» Artikel » Reviews » Cooler Master Hyper 212 Plus

Cooler Master Hyper 212 Plus


Einleitung

Cooler Master baut neben Gehäusen, Netzteilen und diversem Zubehör auch CPU-Kühler. Dass sie im Stande sind, leistungsstarke Kühler zu bauen, haben sie schon mehrfach eindrucksvoll bewiesen, zuletzt mit dem Monster, welches auf den Namen V10 hört. In einer anderen Preisklasse soll der kürzlich vorgestellte Hyper 212 Plus spielen, welcher nicht nur durch seinen günstigen Preis punkten soll, sondern auch durch eine gute Kühlleistung. Wie er sich in unserem neuen Testparcour geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Hyper 212 Plus wird in einer optisch schlichten Kartonverpackung geliefert. Die Aufdrucke auf der Verpackung geben bereits Auskunft über die Kompatibilität und einigen technischen Details. Kompatibel ist der Kühler zu den Intel-Sockeln 775, 1156, 1366 sowie den AMD-Sockeln 939, AM2 und AM3. Als kleine Highlights werden unter anderem der direkte Kontakt der Heatpipes zum Prozessor sowie die Montagemöglichkeit eines zweiten Lüfters genannt.
Der Lieferumfang des Hyper 212 Plus umfasst einen Lüfter, eine Tube Wärmeleitpaste, die Montageanleitungen, das Multisockel-Montagematerial sowie vier Halteklammern für insgesamt zwei Lüfter.

Der Kühler im Detail

Der Kühler verfügt über insgesamt vier Kupfer-Heatpipes, welche die Hitze vom Prozessor schnell abführen und zu den Aluminium-Lamellen weiterleiten sollen.
Ohne montierten Lüfter ist der Hyper 212 Plus knapp unter 120 Millimeter breit und nur 51 Millimeter tief. So gehört er zu den eher kompakten Kühlern, welche zeitgleich aber bis zu zwei Lüfter unterstützen.
Designtechnisch hat sich Cooler Master zurück gehalten und eher auf schlichte gerade Formen gesetzt. So befinden sich lediglich am äußeren Ende kleine Erhebungen, welche den Lüfter etwas vom Kühler wegrücken.
Als optisches Highlight kann man schon den eingestanzten "Cooler Master"-Schriftzug in der Mitte der Lamellen bezeichnen. Auch wenn der Kühler optisch eher zurückhaltend rüber kommt, so ist die Verarbeitung in allen belangen durchweg positiv.
Die vier Heatpipes und die Lamellen sind nicht verlötet, so leidet zwar der Wärmeübergang etwas, die Herstellungskosten bleiben so aber deutlich geringer.

Der Kühler im Detail

Auch beim Kühlerboden hat man auf ein verlöten der Heatpipes mit den Aluminiumstegen verzichtet. Der Boden selbst ist sauber verarbeitet und plan.
Der mitgelieferte 120-Millimeter-Lüfter verfügt über eine PWM-Steuerung und ungewöhnlich geschwungene Lüfterblätter. Die Form der Lüfterblätter soll einen besseren Luftfluss gewährleisten als bei der üblichen Form.
Der Lüfter erzeugt bei zwölf Volt einen Volumenstrom von fast 130 Kubikmeter pro Stunde bei einer Lautstärke von maximal 32 dB(A). Dabei verbraucht er 4,32 Watt. Um den Lüfter vom Kühler zu entkoppeln besitzt dieser in den vier Ecken Gummi-Auflageflächen.
Die Montage des Lüfters geht mit Hilfe der beiliegenden Bügel sehr schnell und einfach von der Hand.

Die Montage

Dank der All-in-one Befestigungslösung erfolgt die Montage auf allen unterstützten Sockeln auf die gleiche Art und Weise. Als erstes werden die vier Abstandshalter durch die Löcher im Mainboard und durch die darunter zu befestigende, mitgelieferte Backplate gesteckt. Durch die vier Muttern werden diese nun fest verschraubt. Anschließend kann der Kühler mit Hilfe der verstellbaren Befestigung einfach verschraubt werden. Dank der Federn liegt der optimale Anpressdruck automatisch vor, sobald die Schrauben bis zum Anschlag eingedreht sind.
Kompatibilitätsprobleme treten beim Kühler und unserem Asus P6T in keiner der beiden Ausrichtungen auf. Auch Speicherriegel mit hohen Heatspreadern können noch verbaut werden. Dort wird es zwar etwas enger, möglich ist es jedoch. Wir empfehlen dann zuerst den Kühler inkl. Lüfter zu verbauen und erst dann den RAM einzustecken. So erreicht man leichter die Haltebügel an den Seiten.
Testaufbau & Testablauf

Seid unserem letzten Review hat sich unser Testsystem leicht verändert. So wurde zum einen das betagte Antec Netzteil gegen ein Enermax LibertyECO 620W getauscht. Desweiteren haben wir den Prozessor nun recht deutlich übertaktet. So erreichen wir auf eine größere Streuung der Testergebnisse, welches zu einer besseren Einordnung der Kühler führt.

Unser Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Auch am Testaufbau und Ablauf haben wir etwas getan. So wurden alle Test im Idle-Betrieb gestrichen und weitere Tests mit Referenzlüftern hinzugefügt.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern bei zwölf und fünf Volt bleibt erhalten, bei beiden Tests geben wir nun aber die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen nun mit Hilfe von Scythe Kama Flex 1900. Diese regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Bei Kühlern die zwei Lüfter unterstützen verbauen wir zwei der Lüfter im Push-Pull-Betrieb und nehmen hier Testwerte bei den Drehzahlen 1200, 800 und 400. Ebenso schauen wir, ob die Kühler Lüfter im 140-Millimeter-Format unterstützen. Bei der Möglichkeit Lüfter in diesem Format unter zu bringen erfolgen weitere Testläufe mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter.

Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Auch neu in unseren Reviews wollen wir vor dem Vergleich des Probanden mit den anderen Kühlern die erreichten Werte mit den verschiedenen Lüftern und Drehzahlen vergleichen. Je nachdem, wie viele und welche Lüfter sich montieren lassen fällt folgendes Diagramm mal kürzer und mal länger aus.



Der Hyper 212 Plus benötigt klar eine gute Belüftung. Bei unserem Setup erreichen die Temperaturen bei geringer Belüftung nicht mehr akzeptable Werte. Auch gut zu erkennen ist, eine Belüftung mit zwei Lüftern bringt weniger, als die Drehzahl eines einzelnen zu erhöhen. Insgesamt kann der doch recht kleine Kühler aber überzeugen.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Der Lüfter des Hyper 212 Plus dreht bei anliegenden zwölf Volt Betriebsspannung mit durchschnittlich 2.025 Umdrehungen die Minute. So erzeugt der Lüfter einen ordentlichen Luftdurchsatz, ist aber auch deutlich hörbar.

Dank der deutlich höheren Drehzahl des Lüfters kann der Hyper 212 Plus den Alpenföhn Brocken knapp hinter sich lassen kann. Im Vergleich zum lauten Boxed-Kühler erreicht der Hyper 212 Plus eine Verbesserung der Temperatur um satte zwölf Kelvin.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Liegt nur noch eine Betriebsspannung von fünf Volt an, dreht der PWM-Lüfter des Hyper 212 Plus nur noch mit lediglich rund 300 Umdrehungen pro Minute. Hierbei erzeugt er quasi keinen Luftdurchsatz mehr.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Kühler den quasi Passiv-Betrieb nicht schafft. Aber auch der Alpenföhn Brocken und Boxed-Kühler des i7-920 streichen hier die Segel, obwohl sie teils deutlich schneller drehen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe Kama Flex 1900)

