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Enermax Infiniti 720 Watt


Einleitung

700W, 800W, 900W oder doch lieber 1kW und mehr. In der Vergangenheit versuchten sich die Netzteilhersteller immer wieder in ihrer Gesamtleistung ihrer Produkte zu übertrumpfen. Doch auch die Kunden haben gemerkt, alleine eine hohe Leistung zeichnet ein gutes Netzteil nicht aus. Weitere Features müssen her. Enermax versucht mit der kurz vor der Cebit vorgestellten Infiniti-Serie neue Kunden zu gewinnen. Mit 650 bzw 720 Watt liegt die Infiniti-Serie zwischen den beiden erfolgreichen Serien Liberty und Galaxy. Ein großer Lüfter, eine hohe Effizienz, ein Überwachungssystem und 3 12V-Leitungen sollen dem Netzteil zum Durchbruch verhelfen.

Technische Daten

- 3 separate 12V Leitungen - für eine sichere und stabile Stromversorgung für CPU, GPU, Mainboard und Laufwerke
- PowerGuard - Anzeige des Netzteilsstatus durch 4 verschiedene Alarmmodi zum Schutze des gesamten Systems
- CoolGuard - Nachlauf verschiedener Systemlüfter nach dem Shut-Down. Erhöhung der Komponentenlebensdauer um bis zu 20%
- 82% bis 85% Effizienz - geringere Wärmeentwicklung sowie Verringerung der Stromkosten
- Kabelmanagement - Flexibilität durch modulare Kabel (S-ATA + P-ATA)
- Adapter - Flexible PCI-E Konfiguration für kommende Grafikkartengenerationen
- Sicherheit durch OCP (Überstromschutzschaltung), OVP (Überspannungsschutz), UVP (Primärer Unterspannungsschutz), OLP (Überlastungsschutz), SCP (Kurschlusssicherung) und OTP (Überhitzungskontrolle) für maximale Sicherheit.
- Leise & Kühl - der 13,5 cm Lüfter sorgt für kühle Temperaturen und ermöglicht ein angenehmes und leises Arbeiten
- 24/7 @ 40°C - Non-Stop volle Leistung bei 40°C

Verpackung
Eingeschweißt in Plastik kommt ein massiver Karton im typischen Enermax-Design daher.
Die Verpackung ist gespickt mit vielen Informationen. Ganz groß haben es vor allem die Symbole "RoHS", "Triple PCI Express" und "80Plus" auf die Verpackung geschafft.

RoHS: Kurz gesagt heisst das, dass keine problematische Materialien verbaut wurden. Unter anderem wird auf eine bleifreies Verlöten geachtet usw. Allerdings ist RoHS seit rund 2 Jahren gesetztlich vorgeschrieben. Warum ein so großes Symbol von Nöten ist, bleibt fraglich.

Triple PCI Express: Kein Wunder das man mit einem 720 Watt starken Netzteil ein Triple PCI Express System betreiben kann.

80Plus: Bedeutet, dass das Netzteil bei einer Auslastung von 20%, 50% und 100% immer eine höhere Effizienz als 80% hat. Oder anders gesagt: Die Verlustleistung (wie Wärme oder Leistung die an den Steckern des modularen Steckern entstehen) ist kleiner als 20% der Gesamtleistung.

Auch die Seiten des Kartons sind gespickt mit weiteren Infos:

Lieferunsumfang
Öffnet man den Karton sieht man sich einem rand vollen Inhalt gegenüber.
Und das steckt alles in dem Karton:

-Netzteil
-Kabel
-Kabeltasche
-Karton mit Zubehör
-Benutzerhandbuch
und als Gimmick 2 Magneten.
In dem kleinen weißen Karton befindet sich dann nochmal folgendes Zubehör:

-4 Schrauben
-3 Abdeckungen für nichtverwendete Stecker
-1 Y-Kabel von Molex auf 2 Floppy-Anschlüsse
-1 Kaltgerätkabel

Etwas schade ist die Tatsache, dass trotz eines schweizer Distributors kein schweizer Stecker mitgeliefert wurde.
Das Handbuch beinhaltet 9 Sprachen und ist schwarz/weiß bebildert. Alle nötigen Informationen sind enthalten. Hier gibts nichts zu bemängeln.
Als letztes nenneswertes Zubehör wird eine kleine "Tasche" mitgeliefert, um die nicht benötigten Kabel zu verstauen.

Das Netzteil

Die Elektronik, welche die 720 Watt zur Verfügung stellen soll, braucht ihren Platz. Somit ist das Infiniti zwar kürzer als sein großer Bruder das Galaxy, doch ist es trotzdem 2 cm länger als ein normales Netzteil.
Die Oberfläche lässt sich am besten mit gebürstetem Aluminium in Bronze beschreiben. Sieht sehr speziell aus. Geschmäcker sind verschieden, doch die Kombination mit dem goldenen Lüftergitter und dem transparenten Lüfter sagt uns sehr zu. Die Oberfläche spielgelt leicht. Der eingeprägte Schriftzug verleiht zusätzliche Eleganz.
Auf der Nabe des Lüfters befindet sich nochmals ein Enermax-Schriftzug. Ein Zeichen, dass sich der Hersteller auch gar nicht für das Infiniti schämt. Das ist auch gut so. An der Verarbeitung gibt es absolut nichts auszusetzten.
Das Infiniti verfügt über nur einen Lüfter. Mit 13,5 cm ist dieser auch groß genug, um für ausreichend Kühlung zu sorgen. Die Rückseite ist in einer Wabenstruktur gefertigt worden. So kann warme Luft gut aus dem Gehäuse entweichen.

Auffallend ist hier die kleine LED oberhalb des Netzsteckers. Dazu aber später mehr.
Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich erwartungsgemäß die Buchsen für die modularen und die fix installierten Kabel.
Vor- und Nachteile haben die vorinstallierten Kabel: Einerseits werden diese Kabel ohnehin immer verwendet, aber andersetits wäre der Einbau des Netzteils in das Gehäuse ohne Kabel bedeutend einfacher.

Die Leistungsverluste, welche an den Steckverbindungen auftreten, sprechen hingegen für eine fixe Montage. Warum allerdings das Kabel zur Überwachung des Lüfters immernoch nicht modular geführt wird, ist und bleibt uns ein Rätsel. Ein Kabel, welches bei weitem nicht von allen eingesetzt geschweige den wirklich benötigt wird, in einem Netzteil mit modularem Kabelmanagment spricht in unseren Augen gegen jede Logik.
Die Buchsen sind zwar etwas wackelig aber da man diese nicht täglich wieder neu verwendet reicht die Verarbeitung hier vollkommen aus.

Innenleben

!!WICHTIG!!

Bei Öffnung des Netzteils erlischt jeglicher Garantieanspruch gegenüber dem Hersteller. Des weiteren bauen sich in Netzteilen lebensgefährliche Spannungen auf, welche auch nach der Trennung vom Stromkreis vorhanden sind.
Der gute Eindruck von Außen setzt sich auch Innen weiter fort. Die Verarbeitung ist auch hier tadellos. Alles sauber isoliert und verlegt. Nichts liegt störend im Luftstrom und die Lötstellen sind sauber.
Der Lüfter ist nicht fix eingelötet und kann falls nötig also problemlos ausgebaut werden.
Der 13,5 cm große Lüfter ist erwartungsgemäß ebenso gut verarbeitet wie der Rest. Der Lüfter verbraucht rund 4,5 Watt.

Die Kabel

Werfen wir zunächst einen Blick auf die fix installierten Kabel am Infiniti.
Der ATX/BTX-Stecker mit 24 Pins darf natürlich bei keinem Netzteil fehlen. Mit 50cm ist das Kabel auch ausreichend lang für größere Tower.
Ein weiterer Kabelstrang mit der Länge von 50 cm verfügt über 2 P4-Stecker. Damit ist ein Betrieb mit einem DualCPU-System möglich.

Eine auffällige Beschriftung macht auch gleich klar, wofür das Kabel zu gebrauchen ist.
Am letzten fix installierten Strang, welcher ebenfalls eine Länge von 50 cm hat, befindet sich ein 6+2-Pin PEG-Stecker. Damit lassen sich alte und neue Grafikkarten betreiben.
Der Stecker hält zusammengeklipst leider nicht von alleine. Dieser muss also von Hand zusammengehalten und eingesteckt werden. Eigentlich kein Problem.
Zusammen mit dem Kabel für die Grafikkarte wird auch das Fan-Kabel aus dem Netzteil geführt. Mit rund 60 cm ist es gut 10 cm länger als die anderen fixen Kabel. Das Kabel dient dazu, die Drehzahl des Lüfters zu kontrollieren.

Die modularen Kabel
Mitgeliefert werden folgende modularen Kabel (in Klammer die Länge der Kabel. Falls mehrere Stecker vorhanden gibt die Zahl den Abstand zwischen den einzellnen Steckern an):

-2 Kabel mit je einem PEG-Stecker (45 cm)
-3 Kabel mit je drei SATA-Steckern (45 cm - 15 cm - 15 cm)
-3 Kabel mit je drei 4-PIN-Steckern (45 cm - 15 cm - 15 cm)
-1 Kabel mit P4-Stecker mit Befestigungshaken (45cm)

Alle Kabel sind sehr sauber verarbeitet und an den Enden teilweise mit einem Schrumpfschlauch isoliert. Durch die unterschiedlichen Stecker und die Farben sollte ein falsches Anschliessen ausgeschlossen sein.

Die Stecker im Detail (Impressionen):
Bereits aus anderen Serien bekannt sind die 2 kleinen Plastikteile an den Molex-Steckern. Damit lassen sich die Molexstecker sehr einfach aus dem Laufwerk drücken. Sehr praktisch. Zudem beugt dies Verletzungen vor, da man nicht mehr viel Kraft aufwänden muss, um einen Stecker zu demontieren und dann irgendwo im Moment des Lösens gegenschlägt.

Extras

Neben den üblichen Sicherheitsmechanismen wie Überstromschutzschaltung, Überspannungsschutz, Überlastungsschutz usw. verfügt das Infiniti über 2 weitere Extras.

PowerGuard

Der Status des Netzteils wird jederzeit durch 4 verschiedene Alarmmodi zum Schutz des gesamten Systems angezeigt. Als Anzeige dient eine LED hinten am Netzteil und ein kleiner Lautsprecher. Folgende Modi kennt das Infiniti:
LEDLautsprecherAlarm
ausauskeine Stromzufuhr
orangeausStand-by Mode
grünausNetzteil in Ordnung
rot2 kurze SignaleNetzteil-Schutz aktiviert
rot (blinken)kurzes SignalNetzteillüfter defekt
Das System funktioniert soweit wir dies testen können einwandfrei. Ein nicht drehender Lüfter wird schnell erkannt.
CoolGuard

CoolGuard sorgt für einen Nachlauf verschiedener Systemlüfter nach dem Shut-Down. Enermax gibt an, dass dadurch eine Erhöhung der Komponentenlebensdauer um bis zu 20% erreicht werden kann.

Einbau

Trotz der etwas längeren Abmessungen des Infiniti im Gegensatz zu Standard-ATX-Netzteilen, ist es immernoch ein gutes Stück kleiner als andere Hochleistungsnetzteile. Hier als Vergleich ein Turbo Cool Netzteil mit 850 Watt:
Der Einbau gestaltet sich dank den modularen Kabel sehr leicht. Eingebaut macht das Netzteile eine gute Figur.

Test

Um das Infiniti richtig zu fordern, testeten wird das Netzteil mit folgendem System:

Intel Core 2 Extreme QX6700 @ 3.33 GHz
EVGA nForce 680i SLI
EVGA 8800 GTX 768 SLI
4x1024MB G.Skill F2-6400CL3D @ 800MHz 3-4-3-8
1x WD Raptor 150GB/16MB
1x WD 320GB/16MB
1x Maxtor 300GB/16MB
1x Samsung 320GB/16MB,
1x WD 250GB/8MB

Getestet wurde wie immer über einen längeren Zeitraum, in dem diverse Auslastungszustände erzeugt wurden. Ausgelesen wurden die Spannungen jeweils mit Everest.

Vista: SLI disabled







XP: SLI enabled







Wie man aus den Grafen entnehmen kann, lieferte das Infiniti stehts stabile Spannungen und kam nie nur annähernd an die Toleranzgrenzen.

Lautstärke

Das Schöne an den stabilen Spannungen ist, dass das Infiniti diese auch noch sehr leise so halten kann. Der Lüfter ist kaum wahrnehmbar.

Fazit

Eine tadellose Verarbeitung, eine hohe Effizienz, modulare Kabel und extreme Power - so lässt sich das Infiniti kurz beschreiben. Enermax gibt sich auch mit ihrem neusten Pferd im Stall keine Blöße und knüpft nahtlos an die andere erfolgreichen Serien an. Das Inifiniti beweist, dass es keine 1kW sein müssen, um ein HighEnd-System zu betreiben. Durch die sehr hohe Effizienz von 82 bis 85% liefert das Infiniti stabile Spannungen für neue GamerPC's. Verpackt in ein ansprechendes Äußeres ist das Infiniti den Preis von 200€ allemal wert.

Pro
+tadellos verarbeitet
+stabile Spannungen
+ansprechend Äusseres
+hohe Effizienz

Contra
- nichts

Für die erbrachten Leistungen verdient sich das Enermax Infinti unseren Gold und Power Award.
DeXgo-Gold-Award DeXgo-Power-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Salzi verfasst.
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