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Auras Conditioner GTO-990


Einleitung

Der taiwanische Hersteller Auras Technology, gegründet 1998, ist schon seit einigen Jahren keine unbekannte Größe im OEM-Markt für Kühllösungen. Seit kurzem versucht sich der namenhafte Hersteller nun auch im Endkundenmarkt zu etablieren. Mit diversen neuen Produkten soll so versucht werden, die geneigte Käuferschaft von den Qualitäten der eigenen Produkte zu überzeugen. Wir haben die Möglichkeit erhalten, uns einige dieser neuen Produkte genauer anzuschauen. Den Anfang wollen wir mit einem Review der All-In-One Wasserkühlung Conditioner GTO-990 machen. Ob die Kühlung halten kann was Sie verspricht, erfahrt Ihr im nachfolgendem Review.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Conditioner ist schlicht gehalten, bietet aber neben einigen Produktbildern auch technische Informationen zum Produkt. Vom Gefühl her kann die Verpackung einen Hauch größer sein, von außen wirkt die Verpackung sehr gedrückt.
Neben der Kühleinheit, gut geschützt durch Schaumstoff, befindet sich das Montagematerial für den Sockel 775 und Sockel 939 im Karton. Zusätzlich bekommt der Käufer eine Spritze Wärmeleitpaste, ein Stromadapterkabel, einen Garantiehinweis sowie eine Bedienungsanleitung.
Durch den modularen Aufbau der Montagevorrichtungen kann bequem zwischen den beiden Halterungen gewechselt werden.
Auch schön: Die Menge der mitgelieferten Wärmeleitpaste reicht für mehrere Anwendungen und ermöglicht so auch den Wechsel des Kühlsystems bzw. die Montage an anderen Rechnern. Mit Hilfe des mitgelieferten Stromadapters kann die Pumpe bei Bedarf, und nicht vorhandenem freien Anschluss auf dem Mainboard, mit Strom versorgt werden.
Der Garantiehinweis fast kurz die Garantiebedingungen zusammen - leider nur in englischer Sprache. Die Montageanleitung ist bebildert und leitet den Anwender gut durch die einzelnen Schritte des Zusammenbaus, leider ist aber auch diese nur auf Englisch vorhanden.

Verarbeitung
Zuerst werfen wir einen Blick auf den Lüfter und den Radiator. Auras setzt beim Conditioner auf einen 92-Millimeter-Radiator mit entsprechendem Lüfter.
Der Lüfter verfügt über einen 4-Pin-Anschluss und kann so durch die PWM-Funktion des Mainboards bequem geregelt werden. Auch schön zu sehen: Der Lüfter wurde nicht verschraubt, sondern mit vier Entkopplern am Radiator befestigt.
Der 92-mm-Lüfter, der von Auras direkt stammt, arbeitet im Drehzahlbereich von ca. 800 bis 2400 Umdrehungen pro Minute und erzeugt dabei eine maximale Lautstärke von 23 d/BA (laut Hersteller). Bei zwölf Volt und einem Verbrauch von 2,16 Watt fördert der Lüfter ca. 80 Kubikmeter Luft pro Stunde.
Nachdem der Lüfter demontiert ist, kommt der Radiator vollständig zum Vorschein. Gut zu sehen ist, dass die Rohrschlange des Radiators insgesamt sechs mal durch die Lamellen geleitet wird. Leider genau so gut zu sehen ist die Teils sehr schlechte Verarbeitung der Lamellen. An einigen Stellen weisen die Lamellen erhebliche Beschädigungen in Form von Dellen auf.
Schauen wir von der Rückseite auf den Radiator, sehen wir auch, dass am Rand die Lamellen ebenfalls teils stark verbogen sind. Entweder wurde hier kein Wert auf die Qualitätssicherung gelegt, oder die Dellen und die verbogenen Enden wurden so akzeptiert.

Verarbeitung

Die Verarbeitung an den Anschlüssen ist nicht als umwerfend zu bezeichnen, der Begriff "funktional" trifft es schon eher. Es sind einige Lötrückstände erkennbar, welche jedoch keinen Einfluss auf die Leistung des Systems haben. Die Schläuche sind mit Schlauchschellen gesichert, so wird ein versehentliches Abziehen oder Lösen der Schläuche verhindert.
Die Pumpeneinheit wird über ein einfaches 3-Pin-Kabel mit Strom versorgt. So ist ein Anschluss am Mainboard möglich. Wer die Pumpe lieber direkt an das Netzteil anschließen möchte, kann hierfür den beigelegten Adapter nutzen.
Der Körper der Pumpeneinheit, in dem der Kühlkörper für die CPU integriert ist, ist sehr sauber verarbeitet. Alle Anschlüsse, das Kunststoffgehäuse der Pumpe sowie die Bodenplatte geben uns keinen Anlass zur Kritik.
Während des Transportes ist die Bodenplatte durch eine Kunststofffolie geschützt. Unter dieser verbirgt sich der plane, stark spiegelnde Boden.
Der Kontrast bei der Verarbeitung zwischen Haupteinheit und Radiator ist hier am deutlichsten zu sehen. Wieso bei einem Teil solch wenig Sorgfalt vorhanden war und bei einem anderen scheinbar penibelst genau auf die Verarbeitung geachtet wurde, bleibt uns schleierhaft.
Montage
Das Anbringen der Montagemodule geht leicht von der Hand. Hierfür muss das entsprechende Modul lediglich mit den vier mitgelieferten Schrauben am Kühlerboden befestigt werden. Probleme sollte hier kein Anwender bekommen.
Die Installation der Pumpeneinheit geht genauso leicht von der Hand wie die des Boxed-Kühlers. Kühler aufsetzen, arretieren, fertig. Dann stießen wir allerdings auf ein kleines Problem: Laut der Bedienungsanleitung soll der Radiator mit Hilfe von vier Kunststoffclips in einem freien Lüfterplatz des Gehäuses montiert werden. Nur befanden sich in unserem Päckchen keine Clips.
Für unseren Test ist dies aber nicht problematisch, da wir zum Zwecke der Vergleichbarkeit einen offenen Testaufbau nutzen.
Gut auf dem Bild zu erkennen ist die Beleuchtung der Pumpe. Leider kommt unsere Kamera mit dem hohen UV-Anteil der blauen Beleuchtung nicht so zurecht und zeigt diese eher Lila als Blau.

