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ZEROtherm Hurricane


Einleitung

Hi-End-Grafikkarten benötigen auch eine High-End-Kühlung. Vor kurzem hatten wir hier schon einen Kühler von ThermalTake unter die Lupe genommen. In dieser Riege der Luxus-Kühler will sich nun auch ZEROtherm mit dem Hurricane einreihen. Mit ihren BTF- und GX-Kühlern konnte sich die koreanische Firma schon einen Namen im Kühlersektor machen und schaffte mit dem Nirvana vor kurzem noch die Fortsetzung der Erfolgsserie im CPU-Kühler-Segment. Der Hurricane soll nun im Bereich der VGA-Kühlung wieder Maßstäbe setzen und einer breiten Anzahl von Anwendern die optimale Kühllösung bieten. Wie er sich im Test schlägt, erfahrt ihr im folgenden Review.

Verpackung & Lieferumfang

Wie bei ZEROtherm üblich kommt auch der Hurricane in einem Karton mit Sichtfenster. Auf dem Karton befinden sich die wichtigsten Eigenschaften des Kühlers und sind teilweise durch Diagramme dargestellt.
Der gesamte Inhalt des Kartons ist nochmals in einer Kunststoffverpackung verpackt und so während des Transportes vor Verschmutzung und Beschädigung geschützt. Der Lieferumfang setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: Ein HC92 Cu 8800 VGA-Kühler, eine Lüftersteuerung, eine mehrsprachige Montageanleitung, das Befestigungsmaterial, eine Tube Wärmeleitpaste und diverse Passivkühlkörper.
Die Lüftersteuerung ist gut verarbeitet. Das Potentiometer lässt sich leicht drehen und das Anschlusskabel ist mit einer Länger von rund 100cm ordentlich lang bemessen.
Die Bedienungsanleitung ist in mehrere Sprachen übersetzt worden, aber genau hier liegt auch ein Problem dieser vor. Da dies scheinbar eine maschinelle Übersetzung ist, tauchen immer mal wieder recht merkwürdige Sätze wie Folgender auf: "Wir übernehmen keine Verantwortung in dem Falle, dass der Grafikprozessor beschädigt wird, sollte sich der Ventilator nach Befestigung bewegen." Im Ganzen gesehen halten sich solche Fehler jedoch in Grenzen und dank der recht guten Bebilderung sollte die Montage problemlos klappen.

Der Kühler im Detail

Der HC92 Cu 8800 weißt ein nicht alltägliches Design auf. Der blau beleuchtete 92mm-Lüfter sitzt über der GPU und ist von einer Art Lüftergitter im Klingendesign geschützt. Dieses Gitter dient aber mehr der Optik als des Schutzes.
Das Lüftergitter schützt nicht nur besagten Lüfter sondern auch die Lamellen des Kühlers. Auf ersterem ist noch der ZEROtherm-Schriftzug untergebracht.
Der Kunststoffrahmen ist beim Lüfter noch mit diversen Lüftungsschlitzen in V-Form versehen worden. Diese sorgen neben einer optischen Aufwertung wohl auch für eine Verbesserung der Luftzirkulation am Kühler.
Von der Seite sieht man nochmals recht gut, wie das Lüftergitter den gesamten Kühler überspannt. Da das Gitter jedoch mit Schlitzen durchsetzt ist, findet hier keine ausgeprägte Leitung des Luftstromes statt. Der gesamte Aufbau ist daher eher optischer Natur, als dass er leistungsfördernd wirkt. Dies macht auch ZEROtherm mit der Angabe der drei Betriebsmodi deutlich. Zu diesen aber später mehr.

Der Kühler im Detail
Schauen wir uns nun die Unterseite, den Kühlkörper und den Lüfter etwas genauer an.
Die Bodenplatte wird während des Transportes von einer Folie geschützt. Diese lässt sich sehr leicht und rückstandslos von der Bodenplatte entfernen. Unter der Folie kommt nun eine blank polierte Bodenplatte zum Vorschein, welche keinerlei Makel aufweist.
Die von der GPU erzeugte Abwärme wird von der Bodenplatte aus Kupfer über vier Heatpipes zu den 52 Kupferlamellen transportiert. Dort werden die Lamellen dann vom montierten Lüfter wieder abgekühlt.
Die 4 Heatpipes sind relativ gleichmäßig über dem Lüfter montiert um so die größte Hitze an die Stellen abzugeben, welche vom Lüfter direkt belüftet werden.

Der Kühler im Detail

Der Kühler bietet jedoch mehr, als nur das Übliche. Durch ein paar einfache Handgriffe kann der Kühler zwischen drei Betriebsmodi wechseln. Mit montierter Blende läuft der Kühler im Normalbetrieb. Demontiert man die Blende soll sich dies positiv auf die Kühlleistung auswirken und stellt so den OC-Betrieb dar. Der Kühler kann sogar ganz ohne Lüfter betrieben werden und eignet sich so für den Passivbetrieb, jedoch nur für Grafikkarten bis maximal 50W Verlustleistung.

Um den Kühler von seinem Kunststoffschutz zu befreien, müssen lediglich vier kleine Schrauben gelöst werden. Leider liegt hierfür kein passender Schraubendreher bei.
Der verbaute 92mm-Lüfter arbeitet in einem Drehzahlbereich von 1.500-3.300 Umdrehungen pro Minute. Die Regelung kann stufenlos mit Hilfe der beiliegenden Lüftersteuerung vorgenommen werden. Fixiert ist der Lüfter auf dem Kühlkörper mit Hilfe eines Schienensystems.
Löst man die beiden Schrauben an der Seite kann der Lüfter ganz leicht inkl. seiner Halterung aus dem Kühlkörper geschoben werden.
Nach der Demontage des Lüftergitters und des Lüfters bleibt nur noch der reine Kühlkörper übrig. Dieser kann, wie schon erwähnt, als Passivkühler für Grafikkarten bis 50W genutzt werden.

Die Montage

Für unsere Montage nutzten wir wieder unsere Sparkle GeForce 8800GTS 320MB. Diese wurde von allen Kühlern befreit und die Oberflächen der Chips gereinigt. Als erstes montierten wir dann die Passivkühlkörper für den RAM, die Spannungswandler sowie für den NVIO-Chip (nVidia Input Output).
Die Montage der Kühler geht dank der selbstklebenden Eigenschaft der Kühlkörper leicht von der Hand. Der Kühler für den NVIO-Chip besitzt sogar noch eine eigene Push-Pin-Halterung und sitzt somit auch sehr sicher.
Um eine Montage auf fast allen zur Zeit erhältlichen Grafikkarten zu gewährleisten, gibt es beim HC92 Cu 8800 diverse Lochabstände zur Montage der Abstandshalter zur Auswahl. Für die Montage auf unserer 8800GTS nutzen wir die Schraublöcher am äußersten Rand. In diese drehten wir handfest die Abstandshalter ein. Um uns selbst die Montage zu erleichtern, ließen wir den Lüfter während dieser demontiert. Eine Montage mit Lüfter ist aber auch möglich.
Da beim Hurricane die Bodenfläche kleiner ist als die Oberfläche des Heatspreaders der GPU, strichen wir die Bodenplatte dünn mit Wärmeleitpaste ein und nicht wie in der Einbauanleitung beschrieben den Heatspreader der GPU.

Die Montage

Nun wurde die Grafikkarte auf den auf dem Kopf liegenden Kühler gelegt. Da dieser leicht schräg ist, legten wir einfach einen Block Notizzettel unter den Kühler, um etwas mehr "Bodenfreiheit" zu erlangen. So sitzt die GPU plan auf der Bodenfläche auf und kann anschließend mit den beiliegenden Rändelmuttern handfest angezogen werden. Dies sollte immer über Kreuz geschehen, um ein Verkanten des Kühlers zu verhindern.
Somit ist die eigentliche Montage des Kühlers schon abgeschlossen. Jedoch muss natürlich noch, je nach Einsatzwunsch, wieder der Lüfter und das Lüftergitter montiert werden. Anbei zeigen wir nochmals jede der drei Betriebsarten.


Passiv-Betrieb
OC-Betrieb
Normal-Betrieb

Impressionen

Hier noch ein paar Bilder des Lüfters und dessen Beleuchtung während der Testläufe.
Während die ersten vier Bilder vom Kühler im Normal-Betrieb sind,...
...zeigen die letzten beiden Bilder den Kühler im OC-Betrieb.

Das Testsetup und die Ergebnisse

Testsetup
Der Hurricane von ZEROtherm wurde auf einer Sparkle 8800GTS verbaut und getestet. Das Gehäuse, ein Nine Hundred, kommt von Antec und wurde lediglich durch den großen 250-Millimeter-Lüfter im Deckel entlüftet. Die beiden 120-Millimeter-Lüfter in der Front und der 120-Millimeter-Lüfter an der Rückseite waren deaktiviert. Als Basis für das Testsystem dient ein Foxconn P35AP-S auf dem ein Core2Duo E6550 von Intel werkelt.


Temperatur
Die Testläufe des Hurricane Kühlers wurden während einer konstanten Raumtemperatur von 21,5°C durchgeführt. Wir verglichen hierbei die Werte während des 2D- und des 3D-Betriebes. In den Diagrammen wird jeweils die Differenztemperatur zwischen GPU und Umgebung angegeben. Da der Hurricane über eine Drehzahlregelung verfügt und zusätzlich noch in 2 verschiedenen Varianten genutzt werden kann, haben wir insgesamt 4 Werte für unseren Vergleich herangezogen.



Im 2D-Betrieb kann der Hurricane in allen 4 Betriebsarten überzeugen. Verwunderlich ist lediglich, dass bei voller Drehzahl der Normal-Betrieb scheinbar effizienter ist, als der OC-Betrieb. Jedoch ist auch dort die Differenz von lediglich 18,5°C, also 40°C GPU-Temperatur, ein sehr guter Wert. Der Unterschied beider Betriebsarten schrumpft bei 1.500Upm schon merkbar, wobei hier der OC-Modus um 0,5°C vorne liegt. Zum DuOrb von Thermaltake ist ein Abstand von ein bis maximal 5,5°C bei den Testläufen aufgetreten. Im Vergleich zum OEM-Kühler erreicht der Hurricane sogar einen Unterschied von 10,5°C.



Unter Last sieht das Bild ähnlich aus. Auch hier erreichte der Hurricane im Normal-Betrieb mit 3.300Upm den besten Wert mit 29,5°C Differenztemperatur. Dies entspricht eine GPU-Temperatur von 51°C. Mit 1.500Upm sind dies immerhin schon 61°C, also 3° mehr im Vergleich zum DuOrb, jedoch noch 4° weniger als der Boxed Kühler. Im OC-Betrieb (ohne Abdeckung) liegen die Werte bei 32,5°C mit voller Drehzahl und bei 37,5°C mit 1.500Upm.


Lautstärke
Natürlich wollen wir auch noch etwas zur Lautstärke des Kühlers sagen. Hier kommt leider ein zwiespältiges Bild des Hurricane zum Vorschein. Während er bei 3.300Upm seinem Namensgeber in nichts nachsteht und einen tosenden Krach verbreitet, geht er mit 1.500Upm angenehm ruhig zur Sache, was aber auch teils deutlich Kühlleistung kostet. Jedoch hat der Kühler auch in diesem Drehzahlbereich noch genügend Leistung, um unsere Grafikkarte ausreichend und unter die Werte des OEM-Kühlers zu kühlen.

Fazit

Uns konnte der Hurricane von Anfang an überzeugen. Der Lieferumfang ist reichhaltig und gerade das mitgelieferte Potentiometer ist sehr praktisch. Lediglich die Maschinenübersetzung der Bedienungsanleitung konnte uns nicht vollends überzeugen. Jedoch sorgte dies eher für ein Schmunzeln als für Frust. Die Verarbeitung des Kühlers bietet nirgends Anlass zur Kritik und macht einen rund um gelungenen Eindruck. Die Montage gestaltet sich recht simpel und sollte auch unerfahrenen Anwendern keine Kopfschmerzen bereiten. So erfreut einen auch die Möglichkeit, die Drehzahl während des Betriebes anzupassen und mit der Kombination der beiden Betriebsmodi erhält man so einen sehr vielseitigen Kühler, auch wenn die Temperaturen sich nicht so extrem unterscheiden. Die Entscheidung wird da eher vom gewünschten Aussehen geprägt, als von der tatsächlichen Leistung. Die Beleuchtung des Kühlers bietet dem ambitionierten Modder zudem noch ein nettes Gimmick. Die Ergebnisse beim Test sprechen auch für sich und so kann man getrost sagen, der Hurricane ist ein wahrer Wirbelwind und sorgt für Kälte auf der Grafikkarte, auch wenn diese bei maximaler Drehzahl mit einer sehr lauten Geräuschkulisse einhergeht. Aber dank des Potentiometers kann man den Lüfter leicht herunterregeln und bei immer noch guten Temperaturen mehr Ruhe im Gehäuse bekommen. Für ca. 40€ bekommt der Anwender einen vielseitigen Kühler geboten, der sowohl mit hoher Leistung, als auch mit geringer Lautstärke punkten kann.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ sehr gute Kühlleistung
+ dank des mitgeliefertem Potentiometer sehr anpassbar in Bezug auf Lautstärke und Kühlleistung
+ Passivbetrieb bei leistungsarmen Grafikkarten möglich

Contra
- Bedienungsanleitung hat kleinere Übersetzungsfehler


Award

Aufgrund der erbrachten Leistungen verleihen wir dem Hurricane von ZEROtherm unseren DeXgo-Gold- und auch unseren DeXgo-Power-Award.
DeXgo-Gold-Award DeXgo-Power-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von ZEROtherm.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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