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Kurztest: Noctua NF-F12 PWM


Einleitung

Als Noctua im Jahr 2005 die ersten Produkte vorstellte, glaubte vermutlich noch keiner daran welchen "Siegeszug" die Produkte der Österreicher antreten würden. So konnten die Kühler und Lüfter nicht nur durch gute Testergebnisse überzeugen, auch die Verarbeitung war hervorragend. Ein weiterer Punkt, in dem sich Noctua von der Konkurrenz teils deutlich abhebt, ist der sehr gute Support. Alle diese Punkte sorgen dafür, dass das Unternehmen aktuell immer noch sehr erfolgreich am Markt platziert ist. Um diesen Erfolg aber auch dauerhaft zu sichern ist es wichtig sich und die eigenen Produkte immer weiter zu entwickeln. So aktuell geschehen bei den neuen Lüftern, welche auf den Namen NF-F12 PWM hören. So besitzen die 120-mm-Lüfter nicht nur das typische SSO2-Lager und die ungewöhnliche braune Färbung, nein auch eine neuer Rahmen kommt zum Einsatz. Dieser ist maßgeblich verantwortlich für das Focused-Flow-System, welches dafür sorgen soll, dass die aus dem Lüfter austretende Luft gebündelter nach hinten geleitet werden soll. Herausspringen soll dadurch eine bessere Kühlung. In wie weit die neuen Lüfter von Noctua überzeugen können und was es sonst noch neues gibt, klären wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Bei der Verpackung zeigt Noctua schon, welchen Anspruch sie selbst an ihre Produkte stellt: Höchste. So befinden sich die Lüfter nicht nur in einem schnöden, eigentlich ausreichenden Karton, sondern eher in einem Handbuch in dem der Lüfter untergebracht ist. So kann die Rückseite aufgeklappt werden und gibt dann - auf mehreren Seiten - ausführliche Informationen zum Lüfter und den genutzten Features preis. Der Lüfter und das Zubehör sind in der Verpackung in einer zweiteiligen Kunststoffschale sicher untergebracht.
Zum Lieferumfang der NF-F12 PWM gehören vier braune Entkoppler, vier Montageschrauben, ein Low-Noise-Adapter (L.N.A.), ein Y-Kabel, eine 30-Zentimeter-Verlängerung sowie noch eine kurze Anleitung. Die Verlängerung, das Y-Kabel und auch der Low-Noise-Adapter sind zudem, wie das Kabel am Lüfter, mit schwarzen Sleeve ummantelt.
technische Daten
Abmessungen:120 x 25 Millimeter
Gewicht:170 Gramm
Leistungsaufnahme:0,6 Watt
Drehzahl:1.500 U/min
Fördermenge:93,4 m³/h
Lautstärke:22,4 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Anschluss, Entkoppler im Rahmen integiert, Focused Flow™ System
Preis:18 Euro (Stand Dezember 2011)

Der Lüfter im Detail

Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem NF-P12 PWM hat sich bei der Optik einiges geändert. Am offensichtlichsten fallen hierbei die Entkoppler an den Ecken ins Auge, zum Rest kommen wir gleich noch. Im typischen Noctua-Braun ist der NF-F12 PWM ausgeführt und setzt dabei auf sieben Lüfterblätter. Das Anschlusskabel der 170 Gramm schweren Lüfter ist 20 Zentimeter lang und mit einem Sleeve ummantelt. Angeschlossen werden die Lüfter über einen 4-Pin-PWM-Anschluss. Die technischen Daten der NF-F12 PWM lesen sich gut. So sollen die Lüfter bei 1.500 U/min einen Luftdurchsatz von 93,4 m³/h besitzen und dabei nur 22,4 dB(A) laut werden. Besonders interessant ist jedoch die sehr geringe Leistungsaufnahme von lediglich 0,6 Watt im 12-Volt-Betrieb. Die Einbautiefe der NF-F12 PWM beträgt 25 Millimeter.
Beim Rahmen hat Noctua einiges geändert, während das Stepped Inlet Design beibehalten wurde. Dieses soll nicht nur dafür sorgen, dass mehr Luft angesaugt werden kann, auch die Geräusche, die die angesaugte Luft erzeugt, sollen reduziert werden. Neu hingegen sind die integrierten Entkoppler in den Ecken. Diese bestehen aus sehr weichem Gummi und entkoppeln den Lüfter von der Fläche, an die der Lüfter angebracht wird. Dank der Ausführung, die Noctua gewählt hat, bleiben die Lüfter zu nahezu allen bekannten Montagearten (Schrauben, Entkoppler, Lüfterklammern) kompatibel. Wer auf die Entkoppler verzichten will, kann diese aber auch einfach entfernen.
Die entscheidende Änderung erfolgte aber bei den Streben, die sonst einfach nur den Motor halten. Anstatt der sonst üblichen drei oder vier Streben kommen beim NF-F12 PWM gleich elf zum Einsatz. Diese besitzen zudem drei Einkerbungen, welche wir bis dato bei den Lüfterblättern kannten. Diese "Vortex-Control Notches" sollen für eine Verringerung der "gehörten" Lautstärke sorgen, in dem sie die erzeugten Geräusche über ein breiteres Frequenzspektrum streuen. Beim NF-F12 PWM kommen diese in den Haltestreben zum Einsatz. Die Streben selbst sehen zwar grundsätzlich gleich aus, sind sie aber nicht. So ist der Winkel, den die Streben besitzen, zwischen 31 und 37 Grad groß. Diese Techniken kombiniert Noctua zum "Focused Flow™ System". Das verbaute SSO2-Lager steuert das letzte "Puzzle-Teil" für den leisen Betrieb bei und sorgt zudem für die äußerst geringe Leistungsaufnahme.
Die angegebenen 22,4 dB(A) sehen wir, wenn man die Angaben von anderen Herstellern mit betrachtet, als realistischen Wert. Im Betrieb sorgt das SSO2-Lager mit der Metall-Lagerschale jedenfalls für einen äußerst laufruhigen Betrieb. Die Entkoppler funktionieren grundsätzlich gut, bei der Montage mit Schrauben (Radiator oder Gehäuse) verpufft ein Teil der Wirkung jedoch. Daher sollten - soweit möglich - die beiliegenden Entkoppler zur Montage genutzt werden.

