann durch das Lösen von zwei Schrauben leicht entfernt und durch den entsprechenden neuen Rahmen ersetzt werden.

Die Montage

Wurden bis dato die Passiv-Kühlkörper mit doppelseitig klebenden Pads befestigt, so sollen die Kühlkörper beim Accelero XTREME Plus mit dem beiliegenden Wärmeleitkleber befestigt werden, zumindest die für die Speicherchips. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Kühlkörper nicht zu dicht am Grafikprozessor befestigt werden, da dies später zu Problemen führen kann, gerade in Hinsicht auf die Art der Befestigung bezogen.
Bei den Spannungswandlern kommt ein großer Passiv-Kühlkörper zum Einsatz. Dieser wird mittels drei Schrauben befestigt, welche drei der vorhandenen Montagelöcher des Original-Kühlers nutzen. Da, wie wir schon zeigten, kleinere Bauteile höher als die Spannungswandler sind sollte darauf geachtet werden, den Kühlkörper nicht zu stark fest zu schrauben. Zwar sind die beiliegenden Wärmeleitpads einen Millimeter dick, werden die Schrauben aber zu fest angezogen verkantet der kühler und kann so einen Kurzschluss herstellen.
Bei der Montage des Kühler selbst treten keine Probleme auf. Mittels vier Schrauben wird der Kühler an der Grafikkarte befestigt.
Wichtig bei der Montage: Der Lüfteranschluss sollte gesteckt werden bevor der Kühler verschraubt wird, da der Stecker sonst nur sehr schwer in die Buchse gebracht werden kann. Eine Spitzzange und etwas Geduld lassen aber auch dies möglich werden
Auffällig ist die Länge des Kühlers. So steht er ganze 50 Millimeter über, was in einigen Gehäusen zu argen Platzproblemen führen kann. Auch seitlich überragt der Kühler bzw. der Kunststoffrahmen die Grafikkarte leicht. Seitlich ist der Überstand aber so gering, dass es zu keiner Beeinträchtigung kommen sollte.
Zum Abschluss wollen wir uns zwei Dinge nochmals genauer anschauen. Wir erwähnten bereits, dass bei der Montage der RAM-Kühlkörper darauf geachtet werden sollte, dass diese nicht zu nah an der GPU verklebt werden. Auf dem Bild links sieht man auch wieso: Der Rahmen, an dem der Kühler befestigt wird, kann sonst sehr schnell mit den Kühlkörpern in Berührung kommen, bzw. die Montage kann so unter Umständen nicht möglich sein.
Beim Blick auf die Rückseite der Grafikkarte fällt ein nettes Detail auf. Im Bereich des PCB, wo der Axial-Lüfter normaler Weise seine Frischluft mit bezieht, ist der Kühlkörper für die Spannungswandler luftdurchlässig gestaltet. So kann ein teil der Abluft dort entweichen.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler erfolgt mit den Original-Lüftern bei 100, 75, 50 und soweit möglich 25 Prozent anliegender Spannung. Wir geben die dabei erreichten Drehzahlen in den entsprechenden Diagrammen mit an. Zudem geben wir auch noch eine kurze Einschätzung über die Lautstärke der einzelnen Kandidaten bei den entsprechenden Drehzahlen. Ein Vergleich bei gleichen Drehzahlen ist, aus unserer Sicht, auf Grund der unterschiedlichen Lüfterkonfigurationen weniger praktikabel.

Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review), lediglich beim Arctic Cooling Accelero XTREME Plus erfolgt das Auslesen der Drehzahlen mit Hilfe des Tools GPU-Z, eingestellt wird die Drehzahl mit Hilfe des Tools NVIDIA Inspector Tool 1.90.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool MSI Kombustor in der Version 1.0.8 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der GPU mit dem Tool EVEREST Ultimate Edition. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund 15 Zentimetern zur Grafikkarte von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse

Kommen wir nun zum interessantesten Teil des Vergleiches: Den Leistungstests. Ein Hinweis sei hier vorweg gegeben: Nicht jeder Lüfter in diesem Vergleich schaffte es bei 25 Prozent der maximal anliegenden Spannung - sprich drei Volt - noch zu arbeiten. So haben wir beim "25-Prozent-Test" soweit herunter gearbeitet, dass die Lüfter sich noch drehen. Beim Scythe Setsugen 2 und dem Arctic Cooling Accelero XTREME Plus waren hierfür 30 Prozent (3,6 Volt) und beim Thermalright Shaman 40 Prozent (4,8 Volt) notwendig.


