» Artikel » Reviews » Aplus CS-188 AF

Aplus CS-188 AF


Einleitung

Das Aplus CS-188 AF ist ein preiswerter MIDI-Tower der Firma Aplus, der für weniger Geld ein Gehäuse bieten soll, welches wichtige Features, wie nach vorne geführte Anschlüsse, gute thermische Eigenschaften und viel Platz für Laufwerke bieten soll. Zur Belüftung des Case ist eine Gehäuselüfter in die linke Seite eingelassen, zwei weitere Lüfter können optional vorne und hinten montiert werden.

Verpackung und Lieferumfang

Das Gehäuse wird in einem großen Karton geliefert, auf dessen Seite einige seiner Features aufgelistet sind. Im Karton ist das Gehäuse mit einer Kunstofffolie und Styropor vor Beschädigungen geschützt.
Das Zubehör findet sich in einer kleinen Plastiktüte im Inneren des Gehäuses. Dort enthalten sind die vier Kunststoff-Füße, sowie verschiedenste Schrauben, Abstandshalter und ein Ferrit-Kern. Eine Bedienungsanleitung sucht man leider vergeblich. Daher erschließt sich einem leider nicht der Sinn aller mitgelieferten Teile und Schrauben.

Das Gehäuse

Das Gehäuse ist als Ganzes in Schwarz gehalten, da jedoch verschiedene Materialien/Lackierungen verwendet werden, ergeben sich interessante Schattierungen.

Während die rechte Wand in einem schlichten Schwarz gehalten ist und nur zwei kleinere Lüftungsgitter und ein "Front-Panel" aufweist, sticht einem auf der linken Seite der riesige 250mm- Gehäuselüftern ins Auge, der von einem glänzenden Rahmen eingefasst ist. Dieser Lüfter ist über ein vorne an der Seite angebrachtes Rädchen in seiner Geschwindigkeit stufenlos regelbar.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch, dass der Lüfter keine Luft aus dem Case heraus, sondern in dieses hinein transportiert. Die Luft verlässt das Gehäuse beispielsweise durch die Lüftungschlitze auf der gegenüberliegenden Seite.

Die Seitenwände des Aplus sind leider nicht mit Thumbscrews befestigt, sodass zum Öfnnen des Gehäuses ein Schraubenzieher von Nöten ist.
Der obere Teil der Frontseite kann mit einem Klappe vollständig verschlossen werden und so auch dem Rechner bei uneinheitlich gefärbten Laufwerken ein einheitliches schwarzes Aussehen geben. Auch bei geschlossener Klappe sind die an der Seite der Front angebrachten Audio- und USB-Anschlüsse noch zugänglich. Den unteren Teil schmückt eine Acryl-Appliaktion mit eingelassenem Aplus-Logo, sowie die Power- und HDD-LED. Diese ist im ausgeschalteten Zustand noch nicht sichtbar, sondern erscheint als Fortsetzung des glänzenden Kunstoffstreifens der Klappe. Die Front ist mit einer kratzfesten, gummierten Beschichtung versehen.

Vorne gibt es die Möglichkeit einen Lüfter einzubauen (80, 92 oder 120 mm), um beispielsweise die Festplatten zu kühlen. Dieser führt die Luft dann unter der Kunstoffabdeckung der Fronseite zu oder ab.

Für die 5,25"-Schächte existieren vier, für die 3,5"-Schächte zwei Blenden.
Auf der Rückseite kann ebenfalls optional ein Lüfter (80, 92 oder 120 mm) eingebaut werden, eine ATX-Blende ist vorhanden. Die Slot-Blenden für die Einsteckkarten müssen zum Einsetzen herausgebrochen werden.
Das Gehäuse kann auf vier Kunststoff-Füße gestellt werden, um möglichst viele Vibrationen abzufangen, die das Betriebsgeräusch des Rechner erhöhen könnten.

Das Innenleben
In das Gehäuse lassen sich vier 5,25" Geräte extern, zwei 3,5" extern und fünf 3,5" Laufwerke intern einsetzten, also insgesamt 11 Laufwerke. Die Laufwerke werden mittels Verschraubung in dem Aplus befestigt.
Das Netzteil wird, wie bei ATX-Gehäusen allgemein üblich, oben im Case angebracht. Dafür steht eine Auflage auf der rechten Seite zur Verfügung.

Es können bis zu 7 Einsteckkarten in dem Gehäuse untergebracht werden, die altmodisch verschraubt werden müssen, ein Schnellverschlussystem steht nicht zur Verfügung.
Auf eine Kabelführung wurde seitens Aplus leider verzichtet, sodass man hier selber mit Kabelbindern zu Werke gehen muss, um die doch zahlreichen Kabel sinnvoll zu verstauen.

Verarbeitung
Einen Tag nachdem ich das Case ausgepackt hatte und meinen Test fortführen wollte, glaubte ich meine Augen nicht: Der vordere glänzende Kunstoff-Zierstreifen an der Verschlussklappe hatte sich bei der Wärme in meinem Zimmer, knappe 26°, keine direkte Sonneneinstrahlung, vom Case gelöst und musste von mir wieder mit Kleber befestigt werden.
Ebenso ist die Innenseite der linken Gehäusehälfte mit zahlreichen Farbspritzern übersehen, die von dem Lackierungsvorgang zeugen. Auch ist die obere Kante (sowohl links als auch rechts) des Gehäuses nicht sauber lackiert. Beides ist zwar im Betrieb nicht sichtbar, trotzdem hätte man sich hier eine bessere Verarbeitung gewünscht.

Ansonsten macht das CS-188 AF einen sehr soliden Eindruck, alle Teile sind fest miteinander verbunden und nichts wackelt.

Hardwareeinbau

Die Verkabelung der Front erweist sich trotz fehlender Bedienungsanleitung als nicht weiter schwierig, da alle Anschlusskabel bezeichnet sind.

Die Laufwerke werden klassisch einzeln im Case verschraubt.

Beim Einbau der verschiedenen Komponenten erweist sich spätestens jetzt die fehlende Bedienungsanleitung als ärgerlich, da man nicht weiß, welche Schrauben zu welchen Zweck und wozu manche Teile überhaupt gut sind. Man muss die Schrauben also nach dem Try-and-Error-Prinzip auswählen. Das hätte einem eine Bedienungsanleitung ersparen können. Hiervon sind vor allem weniger erfahrene PC-Nutzer betroffen.

Alles in Allem ging der Einbau der Hardware problemlos von statten, da auch genug Raum zwischen dem Netzteil und dem Mainboard ist, sodass alle Schrauben vernünftig angezogen werden können.

Es lässt sich auch problemlos ein Micro-ATX-Mainboard mit fünf der sechs vorgesehenen Schrauben in das Case einbauen.
Temperatur-Test

Das Gehäuse verspricht eine aktive Senkung der Temperatur im Inneren des Gehäuses. Das Aplus muss sich hier mit einem Standard Aldi-Gehäuse messen lassen, das an der Seite ein Lüftungsgitter trägt und somit die Temperatur im Gehäuse-Inneren passiv zu senken vermag. Der Test-Rechner ist ein Pentium-VI 2,6 GHz, 512MB DDR-RAM, 150GB Festplatte und einer ATI Radeon 9600TX. Hierzu wurde eine Vollbelastung mit dem Burn-In-Test der Software HotCPU simuliert. Die Gehäusetemperatur wurde mit dem Motherboard-Monitor aufgezeichnet. Jeder Test wurde so lange durchgeführt, bis die Temperatur über einen längeren Zeitraum stabil blieb. Die Raumtemperatur betrug jeweils 22°C.


Auf höchster Stufe kühlt der Gehäuselüfter sehr gut, ist allerdings auch deutlich zu hören. Auf niedrigster Stufe ist die Kühlleistung allemal gut, der Lüfter allerdings kaum wahrnehmbar.

Impressionen

Das Case besticht schon äußerlich durch die Verwendung verschiedener schwarzer Materialien, was interessante Effekte ergibt. Nach dem Einschalten leuchtet vorne über der Power- und HDD-LED das Aplus-Logo in blau. Dies zusammen gibt dem Case ein sehr edles Aussehen. Im ganzen wirkt das Case relativ dezent, die Acryl-Applikation setzt gute optische Akzente.
Der Gehäuselüfter auf der linken Seite leuchtet ebenfalls in blau. Die Beleuchtung lässt sich nicht abschalten, allerding leuchteten die LEDs nicht so hell, dass es beim schlafen stören würde, weshalb dies kein wirklicher Kritikpunkt ist.
Fazit

Das Aplus CS-188 AF ist mit 45€ ein günstiges Case, das mit einem edlen Aussehen aufwarten kann. Es bietet dazu ein kleines Frontpanel mit den wichtigsten Anschlüssen. Das Wärmemanagement des Towers ist sehr gut, schon mit dem mitgelieferten Gehäuselüfter wird die Gehäusetemperatur deutlich gesenkt. Dieser ist auf der untersten Stufe kaum hörbar, senkt aber dennoch die Temperatur signfikant. Dazu bietet das Case viel Platz zum Einbau von zusätzlichen Laufwerken. Negativ fallen vor allem die fehlende Bedienungsanleitung auf, sowie die Tatsache, dass es einige Schwächen bei der Verarbeitung gibt. Dazu wirbt der Hersteller damit, dass das Case schadstofffrei sei, was vor allem bei dem verwendeten weichen Kunststoff auf der Vorderseite wichtig ist. Dies können wir nicht überprüfen, wir verlassen uns hier auf das RoHS-Siegel.


Pro
+ gute thermische Eigenschaften
+ großes Platzangebot
+ regelbarer Gehäuselüfter


Contra
- altmodische Befestigungssysteme für Laufwerke und Einsteckkarten
- Schwächen bei der Verarbeitung (Lackierung, Verklebung des Zierstreifens)
- keine Bedienungsanleitung


Award
Wegen der fehlenden Bedienungsanleitung und der Schwächen bei der Verarbeitung reicht es nur zum DeXgo-Bronze-Award. Schade, da das Case sonst überzeugen konnte.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von MaxPoint.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von harry hirsch verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread