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Enermax EG565AX-VE(G) FMA


Einleitung

Netzteile gibt es in den verschiedensten Leistungs- und Preisklassen. Um Fehler bei der Auswahl auszuschließen, greift man da schon gerne mal zu einem Netzteil eines namenhaften Herstellers, zu denen man mit Sicherheit auch Enermax zählen kann. Heute haben wir das mit satten 535W Gesamtleistung ausgestattete Topmodell der FMA-Serie bei uns im Test und es gilt zu zeigen, ob Enermax seinem guten Ruf auch hier nachkommen kann.

Das Enermax EG565AX-VE(G) FMA erreicht den Käufer in einem Pappkarton, wie man ihn von Netzteilen heutzutage gewöhnt ist.
Auf der rechten Seite der Verpackung sehen wir eine Liste der bei den verschiedenen Modellen der FMA-Serie zur Verfügung stehenden Anschlüsse.
Natürlich darf auch die Tabelle mit den Belastbarkeiten der diversen Leitungen nicht fehlen.
Links auf der Verpackung befinden sich einige Bilder von den Gimmicks des EG565AX-VE(G) FMA. Dazu aber später noch mehr.
Zu guter Letzt die Unterseite: Sie wurde mit einem kurzen, viersprachigen Abriss über die technischen Daten des Netzteiles versehen.
Der Lieferumfang
Im Lieferumfang des Netzteils sind enthalten:

- Kaltgerätekabel
- 4 Schrauben zur Netzteilmontage
- Kurzanleitung
- 2 Aufkleber
- Schlüsselanhänger

Die besagte Anleitung ist leider wirklich sehr kurz. Sie enthält in 7 Sprachen eine Beschreibungen der diversen Anschlüsse, Problemlösungen und eine kurze Beschreibung was zu tun ist, bevor man den PC mit dem neuen Netzteil einschaltet. Technische Daten oder Vergleichbares sucht man hier vergebens.

Wie sich herausstellte war nur bei unserem Testsample kein Manual dabei. Bei den normalen Lieferungen wird dies mitgeliefert.

Technische Daten

Leistung: 535W
Input: 230V
Eingangsfrequenz: 50-60Hz
Effizienz: Bis zu 78%

Belastbarkeit der Schienen:
+3,3V: 32A
+5V: 32A
+12V1: 22A
+12V2: 22A
-12V: 0,6A
+5VSB: 3A

Leistung der Schienen:
+3,3V und +5V: 170W
+12V: 407W
Zusammen: 512,8W
+5VSB und -12V: 22,2W
Gesamt: 535W

Sicherheitsmechanismen:
- Aktiv PFC (Power Factor Control)
- OVP (Over Voltage Protection): Überspannungsschutz
- UVP (Under Voltage Protection): Unterspannungsschutz
- OCP (Over Current Protection): Schutz vor zu hohen Strömen
- OTP (Over Temperature Protection): Überhitzungsschutz
- OLP (Over Load Protection): Überlastungsschutz
- SCP (Short Circuit Protection): Kurzschlussschutz

Äußere Ansichten
Optisch ist das EG565AX-VE(G) FMA ein eher schlichtes Netzteil. Das graue Gehäuse ist keineswegs ein Augenschmaus, sondern eher ein Standard, an den man sich schon längst gewöhnt hat. Lediglich die 2 goldfarbenen Lüftergitter peppen das Design etwas auf.
Die Kühlung des Netzteiles wird zuverlässig von einem 80mm-Lüfter an der Hinter- und einem 92mm-Lüfter an der Unterseite übernommen. Der untere Lüfter ist allerdings aus komplett transparentem Kunststoff gefertigt, was einen klaren Einblick in das Innenleben des Netzteils ermöglicht. Eigentlich eine schöne Sache, aus der man aber im verbauten Zustand keinerlei Nutzen ziehen kann.
Auf der Rückseite des EG565AX-VE(G) FMA fällt sofort der nicht vorhandene Umschalter für die Eingangsspannung auf. Dies liegt daran, dass die AX-VE(G)-Version nur mit 230V betrieben werden kann. Es stehen auch noch eine AX-VE(W)-Version mit automatischer und eine P-VE-Version mit manueller Umschaltung von 100, bzw 115 auf 230V zur Verfügung. Ein Gimmick der FMA-Serie ist die manuell einstellbare Lüfterdrehzahl, deren Regler wir hier auf der Rückseite sehen. Gut erkennbar ist auch der in die Oberseite eingestanzte Enermax-Schriftzug.
Hier sehen wir, dass das EG565AX-VE(G) FMA ohne modulare Kabel ausgestattet ist. Man muss also alle Kabel - ungebraucht oder gebraucht - im Case unterbringen, was nicht gerade ordnungsfördernd ist. Am Gehäuse angebracht ist der Ferritkern, der für die Abschirmung vor elektromagnetischen Störungen zuständig ist.
Nach genauer Betrachtung von außen lässt sich außerdem sagen, dass die Verarbeitung des EG565AX-VE(G) FMA keine Beanstandungen zulässt. Das Netzteil ist wirklich klasse verarbeitet und wirkt sehr solide.

Die Kabel
Wie man hier sehen kann verlassen die Kabel das Netzteil in 3 verschiedenen Strängen, die allesamt in einen Gewebeschlauch eingepasst wurden. Je nachdem wie flexible man mit den Kabeln sein muss, ist der Gewebeschlauch natürlich länger oder kürzer. Der Teil der Kabel, an dem 4-Pin-Molex- oder auch SATA-Stecker hängen, wurde natürlich nur bedingt mit Gewebeschlauch umzogen.
Strang 1
Der erste Strang endet mit dem gewöhnlichen 20+4Pin Mainboardstecker. Je nachdem, ob man nun 20 oder 24 Pins benötigt, kann der Stecker optional erweitert werden. Dies gewährleistet eine hohe Kompatiblität des Netzteils. Damit man die 4-Pin-Erweiterung nicht mit einem der 4-Pin-CPU, bzw 12V AUX-Stecker verwechselt, wurde ein Aufkleber mit dem Schriftzug "Not for CPU" um das Kabel geklebt. Der besagte Strang ist 60cm langt und damit absolut ausreichend dimensioniert.
Etwas schade ist allerdings, dass die 4-Pin-Erweiterung nicht mit Hilfe von kleinen Schienen in de 20-Pin-Stecker geschoben werden kann, sondern man die beide fast schon lose in den Anschluss stecken muss. Lediglich 2 kleine Nasen verhindern ein Rausrutschen nach hinten sind die Stecker ersteinmal eingesteckt.
Strang 2

Der 2te Strang beinhaltet insgesamt 5 Anschlüsse:
Zum einen wären dies der 4+4Pin CPU, bzw 12V Aux-Anschluss. Beide Kabel sind 60cm lang.

Dieser variable Aufbau macht das Netzteil bezogen auf seine Einsatzgebiete sehr flexibel.
Auch hier sucht man die Schienen wieder vergebens. Die Stecker werden , wenn sie zusammen verwendet werden müssen, nur lose eingesteckt. Besonders wenn das Mainboard schon im engen Gehäuse verbaut ist kann das wirklich schweißtreibend sein.
Außerdem befinden sich an Strang 2 noch 2 PCIe-Kabel, ebernfalls mit einer Länge von 60cm. Damit ist das EG565AX-VE(G) FMA auch für die Stromversorgung von 2 Grafikkarten bestens gewappnet.

Sehr hilfreich ist auch das Kabel, mit dem das Tachosignal der Netzteillüfter ausgelesen werden kann. Dazu wird dies einfach ans Mainboard angeschlossen.

Strang 3

Strang 3 teilt sich wiederum in 4 weitere Kabelstränge auf.
Standardmäßig findet man hier natürlich ein Strang mit ausschließlich 4-Pin-Molex-Steckern. Die Anschlüsse liegen dabei in einer Entfernung von 60cm bis 84cm vom Netzteil. Das Kabel ist also auch ausreichend lang.
Ebenso Standard ist wohl auch der reine SATA-Kabelbaum mit seinen 3 Anschlüssen. Die Anschlüsse liegen 50 bis 74cm vom Ursprung entfernt.
Natürlich muss auch allen Usern mit einem Diskettenlaufwerk Genüge getan werden. Dazu dient folgendes Kabel mit 2 4-Pin-Molex- und einem FDD-Stecker. Der erste Anschluss befindet sich hierbei in 45cm Entfernung zum Gehäuse. Der Weg vom FDD-Anschluss zum Netzteil misst 70cm.
Außerdem verbaut Enermax in den 535W- und 465W-Modellen der FMA-Serie auch einen sogenannten Eternity-Strang. Dieser verfügt über 2 4-Pin-Molex- und 3 SATA-Anschlüsse.
Diese verteilen sich von 50 bis 70cm Entfernung zum Gehäuse des Netzteils.
Als Feature verbaut Enermax sogenannte Easy-Plug-Stecker. Diese sollen ein leichtes Entfernen der Stecker aus der Buchse ermöglichen.

Innere Ansichten

Kommen wir nun zum Innenleben des Netzteils. Es sei jedoch gesagt, dass das Aufschrauben von Netzteilen im allgemeinen nicht von Usern vorgenommen werden sollte. Ihr verliert damit den Garantieanspruch auf das Produkt (Bei der FMA-Serie von Enermax sind das satte 3 Jahre) und ihr setzt eure Gesundheit aufs Spiel.
Das Netzteil wird einfach durch das Lösen von 4 Schrauben auf der Oberseite geöffnet. Wir erhalten so auch einen guten Blick auf den 92mm-Lüfter mit den transparenten Lüfterblättern.
Das gute Gesamtbild der Verarbeitung des EG565AX-VE(G) FMA setzt sich im Inneren fort. Die an den Enden durch Schrumpfschlauch geschützten Kabel im Vordergrund sind ein gutes Beispiel für die Qualität des Netzteils.
Keine Kabel versperren nennenswert den Luftstrom. Dies ermöglicht eine optimale Wärmeabfuhr.
Damit nachher auch alles fest sitzt, wurde auch an Kabelbindern nicht gespart. Das Innere des EG565AX-VE(G) FMA ist wirklich vorbildhaft aufgebaut.

Test

Um zu erfassen, wie sich die Spannungen unter Last verhalten, haben wir das EG565AX-VE(G) FMA ausgiebigen Tests unterzogen. Dabei lief es über einen Tag lang durchgehend und musste den Rechner immer wieder wärend diversen Benchmarks wie 3DMark05 und auch Games mit Strom versorgen. Natürlich gönnten wir dem Netzteil auch kleine Verschnaufpausen zwischendurch.

Die Tests wurden mit folgender Hardware durchgeführt:

CPU: Athlon64 3200+ Venice
Mainboard: MSI K8N Neo4
RAM: 2x512MB 400MHZ Corsair TwinX CL2 (DualChannel)
Grafikkarte: Sapphire Radeon X800 GTO Fireblade

Dabei ergaben sich für die verschiedenen Schienen folgende werte.







Wie man gut sehen kann, schwankten die Spannungen nur extrem gering um die Sollwerte herum und erreichen nicht mal ansatzweise die Toleranzgrenzen. Das EG565AX-VE(G) FMA konnte also beweisen, dass es auch mit härtesten Belastungen problemlos klarkommt.

Zur Betriebslautstärke lässt sich nur sagen, dass uns die Möglichkeit, die Lüfterdrehzahl des EG565AX-VE(G) FMA zu regulieren, sehr gut gefallen hat, da sich damit das Netzteilt sehr leise betreiben lässt.

Fazit

Pro
- mit 535W sehr leistungsstark
- sehr stabile Spannungen
- leise
- sehr gute Verarbeitung

Contra
- etwas langweiliges Äußeres
- kein modulares Kabelmanagement
- 20+4- und 4+4-Pinstecker etwas umständlich zu handhaben


Das EG565AX-VE(G) FMA von Enermax konnte uns ins Sachen Verarbeitung und Leistung voll und ganz überzeugen. Wir waren nicht in der Lage auch nur einen Verarbeitungsmangel festzustellen und die stabilen Spannungen, die das EG565AX-VE(G) FMA selbst unter hoher Last zur Verfügung stellt, sprechen für sich. Dennoch ist das Netzteil im Betrieb angenehm leise, wenn man die Lüfterdrehzahl leicht herunterregelt. Leider verfügt das EG565AX-VE(G) FMA aber nur über feste Kabel und sieht sehr standardmäßig aus. Das trübt das gute Gesamtbild etwas, ändert aber nichts daran, dass das EG565AX-VE(G) FMA technisch ein brilliantes Netzteil ist, welches mit einem Preis von ca 90 Euro auch noch sehr erschwinglich ist.

Aufgrund dieser kleinen Minuspunkte reicht es leider nicht für einen Goldaward, sondern "nur noch" für den Silberaward in Verbindung mit dem Poweraward.


DeXgo-Silber-Award DeXgo-Power-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Snippy verfasst.
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