Drehzahlen

Um euch einen guten Überblick zu geben, wann die Lüfter wie schnell drehen und bei welcher Spannung sie die Arbeit aufnehmen, geben wir euch hier einen kleinen Überblick über die relevanten Drehzahlen und Spannungen. Bei den Drehzahlen nehmen wir den Mittelwert der uns vorliegenden Lüfter, welche wir zudem doppelt überprüft haben. Sind hier größere Ausreißer vorhanden erwähnen wir diese. Bei den Spannungen geben wir die jeweiligen Messergebnisse der einzelnen Lüfter bekannt.



Die gemessene Maximaldrehzahl der Lüfter lag bei rund 1.480 U/min, was sehr nah an den angegebenen 1.500 U/min liegt. Die gemittelte Maximaldrehzahl, welche auch im Diagramm zu finden ist, lag hingegen bei rund 1.460 U/min. Vergleicht man das Spektrum, in dem sich die Drehzahlen des NF-F12 PWM bewegen, mit anderen Lüftern, fällt einem der recht kompakte Regelbereich auf. Bei den Drehzahlmessungen in 1-Volt-Schritten können die Lüfter auf lediglich 620 U/min herunter geregelt. Andere Lüfter besitzen bei fünf Volt zwar ähnliche Drehzahlen, lassen sich aber meist noch weiter herunter regeln. Der "Focused-Flow-Effekt" ist im offenen Betrieb nicht direkt spürbar, bei voller Drehzahl ist subjektiv seitlich hinter den Lüftern aber weniger vom Luftfluss zu merken.


Anlaufspannung und Minimal-Spannung

Die Anlaufspannungen lagen bei unseren Testmustern bei 5,3 bzw. 5,0 Volt. Der Lüfter, welcher erst bei 5,3 Volt anlief lies sich anschließend auf 4,6 Volt herunter regeln und lief dann noch mit 390 U/min. Der Lüfter, der bereits bei 5,0 Volt anlief konnte mit minimal 4,4 Volt betrieben werden und drehte dann noch mit 400 U/min.


Lautstärke

Bei der Lautstärke haben die Noctua NF-F12 PWM einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Während sich die Lüfter im 12-Volt-Betrieb (bei 1.460 U/min) noch deutlich hörbar sind, werden die Lüfter bereits im 7-Volt-Betrieb (870 U/min) leise. Im 5-Volt-Betrieb (620 U/min) sind die beiden NF-F12 PWM dann unhörbar. Andere Lüfter gehen bei dieser Drehzahl lauter zu Werke.

Fazit

Noctua geht den Weg, den das Unternehmen bei den Lüfter eingeschlagen hat, konsequent weiter. So überzeugen die Lüfter schon auf Anhieb mit einem sehr guten Lieferumfang, der absolut nichts vermissen lässt. Auch bei der Verarbeitung können die NF-F12 PWM überzeugen, die Farbwahl - welche typisch für Noctua ist - bleibt hingegen Geschmackssache. Bei unseren Leistungstests zeigte sich sowohl Positives, als auch weniger Erfreuliches. Neben der sehr geringen Leistungsaufnahme von lediglich 0,6 Watt, ist auch der leise Betrieb, welcher frei von Nebengeräuschen ist, positiv hervorzuheben. Nicht ganz so gut fallen hingegen die hohe Start- und Minimalspannung aus und der damit verbundene kleine Regelbereich per Spannungsreduktion. Da die Lüfter aber schon bei verhältnismäßig hohen Drehzahlen äußerst leise zu Werke gehen und sich per PWM bis 300 U/min herunter regeln lassen, können die NF-F12 PWM dies gut kompensieren. Der Preis für die Lüfter von Noctua fällt mit 18 Euro relativ hoch aus. Relativ daher, da der Anwender auch viel für sein Geld bekommt.


Pro & Contra

Pro
+ sehr guter Lieferumfang
+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr geringe Leistungsaufnahme
+ leiser Betrieb

Contra
- hohe Start- und Minimalspannung
- Regelbereich vergleichsweise klein

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Noctua.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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