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Enermax PRO 82+ 425 Watt


Einleitung

Erst vor wenigen Wochen hat Enermax die neue non-modulare Pro 82+ PC-Netzteil Serie auf der CeBiT offiziell vorgestellt. Mit Leistungen von 385, 425, 525 und 625 Watt ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Diese Serie unterscheidet sich im Wesentlichen nur durch ihre Leistung und die Anzahl der Anschlüsse. So unterstützt das 385-Watt-Netzteil nur eine Grafikkarte. Für SLI-Betrieb ist mindestens die 425-Watt-Version vorgesehen. Quad- bzw. 4-fach-SLI oder CrossfireX ist nur mit dem 625-Watt-Netzteil möglich. Mit TripleGuard, SafeGuard und der Effizienz von mindestens 82 Prozent im Bereich von 20 bis 100 Prozent Belastung bewirbt Enermax seine neue Klasse. Alle Netzteile sind mit ATX12V 2.3 zertifiziert. Wir hatten die Gelegenheit eine 425-Watt-Version zu testen. Wie sich das Enermax Pro 82+ 425 Watt im Test geschlagen hat, erfahrt Ihr im nachfolgenden Review.

Verpackung & Lieferung
In einem Hochglanz-Karton verpackt befindet sich unser Testkandidat. Die Front zeigt eindrucksvoll den riesigen Lüfter. Noch wichtiger scheint aber der Aufdruck 82+ zu sein. Über einen Leistungsbereich von 20 bis 100 Prozent soll diese Effizienz erhalten bleiben.
Zu welchen Leistungen das Enermax Pro 82+ fähig ist, zeigen die Spezifikationen auf einer Seite der Verpackung.
Zusammengefasst sind auf der Rückseite die wichtigsten Features auch in deutscher Sprache nachzulesen.
Auf dieser Seite des Karton bewirbt Enermax die TripleGuard Protection: AirGuard, SafeGuard und SpeedGuard. Ein verbesserter Lufteinlass am Lüfter soll die Verwirbelungen und damit das Geräuschpotenzial reduzieren. Die SafeGuard überwacht Überstrom-, Überspannungs-, Unterspannungs-, Überlastungs-, Überhitzungs- und Kurzschlussschutz. SpeedGuard steht für die Lüftersteuerung, die nach einer Fuzzy-Logik den 120-mm-Lüfter steuert und dabei auf ein Optimum an Kühlleistung bei geringster Geräuschentwicklung ausgelegt ist.
Dieses Bild bietet sich dem potentiellen Käufer, nachdem die Verpackung geöffnet wird. Alle Zubehörteile liegen oben auf.
Der Inhalt des Kartons: Neben dem Netzteil, das noch in Luftpolsterfolie verpackt ist, liegt dem Paket eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache bei. Weiteres Zubehör sind das Kaltgerätekabel, Schrauben zur Befestigung, Klettbänder, um die fest installierten Kabel zu bändigen und ein kleiner Sticker. Schon jetzt lässt der eher geringe Lieferumfang den Schluss zu, dass Enermax mit diesem Netzteil mehr den Low- bis Mid-End-Sektor bedienen möchte. Wer keinen Wert auf Assecoires legt, wird vermutlich seine Freude auch hiermit decken können.

Technische Daten & Features


80 Plus ist nur eines von vielen Features, das uns Enermax mit dem Pro 82+ präsentiert. Das lässt die Vermutung zu, dass dieses Netzteil auch die kommende EPA 5.0 Zertifikation erfüllt. Doch schauen wir uns nun die weiteren Daten und Details an.


Grunddaten
Modellbezeichnung: EPR425AWT
Leistung: 396 W / 425 W max.
Eingangsspannung: 115V~230V
Eingangsfrequenz: 50/60Hz
Abmessungen (B x H x T): 150mm x 85mm x 140mm

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 20 A
+5,0V: 20 A
+12V1: 22 A
+12V2: 22 A
+12V3: 22 A
-12V: 0,6 A
+5VSB: 3,0 A

Leistung der Schienen
+5V/+3,3V: 120 W
+12V1/2/3: 396 W @ 33 A
-12V: 7,2 W
+5Vsb: 15 W


Features & Sicherheitsmechanismen

- entspricht ATX12V v2.3 für neueste Intel® Core 2 Duo™/Quad™/Extreme™ und AMD® Athlon™ 64X2/X4 oder Phenom™ Prozessoren
- 82%-88% Effizienz ab 20% Last. Erfüllt die Anforderungen der Umwelt- und Energiespar-Prüfsiegel ENERGY STAR® 4.0, Blauer Engel und 80 PLUS®
- volle Leistung im Dauerbetrieb bei 40°C Umgebungstemperatur
- drei 12V Schienen - herausragendes Leitungsdesign in dieser Netzteilklasse für beste Sicherheit und Kompatibilität
- unterstützt SLI™ bzw. CrossFire X™ Grafikkarten-Verbünde
- DXX ready durch 6+2P (8P) Stecker für PCI Express 2.0 Grafikkarten
- SpeedGuard 12cm Lüfter mit patentierter Umdrehungssteuerung nach Fuzzy-Logik, um eine optimale und zugleich besonders leise Kühlung zu berechnen
- AirGuard Lufteinlass reduziert Luftverwirbelungen und damit verbundene Geräuschentwicklung
- SafeGuard mit Überstrom-, Überspannungs-, Unterspannungs-, Überlastungs-, Überhitzungs- und Kurzschlussschutz (OCP, OVP, UVP, OPP, OTP & SCP)
- hohe elektromagnetische Verträglichkeit schützt Ihr System vor Interferenzen
- weltweite Netzkompatibilität (100V-240V) und aktive Leistungsfaktor-Korrektur bis zu 99%
- Abmessungen (B x H x T): 150mm x 85mm x 140mm
- 3 Jahre Garantie

Das Netzteil - Außenansichten


Das Enermax Pro 82+ 425 Watt in seiner ganzen Pracht. Die linke Seite ziert eine große Aufschrift mit dem Label des Netzteils.
Die Front mit ihrer wabenförmigen Lochstruktur, damit die Abwärme aus dem Netzteil und dem Chassis möglichst ohne Widerstand abgeführt werden kann. Der Netzschalter und die Kaltgerätebuchse entsprechen dem normalen Standard.
Auch auf dieser Seite prangert das große weiße Pro 82+ Label. Das Gehäuse selbst ist mit einem schwarzen Lack versehen, der leider auch die Fingerabdrücke gut sichtbar macht.
Die Rückseite bietet außer der Kabeldurchführung keinen spektakulären Anblick. Insgesamt zeigt sich das Äußere des Netzteils in seiner Schlichtheit immer noch elegant. Wirklich punkten kann der Lüftergrill durch sein edles Aussehen und der Enermax-Plakette mittig auf der Achse.
Das Typenschild auf der Unterseit zeigt die typische Belastung der unterschiedlichen Versorgungsspannungen an. Weiterhin sind dort auch die Zertifikate zu sehen.

Die Kabel


Für ein Netzteil dieser Größe, das auch von seiner Leistung her fähig ist ein kleineres SLI- oder Crossfiresystem zu befeuern, verfügt das Enermax Pro 82+ 425 Watt über ausreichend Kabel und Stecker. Einzig die Anzahl der SATA-Stecker ist eher dürftig bemessen. Das nächst größere Modell der Pro 82+ Serie mit 525 Watt verfügt hingegen schon über sieben SATA-Stecker.
20 +4 ist die Devise bei der Stromversorgung für die Hauptplatine. Die 4-Pin-Erweiterung lässt sich je nach Bedarf einsetzen, in dem sie einfach an den 20-Pin-Stecker gehalten wird und dann zusammen in die entsprechende Buchsenleiste auf dem Mainboard eingesteckt wird. Wir taten uns dabei jedoch etwas schwer. Es gibt keinerlei Arretierung zwischen den beiden Steckern und wenn es eng wird zwischen schon verbauten Komponenten zu hantieren, ist etwas Geduld gefragt. Die Kabellänge beträgt 45 Zentimeter.
Das Enermax Pro 82+ verfügt über zwei PCI-E 6-Pin-Anschlüsse. Einer kann sogar auf 8-Pin erweitert werden, so dass sich auch modernste Grafikkarten, die beide Varianten gleichzeitig benötigen, mit Spannung versorgt werden. Auch ein SLI-Verbund ist denkbar. 45 Zentimeter Gesamtlänge dieser Kabel können in einem Big-Tower-Gehäuse zum Problem werden.
Für die Stromversorgung der CPU ist ein 4-Pin-Stecker vorgesehen, der auf 8-Pin erweitert werden kann. So ist die Kompatibilität auf jeden Fall gegeben. Rechts im Bild ist ein 3-Pin-Molex-Stecker zu sehen. An einem Lüfteranschluss auf der Hauptplatine eingesteckt ermöglicht er das Auslesen der Drehzahl vom Netzteillüfter. Die Kabel sind mit ebenfalls 45 Zentimeter ausreichend bemessen.
Das Enermax Pro 82+ 425 Watt unterstützt bis zu vier SATA-Geräte. Das reicht gerade für die optischen Laufwerke und zwei Festplatten. Mehr Peripherie kann nur über etwaige Adapter von Molex auf SATA betrieben werden. Die Gesamtlänge beträgt 75 Zentimeter, wobei die Stecker jeweils bei 45, 55, 65 und 75 Zentimeter sitzen.
Insgesamt sechs 4-Pin-Molex-Stecker sind vorhanden, die sich auf zwei Kabelstränge verteilen. Mit 65 Zentimeter sind auch diese Kabel ausreichend bemessen. Die Abgriffe sind wie bei dem SATA-Kabel verteilt. Nur der vierte Stecker auf 75cm fehlt.
Der zweite Strang verfügt auch über den schon längst nicht mehr üblichen 4-PIN-Molex-Stecker, der zum Beispiel für ein 3,5-Zoll-Laufwerk Verwendung findet. Dieses Kabel ist wiederrum 75 Zentimeter lang. Der letzte Abgriff ist eben besagter für das Floppy-Laufwerk.

Das Netzteil - Innenansichten


Wir ließen es uns nicht nehmen das Gehäuse zu öffnen. Achtung: Auf keinen Fall nachmachen! Selbst wenn der Netzstecker gezogen ist, können sich gefährlich hohe Spannungen zum Beispiel in Kondensatoren über längere Zeit halten. Zudem geht jeglicher Garantieanspruch verloren, weil das Siegel auf einer der Schrauben beim Öffnen zerstört wird.


Der 120-mm-Lüfter wird durch eine patentierte Umdrehungssteuerung nach Fuzzy-Logik automatisch in der Drehzahl reguliert, um eine optimale und zugleich besonders leise Kühlung zu ermöglichen. Der Ventilator besitzt einen kleinen 4-Pin-Stecker und kann bei einem Defekt leicht ausgetauscht werden.
Hier im Bild sehr gut zu sehen sind die drei 12 Volt-Schienen und die Platine, auf der die Kaltegerätebuchse sowie der Ein-/Ausschalter verbaut ist.
Die Gleichspannungsversorgung begnügt sich mit nur einem Kondensator zur Siebung. Allerdings sind 330 µF mehr als ausreichend. Im rechten Bild ist unter anderem der Chip zu sehen, der für die SafeGuard zuständig ist.
Sekundärseitig ist eine flinke Sicherung eingebaut. Sollte die Sicherung jemals ausgelöst werden, so muss während der Garantiezeit das Netzteil entweder zum Händler oder zu Enermax eingeschickt werden. Das sehen wir keineswegs als sinnvoll an. Wenn schon Sicherungen eingebaut sind, so sollten sie von außen zugängig sein. Rechts nochmal ein Überblick auf das gesamte Innenleben. Ein sehr flacher Aufbau, der zudem auch besonders übersichtlich ist, begünstigt den Luftstrom innerhalb des Gehäuses.

Der Test

Wie auch schon im Test des Tagan PipeRock BZ 1100W kommt auch beim Enermax Pro 82+ 425 Watt die gleiche Testplattform zum Einsatz. Das System besteht aus einem Intel Core 2 Duo E8400 betrieben auf einem Asus Commando P965. Um dem Ganzen noch mehr Leistung abzufordern, kommt ein Phase-Change-Cooler (Single Stage, Kompressorkühlung) zum Einsatz, der die CPU bei bis zu 5.300 MHz kühlen soll. Eine übertaktete Geforce 8800GT komplettiert das System inklusive vier Festplatten sowie vier Lüftern.

Belastet mit den oben angegebenen Komponenten setzen wir insbesondere den 3DMark2001 und 3DMark2006 aus dem Hause Futuremark ein, die beide für sich die CPU und die Grafikkarte bis an ihre Grenzen trieben. Im gesamten Testzeitraum wurden die Spannungen mittels Lavalys Everest Version 4.20 überwacht und aufgezeichnet, um Spannungseinbrüche sowie Spannungsspitzen auf den wichtigen 3,3V-, 5V- und 12V-Leitungen zu erkennen. Die Messung der Temperaturentwicklung der Abwärme durch den Luftstrom aus dem Gehäuse heraus hat ein Voltcraft KT102 mit K-Type Sensor übernommen.

In einem Testzeitraum über 12 Stunden im Wechsel von länger andauernden Idle-Phasen und extremer Belastung wurde das Enermax Pro 82+ 425 Watt auf Herz und Nieren überprüft.






Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass alle Spannungen im Leerlauf- wie auch im Lastbetrieb immer innerhalb der Toleranzgrenzen liegen. Bei nahezu 100 Prozent Last (412 Watt) zeigt sich die sehr gute Stabilität auf allen Spannungsschienen. Die 12 Volt-Schiene muss maximal 2,5 Prozent einbüßen. Bei der 3,3- und 5 Volt-Schiene sind es nur 2 Prozent. Am Anfang waren wir skeptisch gegenüber der Leistung des 425 Watt Netzteils. Aber selbst im Dauer-Last-Betrieb hat sich das Enermax Pro 82+ keine Schwäche erlaubt.
Der Lüfter ist im Leerlauf nicht wahrzunehmen und dreht auch nur mit 484 Umdrehungen pro Minute. Unter voller Last regelt die Fuzzy-Logik den Lüfter auf knapp 1500 Umdrehungen, was immer noch nicht als laut bezeichnet werden kann. Aber unter dieser Belastung ist das Gebläse in jedem Fall hörbar. Die Temperatur im Netzteil hingegen hat sich nicht signifikant erhöht. Gemessen wurde im Abluftstrom des Gehäuses. Die leichte Temperaturerhöhung von 6 Grad Celsius kann auch auf die Umgebungsluft im Chassis des PC zurückzuführen sein. Der Fuzzy-Logik, was auch immer sich dahinter verbirgt, arbeit demnach wirklich sehr effizient.

In einem Nachtest wurde mit einem anderen Mainboard (P35-Chipsatz) und dem E8400 @ 3.000 MHz die Leistungsaufnahme im Idle- und Load-Betrieb unter Prime95 (30 Minuten) fesgestellt. Als Vergleich steht ein weniger effizientes älteres Enermax 465 Watt Netzteil zur Verfügung:

Das ältere Enermax vebraucht im Leerlauf 132 Watt, während sich das Pro 82+ mit nur 114 Watt begnügt. Im Lastbetrieb unter Prime95 geht die Effizienz ebenfalls an das Pro 82+ mit 159 Watt zu 181 Watt für das alte 465 Watt Netzteil. Daraus lässt sich folgern, dass Enermax mit seiner 82+ Angabe im sprichwörtlich grünen Bereich liegt.

Fazit

Mit der Enermax Pro 82+ PC-Netzteil Serie hat Enermax eine gelungene Erweiterung in sein Portfolio genommen. Insbesondere die Effizienz, die der Hersteller gleich mit in die Bezeichnung der neuen Netzteile genommen hat, ist ein Kaufargument heutiger Tage. Gedacht für das mittlere Segment und für den Gelegenheits-Gamer, der keine Ambitionen im Modding-Bereich hat und auf spezielle Features verzichten kann, ist die Pro 82+ Serie eine ideale Ergänzung. Vorteilhaft ist in jedem Fall die Ausrüstung für Nvidia-SLI- bzw ATI-Crossfire-Systeme mit zwei PCI-E-2.0-Steckern. Allerdings werden damit schnell die Grenzen von 425 Watt erreicht sein. Die Verarbeitung ist einwandfrei, wie es sich für einen Spitzenhersteller gehört. Bemängeln lässt sich allenfalls der 20 +4-Pin Mainboardstecker - das ist keine durchdachte Lösung. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels ist das Enermax Pro 82+ 425 Watt ab 56 Euro im Handel erhältlich. Ein sehr guter Preis für ein Netzteil dieser Klasse.

Der Enermax PRO und MODU 82+ PC-Netzteil-Serie wurde zwischenzeitlich das 80Plus Bronze Zertifikat von www.80plus.org verliehen.

Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ leiser Lüfter
+ bleibt kühl bei sehr guter Effizienz
+ sehr gute Testergebnisse
+ günstiger Preis

Contra
- 20 +4-Pin Mainboardstecker


Award

Das Enermax Pro 82+ 425 Watt hat uns in allen messbaren Punkten überzeugt. Negative Kritik bleibt uns dank sehr guter Verarbeitung und Qualität erspart. Mit seiner sehr guten Effizienz und ein guten Preis-/Leistungsverhältnis verleihen wir den DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von StellaNor verfasst.
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