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Enermax Galaxy 1000W & Tagan Turbojet 1100W


Einleitung

Die Computertechnik schreitet heutzutage mehr voran denje. Es werden immer neue Grenzen überschritten und Produkte entwickelt, die im Grunde garnicht ausgereizt werden können, sondern als Musterbeispiele des Fortschritts gelten. Genauso verhält es sich auch auf dem Netzteilmarkt mit dem Tagan Turbojet und dem Enermax Galaxy, die als Erste ihrer Art die 1kW-Marke der Netzteile für Desktoprechner gesprengt haben. Diese 2 Netzteile haben wir heute im Test, um euch zu zeigen, was die neue Technik zu bieten hat.

Verpackung
Das Enermax Galaxy 1000W kommt in einem bereits sehr auffällig großen Karton. Bei einem Blick auf die Bilder des Netzteils wird schnell klar, warum der Karton so groß ist - das Enermax Galaxy ist weitaus länger, als man es von gewöhnlichen ATX-Netzteilen kennt.
Auf den Seiten des Kartons findet man einige kurze Infos zu den Spezifikationen, bzw. Besonderheiten und zu den modularen, bzw. festen Kabeln.
Öffnet man die eigentliche Verpackung, so kommen 2 neue Kartogagen zum Vorschein, in die "Power, Unleashed" bzw. "Accessory Box" eingeprägt wurde. Was man in welchem Karton vorfinden wird, ist somit klargestellt.
Im großen Karton befindet sich natürlich das Netzteil. Es wurde zum Schutz gegen Transportschäden in Noppenfolie eingewickelt und zusätzlich noch mit einem Pappüberzug versehen.
Lieferumfang
In der Accessory Box befindet sich folgender Lieferumfang:

- Modulare Kabel
- Kaltgerätekabel
- Tasche für Kabeltransport
- Bedienungsanleitung
- Befestigungsschrauben
- 3x Schutzkappen für Stecker
- Enermaxaufkleber
- Enermaxschlüsslanhänger
- Werbebroschüre
Die Bedienungsanleitung des Galaxy wurde in 7 Sprachen (darunter Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Spanisch) verfasst. Unter anderem beinhaltet sie folgende Punkte: Installationshinweise, Systemkühlhinweise, zusätzliche Hinweise, PowerGuard Funktion und Kabel und Anschlüsse.

Verpackung
Auch das Tagan Turbojet kommt augenscheinlich in einem Karton, der natürlich in dem tagan-typischen Design bedruckt wurde.
Beim zweiten Blick stellt sich dieser Karton allerdings nur als "Überzug" heraus. Die eigentliche Verpackung ist denkbar ungewöhnlich: Ein Koffer.
Die "Verpackung" des Tagan Turbojet außerhalb des Kartons.
Auch auf den Seiten dieses Pappüberzuges findet man Infos zu den Kabeln, bzw. zu den Spezifikationen und Besonderheiten des Netzteils.
Lieferumfang
Im Koffer findet man das Netzteil, die Bedienungsanleitung und eine Box mit Zubehör.
Letztere beinhaltet den restlichen Lieferumfang:

- Umstecker 4-Pin-Molex zu 2x FDD
- Klettbänder und Kabelbinder
- Kaltgerätekabel
- 4x Umstecker SATA zu 4-Pin-Molex
- Befestigungsschrauben
Die Anleitung des Tagan Turbojet wurde in 6 Sprachen verfasst. Sie geht dabei auf folgende Punkte ein: Inhaltsliste, Pinbelegungen und Installation - Schritt für Schritt.

Enermax Galaxy

Grunddaten
Leistung: 1000W
Eingangsspannung: 100-240V (Automatische Erkennung)
Eingangsfrequenz: 50-60Hz

Belastbarkeit der Einzelschienen
+3,3V: 30A
+5V: 30A
+12V1: 17A
+12V2: 17A
+12V3: 17A
+12V4: 17A
+12V5: 17A
-12V: 0,6A
+5Vsb: 6A

Maximalleistung diverser Leitungen zusammen
+3,3V/+5V: 200W
+12V1/+12V2: 408W
+12V3-5: 492W
+12V1-5: 900W
-12V: 7,2W
+5Vsb: 30W
Gesamt: 1000W

Belegung der +12V-Leitungen

+12V1: Ein Teil des 4+4-Pin- und des 8-Pin-Steckers (CPU)
+12V2: Anderer Teil des 4+4-Pin- und des 8-Pin-Steckers (CPU)
+12V3: 24-Pin-Stecker (Mainboard) / PCIe / SATA
+12V4: PCIe-Master (Für die leistungsstärkste Grafikkarte) / 4-Pin-Molex / FDD
+12V5: Alle modularen Kabel (incl der 2 modularen PCIe-Kabel)

Man sieht, dass die 5 Leitungen so ausgelegt wurden, dass die Stromversorgung der CPU vom Rest des Systems abgeschottet ist. Dies ermöglicht eine hohe Ausfallsicherheit und maximale Stabilität.


Tagan Turbojet

Grunddaten
Leistung: 1100W
Eingangsspannung: 100-240V (Automatische Erkennung)
Eingangsfrequenz: 50-60Hz

Belastbarkeit der Einzelschienen
+3,3V: 28A
+5V: 28A
+12V1: 20A
+12V2: 20A
+12V3: 20A
+12V4: 20A
+12V5: 20A
+12V6: 20A
-12V: 0,8A
+5Vsb: 6,5A

Maximalleistung diverser Leitungen zusammen
+3,3V/+5V: 180W
+12V1/+12V2: 432W
+12V3/+12V4: 432W
+12V5/+12V6: 432W
+12V1-6: 960W
-12V: 9,6W
+5Vsb: 32,5W
Gesamt: 1100W

Belegung der +12V-Leitungen

+12V1: 20+4-Pin-Stecker (Mainboard)
+12V2: 8-Pin- und 4+4-Pin-Stecker (CPU)
+12V3: PCIe1 / SATA-Strang Nr.1
+12V4: PCIe2 / SATA-Strang Nr.2
+12V5: PCIe3 / 4-Pin-Molex-Strang Nr.1
+12V6: PCIe4 / 4-Pin-Molex-Strang Nr.2

Auch hier wurden die Stromversorgung der CPU (Diesmal aber incl Mainboard) vom Rest der Leitungen getrennt. Sehr gut gefällt uns die Idee, jeden PCIe-Anschluss mit einer seperaten 12V-Leitung zu versorgen, was beim Galaxy nur bedingt der Fall ist. Dies ermöglich eine bestmögliche Sicherheit bei leistungsstarken Quad-Graphic-Systemen mit vier PCIe-Grafikkarten.

Leistungensdaten zusammengefasst

Kennt man bisher nur Leistungsdaten von "gewöhnlichen" Netzteilen, dann wird einem mit Sicherheit beim Anblick dieser Daten das Wasser im Munde zusammenlaufen. Besonders die Verwendung von sage und schreibe 5 bzw. sogar 6 12V-Schienen ist ein absolutes Unikum auf dem Netzteilmarkt, wird aber natürlich bei den Rechnern, für die diese Netzteile angefertigt wurden, ein absolutes Muss. Es wird verlangt, dass diese Netzteile Computer mit 4 CPUs, 4 Grafikkarten, etlichen Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 2stelligen Anzahl Festplatten sicher und stabil mit Strom versorgen können.

Trotzdem gibt es zwischen den beiden Netzteilen mal abgesehen von der Verteilung der Leitungen natürlich kleine Leistungsunterschiede. Diese wären auf den Punkt gebracht, dass das Tagan Turbojet auf seinen +12V-Leitungen insgesamt mehr Leistung zur Verfügung stellen kann, als das Produkt von Enermax. Letzteres hingegen ist auf den Leitungen +3,3V und +5V mehr "betucht". Ansonsten sind die Leistungsdaten recht ähnlich.

Äußere Ansichten - Enermax Galaxy

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die enorme Größe des Enermax Galaxy bereits über den Karton vermutbar. Jedoch überrascht es bei jedem Blick wieder, dieses Monstrum in Echt zu sehen. Das Netzteil misst 86mm x 150mm x 220mm und wiegt satte 5,6kg.

Dies ist natürlich ein gewisses Manko, zumindest, wenn es in einem kleinen Gehäuse verbaut werden soll.
Optisch kann das Galaxy hingegen voll und ganz überzeugen. Es kommt in einer sehr tiefen, schwarzen Lackierung und die goldenen Lüftergitter passen sich sehr gut in das Gesamtbild ein. Auch der transparente 135mm-Lüfter auf der Unterseite wirkt im Verhältnis zur Gesamtgröße keineswegs übertrieben und lässt einen dezenten Blick in das Innere des Galaxy zu. Der Lüfter soll aber natürlich nicht nur gut aussehen, sondern ermöglich auch eine sehr gute Durchlüftung bei verhältnismäßig geringer Lautstärke.
Die Vorderseite des Enermax Galaxy ist denkbar unspektakulär. Hier verlassen die festen Kabel das Gehäuse, bzw. liegen die Buchsen für den Anschluss der modularen Kabel (Rot = PCIe, schwarz = SATA/HDD/FDD)
Auf der Rückseite finden wir gewohnter Weise die Kaltgerätebuchse und einen im Gesamtbild winzig wirkenden 80mm-Lüfter, der seinen Großen Bruder bei der Kühlung des Netzteils unterstützt. Ungewöhnlich erscheint da schon eher der große, rote Power-Schalter.

Ein neues Feature ist der neben dem Schalter befindliche Taster inklusive der LED. Die LED zeigt durch verschiedene Blink-, oder Leuchzustände in verschiedenen Farben unterstützt durch Peepcodes bestimmte Störungsfälle und Zustände an (Standby, Normalbetrieb, kein AC-Input, Lüfterversagen, Netzteil läuft nicht störungsfrei (z.B. Kurzschluss) usw.). Das Warnsignal kann - einmal ausgelöst - mit Hilfe des Tasters deaktiviert werden.
Auf der Oberseite des Enermax Galaxy befindet sich eine Tabelle mit den Leistungsdaten des Netzteils.

Egal aus welcher Perspektive man das Netzteil auch betrachtet, es ist kurz gesagt top verarbeitet. Äußerlich konnte wir nicht den geringsten Mangel feststellen.
Zum Abschluss der äußeren Betrachtung noch ein Größenvergleich:
Das Galaxy liegt hier an der Hinterseite bündig am Gehäuserand liegend auf einem Codegen 4063-CA mit den Abmessungen 455 x 200 x 415 mm. Es handelt sich also um ein recht gewöhnliches Midicase. Trotzdem kann man gut sehen, dass es zwischen dem Netzteil und eventuellen optischen Laufwerken sehr sehr eng wird (Um genau zu sein hat man hier abzüglich der Höhe der Buchsen für modulare Kabel noch effektive 2cm Platz) und unter Umständen auch keine modularen Kabel verbaut werden können. In kleineren Gehäusen kann es also durchaus Schwierigkeiten mit der Montage des Galaxy geben.
Jedoch ist auch zu beachten, dass das hier verbaute optische Laufwerk relativ tief ist. Wie man sieht ist das darüberliegende Laufwerk, von welchem nur die Unterkante zu erkennen ist, deutlich kürzer. Hiermit würde es bei der Montage weniger brisant werden.

Äußere Ansichten - Tagan Turbojet
Das Tagan Turbojet kommt vom äußeren Erscheinungsbild her sehr schlicht herüber. Es sieht der Tagan Dual Engine Serie mit seiner ebenso mattschwarzen Lackierung und dem Dual-Fan-Design sogar zum Täuschen ähnlich. Umso bewundernswerter ist es, dass in diesem unscheinbaren und normalgroßen Netzeil so eine topaktuelle, leistungsstarke und zukunftsweisende Technik steckt.
Auf der Hinterseite des Turbojet befindet sich neben der Kaltgerätebuchse und dem Power-Schalter einer der 2 80mm-Lüfter. Zum Schutz wird er von einem silbernen Lüftergitter bedeckt.
Auf der gegenüberliegenden Seite nur etwas seitenversetzt finden wir den 2ten Lüfter. Diese Lüfteranordnung ermöglicht einen direkten Luftstrom durch das Gehäuse und somit einen schnellen Abtransport der aufgewärmten Luft.
Auch zu erkennen ist, dass der gesamte Kabelbaum durch einen Kabelbinder zusammengehalten wird.
In die eine Seite des Tagan Turbojet wurde der Firmenschriftzug eingeprägt. Außerdem befinden sich hier wabenförmige Aussparungen, wahrscheinlich um einige an der Seite liegende Bauteile besser mitkühlen zu können.

Die festen Kabel

Betrachten wir nun, welche Anschlüsse fest - also nichtmodular - am Enermax Galaxy vorhanden sind.
Den Anfang macht hier der große 24-Pin-Mainboardstecker. Dabei handelt es sich um einen reinen 24-Pin-Stecker, nicht um ein "20+4"-Exemplar. Dies schränkt natürlich die Kompatiblität mit alten 20-Pin-Mainboards ein, jedoch sollte man sich die realistische Frage stellen, wer vorhaben könnte, ein vergleichbar "altes" System mit einem 1000W-Netzteil zu befeuern.
Ansonsten wird eine maximale Kompatiblität durch den 4+4-Pin- und den 8-Pin-Stecker gewährleistet. Um ein falsches Einstecken zu verhindern, wurden "CPU only"-Aufkleber an den Kabeln angebracht.

Alle genannten Kabel, die am Mainboard eingesteckt werden, sind 60cm lang und somit auch für große Tower ausreichend dimensioniert.
2 Kabel für die Stromversorgung von PCIe-Grafikkarten sind ebenfalls fest am Netzteil angebracht. Eins hiervon ist der leistungsstärksten Grafikkarte zugedacht und ist mit "PCI-E Master" beschriftet. Beide Kabel sind 55cm lang.
Jeweils ein Kabel mit 3 SATA- bzw 4-Pin-Molex-Anschlüssen bringt das Galaxy auch noch "von Haus aus" mit. Die Anschlüsse liegen 45cm, 60cm und 75cm vom Netzteil entfernt. Auch diese Kabel sind somit ausreichend lang.
Zu guter Letzt ist noch ein 65cm langes Kabel mit 3-Pin-Molex-Anschluss vorhanden, das es - angeschlossen an ein Fananschluss des Mainboards - ermöglicht, die Drehzahlen der Netzteillüfter auslesen.

Die modularen Kabel

Insgesamt stehen am Enermax Galaxy 1000W 8 Buchsen für den Anschluss modularer Kabel zur Verfügung (2 davon für PCIe oder den zusätzlichen "RAM-Poweranschluss" und die Restilichen für 4-Pin-Molex, FDD oder SATA). Folgende modulare Kabel werden mitgeliefert:
3x 4-Pin-Molex
Das hier zu sehende Kabel ist bei der 1000W-Version des Galaxy 3 mal vorhanden. Das Kabel hat die gleichen Abmessungen, wie sein festes Gegenstück.
2x 4-Pin-Molex + FDD

Von den Abmessungen vergleichbar mit oben genanntem Kabel, wurde hier lediglich der letzte 4-Pin-Molex-Stecker gegen einen FDD-Stecker ausgetauscht. Dieses Kabel ist 2 mal im Lieferumfang enthalten.
3x SATA

Auch das satte 5 mal vorhandene, mit 3 SATA-Anschlüssen bestückte modulare Kabel hat seine Anschlüsse ganz gewohnt bei 45cm, 60cm und 75cm.
PCIe

Mit diesem Kabel können weitere PCIe-Grafikkarten mit Strom versorgt werden. Da 2 dieser Kabel 45cm langen Kabel vorhanden sind, ist das Enermax Galaxy kombatibel zu System mit bis zu 4 Grafikkarten.
4-Pin 12V

Dieses Kabel wir in eine der beiden PCIe-Buchsen eingesteckt und wird bei Hochleistungssystemen mit 4 CPUs und 32-64GB Ram benötigt. Es ist ebenso wie die PCIe-Kabel 45cm lang.

Die Kabel des Tagan Turbojet

Das Tagan Turbojet verfügt, wie man auf den vorherigen Bildern erkennen konnte, über keine modularen Anschlüsse. Dies hat Vor- und Nachteile. Der große Nachteil ist natürlich, dass man mit einem nichtmodularen Kabeldesign unter Umständen eine Menge unbenutzter Kabel im Gehäuse hat. Der Vorteil ist weniger offensichtlich, aber dadurch nicht minder schwerwiegend, denn durch den elektrischen Widerstand der zusätzlichen Kontaktstelle (Buchse-Stecker-Verbindung) geht garnicht mal so wenig Leistung verloren. Dies merkt man sehr deutlich, da die Kontaktstellen sich stark erhitzen. Außerdem ist bei modularen Kabeln ein deutlicher Spannungsdrop zu verzeichnen, wenn die Adern belastet werden, dazu aber noch mehr im Leistungstest der Netzteile. Ihr solltet diesen Punkt aber auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Insgesamt nehmen wir wegen des "Pro und Contra" aber der Bewertungsaspekt "modular oder nichtmodular" aus dem Test heraus.
Zum Anschluss an das Mainbaord verfügt das Tagan Turbojet über ein 20+4-Pin-Anschluss. Somit ist auch die der Anschluss an ältere Systeme möglich. Das Kabel des 20+4-Pin-Anschluss ist 45cm lang.
Zur Versorgung der CPU verfügt unser Sample über einen 4+4-Pin-Stecker mit einer Länge von ebenfalls 45cm. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich bei dem Sample vom den Kabeln her nicht um die aktuell verfügbare Version des Tagan Turbojet handelt. Technisch sind die Netzteile absolut identisch. Das im Handel erhältliche Netzteil verfügt jedoch über einen 4-Pin- und einen 8-Pin-Anschluss, wie auch das Enermax Galaxy.
Um auch für Quad-Grafik-Systeme gerüstet zu sein, verfügt das Tagan Turbojet über 4 45cm lange PCIe-Stromanschlüsse. Diese sind nummeriert und sollten abhängig davon, wieviele Grafikkarten man nun benutzt, auch in der jeweiligen Reihenfolge verbunden werden. (Bei 2 Grafikkarten also Stecker 1 und 2, bei 3 Karten Stecker 1, 2 und 3 usw...)
Von diesen Kabeln mit 3x 4-Pin-Molex + FDD sind 2 Stück am Turbojet enthalten. Die Stecker sind jeweils 45cm, 60cm, 75cm und 90cm vom Netzteil entfernt. Leider sind die Kabel nicht gesleeved, was nicht so schön für das optische Gesamtbild ist.
Außerdem verfügt das Turbojet noch über 2 mit jeweils 4 SATA-Anschlüssen bestückte Kabel. Diese sind von den Maßen genau gleich mit den oben genannten Kabeln und sind ebensowenig gesleeved.
Welches Kabel ebenso bei unserer Testversion fehlte, jedoch beim im Handel erhältlichen Exemplar vorhanden ist, ist das Erdungskabel.

Zur besseren Vergleichbarkeit hier noch eine tabellarische Auflistung aller Anschlüsse der beiden Netzteile.

VergleichEnermax Galaxy 1000WTagan Turbojet 1100W
Mainboard24-Pin20+4-Pin
CPU und System4+4-Pin / 8-Pin / Modularer 4-Pin4-Pin / 8-Pin
4-Pin-Molex3x (+ 13x modular)6x (+ 4x mit Umstecker )
SATA3x (+ 15x modular)8x
FDD2x modular2x (+2x mit Umstecker)
LüftersignalVorhandenNicht vorhanden
ErdungNicht vorhandenVorhanden
Bei der Anzahl von 4-Pin-Molex- und SATA-Steckern des Enermax Galaxy ist natürlich zu beachten, dass nicht überall das Maximum ausgereizt werden kann, da nur 6 Buchsen für die modularen Kabel zur Verfügung stehen. Würde man jedoch 5 mal das 3-fache SATA-Kabel und einmal das 3-fache 4-Pin-Molex-Kabel einstecken, so stünden dem User incl der festen Kabel 18 SATA- und 6 4-Pin-Molex-Anschlüsse zur Verfügung. Man kann am Enermax Galaxy also maximal 24 Festplatten anschließen. Beim Tagan Turbojet sind es hingegen "nur" 14 Stück (8 mal SATA + 6 mal 4-Pin-Molex, oder maximal 10 mal 4-Pin-Molex + 4 mal SATA durch die Verwendung der mitgelieferten Umstecker).

Innere Ansichten

Wie immer gilt hier zu sagen, dass es in einem Netzteil keine Teile gibt, die eine Wartung benötigen. Darum ist es nicht zu empfehlen, Netzteile zu öffnen. Einmal verliert ihr damit eure Garantie auf das Produkt und zusätzlich setzt ihr eure Gesundheit aufs Spiel, da im Netzteile hohe Spannungen anliegen und hohe Ströme fließen können. Das Öffnen von Netzteilen sollte somit fachkundigem Personal überlassen werden!
Enermax Galaxy
Das Netzteil ist schnell durch das Lösen von 4 Schrauben geöffnet. Ist der Deckel einmal entfernt, haben wir einen guten Einblick auf den riesigen transparenten 135mm-Lüfter mit der Beschriftung "Silence".
Das Innere des Galaxy wirkt überraschend übersichtlich. Die Kabel sind sehr sauber nur seitlich an der Elektronik entlang verlegt. Somit behindert nichts einen guten Luftstrom durch das Gehäuse und somit eine effektive Kühlung. Die Kabel wurden bis ins Gehäuse gesleeved und zusätzlich noch mit Kabelbinder fixiert.
In der Mitte zwischen den schwarzen Kühlkörpern befinden sich die 3 (!) Transformatoren des Enermax Galaxy. Anhand der Platine mit den Buchsen für die modularen Kabel lässt sich gut erkennen, dass auch die Verarbeitung im Inneren makellos ist.
Tagan Turbojet
Im Tagan Turbojet geht es wegen der geringeren Gesamtgröße des Gehäuses natürlich etwas enger her. Die riesigen aufgefächerten Kühlkörper überdecken die meisten Bauteile. Auch hier verlaufen die Kabel wieder ausschließlich neben den Kühlkörpern, um den Luftstrom nicht zu behindern. Die Enden der Kabel wurden sogar mit Schrumpfschlauch ummandelt, sehr vorbildlich!
Die 2 Transformatoren des Turbojet sind wieder in der Mitte zwichen den Kühlkörpern zu finden.

Verarbeitungsmangel konnte wir im Inneren des Turbojet keine finden.

Leistungstest

Kommen wir nun zum wohl interessantesten Teil des Reviews - dem Leistungstest.

An dieser Stelle geht unser Dank nochmals an André Hinze und Weili Wu von Maxpoint, die uns ihr Labor für die unabhängige Testreihe zur Verfügung gestellt haben.

Große Worte zum Teststand werde ich mir an dieser Stelle sparen. Es sei nur soviel gesagt, als dass es mit der Ausrüstung möglich war, jede Ader der Netzteile mit einer frei wählbaren Stromstärke zu belasten und dabei Eingangsleistung, gesamte Ausgangsleisung, Spannungen, PF-Faktor, Effizienz und die Temperatur der Abluft zu bestimmen. Es wurden mit jedem Netzteil jeweils 6 Belastungszustände simuliert (5%, 30%, 50%, 80%, 100% auf 3,3V/5V und 100% auf 12V-Adern) und dann die oben genannten Messwerte bestimmt/errechnet. Der Aufbau sah dabei wie folgt aus:
Kommen wir nun also zu den Messreihen in tabellarischer Form. Die Tabellen enthalten jeweils die Gesamtleistung, die von den Verbrauchern simuliert wurde, die Bezeichnungen der Adern, die geforderte Stromstärke(I)/Leistung(P) und die tatsächlich erbrachte Spannung(U). Unter der Tabelle stehen dann Eingangsleisung(Input) und tatsächliche Ausgangsleisung des Netzteils insgesamt (Total), Effizienz, der PF-Faktor und zu guter Letzt die Temperatur der Abluft.

Enermax Galaxy
59,9W (5,4%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V53,3V
Stromstärke in A0,10,10,5110,910,10,5
Leistung in W0,51,22,5121210,8121,21,7
Spannung in V5,07-12,055,0612,112,112,0512,212,33,37
Input: 88,9W ; Total: 65,4W ; Eff.: 73,6% ; PF: 0,857 ; Temp.: 25°C

310,8W (31,1%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V53,3V
Stromstärke in A1,50,36444449
Leistung in W7,53,630484848484829,7
Spannung in V5,01-12,075,0211,91212,1912,112,163,29
Input: 381W ; Total: 312,36W ; Eff.: 82% ; PF: 0,953 ; Temp.: 27,9°C

509,3W (50,9%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V53,3V
Stromstärke in A30,4106,56,56,56,56,515
Leistung in W154,850787878787849,5
Spannung in V4,94-12,14,9911,811,812,1112,112,053,24
Input: 611W ; Total: 507,3W ; Eff.: 83% ; PF: 0,965 ; Temp.: 28,5°C

800,2W (80%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V53,3V
Stromstärke in A50,518101010101024
Leistung in W2569012012012012012079,2
Spannung in V4,98-12,124,9411,611,511,912,0211,93,21
Input: 939W ; Total: 788W ; Eff.: 83,9% ; PF: 0,976 ; Temp.: 29,2°C

986,4W (98,6%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V53,3V
Stromstärke in A60,62412,512,512,512,512,524
Leistung in W307,212015015015015015079,2
Spannung in V4,94-12,144,9111,511,412,0311,911,83,23
Input: 1170W ; Total: 964,5W ; Eff.: 82,4% ; PF: 0,983 ; Temp.: 30,2°C

997,6W (99,8%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V53,3V
Stromstärke in A60,617A17A13,5A13,5A13,5A13,5A8
Leistung in W307,24020420416216216226,4
Spannung in V4,97-12,12511,411,31211,811,73,31
Input: 1160W ; Total: 969,15W ; Eff.: 83,5% ; PF: 0,982 ; Temp.: 30°C


Die Testergebnisse des Enermax Galaxy konnte uns voll und ganz zufriedenstellen. Es konnte die Spannungen die ganze Zeit weit innerhalb der Toleranzen liefern und das bei einer sagenhaften Effizienz von bis zu 84%. Es ist zu beachten, dass für den Test die Adern 12V1 und 12V2 mit Hilfe eines Verbindungsstückes verkabelt werden mussten. Darum sind die Spannungen bei höherer Belastung immer weiter abgefallen, dies wäre im Normalfall natürlich nicht in dem Ausmaße geschehen. Für die Datenauswertung müssen diese beiden Adern also etwas draußen vor gelassen werden. Spannungstechnisch sind vor allem die Adern 12V3-5 von Interesse und es zeigt sich hier, dass im Vergleich von 12V3/4 zu 12V5 doch leichte, konstante Unterschiede vorhanden sind. Die Spannung von 12V5 ist nämlich bei höherer Belastung immer ein Stückchen niedriger als der Rest (Ca 0,1V). Errinnern wir uns noch einmal zurück an die modularen Kabel und dabei fällt auf, dass diese über die fünfte 12V-Ader versorgt werden. Der Spannungsdrop kommt also alleine durch den Widerstand der zusätzlichen Kontaktstelle der moldularen Kabel zu Stande. Hiermit haben wir nun also einen handfesten Nachteil von modularen Kabeln.

Von der Lautstärke her hat uns das Galaxy sehr gut gefallen. Durch den riesigen 135mm-Lüfter wird eine ausreichende Kühlung selbst bei niedrigster Geräuschkulisse gewährleistet. Beide Lüfter im Netzteil sind natürlich temperaturgesteuert, aber auch auf Volllast ist die Lautstärke noch absolut in Ordnung.

Tagan Turbojet
59,9W (5,4%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V512V63,3V
Stromstärke in A0,10,10,51110,50,50,50,5
Leistung in W0,51,22,51212126661,7
Spannung in V5,17-12,125,0612,1212,112,112,112,112,13,38
Input: 89,7W ; Total: 64,45W ; Eff.: 67,4% ; PF: 0,878 ; Temp.: 26°C

343,9W (31,3%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V512V63,3V
Stromstärke in A1,50,354444446
Leistung in W7,53,62548484848484819,8
Spannung in V5,08-12,15,0112,0912121212,1123,31
Input: 481W ; Total: 344,8W ; Eff.: 82,4% ; PF: 0,946 ; Temp.: 28°C

561,3W (51%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V512V63,3V
Stromstärke in A30,496,36,36,36,36,36,313
Leistung in W154,84575,675,675,675,675,675,642,9
Spannung in V4,97-12,234,9512,0111,912121211,93,28
Input: 681W ; Total: 559,74W ; Eff.: 82,2% ; PF: 0,960 ; Temp.: 29,5°C

885,3W (80,5%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V512V63,3V
Stromstärke in A50,51310101010101021
Leistung in W2566512012012012012012069,3
Spannung in V4,97-12,514,9612,0911,812121211,93,3
Input: 1065W ; Total: 883,2W ; Eff.: 82,9% ; PF: 0,978 ; Temp.: 31,9°C

1097W (99,7%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V512V63,3V
Stromstärke in A60,82012,212,212,212,212,212,224
Leistung in W309,6100146,4146,4146,4146,4146,4146,479,2
Spannung in V4,94-12,464,9212,0511,8121211,911,83,3
Input: 1350W ; Total: 1091,4W ; Eff.: 80,8% ; PF: 0,984 ; Temp.: 35,4°C

1090,9W (99,2%)5VSB-12V5V12V112V212V312V412V512V63,3V
Stromstärke in A60,81112201212121211
Leistung in W309,65514424014414414414436,3
Spannung in V5-12,474,9912,0711,611,91211,911,83,35
Input: 1324W ; Total: 1080,2W ; Eff.: 81,6% ; PF: 0,984 ; Temp.: 34,9°C


Auch das Tagan Turbojet konnte durch stabile Spannungen voll und ganz überzeugen. Besonders die Adern für 5V und 3,3V waren nichmal bei der maximalen Belastung aus dem Rahmen zu bringen. Aber auch die 12V-Adern waren sehr stabil, lediglich durch satte 20A auf einer Adern war ein signifikanter Spannungsdrop zu verursachen, der aber noch innerhalb der Toleranzen lag. Etwas stark war die Spannungsschwankung jedoch auf der -12V-Ader.

Die Lautstärke des Turbojet ist allerdings, da es mit 2 80mm-Lüftern gekühlt wird, bei hoher Last sehr hoch. Den Volllastzustand wird man zwar nur äußerst selten erreichen, jedoch ist dies klar ein Negativpunkt. Durch die Temperaturregelung der Lüfter ist die Lautstärke bei halber Last und darunter aber in Ordnung, wenn es auch dort keinesweges lautlos arbeitet.

Fazit

Am Ende konnte sich zeigen, dass das Enermax Galaxy und das Tagan Turbojet ein Exempel in der Netzteiltechnik statuieren konnten. Beide Netzteile sind nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Leistungstest mit 1kW oder mehr belastbar. Sie haben somit eine neue Dimension für Desktop-Netzteile aufgetan. Nun gilt es nurnoch festzustellen, für welche Anwendungen, bzw Ansprüche welches Netzteil das Bessere ist:


Gesamtleistung und partielle Leistung:
In der Gesamtleistung hat das Tagan Turbojet ebenso wie in der Leistung auf den 12V-Schienen mit 1100W zu 1000W bzw mit 960W zu 900W die Nase vorn. Auf den Schienen für 3,3V und 5V kann das Enermax Galaxy jedoch mehr Leistung zur Verfügung stellen (200W zu 180W).

Effizienz
Die Effizienz des Enermax Galaxy konnte uns voll und ganz überzeugen. Es stellte sich heraus, dass diese tatsächlich bis auf knapp 84% anstieg. Der niedrigste Wert bei 30%-100% Auslastung lag immernoch bei sehr guten 82%. Das Tagan Turbojet kam insgesamt "nur" auf eine Effizienz von 81%-83%

Stabilität
In Sachen Stabilität haben sich beide Netzteile nichts genommen.

Kabel
An das Enermax Galaxy lassen sich bis zu 24 Festplatten anschließen und durch die 2 4-Pin- und den 8-Pin- Stecker ist es für alle Anwendungen gewappnet. Das Tagan Turbojet unterstützt nur bis zu 14 Festplatten und es fehlt hier der 2te 4-Pin-Stecker. Allerdings ist das Turbojet durch den 20+4-Pin-Stecker auf zu älteren System kompatibel.

Optik
Von der Optik her stellt sich das Enermax Galaxy als klarer Sieger geraus. Durch den tiefschwarzen Lack und die goldenen Lüftergitter ist es ein wahrer Augenschmaus. Auch, dass alle Kabel sauber gesleeved wurden, ist hier ein Pluspunkt.

Lautstärke
Betrachtet man die Lautstärke als wichtigen Faktor, so gewinnt hier klar das Enermax Galaxy durch seinen langsam drehenden 135mm-Lüfter. Zwar ist das Netzteil auf Volllast auch hörbar, jedoch nicht so deutlich wie das Turbojet von Tagan.

Abmessungen/Einbau
In Sachen Größe liegt das Tagan Turbojet deutlich vorn. Es vereint die geballte Leistung in einem gewöhnlich großen Gehäuse und kann somit auch wie ein Standard-Netzteil verbaut werden. Besonders in kleineren Gehäuse kann es mit dem Galaxy dagegen schonmal sehr eng werden.

Preis
Natürlich sind beide Netzteile noch recht teuer. Immerhin sind es die Leistungsstärksten auf dem Markt und bilden somit die absolute Oberklasse. Die OVP beläuft sich auf 400Euro für das Tagan Turbojet und 350Euro für das Enermax Galaxy


Zu guter Letzt haben sich beide Netzteile aber ihren Gold- und Power-Award redlich verdient!
DeXgo-Gold-Award DeXgo-Power-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland und MaxPoint.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Snippy verfasst.
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