» Artikel » Reviews » Sansun Arctic 450W

Sansun Arctic 450W


Einleitung

Der chinesische Hersteller Sansun dürfte den wenigsten hier etwas sagen. Sansun ist nicht nur Herrsteller, sondern zugleich auch Marke in Asien, die von Gehäusen über Netzteile bis hin zu CD-Taschen so gut wie alles im Angebot hat was der User daheim für seinen Rechner braucht. Heute testen wir ein Netzteil der Arctic Serie, welches den Anspruch hat sehr leise zu sein. Ob es hält was es verspricht, erfahrt ihr hier bei uns.

Verpackung & Lieferumfang
Geliefert wird das Netzteil in einem großen Karton, auf dem schon klar zu erkennen ist, wo die Stärken des Netzeils liegen: Kabelmanagement und der Anspruch kühl und leise zu sein.
Auf der Rückseite der Verpackung sind die technischen Spezifiaktionen aufgelistet und eine Illustration der Anschlüsse abgebildet. Dieser kommt eine besondere Bedeutung zu, denn sie ist die einzigste "Anleitung", die dem Netzteil beiliegt.
Im Karton selber befinden sich neben dem Netzteil noch die obligatorischen Befestigungsschrauben, der Kaltgerätestecker, 3 3-Pin Lüfterverlängerungen, sowie die Periepherie-Kabel auf die wir später noch eingehen werden. Leider ist das Netzteil nicht, wie bei anderen Herrstellern üblich, in Noppenfolie, sondern lediglich in eine einfache Folie verpackt. Die Gefahr von Beschädigungen ist so um ein vielfaches höher.

Technische Daten


Allgemeines:
Leistung: 450W
Input: 230V
Eingangsfrequenz: 50Hz

Belastbarkeit der Schienen:
+3,3V: 28A
+5V: 32A
+12V: keine Angabe (Combinded Power)
+12V1: 18A
+12V2: 16A
-5V: keine Angabe
-12V: 0,8A
+5VSB: 2,5A

Sicherheitsmechanismen:
- Überspannungsschutz (OVP - Over Voltage Protection)
- Überstrom-Schutz (OCP - Over Current Protection)
- Überhitzungsschutz (OTP - Over Temperature Protection)
- Unterspannungsschutz (UVP - Under Voltage Protection)


Leider konnten wir keinen Hinweis zum Thema aktive PFC oder passvie PFC finden. Ebenso fehlt eine Angabe über die Combined Power aus beiden 12V Leitungen und die Leistung der -5V. Alle angegebenen Werte sehen auf dem Papier gut aus. Der Praxistest erfolgt dann im letzten Teil des Reviews.

Das Netzteil - Teil 1

Frisch ausgepackt ist das Arctic ein echter Hinkucker. Die Farbe passt zum Namen und sieht einfach Spitze aus. Ebenso gefällt der komplett geslevte ATX Stromstecker.
Auf der Oberseite des Netzteiles befindet sich ein Aufkleber mit den Leistungsangaben zu den einzelnen Leitungen.
Die Unterseite wird von einem schwarzen 120mm Lüfter geziert, der frische Luft in das Gehäuse einsaugt. Geschützt vor unerlaubten Eingriffen wird dieser durch ein Standard-Lüftergitter, welches sich sehr gut in das Gesamtbild einfügt.
Beide Seiten des Netzteiles haben nochmals extra Lüftungsschlitze spendiert bekommen. Die Kühlung des Netzteils wird dadurch zwar verbessert aber leider auf kosten der Gehäuse Temperatur. Wären diese nicht vorhanden würde die Luft durch die beiden Lüfter aus dem Gehäuse gedrückt werden. So kann sie leider ins Gehäuse entweichen.
Kommen wir zu der Anschlussseite. Ganz rechts sehen wir die 3 Lüfteranschlüsse, die vorbildlich mit einer Schutzkappe versehen sind. Links daneben sind die 4 Buchsen für die die Molexanschlüsse. An diesen können die verschiedenen Kombinationen der mitgelieferten Molexkabel gesteckt werden.
Ganz links unten befinden sich 2 Anschlüsse für die SATA Stromversorgung.
Über diesen befinden sich zu guter letzt der 6-Pin Anschluss für PCI-Express-Grafikkarten und der 8-Pin Anschluss zur optionalen 12V-Stromversorgung von ATX Mainboards.
An der Rückseite befinden sich keine außergewöhnlichen Details. Beachten sollte man nur, dass der Schalter auf der richtigen Eingangsspannung steht, um einen Defekt zu vermeiden.
Ein kleines Optisches Manko konnten wir allerdings feststellen. Die Köpfe der Schrauben sind schon leicht beschädigt, was auf eine nicht so feinfühlige Montage deuten läßt. Diese Merkmale konnten wir bei fast allen Schrauben am Gehäuse feststellen.
Auch gut auf dem Bild zu erkennen ist der schöne Lack und dessen leichter Glitzer-/Perleffekt.

