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Sea Sonic X-460 FL 460 Watt


Einleitung

Sea Sonic Electronics Co., Ltd. oder kurz Sea Sonic. So lautet der Name des in Taiwan ansässigen Unternehmens, welches sich auf die Herstellung von leistungsstarken, effizienten und optisch ansprechenden Netzteilen spezialisiert hat. Eines der neusten Produkte, das X-460 FL, stellt uns Sea Sonic zur Verfügung, so dass wir überprüfen können, ob die Vorschusslorbeeren berechtigt sind. Mit einer sehr hohen Effizienz, einem voll-modularen Kabelmangement und zudem noch ohne Lüfter und somit ohne Geräuschquelle soll es alle Ansprüche an ein modernes Netzteil erfüllen. Dazu gehört auch, dass es genug Leistung bietet auch High-End-Komponenten mit ausreichend Energie zu versorgen. Ob dies wirklich alles gelingt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Sea Sonic bewirbt das X-460 FL explizit mit der vorhandenen 80-Plus-Gold-Zertifizierung, was sich auch bei der Farbwahl der Verpackung wieder spiegelt. So ist der Karton in Gold und Schwarz gehalten, während die Vorderseite nur Angaben zur Leistung und zur Effizienz preisgibt, listet die Rückseite einige der Spezifikationen des Netzteiles auf. Seitlich auf dem Karton befinden sich dann, in mehreren Sprachen, weitere Informationen zum Netzteil. Im Karton wird das Netzteil von zwei Schaumstoffschalen sehr gut geschützt, die modularen Kabel befinden sich in einer separaten Tasche und sind so vom Netzteil getrennt verstaut. Beschädigungen sollten so nahezu komplett ausgeschlossen sein.
Der Lieferumfang des X-460 FL fällt recht umfangreich aus. Neben dem Netzteil, welches noch zusätzlich in einem Stoffbeutel eingepackt ist, befinden sich noch ein Tasche mit den modularen Kabeln, ein Kaltgerätekabel, vier Montageschrauben, mehrere Kabelbinder (sowohl Einwegkabelbinder, als auch wiederverwendbare) sowie eine Anleitung und zwei Beipackzettel im Karton.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: X-460FANLESS
Leistung: 460 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 20 Ampere
+5,0V: 20 Ampere
+12V: 38 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 2,5 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 100 Watt
+12V: 456 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 12,5 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
NLP: NoLoad Protection -> Schutz vor lastfreiem Betrieb

Äußere Ansichten

Das FL im Namen des X-460 FL steht für Fanless (Lüfterlos) und so kommt das Netzteil ohne aktive Belüftung aus. Dies bringt natürlich den Vorteil, dass das Netzteil geräuschlos arbeitet. Jedoch muss hierbei auch einiges beachtet werden. Um eine Überhitzung durch einen Wärmestau zu vermeiden ist die Einbaurichtung, welche Sea Sonic vorgibt, zwingend einzuhalten, darauf weißt auch die Banderole hin, welche im Auslieferungszustand am Netzteil angebracht ist. Fast die komplette Oberseite des Netzteiles ist offen, lediglich ein Lochgitter in Bienen-Waben-Struktur ist dort angebracht um zu verhindern, dass Fremdkörper in das Netzteil kommen.
Selbst in der Unterseite des Netzteiles befinden sich mehrere Öffnungen durch die Luft in das Gehäuse strömen kann. Zudem befindet sich auf der Unterseite auch der Aufkleber mit den technischen Daten. Die Verarbeitung des X-460 FL ist gut und bietet keinen Anlass zur Kritik.
Auch an den Seiten sind noch Öffnungen eingearbeitet, welche ebenfalls ein Bienen-Waben-Muster besitzen. Diese beiden Öffnungen sollen ebenfalls den Luftaustausch unterstützten und dadurch die passive Kühlung des Netzteiles mit ermöglichen.
An der Gehäuse-Rückseite ist der typische Kaltgeräteanschluss und ein Ein-/Ausschalter zu finden, sämtliche Flächen die keine Bauteile beherbergen sind wieder mit dem Waben-Muster versehen. Erwähnenswert ist noch, das Sea Sonic insgesamt acht statt der üblichen vier Gewinde zur Montage eingearbeitet hat, so ist es gewährleistet, dass das Netzteil frei ausgerichtet werden kann. Auch auf der Innenseite befindet sich ein Luftungsgitter, es "fehlt" hier aber der Kabelstrang für die fest installierten Kabel. Sea Sonic hat die komplette X-Serie einem vollständigen Kabelmanagement versehen. Dies bedeutet, dass alle Kabel - inkl. des ATX-Stranges - abgenommen werden können.

Die Kabel

Für die Stromversorgung des Mainboards liegen dem X-460 FL ein 20+4-Pin-ATX-Stromkabel sowie ein 4+4-Pin-12-Volt-Stromkabel bei. Das ATX-Stromkabel ist nicht ganz 60 Zentimeter lang und durch die vielen Adern recht steif, das 12-Volt-Stromkabel ist fünf Zentimeter länger und lässt sich deutlich besser verlegen. Für die Stromversorgung von Grafikkarten besitzt das 460 Watt starke Exemplar der X-Serie zwei 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse, welche beide an einem Stecker am Netzteil sitzen. Mit zwei eigenständigen Kabeln versehen, welche auf der gesamten Länge von 60 Zentimetern getrennt sind, lassen sich die beiden Kabel gut verlegen.
Auch für Laufwerke und Lüftersteuerungen stellt das X-460 FL einige Anschlüsse bereit. Insgesamt stehen fünf 4-Pin-Molex-Anschlüsse zur Verfügung, welche sich auf zwei Kabel aufteilen. Während das eine Kabel nur 50 Zentimeter lang ist und zwei Anschlüsse besitzt, ist das andere Kabel 85 Zentimeter lang und besitzt drei Anschlüsse. Die Entfernung zwischen den Anschlüssen beträgt jeweils 15 Zentimeter. Ein Adapterkabel, welches von Sea Sonic beigelegt wurde, kann einen Molex-Anschluss in zwei FDD-Stromanschlüsse umwandeln. Der Adapter ist 15 Zentimeter lang.
Für moderne SATA-Laufwerke stehen ebenfalls fünf Anschlüsse zur Verfügung. Wie bei den Molex-Kabeln teilen sich diese auf zwei Kabel mit einer Gesamtlänge von 50 und 85 Zentimetern auf, wobei das längere Kabel drei Anschlüsse besitzt. Die Abstände betragen auch hier 15 Zentimeter zwischen den einzelnen Anschlüssen.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Die von uns gemessenen Werte waren äußerst stabil, auch wenn die Spannungswerte auf der 12-Volt-Schiene um rund 0,25 Volt vom Ideal-Wert abweichen. Bis zu den Grenzwerten der ATX-Spezifikationen ist noch genügend Spielraum vorhanden und gerade die 5-Volt-Schiene besticht durch fast perfekte Werte. Das Sea Sonic X-460 FL zeigt in diesem Testabschnitt keine Schwächen.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.





Das Sea Sonic X-460 FL konnte uns in allen drei Testszenarien und im Stand-by-Betrieb überzeugen. Zu den Testwerten eben dieses Stand-by-Betriebs müssen wir aber noch kurz erwähnen, wie diese entstanden. So erreicht das X-460 FL nur einen Wert von unter einem Watt, da wir unserem Messgerät bei einem dritten und vierten Testlauf im Stand-by keine Verbrauchswerte entlocken konnten. So ergibt die Mittlung der Testwerte eben jene 0,9 Watt. Aber auch bei den anderen Testwerten weiß das Sea Sonic X-460 FL zu überzeugen. Bestwerte, wenn auch teilweise geteilt, in allen drei Testszenarien sprechen für sich. So liegen die Testwerte auf dem Niveau des be quiet! Dark Power Pro P9, des LEPA G700-MA und auch des Antec HCG-750.


Lautstärke

Tja was sollen wir zur Lautstärke eines lüfterlosen Netzteiles sagen. Geräusche gibt das Netzteil in genau zwei Situationen von sich: Beim Ein- und beim Ausschalten. Zu genau diesen Zeitpunkten ist ein Klicken aus dem Netzteil zu vernehmen, anschließend verstummt es aber komplett. Kein Pfeifen, kein Zischen oder sonstige Geräusche - wie man sie von Spulen oder anderen elektrischen Bauteilen kennt - sind wahrzunehmen.

Fazit

Mit dem X-460 FL zeigt Sea Sonic eindrucksvoll, dass sie ihr Handwerk verstehen. Das Netzteil kann sowohl mit einer durchdachten und gut schützenden Verpackung, als auch mit einem umfangreichen Lieferumfang punkten. Diese ersten positiven Eindrücke verstärken sich bei der Verarbeitung des Netzteiles und den zur Verfügung stehenden Anschlüssen. Gerade die beiden PCIe-Stromanschlüsse sind in dieser Leistungsklasse nicht alltäglich. In unseren Praxistests wusste das X-460 FL ebenfalls zu überzeugen. So waren die ausgegebenen Spannungen sehr stabil um die erreichten Effizienzwerte sehr gut. Auch bei der Geräuschkulisse kann das lüfterlose Netzteil punkten, jedoch muss für den Betrieb des Netzteiles so einiges beachtet werden. Um das X-460 FL sicher nutzen zu können sollte eine ausreichende Gehäusebelüftung vorhanden sein und das Netzteil nach Möglichkeit nicht direkt unter dem Gehäusedeckel montiert werden. Des weiteren ist es notwendig, dass die Ausrichtung des Netzteiles strikt eingehalten wird. Gerade Anwender bei denen das Netzteil hochkant verbaut wird (z.B. Silverstone Fortress FT02 oder Silverstone Temjin 07) kommen nicht ohne einen Lüfter für das Netzteil aus. Dennoch konnte uns das Sea Sonic X-460 FL überzeugen, die guten Leistungen machen sich aber auch beim Preis bemerkbar, dieser liegt bei 140 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ sehr gute Effizienzwerte
+ lautloser Betrieb
+ vollständig modular

Contra
- besitzt eine festgelegte Einbaurichtung
- benötigt einen kleinen Luftstrom im Gehäuse


Award

Wir verleihen dem Sea Sonic X-460 FL unseren DeXgo-Gold-Award und unseren DeXgo-Silence-Award.
DeXgo-Gold-Award DeXgo-Silence-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Sea Sonic.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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