100 Prozent Leistung


Beim Betrieb der Lüfter mit 100 Prozent (zwölf Volt) liegt der Thermalright Shaman an erster Stelle, mit einem Abstand von rund drei Kelvin folgt ihm der Arctic Cooling Accelero XTREME Plus. Der Gelid Solutions Icy Vision liegt weitere drei Kelvin hinter diesem. Der Scythe Setsugen 2 ist im Vergleich der Austauschkühler das Schlusslicht, liegt aber noch rund sechs Kelvin vor dem Original-Kühler der Colorful GTX470.


75 Prozent Leistung


Bei 75 Prozent (respektive neun Volt) kann der Accelero XTREME Plus den Abstand auf den Shaman auf ein Kelvin verkürzen. Der Abstand zwischen dem Kühler von Arctic Cooling und dem Icy Vision beträgt weiterhin rund drei Kelvin. Immer noch auf dem vierten Platz liegt der Setsugen 2. Mit einem Rückstand von knapp zehn Kelvin hinter dem Icy Vision liegt er nun rund 15 Kelvin vor dem Original-Kühler.


50 Prozent Leistung


Werden die Lüfter der Kühler nur noch mit 50 Prozent der maximalen Spannung versorgt (sechs Volt), schafft es der Original-Kühler nicht mehr die GTX470 unter Last ausreichend zu kühlen. Der Accelero XTREME Plus (30,3 Kelvin) und der Icy Vision (31,8 Kelvin) können sich nun am Shaman (34,4 Kelvin) vorbei schieben, dieser liegt nun auf dem dritten Platz. Der Setsugen 2 folgt mit 14 Kelvin Rückstand, hält die Temperatur der GTX470 aber weiterhin im absolut grünen Bereich.


25 Prozent Leistung


Im letzten Testlauf liegen sowohl der Shaman von Thermalright als auch der Scythe Setsugen 2 knapp vor der Abbruchgrenze. Wobei bedacht werden muss, dass beide Kühler nur mit einem Lüfter arbeiten, der des Shaman hierbei kaum noch Luft befördert und auch der des Setsugen 2 durch seine flache Bauweise deutlich weniger Luftdurchsatz hat als ein normaler 120-mm-Lüfter. Der Accelero XTREME Plus kann durch seine drei Lüfter und der enorm großen Kühlfläche seinen Vorsprung auf den Icy Vision nun auf acht Kelvin ausbauen.
Lautstärkevergleich

Nur im Zusammenhang mit der Lautstärke sind Temperaturvergleiche mit unterschiedlichen Lüftern auf den diversen Kühlern interessant. So wollen wir auf die Geräuschkulisse der vier Kühler dieses mal etwas ausführlicher eingehen.

Als erstes wollen wir hierbei auf den Original-Kühler eingehen. Dieser ist, solange er die Grafikkarte ausreichend kühlt, sehr laut und auf Dauer nicht ertragbar. Im Auto-Modus, in dem wir den Kühler auch getestet haben, erreicht die GPU Werte von rund 68 Kelvin. Aber selbst dort dreht der Lüfter dermaßen hoch auf (2.950 U/min) dass ein spielen oder arbeiten ohne Kopfhörer gar nicht möglich ist und selbst mit diesen der Kühler sehr stark stört.

Beim Scythe Setsugen 2 ist dies deutlich besser. So ist der Lüfter bei zwölf Volt zwar deutlich hörbar, aber bei weitem nicht so störend wie der Referenzkühler. Bei neun Volt ist er zwar immer noch hörbar, aber in einem nicht auf Silent getrimmten System kaum noch heraus hörbar. Ab einem Betrieb von rund sechs Volt kann der Kühler in einem geschlossenem System nicht mehr wahrgenommen werden.

Etwas anders ist dies beim Gelid Solutions Icy Vision. Dieser ist beim Betrieb mit zwölf Volt laut. Bei rund neun Volt ist der Kühler leiser und "nur" noch deutlich hörbar, angenehm wird es erst bei rund sechs Volt, wo der Kühler nur noch aus Silent-Systemen herausgehört werden kann. Bei drei Volt ist der Kühler dann allerdings auch dort nicht mehr wahrnehmbar.

