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Enermax BIG Chakra


Einleitung

Letztes Jahr stellte Enermax nach längerer Pause endlich wieder einen neuen Midi-Tower vor, das Chakra. Pünktlich zur diesjährigen Cebit wurde der Öffentlichkeit das BIG Chakra präsentiert, welches genauso gut wie sein kleiner Bruder sein soll. Auffälligstes Merkmal ist das große Seitenfenster mit dem wuchtigen 250mm-Lüfter. Was das BIG Chakra noch alles zu bieten hat und ob es zu überzeugen weiß, erfahrt ihr hier auf Dexgo im Test.

Verpackung & Lieferumfang

Geliefert wird das BIG Chakra in einem, dem Gehäusenamen alle Ehre machendem, großen Karton. Die Vorderseite bietet einen Blick von schräg vorne auf das Gehäuse und eine Detailansicht auf den großen 250mm-Seitenlüfter. Auf der Rückseite findet der geneigte Käufer eine Auflistung der wichtigsten Feature des Gehäuses.
Im Karton befindet sich gut verpackt das BIG Chakra Gehäuse. Die von uns getestete Version kommt in einem satten schwarz mit silbernen Akzenten an der Front und der linken Seitentür. In diesem findet sich dann noch eine kleine Schachtel mit dem Zubehör. Dies wären eine Tüte mit Schrauben und Zubehör, die Bedienungsanleitung sowie die verschiedenen Einbauschienen zur Montage der Laufwerke.

Das Gehäuse - Teil I

Beide Seite unterscheiden sich nur durch ein nicht wirklich kleines Merkmal.
Die Linke Seite wird dominiert von dem großen Lochgitterfenster, in dem im hinteren Teil ein 250mm-Lüfter integriert wurde.
Dem Gehäusedeckel wurde am vorderen Teil ein Aufsatz spendiert, in dem die typsichen Front-/Topanschlüsse integriert wurden. Um die Aluminium-Zierblende vor Kratzern zu schützen, wurde sie mit einer Schutzfolie versehen. Neu ist hier aber der eSATA-Anschluss, welcher sich langsam als Standard durchsetzen wird. Dieser befindet sich neben den üblichen Anschlüssen wie Audio-In/Out, USB, den Status-LEDs sowie dem Power- und Resettaster/-schalter.
Die Rückseite entspricht dem momentanen Gehäuse-Standard. Die Slotblenden müssen nicht heruasgebrochen werden und können somit auch wieder montiert werden. Als Rückwärtiger Lüfter kann ein 80mm-, 92mm- oder 120mm-Exemplar zum Einsatz kommen und zur leichteren Montage des Netzteils ist eine abnehmbare Blende montiert.
Der Boden des BIG Chakra ist ebenso ordentlich verarbeitet wie das ganze Gehäuse. Für einen sicheren Stand des Big-Towers sorgen 4 Standfüße. Diese sind im 45°- und im 90°-Winkel ausklappbar.

Das Gehäuse - Teil II
Die Front ist aus 3 verschiedenen Werkstoffen gefertigt. Hauptbestandteil ist hier Kunststoff, welcher die eigentlich Front bildet. Dieser wird von 2 Aluminium-Zierleisten umrandet. Die Laufwerksabdeckungen sind aus einfachem Lochgitter-Blech gefertigt.
Schaut man sich die Laufwerksabdeckungen etwas genauer an, erkennt man, dass hinter diesen noch etwas angebracht wurde. Hat man die Front demontiert, was leicht von der Hand geht, erkennt man den angebrachten Staubschutz. Dieser ist nicht nur vor dem in der Front eingelassenen Lüfter angebracht worden, sondern auch in jeder einzelnen Blende. So kann auch dort kein Staub in das Gehäuse eindringen. Wir meinen: Eine sehr gute Sache!
Die genutzten Filtermatten können spielend ausgetauscht und gereinigt werden. Ebenso leicht kann auch der Lüfter in der Front getauscht werden, welcher in einem separaten Rahmen in die Front gesteckt wird.
Der Lüfter kann dank eines Schalters zwischen dem saugenden und blasenden Betrieb umgeschalten werden. Ebenso befindet sich ein An-/Ausschalter für die Beleuchtung Platz neben dem Umschalter. Leider wurde hier aber auf einen Staubschutz verzichtet, dies kann aber mit der dualen Luftstromrichtung zusammen hängen. Denn wenn der Lüfter Luft aus dem Gehäuse befördern soll, würde der Staub, der sich zwangsläufig auch im Gehäuse ansammelt, nicht herausbefördert werden können sondern am Filter hängen bleiben.

Innenansichten
Schauen wir uns das BIG Chakra nun von Innen genauer an. Wie eingangs schon erwähnt befindet sich im Gehäuse noch die Box mit dem Zubehör.
Für ATX-Tower typisch bekommt das Netzteil seinen Platz unter dem Gehäusedeckel. Der Platz dort ist ausreichend dimensioniert, so dass dort kein Wärmestau entstehen kann. Als Auflage dienen die beiden Gehäusestreben, welche das Case allgemein noch stabilisieren.
Das Gehäuse bietet Platz für alle gängigen Mainboardformate, wobei bis zu 7 Erweiterungsslots extern genutzt werden können. Zur Fixierung der Karten kann hier entweder auf ein Schnellverschlusssystem zurückgegriffen werden oder auch die altmodische Schraublösung.
Alle Laufwerke werden über ein Schienensystem befestigt, welches einige Vorteile mit sich bringt. Das Entfernen oder auch Hinzufügen von Laufwerken ist eine Sache von wenige Augenblicken, problematisch ist jedoch die Montage von Lüftersteuerungen für den 5,25"-Schacht. Diese können das Schnellbefestigungsystem nicht nutzen, da die Schienen durch Druck gehalten werden. Wenn dieser nicht im hinteren Teil vorhanden ist, sitzt das verbaute Gerät nicht fest.
Zum Abschluss der Besichtigungstour werfen wir noch einen Blick auf die Anschlüsse des Toppanel. Alle Kabel sind sehr gut beschriftet und auch ausreichend lang dimensioniert. Hier gibt es nichts zu beanstanden.

Hardwareeinbau

Schauen wir uns nun an, wie problemlos oder auch nicht der Hardwareeinbau von statten geht. Das Netzteil kann entweder durch Demontage der Blende an der Rückseite oder durch Einsetzen an der Seite montiert werden. Beides bringt keinerlei Probleme mit sich.
Wie wir Eingangs schon erwähnten, gibt es beim Verbau der Laufwerke keinerlei Probleme, lediglich bei Lüftersterungen wird es knifflig. Hier muss auf Schrauben zurückgegriffen werden, wobei das größte Problem dann die Lücke zwischen Steuerung und Käfig ist. Diese ist für "normale" Schrauben grenzwertig. Eine Montage ist dennoch möglich.
Auch der Einbau des Mainboards ist schnell bewerkstelligt. Dank des Platzes zum Netzteil könne alle Schrauben problemlos angezogen werden. Nachdem wir das Mainboard eingebaut hatten, folgten die Festplatten. Auch hier verlief wieder alles ohne Störungen. Bevor wir alles verkabelten, bauten wir noch die Grafikkarte und 2 Regler für den CPU- und den Grafikkartenkühler ein. Hierbei stießen wir auf ein kleines Problem. Zwar wäre eine Befestigung mit dem Schnellverschluss möglich gewesen, jedoch hatten die beiden Potentiometer noch Spiel. Also entschlossen wir uns, das Schnellverschlusssystem zu demontieren und befestigten die Grafikkarte und beide Potentiometer auf dem üblichen Wege mit Schrauben.
Impressionen

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen des Gehäuses mit verbauter Hardware. Durch das Seitenfenster kann man recht gut einen Blick auf die Hardware werfen, jedoch sieht man so auch recht viel der Verkabelung der Festplatten.
Sobald der Rechner in Betrieb genommen wird, macht sich leider ein unangenehmes Geräusch breit. Beide Lüfter sind ungeregelt nicht extrem laut, aber gerade der 250mm-Lüfter gibt doch ein auf die Dauer recht störendes Geräusch von sich. Auch fiel uns auf, dass der Lüfter, wenn er aus dem Gehäuse heraus bläßt, lauter ist als wenn er Luft in das Gehäuse saugt. Problematisch wäre dies nicht, da er bei 12V wirklich viel Luft bewegt. Das Problem ist eher, dass dieser Lüfter nur schwer geregelt werden kann. Dies liegt zum einen an seinen 4-Pin Anschluss und zum anderen an den Stromverbrauch des Lüfters. Hier hätte Enermax jedem Lüfter einen Regler spendieren sollen oder zusätzlich die Lüfter mit den üblichen 3-Pin-Anschlüssen versehen sollen so dass diese ohne Mehraufwand an eine Lüftersteuerung angeschlossen werden können.

Fazit

Das BIG Chakra machte von Anfang an eine gute Figur im Test. Die Verarbeitung ist tadellos und der Aufbau zweckmässig und praktikabel. Neben dem Staubschutzfiltern in der Front ist auch das schraubenlose Design der Laufwerke gut gelungen. Anders als bei der Konkurenz kann im Notfall noch auf Schrauben zurückgegriffen werden, nur haben wir hier leider auch ein Problem. Normale Laufwerksschrauben haben nicht die Länge, um die Montage leicht zu bewerkstelligen. Hier hätte Enermax eventuell dem Anwender Einige zur Verfügung stellen können. Das Platzangebot wiederum ist einfach nur grandios. Die Montage der Komponenten wird so wirklich zu einem Kinderspiel, nirgens hat man wirklich Probleme. Auch das Kühlkonzept ist gut und vorallem anpassbar. Der Lüfter in der Front kühlt die Festplatten und bei Bedarf kann der 250mm-Lüfter in der Seite kühle Luft in das Gehäuse blasen oder eben auch die Erwärmte aus Besagtem herausbefördern. Nur leider verrichten beide Lüfter ihren Dienst nicht wirklich leise. Eine integrierte Regelung der beiden Lüfter ähnlich dem der Warp-Serie könnte hier für einfache Abhilfe sorgen. Erwähnen wollen wir auch noch die eSATA-Schnittstelle im Toppanel des Gehäuses, diese ist bis dato noch einzigartig. Im Gesamten gesehen konnte das BIG Chakra aber überzeugen. Der Preis von ca 130€ ist aus unserer Sicht in Ordnung, auch wenn es kein Preisbrecher ist. Qualität hat seinen Preis.


Pro / Contra

Pro
- sehr gute Verarbeitung
- integrierter Staubschutzfilter in der Front
- leichte Montage nahezu aller Komponenten
- sehr großzügiges Platzangebot
- eSATA-Schnittstelle im Toppanel

Contra
- Lüfter sind bei 12V deutlich wahrnehmbar
- kleinere Probleme beim Einbau von 5,25"-Frontpanelen

Award

Dem BIG Chakra verleihen wir aufgrund der kleinen Schwächen mit 5,25"-Frontpanelen und den nicht regelbaren Lüftern den DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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