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silentmaxx BigBlock


Einleitung

Außergewöhnliche Designs bei Kühlern sind keine Seltenheit. Wirklich selten sind jedoch die Versuche von Herstellern, mit purer Größe starke Kühlleistungen zu erzielen. Der Vorreiter dieser Kühlmonster dürfte der Scythe Orochi sein, welcher sich gerade für den passiven oder semi-passiven Betrieb sehr gut eignete. Einen ähnlichen Kühler hat nun silentmaxx mit dem BigBlock auf den Markt gebracht. So haben die Spezialisten für leise und lautlose Systeme dem Kühler zehn Heatpipes und eine Kühlfläche von 5850 Quadratzentimetern spendiert, dadurch soll sich der BigBlock besonders gut für den leisen und lautlosen Betrieb eignen. Für alle, die dann doch etwas Belüftung am Kühler benötigen legt silentmaxx noch einen leisen 120-mm-Lüfter bei. Wie sich der silentmaxx BigBlock auf unserem Testsystem schlägt, zeigen wir euch auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der silentmaxx BigBlock kommt in einem großen Karton, welcher neben Informationen und Bildern zum Kühler selbst auch noch Bilder von anderen Produkten von silentmaxx beherbergt. Schaumstoffpolster im Karton sorgen dafür, dass der Kühler den Transport zum Kunden sicher übersteht. Der Lieferumfang befindet sich in einem separaten Karton in der Verpackung. Alle Informationen, die sich auf der Verpackung befinden, sind in deutscher Sprache verfasst.
Der Lieferumfang des silentmaxx BigBlock umfasst neben dem Kühler selbst noch das Montagematerial für die unterstützten Sockel, eine Tube Wärmeleitpaste, zwei Haltebügel für den beiliegenden 120-mm-Lüfter und natürlich noch die Montageanleitung. Die beiliegende Backplate kann sowohl für die unterstützten AMD-Sockel, als auch für den Intel-Sockel 775 genutzt werden. Für den ebenfalls unterstützten Intel-Sockel 1366 liegt jedoch keine Backplate bei, gleiches gilt für den Sockel 1155 und 1156, welche laut Homepage unterstützt werden.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):161 x 213 x 130 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):1190 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Kupfer Boden, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:10x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:44
Lamellenabstand:3,4 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:3x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:800 - 1.500 U/min
Fördermenge:44,00 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:0,72 Watt
Lautstärke:21 dB(A)
Besonderheiten:verlötet
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD 754, 939, 940, AM2, AM3
Preis:80 Euro (Stand Juli 2011)

Der Kühler im Detail

Der silentmaxx BigBlock erinnert sehr stark an den bereits erwähnten Scythe Orochi. So ist der Kühler zwar nur 161 Millimeter hoch und 130 Millimeter tief, die Breite von 213 Millimetern ist jedoch das, was den BigBlock zu einem waren Monster-Kühler werden lässt. Dass diese Größe sich auch in einem stattlichen Gewicht niederschlägt ist ebenso klar, auf satte 1.190 Gramm - ohne Lüfter und Montagezubehör wohlgemerkt - bringt es der BigBlock.
Um auch einen effektiven Abtransport der Wärme des Prozessors an die einzelnen Lamellen zu gewährleisten sind gleich zehn Heatpipes mit einem Durchmesser von sechs Millimetern verbaut. Weder die aus Kupfer gefertigten Heatpipes und der Boden oder die Aluminium-Lamellen wurden vernickelt, die Verarbeitung des BigBlock ist aber dennoch tadellos.
Für eine gleichmäßige Wärmeverteilung in den Lamellen müssen auch die Heatpipes möglichst großzügig verteilt im Kühler untergebracht werden. silentmaxx macht dies auch, in dem jeweils drei der Heatpipes am Rand des Kühlers und die restlichen vier zentral verbaut sind. Für einen besseren Halt und einer gesteigerten Wärmeübertragung wurden die Heatpipes und die Lamellen miteinander verlötet.
Zur weiteren Stabilisierung der großen Lamellen tragen Abkantungen bei, die sich um den gesamten Kühler ziehen. Während seitlich die Lamellen nur aneinander liegen, sind diese an der Ober- und Unterseite des Kühlers ineinander verhakt.
Die Kühlfläche bilden insgesamt nur 44 Lamellen, dies ist für einen Kühler mit seinen Abmessungen eigentlich recht gering. Wenn man den Lamellenabstand von 3,4 Millimetern jedoch bedenkt, ist klar warum so wenige Lamellen verbaut worden sind: Der Platz war schlicht erschöpft. Als Beispiel nehmen wir ein mal den Thermalright HR-02 zum Vergleich, welcher schon einen recht großen Lamellenabstand von 2,8 Millimetern besitzt.

Der Kühler im Detail

Zehn Heatpipes in der Bodenplatte eines Kühlers nebeneinander unterzubringen ist vermutlich möglich, die Bodenplatte würde jedoch so groß werden, dass eine Montage nur noch schwer realisierbar wäre. Daher lautet die Devise: Hochstapeln. In zwei Lagen sind die 6-mm-Heatpipes im Boden angeordnet und untereinander sowie mit der Bodenplatte verlötet.
Die Kontaktfläche zum Prozessor ist auch beim BigBlock ein Stück Kupfer, welches während des Transports durch eine Folie geschützt wird. Die Folie kann leicht entfernt werden und gibt die geschliffene, aber nicht vernickelte Bodenplatte frei.
Für die Belüftung des silentmaxx BigBlock sorgt ein 120 Millimeter großer Lüfter. Dieser soll laut silentmaxx-Homepage mit maximal 1.500 U/min arbeiten, dabei aber nur einen Volumenstrom von 44 m³/h erzeugen. Die Lautstärke soll wiederum bei rund 21 dB(A) liegen, bei einer Leistungsaufnahme von 0,72 Watt. Soviel schon vorweg: Die angegebene Drehzahl erreichte unser Lüfter in den Tests nicht, so lag die Drehzahl beim 12-Volt-Betrieb bei rund 850 U/min.
Der Lüfter kann am BigBlock theoretisch an allen vier Seiten erfolgen. Auch ein Einsatz als Top-Flow-Kühler ist theoretisch machbar, jedoch wird der Kühler dadurch so hoch, dass er in nahezu keinem Gehäuse mehr Platz hat, wenn er doch passt bekommt der Lüfter aber keine Frischluft mehr. Daher empfiehlt es sich den Kühler als Tower-Kühler mit seitlich montiertem Lüfter einzusetzen.

Die Montage

Die Montage des silentmaxx BigBlock ist aus unserer Sicht nicht ganz gelungen. Gerade, dass nicht für jeden Sockel eine Backplate beiliegt ist bei einem Kühler-Netto-Gewicht von fast 1,2 Kilogramm aus unserer Sicht nicht gut, auch wenn die beiden betroffenen Intel-Sockel einen verstärkten Sockel besitzen. Montiert werden kann der silentmaxx BigBlock eigentlich nur in eine Richtung, bei dieser überragt er dann das halbe Mainboard.
Im Detail schaut es so aus, dass alle RAM-Slots verdeckt sind, der Abstand zwischen der Oberkante der RAM-Slots (dem Plastik in das die Speicher gesteckt werden) und der Unterkante des Kühlers beträgt rund 61 Millimeter und bietet somit genügend Platz für die meisten Heatspreader.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Lediglich ein 120-mm-Lüfter kann am silentmaxx BigBlock montiert werden, da nur ein Set-Halteklammern mitgeliefert wird. Was beim Betrachten der Testergebnisse recht schnell auffällt: Alle Temperaturen liegen bei einem Delta-Wert von über 50 Kelvin. Insgesamt skaliert der Kühler mit anhaltender Drehzahl durchschnittlich. Die Last die vom BigBlock abgeführt werden muss ist für diesen einfach zu hoch.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Dies zeigt sich auch im Vergleich der Serien-Belüftung. Zwar dreht der Lüfter im 12-Volt-Betrieb mit lediglich 850 U/min und ist somit der langsamste Lüfter im Testfeld, dies können wir aber nicht als Ausrede bei einem solch großen Kühler gelten lassen. Dank der geringen Drehzahl des Lüfters agiert der Kühler aber so leise, dass er kaum zu hören ist.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Die noch vorhandenen 425 U/min reichen dem silentmaxx BigBlock nicht mehr um den übertakteten i7-920 bei 3,4 GHz noch ausreichend zu kühlen. Zu hören ist der Kühler jetzt nicht mehr.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Auch in den Referenz-Vergleichen schneidet der silentmaxx BigBlock nicht sonderlich gut ab, so rangiert der Kühler bei 1.850 und 1.300 U/min auf dem vorletzten Platz. Bei 700 U/min kann er sich zwar um drei Plätze verbessern, wirklich gut sind die erreichten Werte dann aber immer noch nicht. Im Vergleich mit dem Thermalright HR-02, welcher auch für den passiven Betrieb ausgelegt ist, sieht man recht deutlich den Leistungsunterschied der Kühler. Schauen wir weiter, wie der Kühler sich im passiven Test bei verringerter Verlustleistung schlägt.

Test - Passiv (ohne Lüfter)

Neu bei unseren Tests schauen wir bei einigen der Kühler, welche sich durch ihre Bauweise oder ihre Testergebnisse bei den Aktiv-Tests hervorheben, die Passiv-Fähigkeiten an. Hierzu müssen die Kühler komplett passiv den Prozessor kühlen, welcher aber natürlich nicht mit dem Default-Settings betrieben wird. Bei einer Abwärme von 98 (2.400 MHz@1,1 Volt) , 67 (2.160 MHz@1,0 Volt) und 50 (1.800 MHz@0,9 Volt) Watt müssen die Kühler zeigen was sie ohne Belüftung können. Durch den offenen Aufbau unterstützten hierbei auch keine Gehäuselüfter den Abtransport der Abwärme.


Passiv-Setup 1 - 98 Watt


Laut silentmaxx ist der BigBlock in der Lage Prozessoren bis 90 Watt Verlustleistung komplett passiv zu kühlen. Unseren 98-Watt-Test schafft der Kühler knapp nicht.

Passiv-Setup 2 - 67 Watt


Bei "nur" noch 67 Watt Verlustleistung trumpft der silentmaxx BigBlock das erste mal auf. So kann er selbst den Scythe Orochi knapp schlagen und landet sehr deutlich vor dem Scythe Susanoo und dem be quiet! Dark Rock Pro C1.

Passiv-Setup 3 - 50 Watt


Auch unser drittes Passiv-Setup beendet der BigBlock als Sieger. Während der Scythe Orochi wieder nur knapp hinter ihm liegt, werden Kühler wie der Thermalright HR-02 sehr deutlich geschlagen. Es zeigt sich also, dass der Bigblock bei niedrigeren Verlustleistungen deutlich an Performance gewinnt.

Fazit

silentmaxx hat es sich auf die Fahne geschrieben den heimischen Rechner ruhig zu stellen. Der BigBlock ist hierfür ein akrobates Mittel, solange man auf Übertaktungen verzichtet. Gut geschützt wird der Kühler ausgeliefert, auf der Verpackung finden sich zudem viele Informationen zum Produkt. Auch der Transportschutz, bestehend aus großen Schaumstoffpolstern, ist vorbildlich. Beim Lieferumfang vermissen wir zum einen eine deutschsprachige Montageanleitung, zum anderen aber auch Backplates für die Sockel 1366 und 1155/1156. Die Verarbeitung des Kühlers ist tadellos, durch seine Größe wird er aber nicht bei jedem Platz finden und Platz ist das, was der BigBlock definitiv benötigt. Platz wird auch bei der Montage benötigt, da der Kühler nur in eine Richtung angebracht werden kann und zudem das Mainboard nicht nachträglich eingebaut werden kann. Während die Lautstärke während der Referenztests sehr überzeugen konnte, vermochte dies die Kühlleistung nicht. So war unser Testsystem einfach eine Nummer zu groß für den BigBlock, auch wenn er die Tests mit Referenz-Belüftung schaffte. Bei den passiven Tests konnte der Riese von silentmaxx dann aber zeigen, was in ihm steckt. Auf diesem Gebiet, für dass der Kühler gedacht ist, vermochte er sogar den altehrwürdigen Scythe Orochi in seine Schranken zu verweisen. Gerade für Systeme unter 90 Watt Verlustleistung, welche für den leisen bzw. lautlosen Betrieb ausgelegt sind ist der silentmaxx BigBlock also bestens geeignet. Einzig der Preis wird so einige Interessenten abschrecken, 80 Euro werden nach aktuellem Stand fällig um sofort in den Besitz des silentmaxx BigBlock zu kommen.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ leiser Aktiv-Betrieb
+ sehr gute Kühlleistungen im Passiv-Betrieb

Contra
- unterdurchschnittliche Kühlleistungen im Aktiv-Betrieb bei hoher Verlustleistung
- sehr hoher Platzbedarf
- hohes Gewicht


Award

Gerade für seine Leistungen im passiven-Betrieb verleihen wir dem silentmaxx BigBlock unseren DeXgo-Silent-Award.
DeXgo-Silence-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von silentmaxx.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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