Der Thermalright Shaman besitzt von allen vier Austausch-Kühlern das bestes Klangbild. So ist er zwar bei voller Drehzahl noch deutlich hörbar, aber schon bei 75 Prozent (neun Volt) geht die Lautstärke deutlich zurück und so ist der Kühler hier nur noch in Silent-Systemen wahrnehmbar. Beim Senken der Spannung auf sechs Volt ist der Kühler bereits nicht mehr wahrzunehmen. Eine weitere Reduzierung der Spannung ist hier schon nicht mehr notwendig und würde auch keine weitere Verbesserung mehr mit sich bringen.

Die drei Lüfter des Arctic Cooling Accelero XTREME Plus fordern, was die Lautstärke angeht, ihren Tribut. So sind diese bei voller Drehzahl deutlich wahrzunehmen, werden aber zum Glück nicht als so störend empfunden. Da die Drehzahl der Lüfter des Kühlers beim senken der Spannung nicht so stark abfällt verringert sich auch die Geräuschkulisse nicht so deutlich. Bei neun Volt sind die Lüfter immer noch wahrnehmbar. Bei sechs und 3,6 Volt sind diese aber kaum noch hörbar. Wir empfehlen aber ganz klar den Kühler automatisch regeln zu lassen, da die Lüfter dann mit rund 4,8 Volt zu Last-Zeiten versorgt werden und so der Kühler immer kaum hörbar ist.

Fazit
Scythe Setsugen 2

Der Scythe Setsugen 2 bringt dem Anwender einen gut sortierten Lieferumfang mit, in dem sich alles befindet was zur Montage benötigt wird. Einzig das zweite paar Lüfterklammern, welches zur Montage normaler 120-mm-Lüfter notwendig ist, muss separat angeschafft werden. Der beiliegende Lüfter verfügt über ein integriertes Potentiometer, welches über ein Slot-Blech nach außen geführt werden kann. So kann die Kühlleistung und auch die Lautstärke den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Wer dies nicht möchte muss das Potentiometer dennoch verbauen, oder auf einen alternativen Lüfter zurück greifen. Die Verarbeitung des Setsugen 2 ist gut und bietet uns keinen Anlass zur Kritik. Für Anwender, welche ein SLI- oder Cross-Fire-System betreiben wollen, ist der Setsugen 2 sehr gut geeignet, da er sehr flach ist. Dies und die beiliegende Bodenplatte sorgen für eine hohe Kompatibilität des Kühlers. Im Betrieb ist der flache Lüfter bei zwölf Volt deutlich hörbar, wird er herunter geregelt wird er aber schnell unhörbar. Durch den flachen Lüfter und dem damit verbundenen geringeren Luftdurchsatz sind die erreichten Testwerte im Vergleich nicht wirklich gut, man muss aber sagen, dass der Grafikprozessor stets deutlich Kühler gehalten wurde als mit dem Original-Kühler bei einem klar leiseren Betriebsgeräusch. Der Scythe Setsugen 2 ist ab 45 Euro im Handel erhältlich.

Auf Grund dieser Punkte verleihen wir dem Scythe Setsugen 2 unseren DeXgo-Silber-Award.
Gelid Solutions Icy Vision

Dem Icy Vision legt Gelid Solutions alles bei, was zur Montage auf nahezu allen aktuellen Grafikkarten benötigt wird. Die Auswahl an Kühlkörpern ist sehr umfangreich und so sollte es auf nahezu keiner Grafikkarte zu Problemen kommen. Bei der Verarbeitung können wir keinerlei Schwächen feststellen und so präsentiert sich der Kühler in einem ansprechendem Äußeren. Für die Installation des Kühlers müssen die Klebepads erst mühsam auf den Kühlkörpern befestigt werden, da diese nicht bereits vorinstalliert sind. Auch die Installation des Kühlers ist nicht die einfachste, werden doch viele Einzelteile hierfür benötigt. Ein weiterer Kritikpunkt, welchen wir anbringen müssen ist die Tatsache, dass die Lüfter zwar auf der Grafikkarte angeschlossen werden können, sich aber nicht über eben diese regeln lassen. Sind diese kleineren Probleme aber erst mal gelöst, kann der Icy Vision mit einer sehr soliden Kühlleistung im gesamten Leistungsspektrum dienen. Leider ist er beim Betrieb mit zwölf Volt, so wie ihn auch die Grafikkarte ansteuert, zu laut für den Dauerbetrieb. Herunter geregelt nimmt die Lautstärke deutlich ab und selbst beim Betrieb mit nur noch drei Volt laufen die Lüfter problemlos. Der Gelid Solutions Icy Vision ist für rund 35 Euro im Handel erhältlich.

Wir verleihen dem Gelid Solutions Icy Vision unseren DeXgo-Bronze-Award.
Thermalright Shaman

Der Lieferumfang des Thermalright Shaman fällt sehr gut aus. Neben unzähligen Kühlkörpern und Wärmeleitpaste finden sich auch Silikon-Streifen für die Lüfterentkopplung im Lieferumfang, zudem kann der Kühler mit einer guten Verarbeitung glänzen. Auch bei der Kompatibilität bietet der Shaman einiges und so kann er auf nahezu alle aktuellen Grafikkarten verbaut werden. Dem Kühler liegt als einziger im Testfeld ein 140-mm-Lüfter bei, welcher bei Bedarf problemlos gegen einen anderen 140-mm- oder aber auch gegen einen 120-mm-Lüfter getauscht werden kann. Bei der Montage zeigt der Shaman keinerlei Schwächen und so geht diese leicht und schnell von der Hand. Wird der Lüfter mit den beiliegenden Klammern befestigt, benötigt der Kühler aber satte vier Slots, wobei die Lüfterklammern den Steckkarten im fünften Slot schon gefährlich nahe kommt. Wer also neben der Grafikkarte noch andere Erweiterungskarten nutzen möchte, sollte vorher schauen ob der Platz dafür auch ausreicht. Im Betrieb ist der Lüfter auf zwölf Volt deutlich hörbar, aber bereits auf neun Volt herunter geregelt kaum noch wahrnehmbar. Solange die Drehzahl des Lüfters über 500 U/min liegt sind zudem die Testergebnisse sehr gut und so ist der Kühler mit der Testgrafikkarte schon fast unterfordert. All dies hat aber neben dem Platzbedarf auch ihren Preis, was sich in Form der Anschaffungskosten von rund 60 Euro wieder spiegelt.

Dennoch konnte uns der Thermalright Shaman auf ganzer Linie überzeugen und verdient sich unseren DeXgo-Gold-Award.
Arctic Cooling Accelero XTREME Plus

Die Verpackung des Arctic Cooling Accelero XTREME Plus beinhaltet lediglich den Kühler und ein wenig Zubehör. In der Grundausstattung ist der Accelero XTREME Plus zudem auch nicht zu vielen Grafikkarten kompatibel. Arctic Cooling bietet für den Kühler aber bis jetzt vier verschiedene Montagekits an, welche sowohl die Kompatibilität, als auch den Lieferumfang deutlich erweitern. Sinn hinter dieser Art des Vertriebes: Den Grundpreis so gering wie möglich halten und dem Anwender nur das geben und bezahlen lassen, was er auch möchte. Zudem ist es so recht einfach möglich den Kühler auch für kommende Grafikkarten Generationen maßgeschneidert auszustatten. Die Verarbeitung des Accelero XTREME Plus ist ordentlich. Bei der Montage geht Arctic Cooling einen neuen Weg, welchen wir nicht gerade als gut ansehen. So müssen die Speicher-Kühlkörper mit Wärmeleitkleber verklebt werden, was zudem auch eine Wartezeit von 60 Minuten nach sich zieht. Bei den Spannungswandlern wird mit einem großen Kühlkörper und Wärmeleitpads gearbeitet, auch hier finden wir die Montage etwas unglücklich. Ist der Kühler erst mal montiert und die Lüfter mit der Grafikkarte verbunden kann der Accelero XTREME Plus durchaus überzeugen. Zwar sind die drei Lüfter beim Betrieb mit zwölf Volt deutlich hörbar, lassen sich aber leicht herunter regeln oder gar automatisch von der Grafikkarte steuern. Die Testergebnisse können bei allen Szenarien überzeugen, was nicht zuletzt an der immensen Größe des Kühlers liegt. So ragt er bei unser rund 24 Zentimeter langen Testkarte noch rund 50 Millimeter über in Richtung Festplattenkäfige. Der Preis des Arctic Cooling Accelero XTREME Plus liegt bei rund 45 Euro, die Montagekits kosten noch jeweils rund 6 Euro extra.

Der Arctic Cooling Accelero XTREME bekommt von uns unseren DeXgo-Bronze-Award verliehen.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe, ARCTIC COOLING, PC Cooling und GELID Solutions.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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