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Xigmatek AIO-S80DP


Einleitung

Heute haben wir einen neuen All-in-one CPU-Wasserkühler aus dem Hause Xigmatek auf dem Prüfstand. Er heißt Xigmatek AIO-S80DP, kommt gerade erst auf den Markt und verspricht Leistung auf höchstem Niveau und kleinstem Raum bei angenehmer Geräuschkulisse. Ob er wirklich hält, was er verspricht und wie er sich schlägt, erfahrt ihr in unserem Test auf den nächsten Seiten.

Verpackung & Lieferumfang
Unser Kandidat kommt gut verpackt in einem wohldesignten schwarzen Karton daher.
Enthalten sind:
- AIO-S80DP
- Befestigungsmaterial für Intel 478/LGA775 und AMD 754/939/940/AM2
- 2x Molex Adapter
- Silikonwärmeleitpaste
- Mehrsprachige Montageanleitung
Spezifikationen
Es folgen die wichtigsten Spezifikationen. Eine vollständige Liste gibt es auf der Xigmatek Website.

Abmessungen (LxBxH):121mm x 114mm x 128mm
Gewicht:840g
Geeignet für:Sockel 478/754/939/940/LGA775/AM2
Lüfter
Umdrehungen:1800 - 3600 1/min (+-10%)
Durchsatz:27.68 - 52.72 CFM
Schalldruck:20 - 32 dBA
Anschluss:4 Pin (PWM Ready)
Pumpe
Durchsatz:72 l/h
Schalldruck:19 dBA
Anschluss:3 Pin

Funktionsweise
Obwohl man es ihm auf den ersten Blick nicht ansieht, handelt es sich bei dem AIO-S80DP um einen vorgefüllten All-in-one CPU-Wasserkühler. Die folgende Explosionszeichung aus dem Handbuch sollte über den Aufbau Klarheit verschaffen.
Die Bodenplatte besteht aus Kupfer und liegt auf der CPU auf. An der Innenseite befinden sich Lamellen, die vom Wasser umströmt werden und somit die Wärme abgeben. Darüber befindet sich der Wassertank. Es geht weiter mit der Radiatorbefestigungen, den zwei Radiatoren, der Pumpe und dem 80mm Lüfter. Prinzipiell funktioniert der Kühler wie eine "große" Wasserkühlung. Das Wasser strömt über die Kupferlamellen, wo es Wärme aufnimmt, hin zu den durch den Lüfter gekühlten Radiatoren, gibt die Wärme wieder ab und fließt wieder zurück.
Verarbeitung
Der Kupferboden wurde sauber geschliffen, jedoch nicht poliert; es gibt keine scharfen Kanten oder Ecken, an denen man sich verletzen könnte und die Schrauben wurden ordentlich in den Boden eingelassen. Hier gibt es nichts zu beanstanden.
Der "Flüssigkeitsheber", also der Teil, welcher mit der CPU in Kontakt kommt, ist aus Kupfer gefertigt, die beiden Radiatoren aus Aluminium. Der Hersteller gibt einen wartungsfreien Betriebzeitraum von 30.000 Stunden an, was knapp dreieinhalb Jahren Dauerbetrieb entspricht.

Aufpassen sollte man mit den Alulamellen des Radiators, die sich leicht verbiegen lassen, auch durch unbeabsichtigt falsches Anfassen. Die Kabel sind verdrillt und mit einem Schrumpfschlauch ummantelt. Die Kunststoffhalterungen überzeugen ebenfalls durch Stabilität. Der Kühler ist insgesamt sehr gut verarbeitet und macht einen hochwertigen Eindruck.

Montage
Getestet wurde der Kühler auf einer 478er Plattform. Zur Montage des Kühlers ist ein Ausbau des Mainboards notwendig. Das alte Retention-Modul wird entfernt und es wird das entsprechende Xigmatek-Modul auf der Rückseite mit dem Mainboard verschraubt. An dieser Stelle fällt spätestens die nicht ganz übersichtliche Anleitung auf. Sie ist zwar in unterschiedlichen Sprachen - unter anderem auch in Deutsch - verfasst, aber nicht nach Sprachen unterteilt, sondern einfach abschnittsweise hintereinander übersetzt. Die Übersicht geht so leider vollkommen verloren.
Bei dem Einbau kommt ein weiteres Problem zu Tage: das neue Retention-Modul ist nicht für alle 478er-Boards geeignet. Verschiedene Bauteile auf dem Mainboard verhindern eine plane Auflage des Retention-Moduls. Das hat zur Folge, das es ca. 1mm höher liegt als gedacht und der Kühler so nicht richtig auf der CPU aufliegen kann.
Da wir den Test an der Stelle nicht abbrechen wollten, haben wir dennoch eine Lösung mit unserem geliebten Tool, dem Dremel gefunden. Die Unterseite der Halterung wurde im Radius von 5mm um die Bohrung zurechtgefräst, so dass sie der Auflagefläche des original Retention-Moduls entspricht.
Passt die neue Halterung einmal auf das Mainboard, geht der Rest recht zügig von statten.
Wärmeleitpaste auf die CPU, in unserem Fall noch eine Messdiode dazwischen, und festschrauben. Dabei sollte man die Schrauben bis zum Anschlag anziehen - ich hoffe das wird nicht missverstanden, die Rohrzange sollte dabei besser im Werkzeugkasten verbleiben - und schon ist der Kühler montiert. Das Anziehen der Schrauben ist für den Anpressdruck und damit für die Leistung sehr wichtig, passieren sollte dabei nichts, da dieser zusätzlich von dem Metallbügel reguliert wird.
Dann noch Lüfter und Pumpe anschließen; fertig ist die Montage. Die Länge der Anschlusskabel ist absolut ausreichend und sollte jedem die Möglichkeit geben, seinen Wunschanschluss zu finden. Der Lüfter verfügt übrigens über einen 4-poligen Stecker und ist somit vom Mainboard regelbar.

Lautstärke
Zunächst zur Lautstärke. Nach dem Anschalten folgte auch gleich der erste kleinere Schock: zu der Lautstärke fallen einem eine Menge Begriffe ein, "Leise" ist leider keiner davon.
Bei 12V dröhnt der AIO-S80DP so laut, dass an entspanntes Arbeiten kaum zu denken ist. Den nach unserem Empfinden schon recht lauten Intel Boxed stellt er dabei weit in den Schatten.
Regelt man ihn auf 7,5V runter, verdient er langsam das Adjektiv "leise". 7,5V war bei uns die Grenze, an der man langsam das Säuseln der Pumpe hören konnte.
Temperaturen
Als Test CPU diente ein Celeron D 320. Die Temperatur wird mittels Diode zwischen CPU und Kühler gemessen. Diese Methode hat zur Folge, dass der Kühler nicht Ideal auf der CPU aufliegt und die Temperaturen in unserem Test höher als im normalen Betrieb ausfallen. Im Vergleich zu den internen Sensoren sind die Messwerte aber immernoch weitaus brauchbarer.
Als Referenz dient der Intel Boxed Kühler. Die Messungen erfolgen je nach einer Stunde im aktuellen Modus (Idle/Load). Der Prozessor wurde mittels Prime95 ausgelastet.

Die Umgebungstemperatur wurde auf konstanten 20° C gehalten. Im den folgenden Diagrammen geben wir der Einfachheit halber die Delta-T (Differenztemperatur zwischen CPU- und Raumtemperatur) Werte in °K an.




Im Vergleich dazu die Temperaturen mit dem Intel Boxed Kühler:




Wie Eingangs erwähnt, ist die Geräuschkulisse bei 7,5V akzeptabel und auch nicht wesentlich störender als bei der Konkurenz. Einen Passivbetrieb ist auf keinen Fall empfehlenswert, nicht allein wegen der horrenden Temperaturen von 84°C sondern auch, weil man angesichts des Pumpegeräuschs nichts von einem lüfterlosen Betrieb hat.

Fazit
Abschließend lässt sich sagen, dass Xigmatek mit dem AIO-S80DP ein ausgefeiltes und leistungsstarkes Produkt auf den Markt gebracht hat, welches ein gutes Bindeglied zwischen Luft- und Wasserkühlung darstellt. Negativ aufgefallen sind die Lautstärke und die Kompatibilitätsprobleme; im speziellen bei 478er Mainboards. Da diese jedoch der aussterbenden Gattung angehören, wollen wir diesen Punkt, ebenso wie die missglückte Anleitung angesichts der sehr guten Kühlleistung milde in die Bewertung einfließen lassen.
Wenn der Kühler einmal passt und man den Lüfter mit nur 7V betreibt, hat man ein ausgezeichnetes Produkt vor sich. Nur als "silent", wie er beworben wurde, kann man ihn zumindest bei 12V nicht betrachten.
Pro & Contra
Pro
+ Kühlleistung
+ Verarbeitung
+ Kompakt

Contra
- Lautstärke
- Anleitung
- Kompatibilität
Award
Angesichts der beeindruckenden Kühlleistung und dem kompakten Design verleihen wir dem Xigmatek AIO-S80DP den Power Award. Für Gold reichte es aufgrund der Lautstärke, der Inkompatibilität mit 478er Mainboards und der unübersichtlichen Anleitung nicht, für Silber allemal.
DeXgo-Silber-Award DeXgo-Power-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Xigmatek.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Ryzion verfasst.
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