Unser erster Teil der neuen Referenztest beginnt mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Bei einem satten Luftdurchsatz landet der Hyper 212 Plus zwar auf einen der hintersten Plätze, bedenkt man jedoch die anliegende Verlustleistung und betrachtet man die Konkurrenz, die nicht weit von ihm weg ist, muss man dem kleinen Kühler schon gratulieren zu der Leistung.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Auch bei 1200 Umdrehungen pro Minute kann der Hyper 212 noch halbwegs gut mithalten, wirklich gefährlich wird er aber niemanden. Auch liefert er sich hier noch ein Kopf an Kopf rennen mit dem Alpenföhn Brocken.


800 Umdrehungen pro Minute


Reduzieren wir die Drehzahl weiter sackt die Kühlleistung weiter ein und der Hyper 212 Plus wird vom Brocken überholt. Zum momentan erstplatzierten Kühler ist hier schon eine Differenz von fast 9 Kelvin vorhanden.


400 Umdrehungen pro Minute


Beim fast Passiv-Betrieb reicht die Belüftung für viele der Kühler nicht mehr aus, um den i7 ausreichend zu kühlen. Dieser Test stellt eine extreme Anforderung an alle Kühler dar und so schafft es nur der Prolimatech Megahalems den i7 unter einem Delta von 70 Kelvin zu halten.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (2x Scythe Kama Flex 1900)

Der Cooler Master Hyper 212 Plus unterstützt auch die Montage von zwei 120-Millimeter-Lüftern und so testen wir diesen, wie auch einige andere Kühler, mit einem Dual-Setup.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Schauen wir uns den vergleich zur Single-Belüftung an, so sehen wir das der Hyper 212 nur knapp 1,5 Kelvin besserer Temperaturen erzielt, wenn ein zweiter Lüfter montiert wird. So verwundert es auch nicht, dass er auf


800 Umdrehungen pro Minute


Bei 800 Umdrehungen lohnt es sich schon bei weitem mehr, einen zweiten Lüfter zu montieren. So bringt dieser fast fünf Kelvin niedrigere Temperaturen. Da aber auch die anderen Kühler mehr oder weniger gut profitieren ändert sich an der Platzierung nichts.


400 Umdrehungen pro Minute


Wenn zwei Lüfter mit jeweils 400 Umdrehungen pro Minute montiert werden, reicht der Luftzug nicht aus, um mit Hilfe des Hyper 212 Plus unsere Test-CPU ausreichend zu kühlen. Insgesamt schaffen dies aber nun mehr Kühler als mit nur einem Lüfter.

Fazit

Cooler Master hat mit dem Hyper 212 Plus einen guten Low-Budget-Kühler auf den Markt gebracht. Lieferumfang und Verarbeitung sind für den Preis von lediglich 25 Euro mehr als gut. Die Montage erfolgt mit Hilfe eines gelungen Multi-Sockel-Montagekits, durch welches der Kühler auf allen unterstützten Sockeln einfach verschraubt werden kann. Die Kühlleistung des Cooler Master Hyper 212 Plus langt zwar nicht an die Großen des Geschäftes heran, aber dies ist auch nicht die Absicht von Cooler Master. Für seinen Preis bietet der Kühler dem Anwender jedoch recht viel. Erworben werden kann der Kühler unter anderem bei Caseking.


Pro & Contra

Pro
+ Halteklammern für einen zweiten Lüfter liegen bei
+ sichere Montage
+ sehr günstiger Preis

Contra
- Kühlleistung zwar besser als der Boxed-Kühler jedoch nur im hinteren Bereich


Award

Dank des sehr günstigen Preises und der erreichten Leistungen verleihen wir dem Cooler Master 212 Plus unseren DeXgo-Preis/Leistungs- und unseren Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award DeXgo-Preis/Leistung-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Cooler Master.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread