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Sansun Thermal Monster


Einleitung

Wasserkühlungen sind immer weiter auf dem Vormarsch, doch es gibt zum Glück weiterhin Firmen, die auch an die Benutzer von Luftkühlungen denken. Sansun ist eine dieser Firmen. Im Test haben wir heute den LCD Multikontroller "Thermal Monster". Ob dieser seinem Namen gerecht wird, werden wir in diesem Test klären.

Verpackung & Lieferumfang
Geliefert wird der Fan Controller in einem einfach Karton. Auf der Seite kann man noch erkennen, um welche Farbversion es sich handelt. In unserem Fall die silberne Version.
Auf der Rückseite ist eine kurze Beschreibung in deutscher und englischer Sprache. Auch das Display mit einer einfachen Beschriftung ist abgebildet.
Im Karton befinden sich sehr sicher verpackt die Lüftersteuerung und diverses Zubehör. Durch die Schaumstoffverpackung kann im Karton nichts beschädigt werden, so etwas nennt man vorbildlich.
Die Bedienungsanleitung liegt in zweifacher Ausführung vor, in Englisch und Deutsch. Diese unterschieden sich zwar optisch leicht, sind aber inhaltlich identisch.
Das Zubehör umfasst eine Ersatzbatterie, drei Wärmesensor-Aufkleber, vier Befestigungsschrauben, sowie zwei Lüfteradapterkabel.

Das Gehäuse
Das Gehäuse ist recht schlicht gehalten und besteht komplett aus Kunststoff. An der Front befinden sich nur das Display und 2 Taster. Auffällig und zugleich leicht verwunderlich sind die beiden Aufkleber auf dem Deckel.
Eigentlich nichts Besonderes ist der Garantie-Aufkleber (blau), der über eine Schraube geklebt wurde. Jedoch im Zusammenhang mit dem zweiten Aufkleber (der große, weiße im Hintergrund) doch etwas verwirrend. Auf diesem steht, dass für den Batteriewechsel die beiden hinteren Schrauben entfernt werden müssen. Löst man diese, hat man jedoch keine Chance die Batterie zu wechseln, ohne die Garantie zu verlieren.
Da uns dies natürlich etwas merkwürdig vorkam, kontaktierten wir unseren Sponsor Fusitec. Dieser nahm dazu wie folgt Stellung:
1. Die original Batterie sollte in jedem Thermal Monster über die Garantieansprüche hinaus halten.
2. Wenn sie doch einmal vorher gewechselt werden muss, so soll sich der Käufer an den Support von Fusitec wenden und das Gerät vorerst nicht öffnen.
Auf der Rückseite verlässt ein Bündel von Kabeln das Gehäuse. Ansonsten ist weiter nichts auffälliges zu erkennen.
Die Kabel

Der Kabelstrang an der Rückseite umfasst unter anderem einen 4 Pin Molex Anschluss. Dieser dient natürlich zur Stromversorgung der Lüftersteuerung. Im Vergleich zu anderen Controllern ist der Anschluss hier aber mit einem 10 cm Kabel ausgestattet was die Montage wohl etwas einfacher macht.
Ein weiteres Kabel, das die Rückwand verlässt, dient zur Abnahme des HDD Aktivitätssignals am Mainboard. Das Kabel hat eine Gesamtlänge von 68 cm und sollte sich so in jedem Gehäuse sauber verlegen lassen.
Um die Temperaturen an diversen Stellen im Gehäuse messen zu können, gibt es drei Temperatursensoren. Diese haben ein Länge von 70 cm und sind durch eine Kappe geschützt. Mit Hilfe der mitgelieferten Aufkleber können diese dann, nach Entfernen der Schutzkappe, an thermisch kritischen Bereichen im Gehäuse angebracht werden. Die Beschriftung der Sensoren hilft bei der Zuordnung zu den einzelnen Lüftern und der Anzeige im Display.
Die Kabel für die Lüfter haben eine Länge von 42 cm. Die Anschlüsse haben auch eine Schutzkappe, um das Verbiegen der Pins und auch Kurzschlüsse effektiv zu verhindern.
So wie die Sensoren sind auch diese Anschlüsse beschriftet. Eine eindeutige Zuordnung ist so sehr leicht vorzunehmen.
Schauen wir uns nun das letzte Kabel an. Es ähnelt sehr einem normalen Y-Adapter Kabel, jedoch unterscheidet es sich von diesem in 2 gravierenden Punkten:
1. Das Kabel hat nur in einem Teil alle 3 Adern.
2. Es besitzt 2 Stecker und nur eine Buchsen (beim Y-Adapter sind es 2 Buchsen und ein Stecker).
Was für einen Nutzen hat ein solches Kabel? Die Bedienungsanleitung geht nicht weiter auf dieses Kabel ein, aber man kann erahnen wofür es gedacht ist. Mit Hilfe dieses Kabels kann das Tachosignal eines Lüfters für 2 Anschlüsse weiter gegeben werden. Wozu das gut sein soll sehen wir im Praxistest.

Das Innenleben
Um einen Blick in das Innere des Gehäuses werfen zu können, müssen die vier Schrauben auf der Oberseite entfernt werden. Dies ist auch nötig um die Batterie zu wechslen. Der Aufkleber ist leider irreführend. Er verweist nur auf 2 Schrauben.
Im Innenraum erwartet uns nichts Außergewöhnliches. Die Halterung für die Batterie wurde mit Heißkleber befestigt. Von der Platine gehen gesammelt, und durch einen Kabelbinder fixiert, sämtliche Leitungen nach hinten aus dem Gehäuse heraus. Durch die Fixierung mit Heißkleber kann im Inneren nichts wackeln oder abreißen.
Die Steuereinheit ist modular aufgebaut und nicht mit dem Gehäuse verschraubt. Die Vordere der beiden Platinen beherbergt nur das Display und die beiden Taster.
Mit Hilfe einer Steckverbindung ist diese mit der zweiten Platine verbunden. Beide Platinen sind sehr sauber (keine Reste von Lötzinn oder –fett sind zu sehen) und wirken ordentlich verarbeitet. Die Platinen dienen wohl als Vorlage für weitere Modelle, da zum einen Bohrungen für eine Schraubmontage vorhanden sind und zum anderen auf den Platinen Platzhalter für andere oder weitere Bausteine vorhanden sind.
Der Batteriewechsel

Um die Batterie wechseln zu können, muss die Alte einfach aus der Halterung genommen werden. Am leichtesten geht das mit der Zuhilfenahme von einem kleinen Schraubenzieher. Wenn diese dann entfernt ist, einfach die neue Batterie leicht angekantet einsetzen (am besten Horizontal) und in die Halterung drücken. Schon ist der Wechsel vollbracht.

Inbetriebnahme

Durch die eindeutige Beschriftung kann beim Anschluss nichts verkehrt gemacht werden. Die Lüfter werden an die entsprechenden Buchsen und die Stromversorgung an den 4-Pin Molexstecker angeschlossen. Der Stecker für die Festplattenzugriffe wird an die Stelle auf dem Mainboard gesteckt, wo eigentlich die Status-LED des Gehäuses steckt. Schön wäre hier gewesen, wenn das Signal durchgeschliffen worden wäre.


Nach dem Anschluss aller Kabel und dem Einschalten des Rechners beginnt das Thermal Monster auch sofort mit seiner Arbeit. Das Display zeigt (von links nach rechts): Temperatur eines Sensors, die dazugehörige Lüfterdrehzahl, die aktuelle Uhrzeit, die Festplatten Zugriffe und den Betriebsstatus. Da wir zum vereinfachten Testen die Lüftersteuerung in kein System eingebaut haben, kann auch keine Festplattenaktivität angezeigt werden. Sehr positiv ist das helle, gut ablesbare und kräftig blau leuchtende Display.
In einem festem Intervall springt das Display von Sensor zu Sensor und liest dort Temperatur und Drehzahl aus. Diese werden dann mit einer Beschriftung unter den Werten für jeden Sensor ausgegeben. Hierdurch kann überwacht werden, ob alles im grünen Bereich liegt.
Für unseren Test benutzten wir verschiedene Lüfter von 80mm, über 92mm hin zu 120mm Varianten. Das Erste was uns auffiel war der sofort nach Inbetriebnahme losschlagende Alarm. Dies lag an der Tatsache, dass wir nur 2 Lüfter angeschlossen hatten. Durch das fehlende Tachosignal an einem Anschluss schlug sofort der Alarm los. Schnell wurde uns auch klar wozu die "umgekehrten Y-Adapterkabel" gedacht waren. So kann man das Tachosignal von einem Lüfter ggf. an die anderen beiden Anschlüsse weiterleiten und den Fehlalarm somit umgehen.

Wir testeten dann mit verschiedenen Lüftern und mussten eines erstaunt feststellen. Lüfter die bei 12 Volt mit mehr als 600 upm drehen lösten trotzdem einen Alarm aus. Also haben wir doch einfach mal nachgemessen wieviel Volt die Lüfter geliefert bekommen und wie diese bei steigender Temperatur geregelt werden. Im normalen Betrieb werden die Lüfter gedrosselt und nur noch mit rund 8,2 Volt beliefert. Da viele 120mm Lüfter mit geringer Drehzahl laufen, fallen diese durch die eigentlich unnötige Drosselung unter die messbaren 600 upm und lösen den Alarm aus.
Steigt die Temperatur über einen voreingestellten Grenzwert (dieser liegt zwischen 25 und 90°) werden die Lüfter wieder mit mehr Strom versorgt, aber auch nicht mit 12 Volt. Die Lüfter bekommen maximal 11,1 Volt geliefert.
Leider bietet das Thermal Monster keinerlei Möglichkeiten die Drehzahlen manuell anzupassen, oder die Alarmdrehzahl zu senken bzw. zu deaktivieren. Ein weiterer interessanter Effekt ist die Art der Strombegrenzung. Es wird nicht mit Hilfe eines Widerstandes der Stromfluss verändert, sondern durch Hilfe von Impulsen die sich im ständigen flackern eines LED-Lüfters bemerkbar machen. Hier ist ein kurzes Video [1.16 MB] von diesem Effekt zu sehen.

Fazit

Das Thermal Monster von Sansun konnte seinem Namen nicht alle Ehre machen. Man muss sagen leider, denn es hätte mit einigen wenigen Funktionen mehr, eine richtig gute Lüftersteuerung werden können. Zu bemängeln ist die mangelnde Unterstützung von langsam drehenden 120mm Lüftern, sowie die festgelegten Spannungswerte im "Silent" Modus. Durch diese beiden Punkte ist das Einsatzgebiet dieses Multicontrollers stark eingeschränkt.
Man sollte aber auch die positiven Punkte nicht außer Acht lassen. Das Display ist sehr gut ablesbar und die Alarmschaltung reagiert sofort auf Temperaturänderungen im System.

Für Anwender, die einen einfach zu bedienenden Lüftercontroller suchen, der nur Alarm schlägt wenn es kritisch wird, ist das "Thermal Monster" vielleicht interessant, jedoch gibt es in dieser Preisklasse auch mehrere Konkurrenten, die einige Punkte noch besser beherrschen und bei denen sich vor allem die Lüfter von Hand regeln lassen.
Der Sansun LCD Multikontroller "Thermal Monster" kann für 19€ bei Fusitec erworben werden.


Pro & Contra
Pro:
- gut ablesbares Display
- gut funktionierende Alarmschaltung

Contra:
- mangelnde Unterstützung von 120mm Silentlüftern
- kein manuelle Regelung der Lüfter möglich

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Sansun.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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