Das Netzteil - Teil 2

Natürlich haben wir es uns wieder nicht nehmen lassen ein Blick ins Innere des Netzteils zu werfen.
Der verbaute Lüfter trägt nur die Bezeichnung Sansun und sonst keine weiteren Leistungsmerkmale oder ähnliches.
Die Platine und die Lötstellen sind sauber und ordentlich. Die Kabel wurden gebündelt am Rand gesammelt, um den Luftstrom nicht weiter zu stören. Auch erkennt man gut, dass der Hauptstrang bis weit ins Gehäuse geslevt wurde. So wird ein ausfransen am Gehäuse verhindert.
Das Innenleben ist ebenso ordentlich und strukturiert wie es der PC dank der modularen Kabel werden kann. Schlechte Lötstellen, schlecht verlegte Kabel oder andere Mängel konnten wir nicht feststellen.

Das Kabelmanagement - Teil 1
Beim Arctic ist nur ein einziger Strang fest am Netzteil verbunden und wie nicht anders zu erwarten ist es die ATX Stromversorgung mit dem 20/24 Pin ATX Stecker. Dank des kombinierten Steckers können ältere Mainboards (20 Pin) ebenso wie neuere (24 Pin) an das Mainboard angeschlossen werden.
Wer ein Mainboard mit einerm optionalen 8 Pin Stromversorgung sein eigen nennt, muss aber keine Angst haben, denn das passende Kabel ist auch beim Arctic mit von der Partie. So wie das Hauptstromkabel ist auch diese Kabel geslevet, jedenfalls fast komplett. Der Grund warum das letzte Stück freigelassen wurde ist ganz einfach: Der 8 Pin Stecker lässt sich auch teilen in 2 4 Pin Stecker. Würde das Kabel komplett geslevet sein könnte man diese nicht mehr teilen. Das Kabel ist 50 cm lang und sollte so auch in Big Towern problemlos angeschlossen werden können.
Die Idee für Lüfter 3 extra Anschlüsse am Netzteil unter zu bringen ist sehr gut. So spart man sich das lästige Arbeiten mit Adaptern und kann die Kabel ordentlich verlegen. Leider wurden die Verlängerungen nicht geslevet wie alle anderen Kabel, die Frage ist nur warum? Durch dieses Manko leidet leider das Gesamtbild im Rechner etwas. Mit 45 cm sind die Kabel zwar nicht die längesten, sollten aber zur Installation reichen.
Das Kaltgerätekabel weißt keinerlei Besonderheiten auf. Es ist ordentlich verarbeitet und satte 160 cm lang.

Das Kabelmanagement - Teil 2
Praktisch für alle Besitzer einer PCI-Express Grafikkarte verfügt das Netzteil über einen extra Stromanschluss und das dazu passende Kabel. Auch dieses Kabel ist, wie das für die extra Stromversorgung vom Mainboard, mit einer Länge von 50 cm ausreichend dimensioniert. Für Leute, die mit diesem Netzteil ein SLI System betreiben wollen, sei noch gesagt, dass eine zweite Grafikkarte mit Hilfe eines Adapters auch an der normalen 12 V Schiene angeschlossen werden kann. Die Leistung reicht dafür aus.
Das Arcitc kann bis zu 8 4 Pin Molex Stecker für 5,25" Geräte bereitstellen, die sich dann auf 4 Stränge aufteilen. 2 Stränge haben jeweils nur diese Anschlüsse, die beiden anderen beherbergen zusätzlich noch je einen Stromanschluss für Disketten-, oder Ziplaufwerke. Alle Kabel sind sauber geslevet und haben eine Länge vom Anschluß am Netzteil bis zum ersten Stromanschluß von 50 cm. Jeder weitere Anschluß hat einen Abstand von 15 cm zum voherigen. Der Anschluss dieser Kabel geht leicht von statten und sollte niemanden vor Probleme stellen.
Zusätzlich zu den Molex Steckern können noch 4 SATA Stromstecker bereitgestellt werden, die sich dann auf 2 weitere Stränge verteilen. Auch hier beträgt die Länge bis zum ersten Anschluß 50 cm. Zwischen den beiden Stromsteckern sind dann nochmal 15 cm Kabel.

Der Einbau

Wie ein Netzteil festgeschraubt wird, muss hier nicht gezeigt werden. Wir gehen hier nur auf den Anschluß der modularen Kabel ein.
Der Einbau klappt ohne Probleme und geht dank der wenigen Kabel, die herumhängen sehr leicht von der Hand. Problematisch könnten sich nur die offenen Kontakte am Netzteil herausstellen. Hier ist im Betrieb also zur Vorsicht geraten, da die Pins (sehr gut bei den SATA Anschlüssen im rechten Bild zu sehen) leicht aus den Buchsen herausragen. Bei einer Berührung mit einem metallischen Gegenstand kann es dort zum Kurzschluß kommen. Durch diese besteht die Gefahr von Hardwaredefekten. Hier ist also Vorsicht geboten.
In dem vom uns zum Test genutzten System verrichtet ein MSI K7N2 Delta seinen Dienst. Dieses hat noch einen 20-poligen ATX Stecker, aber bietet die Möglichkeit zur optionalen Stromversorgung über einen 4-Pin Anschluß.
Nach dem Anschluß aller Komponenten im System bleibt dank der geslevten Kabel ein ordentliches Gesamtbild erhalten. Einziges Manko ist die geringe Auswahl an Kabelsätzen. In unserem Fall muss eine GForce 6600GT mit Strom versorgt werden, dies wird über einen normalen Molex Stecker realisiert. Da an diesem Strang kein anderes "Gerät" mehr angeschlossen werden sollte, hängt ein Molex Stecker ungenutzt im System. Hier wäre es günstig, wenn es auch Stränge mit nur einem Anschluß geben würde. Gerade in dem, zwar recht seltenen aber durchaus möglichem, Falle das ein einzelnen Diskettenlaufwerkes mit sonst nur SATA Festplatten verbaut ist müssten für dieses ein 95 cm Kabel ins Gehäuse gehangen werden. Drei weitere Kabel (eines mit nur einem Molex Anschluß, eines mit nur einem SATA Anschluß und eines mit nur einem Disketten Anschluß) wären eine recht praktische und mit Sicherheit auch nicht zu kostenintensive Dreingabe.
Die Kabel können bei den Anschlüssen nicht vertauscht werden. Jede "Sorte" passt auch nur in eine Richtung in den richtigen Anschluß. Dies ist also eines der sogenanten "idiotensicheren" Systeme. Obwohl die Stecker nicht arretiert werden, sitzen diese fest in den entsprechenden Buchen und können nicht "ausversehen" herausfallen.

Das Testsystem

Unser Testsystem setzt sich aus einem AMD Athlon XP 2800+, dem MSI K7N2 Delta und einer Gforce 6600GT von Gainward zusammen. Zusätzliche Stromabnehmer sind unter anderem die 4 Festplatten (2 160 GB SATA Festplatten von Samsung im Raid 0, eine 120 GB IDE Festplatte von Hitachi, sowie eine 250 GB IDE Festplatte von Samsung), ein DVD Brenner, sowie ein aquaero, das zusätzlich 4 80mm Lüfter mit Strom versorgen muss. Um die Belastung des Mainboards zu erhöhen, wurden auch noch diverse USB Geräte angeschlossen (unter anderem ein Kartenleser und eine externe 2,5" Festplatte).


Der Testablauf

Getestet wurde in einem 25h Dauerbetrieb. Während dieser Zeit wurden verschiedene Belastungsszenarien durchgespielt. Idle Betrieb ebenso wie Office und Gaming. Es wurde versucht eine normale Belastung darzustellen, aber auch eine extrem Belastung herbeizuführen.


Das Testergebnis

Spannungswerte
Wie man sehr gut auf dem Bild erkennen kann liegen alle Werte innerhalb der 5% Toleranzgrenze. Die 3,3 V Leitung schlägt zwar einmal recht heftig aus, im Vergleich zu den anderen Leitungen liegt dies aber immernoch deutlich unter den Grenzwerten.


Lautstärke
Da uns leider kein professionelles Gerät zur Lautstärkemessung zur Verfügung steht müssen wir hier unsere subjektive Meinung einbringen. Im geschlossenen Gehäuse ist das Netzteil warzunehmen, hält sich aber sehr dezent im Hintergrund. Es dringt ein leichtes Brummen aus dem Netzteil, was wir auf den langsam drehenden 120 mm Lüfter zurück führen.

Fazit

Mit dem Arctic hat Sansun ein sehr gutes Netzteil auf dem Markt, das kaum einen Wunsch offen läßt. Die Verarbeitung läßt noch etwas zu wünschen übrig, zb. die Schrauben und die hervorstehenden Kontakte. Ansonsten ist es aber recht solide. Leistungstechnisch gibt es wenig zu bemängeln. Über den gesamten Testzeitraum lieferte das Arctic eine konstant gute Leistung ab. Zwar ist es im Betrieb nicht als unhörbar zu deklarieren, gehört aber mit Sicherheit zu den leiseren Exemplaren seiner Gattung.
Zu Bemängeln ist die nicht vorhandene Bedienungsanleitung. Hier muss sich der Anwender leider mit den sehr spärlichen Angaben auf dem Karton zufrieden geben. Auch hätte man die einfache Folie durch eine Noppenfolie ersetzen können, um somit die Transportsicherheit zu erhöhen. Ein etwas größerer Kritikpunkt sind die offenen Kontakte der SATA Stromanschlüsse. Hier ist nicht nachzuvollziehen, warum die Lüfteranschlüsse Schutzkappen bekommen haben, aber diese bei den weit stärkeren Poweranschlüssen für die Laufwerke eingespart wurden.


Pro & Contra

Pro
+ gute Testergebnisse
+ leichte Installation dank der modularen Kabel

Contra
- fehlende Bedienungsanleitung
- nicht optimal Verpackt
- hervorstehende Kontakte bei den SATA Anschlüssen
- Befestigungsschrauben leicht beschädigt


Award

Die Testergebnisse waren zwar gut und die Verarbeitung wies kleinere Mängel auf, jedoch trübten die fehlende Bedienungsanleitung und die Verpackung etwas das Gesamtbild. Auch die herausstehenden Kontakte sind nicht wirklich optimal. Durch die sonst aber guten Leistungen vergeben wir dem Arctic Netzteil unseren Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Sansun.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread