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Gainward BLISS 8800GT (512MB) im Kurztest


Einleitung

Mit dem Release des G92-Chipset führte nVidia auch gleich eine neue Kartenversion in der 8800er Reihe ein, die 8800GT. Was das Preis/Leistungs-Verhältnis betrifft, zählen diese zu den beliebtesten Kandidaten auf dem Grafikkartenmarkt. Hersteller Gainward, welcher exklusiv Grafikkarten auf nVidia-Basis produziert und für hochwertige Karten zu guten Preisen bekannt ist, bietet hier ein Modell mit einem markanten Look und einer eigenen Kühlerkonstruktion an. Was die Grafikkarte genau leistet, sehen wir uns in diesem Test etwas näher an.

Verpackung und Inhalt
Die Karte wird in einer großzügig dimensionierten Kartonschachtel geliefert, auf welcher das typische Gainward-Motiv prangt.
Darin befindet sich eine weitaus kleinere Schachtel, die die Grafikkarte enthält, welche zusätzlich durch eine Luftpolstertasche geschützt wird. Desweiteren ist folgendes Zubehör mit in der Verpackung (von allem je ein Stück):
- DVI-zu-VGA Adapter
- DVI-zu-HDMI Adapter
- TV Adapter
- SPDIF Kabel
- 2x4pin-Molex-zu-6pin Adapter für den internen Stromanschluss
- Das "Quickstart" Handbuch
- Gainward Treiber-CD
- Vollversion von Tomb Raider: Anniversary
Das Handbuch gibt sehr ausführlich und detailliert Auskunft über alle Schritte von der Installation der Hardware und Software bis zu Konfigurationen und Multi-Monitor-Betrieb. An sich sehr vorbildlich, aber leider nur in englischer Ausführung.

Hier noch die technischen Spezifikationen der Karte im Überblick:
Chiptakt:600MHz
Speichertakt:900MHz
Shadertakt:1.5GHz
Speicherbandbreite:256bit
Stream Processors: 112
Chipsatz: G92
Ansichten der Karte
Die Standardkühlung der 8800GT Karten kommt im schlanken 1-Slot Outfit daher, ist aber dafür bekannt, dass sie etwas zu heiß läuft. Gainward verzichtet auf die Kühlung im Single-Slot Design und ersetzt alle Kühlelemente durch Eigene. Dabei werden Kühllamellen, die kreisförmig um den Prozessor angeordnet sind und nach außen bis zu den Speicherchips reichen, vom zentralen Lüfter mit einem Luftstrom versorgt.
Über der Kühlung ist eine Blende angebracht, die mit reichlich Lüftungsschlitzen und -löchern Hitzestaus vorbeugt.
Farblich ergibt sich ein ansprechender Kontrast zwischen der roten Platine und der in schwarz gehaltenen Kühlerkonstruktion und Blende. Auch der Gainward-Schriftzug in weiss setzt sich deutlich vom Untergrund ab. Was das Design betrifft, wählt Gainward hier ganz klar nach dem Motto: schlicht ist schön.
An der Front der Karte sind die beiden DVI-Anschlüsse sowie der VIVO-Anschluss angebracht. Die Karte besetzt aufgrund ihrer Bauhöhe zwei Slotplätze. Oberhalb der Anschlüsse sind am Slotblech Lüftungsschlitze angebracht, durch die erhitzte Luft aus dem Gehäuse heraus gelangen kann.
Anmerkung am Rande: selbst bei den Anschlüssen setzt Gainward konsequent das schwarz/rot-Farbthema fort.
An der Rückseite befindet sich der 6pin-Stromanschluss für die Karte. Daneben ist ein weiterer Kühlblock auf den Spannungswandlern angebracht.
Darf natürlich auch nicht fehlen: der SLI-Anschluss.

Einleitung zu den Benchmarks

Die Gainward BLISS 8800GT (G92) wurde in einem neuen Testsystem getestet. Um Vergleichswerte zu erhalten wurde im selben System auch eine Sapphire Radeon 3870HD getestet. Für einen Benchmark mit 3DMark06 wurde ausserdem noch eine 7600GT mit getestet. Diese Karte bietet einen interessanten Vergleich, da sie vor knapp zwei Jahren in etwa der selben Preis- und Leistungsklasse wie die 3870HD war. So kann man sich ein Bild davon machen, was sich in dieser Zeit Leistungsmässig getan hat. Bei sämtlichen Benchmarks werden mehrere Runs durchgeführt, um einen zuverlässigen Mittelwert zu erhalten.
Das Testsystem

- Intel Core2Quad E6600, OC auf 4x2.8GHz
- 2x2GB OCZ Gold Edition RAM, DDR2-800, CL5
- Asus P5KC Mainboard
- Western Digital Caviar 320GB HD, 7200rpm
- Thermaltake TR2 RX 550W

Alle Tests werden mit einer Auflösung von 1280x1024, der nativen Auflösung eines 19" TFT, durchgeführt.
Benchmarks

3DMark06

Als erstes sehen wir uns die Resultate in 3DMark06 an. Mit über 12000 Punkten schneidet unser Testkandidat schon einmal grundsätzlich gut ab. Die 3870HD wird mit einem Rückstand von 7% recht deutlich zurückgelassen. Die hier mitgetestete Asus EN7600GT ist ganze 72% langsamer als die 8800GT.
Crysis, DirectX 9

Als nächstes testen wir anhand eines Crysis-Flyby. Hier mit DirectX 9 und allen Einstellungen auf "High". Es zeigt sich, dass Crysis mit diesen Einstellungen im Durchschnitt mit einer knapp spielbaren Geschwindigkeit läuft. Die Minimalwerte sind mit 21FPS zwar nicht mehr flüssig, allzu sehr ins Stocken gerät das Flyby aber nie. Die 3870HD rutscht hier klar in den unspielbaren Bereich ab und setzt im Durchschnitt gerade etwa dort an, wo die 8800GT den Tiefstpunkt hat.
Crysis, DirectX 10

Derselbe Flyby ergibt mit DirectX 10 und allen Einstellungen auf "Very High" ein anderes Bild. Hier bleibt bei den Durchschnitts FPS fast kein Unterschied zwischen den zwei Karten. Nur das Minimum sackt bei der 3870HD 2FPS tiefer ab als bei der 8800GT. Klar ist, das beide Grafikkarten mit den Ansprüchen von Crysis auf den höchsten Einstellungen überfordert sind, Werte um die 10FPS sind weit von einer spielbaren Geschwindigkeit entfernt.
Codecreatures 1

Anhand des Codecreatures Benchmarks messen wir den Leistungsverlust durch erhötes Anti-Aliasing. Dazu machen wir zuerst Runs ohne AA. Von diesen nehmen wir die Framerate als Basiswert. Danach werden die Runs mit 2xAA gemacht und es wird gemessen, wie viel tiefer nun die Durchschnitts FPS-liegen. Die Basiswerte waren hier 226FPS bei der 8800GT und 189FPS bei der 3870HD. Die 8800GT spielt also in einer höheren Liga, verliert bei 2xAA aber deutlich mehr Leistung als die 3870HD.
Codecreatures 2

Im zweiten Test wird der Basiswert mit den Resultaten von 4xAA verglichen. Wie man sieht, verliert die 3870HD prozentual mehr Leistung als die 8800GT. Interessant ist hier vor allem, dass die 8800GT mit 4xAA einen Deut weniger Leistung einbüßt als mit 2xAA.

Overclocking

Zum Schluss schauen wir uns noch das Übertaktungs-Potenzial der 8800GT mit dem Standardkühler an. Hierzu sei noch erwähnt, dass die Garantie der Grafikkarte verfällt, sobald man diese übertaktet. Dies unabhängig davon, ob der Kühler ersetzt wird oder nicht.

Die Karte läuft standardmässig mit 600MHz Chiptakt, 1500MHz Shadertakt und 900MHz Speichertakt. Da sich im Rivatuner die Shader-ALUs separat von den anderen Werten übertakten lassen, bietet dies in der Regel etwas mehr Spielraum.

Bei unserem Testmodell setzten bei den Werten 720/1740/1050 Instabilitäten und Abstürze ein. Nach weiterem Feintuning wurden die Werte 710/1730/1020 als sicherer, stabiler Übertaktungswert ermittelt. Dies ist eine prozentuale Taktsteigerung von +18% Chiptakt, +15% Shadertakt und +13% Speichertakt. Natürlich kann sich dies von Karte zu Karte unterscheiden.
3DMark06, OC

Mit den oben beschriebenen Werten lässt sich die Punktezahl im 3DMark06 um immerhin 9.5% steigern.
3DMark05, OC

Im 3DMark05 erreicht die Karte im Standardtakt mit 17496 Punkten bereits einen stattlichen Wert, dieser lässt sich aber durch das Overclocking nur um 3.7% weiter steigern.
Crysis, DirectX 9, OC

Die Durchschnitts-FPS steigen in diesem Test um knapp 5FPS. Dies könnten gerade die fünf Frames sein, die ein Spiel von "knapp spielbar" auf "gut spielbar" anheben. In diesem Zusammenhang lohnt sich das Übertakten also.
Crysis, DirectX 10, OC

Auch unter DirectX 10 und mit "Very High" lässt sich eine minimale Steigerung von gut einem FPS messen, dass dies bei so tiefen Werten auch keine Rolle mehr spielt, ist klar.
Eine weitere Bemerkung zum Tuning dieser Karte: die Kühlelemente auf der Gainward Karte lassen sich recht einfach entfernen, eine der Schrauben ist aber mit dem typischen "Warranty Void" Aufkleber "geschützt". Dieser dient zur Kontrolle; fehlt er, verfällt der Garantieanspruch auf die Karte.

Fazit

Die Gainward BLISS 8800GT konnte in sämtlichen Tests überzeugen. Zwar bricht sie keine Rekorde, sie bietet aber für rund 210€ eine sehr gute Leistung zu einem Preis, der noch erschwinglich ist. Auch das Zubehör kann sich sehen lassen: Adapter für alle möglichen Anschlüsse, ein gutes Handbuch sowie ein Spiel als Beilage sind sehr guter Standard in dieser Preisklasse. Die Übertaktbarkeit der Karte ist ebenfalls nicht umwerfend, aber dennoch gehobener Durchschnitt. Die durchschnittlich 15%ige Übertaktung der Karte führte zwar in den 3DMark Tests zu kleineren Leistungssteigerungen von 9.5% und 3.7%, die anhand von Crysis gemessene Spieleleistung legt aber um ganze 14% zu. Außerdem ist positiv zu vermerken, dass die Karte in unserem Testsystem auch unter Last nie auffallend laut wurde. Im Großen und Ganzen bietet die Karte also in jeder Hinsicht gute Leistungen und hat dabei keine deutlichen Mängel.


Pro & Contra

Pro
+ Gute Spieleleistung
+ Relativ leise
+ Gutes Zubehör

Contra
- Leistungsverlust bei 2xAA


Award

Die Gainward BLISS 8800GT (G92) mit 512MB RAM erhält den DeXgo-Silber-Award! Der Leistungsverlust bei 2xAA verhindert hier eine bessere Platzierung.
DeXgo-Silber-Award
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Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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