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NOX Magma


Einleitung

Nachdem wir vor kurzem bereits ein Gehäuse vom Hersteller NOX testen konnten, steht uns nun ein weiterer Kandidat, das NOX Magma, zur Verfügung. Es bietet dieselbe, kompakte Midi-Tower-Bauform wie das Moonlight und ist optisch mit Seitenfenster und Lichteffekten auch ähnlich ausgelegt. Wie das Gehäuse im Detail aussieht, mit was für Features es aufwartet und ob es taugt, erfahrt ihr im Test.

Verpackung
Die Kartonschachtel des NOX Magma kommt spektakulär daher. Auf Vorder- und Rückseite prangt effektreich die Abbildung des Gehäuses (einmal in der schwarzen, einmal in der silbernen Version).
An den Seiten sind die technischen Angaben zum Gehäuse zu finden. Die Verpackung wirkte etwas mitgenommen und hatte einige Dellen und Kratzspuren. Das wird natürlich nicht als Kritik gewertet; wir testen ja schließlich das Gehäuse und nicht den Liefer-Dienst.
Das Gehäuse selbst ist in einem Plastikbeutel verpackt und mit zwei Styroporpolstern gut geschützt.
Wie schon beim NOX Moonlight besteht auch beim Magma das Zubehör lediglich aus Schrauben, Abstandhaltern, zwei Kabelbindern und einem internen Lautsprecher. Eine Anleitung liegt dem Gehäuse nicht bei.
Technische Daten:
Abmessungen (HxBxL):43 cm x 20 cm x 45 cm
Laufwerkeinschübe:6x 5,25", 3x 3,5" intern
Lüfter:3x 120 mm
Anschlüsse:2x USB, Audio I/O

Außenansichten
An der Fronttür ergibt sich ein interessanter Kontrast zwischen kantigen und gerundeten Formen. Die beiden äußeren "Flügel", die in der Mitte die geschwungene S-Form bilden, sind aus gebürstetem Aluminium gefertigt, der dahinterliegende Teil ist aus Stahlblech. Auch diese verschiedenen Materialien unterstreichen den Kontrast und verleihen der Gehäusefront eine interessante Note.
Die geöffnete Tür gibt den Blick auf neun 5,25"-Laufwerkschächte frei, die alle bis auf einen mit einer Lochblende abgedeckt sind. An der obersten Blende sind die Schalter, Power- und HDD-LEDs sowie die USB- und Audio-Anschlüsse angebracht.
Die Blende mit den Tasten und Anschlüssen lässt sich problemlos abnehmen und auf beliebiger Höhe anbringen. Benutzer, die den PC unter dem Tisch platzieren, werden die Tasten und Anschlüsse am liebsten oben am Gehäuse haben, während die Anschlüsse weiter unten für den Betrieb auf dem Tisch besser erreichbar sind.
Die Magnet-Halterung ist leider nicht stark genug, oder nicht ideal konzipiert um die Tür wirklich im geschlossenen Zustand zu halten. Die Tür rastet beim schließen nicht spürbar ein und bleibt recht lose.
Das große Seitenfenster, welches die linke Gehäuseseite ziert, wird in der Verpackung von außen und innen mit Plastikfolie geschützt.
Auf Höhe der CPU ist im Seitenfenster ein 120-mm-Lüfter angebracht, der mit roten LEDs versehen ist. Davor ist ein Lochgitter angebracht.

Außenansichten 2
Die Lackierung der Außenflächen ist in mattem Schwarz gehalten. Die rauhe Beschaffenheit der Oberfläche passt zum "Vulkan-Image", welches das Gehäuse schon mit dem Namen vertritt.
Das NOX Magma steht auf vier Hartplastik-Standfüßen.
Die Standfüße lassen sich nach außen rotieren, um dem Gehäuse mehr Stabilität zu verleihen. Dabei muss nicht einmal eine Schraube gelöst oder sonstwie zu einem Werkzeug gegriffen werden, was wir erfreulich fanden.
An der Rückseite ist neben der Mainboard-Blende ein weiterer 120-mm-Lüfter angebracht, der das Gehäuse entlüftet.
Design ist natürlich immer Geschmackssache, es lässt sich aber festhalten, dass der optische Gesamteindruck des NOX Magma stimmig ist. Die Verarbeitung ist dagegen eher durchschnittlich. So sind z.B. außer der losen Fronttür auch die Passformen der Seitenwände nicht ganz optimal.

Innenansichten
Das Frontpanel lässt sich wie die Tür zu einer Seite aufschwingen. So erhält man Zugang zu den Laufwerkschächten, ohne zu einem Werkzeug greifen zu müssen. Was an sich sehr löblich ist, ist in der Praxis leider von Mängeln geplagt. Im geschlossenen Zustand sollte das Frontpanel an zwei Plastik-Klammern einrasten. Erstens sind diese offenbar recht fragil, da eines davon beim Transport abbrach. Da geben wir die Schuld nicht ausschließlich dem Hersteller; an der Verpackung war ja ersichtlich, dass der Transport wohl etwas grob verlief. Das zweite Problem mit diesen Klammern ist, dass sie am Frontpanel etwas besser halten als dort, wo sie eigentlich festgemacht sein sollten, dem Gehäuserahmen. So kommt es oft vor, dass eine Klammer beim Öffnen des Panel mitkommt und sie von Hand entfernt und wieder am Gehäuserahmen befestigt werden muss. Die Klammern bieten allgemein nicht genug Halt - das Frontpanel sitzt nicht solide im geschlossenen Zustand.
An der Innenseite des Frontpanel sind die Laufwerksblenden zugänglich. Diese sind mit jeweils zwei Schrauben angebracht und lassen sich so beliebig entfernen und wieder anbringen. Die Laufwerksblenden bieten mit ihrem Lochgitter eine gute Ventilation des Innenraumes, sind aber leider nicht mit Staubfiltern versehen. Da wegen der Fronttür kein gewaltiger Luftstrom durch die Blenden geht, ist dies ein vernachlässigbarer Kritikpunkt.
Am Gehäuseinneren fällt auf, dass an der kompletten Front von oben bis unten 5,25"-Laufwerkschächte angebracht sind. Ansonsten sind keine Besonderheiten festzustellen.
Beiden Seiten der Front entlang sind Halteklammern angebracht, die den werkzeuglosen Einbau von Laufwerken ermöglichen.
Im unteren Teil befindet sich ein Laufwerkskäfig, der Laufwerke im 3,5"-Format aufnimmt.
Für die PCI-Erweiterungskarten ist ein werkzeugloser Einbau vorgesehen. Bedauerlich ist, dass alle drei Lüfter nur mit 4-Pin-Molex Anschlüssen ausgestattet sind und sich somit nicht an 3-Pin-Lüfteranschlüssen am Mainboard oder einer Lüftersteuerung anschließen lassen.

Einbau
Der Eibau von optischen Laufwerken funktioniert gut. Einziges Manko ist hier, dass die Halteklammern auf beiden Gehäuseseiten angebracht sind und man so beide Seitenwände entfernen muss, um Laufwerke ein- oder auszubauen.
Der Fesplattenkäfig verdient besondere Erwähnung. Leider aber nicht im positiven Sinne. Dass nur maximal drei Festplatten für den Einbau vorgesehen sind, ist hier ein winziger Kritikpunkt, den wir außen vor lassen können. Erste Probleme ergeben sich schon beim Entfernen des Käfigs: Die Passform ist ganz klar nicht optimal und es braucht einigen Zug bis einem das gute Stück endlich ruckartig entgegenkommt. Die Festplatten werden mit Schrauben im Festplattenkäfig befestigt. Dabei sind weder zwischen den Festplatten und dem Käfig noch zwischen dem Käfig und dem Gehäuse irgendwelche Gummipuffer oder sonstige Dämm-Vorrichtungen angebracht.
Der Festplattenkäfig wird nun mit den Halteklammern im Gehäuse eingebaut - wenn man ihn denn endlich wieder da reinkriegt. Wir brauchten einige Anläufe und viel zu viel Zeit, bis wir den störrischen Festplattenkäfig endlich korrekt befestigt hatten. Die ungenaue Passform, die schon den Ausbau erschwerte, zeigte sich beim Einbau noch viel deutlicher. Ein großer Kritikpunkt an dieser Vorrichtung ist, dass sich der Festplattenkäfig nicht entfernen oder einfügen lässt, wenn das Mainboard und die Komponenten bereits eingebaut sind. Bei einem Full-ATX Mainboard ist der Versuch sowieso zwecklos. Bei weniger breiten Mainboards könnte es je nach Modell möglich sein, den Festplattenkäfig herauszubringen, wenn alle PCI-Erweiterungskarten entfernt werden - allerdings nicht ohne beträchtliches Risiko, das Mainboard zu beschädigen. Da die Schraubenlöcher der Festplatten nur zugänglich sind, wenn sich der Käfig außerhalb des Gehäuses befindet, bedeutet das im Klartext, dass man den gesamten PC ausbauen muss, um eine Festplatte auszutauschen.
Zusammenfassend lässt sich also folgende Frage an die Hersteller richten: Was bitte schön ist der Zweck eines Festplattenkäfigs, der:
- den Einbau im Gehäuse zwar werkzeuglos erfüllt, zum Einbau der Festplatten aber trotzdem Schrauben benötigt,
- die Festplatten in keiner Weise entkoppelt oder dämmt,
- den Einbau von Festplatten wesentlich schwieriger gestaltet als ein herkömmlicher Einbau mit Schrauben
- und sich nicht entfernen lässt, solange andere Komponenten im Gehäuse sind?
PCI-Erweiterungskarten werden am Gehäuse werkzeuglos mit Plastikklemmen befestigt. Etwas unsauber ist dabei, dass diese Befestigung nur mäßig funktioniert und die Slotblenden herausgebrochen werden müssen. Somit können Slotblenden, einmal entfernt, nicht wieder eingefügt werden.
So sieht bei uns der fertige Einbau aus. Wie man sehen kann, verwenden wir hier (und das ist wirklich eine große Ausnahme!) den Intel Boxed-Kühler. Dies war notwendig, weil das NOX Magma genau dieselben Abmessungen wie das NOX Moonlight und daher dasselbe Problem mit großen Tower-Kühlern hat. Für alle, die den Test des NOX Moonlight nicht gelesen haben, führen wir die Problematik nochmals auf:
Der Abstand zwischen dem Mainboard und dem seitlichen Lüfter ist etwas knapp geraten. Da sich dies kaum fotografisch zeigen lässt, greifen wir auf eine vereinfachte Skizze zurück. Nach unserer Einschätzung darf ein CPU-Kühler in diesem Gehäuse höchsten 15 Zentimeter hoch sein (gemessen von der Mainboard-Platine aus). Für einige Tower-Kühler ist dies knapp zu wenig. So kommen z.B. ein Noctua NH-U12P, ein Thermalright Ultra 120 Extreme oder ein Scythe Ninja, die allesamt ihren höchsten Punkt zwischen 15,5 Zentimetern und 17 Zentimetern über der Platine haben, dem Seitenlüfter am Moonlight in die Quere. Natürlich kann der Lüfter entfernt werden, was den Einbau eines großen Kühlers wieder problemlos ermöglicht.
Außerdem ist bei hohen Vertikal-Kühlern Vorsicht geboten: Ist der Lüfter eines Vertikalkühlers mehr als etwa zwölf Zentimeter über der Platine, so kommt er mit dem Seitenlüfter in Konflikt, da dieser die Luft in die entgegengesetzte Richtung schaufelt. In einem solchen Fall sollte der Seitenlüfter ebenfalls entfernt oder umgedreht werden.