Testsetup

Unser Testsystem sieht wie folgt aus:

- Foxconn P35AP-S
- Intel Core2Duo E6550
- Crucial Ballistix PC2-8500 2GB Kit
- Sparkle GeForce 8800 GTS mit Thermalright HR-03 Plus
- Antec NeoPower 650 Blue
- Samsung SpinPoint S250 HD250HJ
- BenQ DW1655

Den vorherigen Tests gemein ist wieder der offene Testaufbau. Die verwendete CPU erzeugt bei unseren Test eine Abwärme von rund 65 Watt, dies spiegelt die Hitzeentwicklung der meisten Core2Duo Prozessoren wieder.


Der Test

Da Auras dem Anwender keine Mechanismen mitliefert den Lüfter per Hand zu regeln, entscheiden wir uns für eine externe Stromversorgung des Lüfters. In den Testläufen wird der Lüfter einmal mit zwölf Volt angesteuert und in einem zweiten Durchlauf mit halbierte Spannung bei sechs Volt.


Temperatur


Im Idle-Betrieb erreicht der Auras Conditioner GTO-990 nur den letzten Platz, liegt dort jedoch nur knapp hinter dem northQ NQ-3850 Siberien Tiger. Im Vergleich zum Intel Boxed Kühler halbieren sich die Temperaturen sogar. Der Unterschied zu den beiden anderen Wasserkühlungssystemen ist wohl in der Größe des Radiators zu suchen. So setzen Thermaltake wie auch northQ auf einen 120-Millimeter-Radiator, während Auras lediglich einen 92-Millimeter-Radiator verbaut.



Auch bei Last zeigt sich das gleiche Bild wie im Idle-Betrieb. Der Rückstand zum nächst besseren Kühler beträgt hier lediglich ein bzw. eineinhalb Grad. Der Intel Boxed Kühler wird jedoch auch hier deutlich geschlagen.


Lautstärke

Ein ebenso wichtiger Aspekt wie die Kühlleistung ist die erzeugte Lautstärke durch die Komponenten. Gerade bei einem Komplettsystem ist nicht nur die Kühlleistung sondern auch die Lautstärke interessant. Hier kann Auras Punkten, denn nicht nur der Lüfter ist bei sechs Volt fast unhörbar, auch die Pumpe hält sich angenehm zurück. Bei zwölf Volt hört man den Lüfter jedoch deutlich, hier liegt das System ungefähr auf dem Niveau des northQ Siberian Tiger.

Fazit

Die zweite Auflage des Auras Conditioner GTO-990 zeigte bei uns zwei Gesichter. Nicht nur in der Gesamtbetrachtung, auch bei der Verarbeitung waren diese beiden deutlich zu erkennen. Der Radiator weißt starke optische Mängel an den Lamellen auf, welche so nicht vorhanden sein sollten. Die Haupteinheit mit Pumpe und Kühler hingegen ist tadellos verarbeitet worden. Auch die Entkopplung des Lüfters spricht für ein durchdachtes Konzept, ebenso wie die kinderleichte Montage. Trotz eines kleineren Radiators und auch Lüfters erreicht der Conditioner GTO-990 nahezu die gleichen Testergebnisse wie das mit einem 120-Millimeter-Radiator ausgestattete NorthQ NQ-3580 Siberian Tiger. Durch den geschlossenen Kreislauf ist das System leider nicht ohne größere Umbaumaßnahmen für eine Erweiterung des Kühlkreislaufes ausgestattet. Die Kühlleistung würde hier vermutlich aber auch nicht mehr reichen. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 57,99 Euro bekommt der Anwender eine Komplettwasserkühlung, welche für die heutigen Dual-Core Prozessoren genügend Leistung bietet. Der geneigte Käufer sollte aber über die schlechte Verarbeitung des Radiators hinwegsehen können.


Pro & Contra

Pro
+ leichte Montage
+ für 92-Millimeter-Radiator gute Kühlleistung
+ Lüfter, Pumpe und Kühler makellos verarbeitet
+ relativ günstig

Contra
- Verarbeitungsmängel am Radiator
- Befestigungsclips des Radiators fehlten im Lieferumfang
- nicht erweiterbar auf andere Komponenten


Award

Trotz genannter Mängel ist der Conditioner überzeugend genug, um unseren DeXgo-Bronze-Award zu erhalten.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Auras.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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