Betrieb
In eingeschaltetem Zustand sind bei geöffneter Front zwei Lichteffekte sichtbar: der große Power-Schalter ist blau ausgeleuchtet und die rote Beleuchtung des Front-Lüfters ist durch die Lochgitter sichbar. Die Lichteffekte wirken in der Realität etwas schwächer als auf unseren Fotos, da wir hier lange Belichtungszeiten benötigten.
Der im Seitenfenster angebrachte Lüfter ist ebenfalls mit roten LEDs versehen und leuchtet das Gehäuseinnere schön aus.
Lautstärke

Die Lüfter sind auch hier, wie schon beim NOX Moonlight, eine positive Überraschung. Sie sind im Betrieb unterdurchschnittlich leise. Das hörbare Lüftergeräusch, ein tiefes, regelmässiges Brummen, lässt sich leichter ausblenden als höher-frequentige Geräusche. Die Lüfter werden von den meisten CPU-Kühlern übertönt werden. Für einen Silent-Betrieb eignen sich die Lüfter aber doch nicht, was einzig daran liegt, dass sie ohne 3-Pin-Lüfteranschlüsse auskommen müssen. Mit einer Lüftersteuerung etwas herunterreguliert, wäre ein unhörbarer Betrieb wahrscheinlich möglich.
Der äußerliche Gesamteindruck des NOX Magma ist, optisch wie auch akkustisch, wirklich überzeugend.

Fazit

Die positiven Ersteindrücke, die das Gehäuse von außen vermittelt, wurden von einigen Ungereimtheiten im Gehäuseinneren gedämpft, um schließlich von den groben Schnitzern beim Einbau komplett überschattet zu werden. So können auch das ansprechende Lichterspiel und die angenehme Lautstärke des Gehäuses im Betrieb nicht mehr über die Nachteile hinwegtrösten.
Viele kleinere Schwächen wie die fehlenden Lüfteranschlüsse, Schwierigkeiten mit großen Kühlern, die unsauber verschließende Fronttür oder PCI-Halteklemmen, die nicht optimal funktionieren sind zwar unschön, machen das Gehäuse aber noch lange nicht schlecht. Der katastrophale Festplattenkäfig versetzt aber jeglicher Kaufempfehlung den Todesstoß. Beim Konzept dieser Komponente wurde einfach alles falsch gemacht. Es wäre für den Benutzer um ein Vielfaches einfacher und angenehmer, ließen sich die Festplatten ganz altmodisch mit Schrauben einbauen.
Der Preis von 85€ ist für die gebotene Leistung zu hoch und handelt dem NOX Magma ein großes Problem ein: Für einen günstigere Preis gibt es bereits Gehäuse, welche deutlich mehr überzeugen können.

Pro & Contra

Pro
+ Optik
+ Leise im Betrieb
+ Frontanschlüsse und Tasten in der Höhe wählbar

Contra
- Diverse Verarbeitungsmängel
- Sehr schlechte Vorrichtung für Festplatten
- Keine 3-Pin-Lüfteranschlüsse an den Gehäuselüftern
- Für große Tower-Kühler und hohe Vertikal-Kühler nur bedingt geeignet
- Preis

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Jet Computer.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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