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Auras Transformer CTC-868


Einleitung

Der Markt der CPU-Kühler hat so Einges hervorgebracht und es ist nicht einfach mit einem neuen Produkt auf sich aufmerksam zu machen. Auras wagt den Versuch mit einem außergewöhnlichen Design und einer bis dato unbekannten Beweglichkeit seines neuen CPU-Kühlers sich aus der Masse der Prozessorkühler abzuheben. Der CTC-868, der auch auf den verheißungsvollen Namen Transformer hört, vereint die oben genannten Punkte mit Leistung und Qualität - theoretisch zumindest. Wie es in der Realität ausschaut, erfahrt ihr im folgenden Review.

Verpackung & Lieferumfang

Der Transformer wird in einer schlichten Kartonverpackung geliefert. Vorder- und Rückseite zeigen Bilder des Kühlers, die Seiten illustrieren die Klapptechnik und geben Auskunft über einen Teil der technischen Spezifikationen.
Auf einer der Seiten ist eine Abbildung, die thermischen Vorteile des Transformers darstellt. So sollen, wenn der Kühler "aufgeklappt" montiert ist, die umliegenden Komponenten weit besser gekühlt werden als bei der Verwendung des Intel-Boxed-Kühlers.
Zum Lieferumfang des Transformer gehören die beiden Grundplatten für Intel und AMD, vier Montageschrauben, eine Spritze mit Wärmeleitpaste, eine mehrsprachige Einbau- und Bedienungsanleitung sowie zwei Hinweiszettel.
Der Lüfter

Eigentlich müsste die Überschrift "Die Lüfter" heißen, denn beim Auras Transformer kommen zwei der Luftförderer zum Einsatz. So saugt einer der 92-Millimeter-Lüfter die Frischluft an, der zweite pustete die erwärmte Luft wieder vom Kühler weg. So wird ein Luftzug durch den Kühler realisiert, theoretisch zumindest. Die Stromversorgung beider Lüfter wird über ein gemeinsames Stromkabel realisiert. Hierbei kommt ein 4-Pin-Stecker zum Einsatz, welcher so auch die Steuerung über die PWM-Funktion des Mainboards erlaubt. Geregelt wird dann aber nur der saugende Lüfter von 800 bis 2400 Umdrehungen pro Minute. Der Lüfter, der die erwärmte Luft abführt, arbeitet konstant mit 1200 Umdrehungen pro Minute.
Auch Auras verzichtet beim Transformer nicht auf eine Beleuchtung der transparenten Lüfter. Der saugenden Lüfter hat vier 3-Millimeter-LED spendiert bekommen, der blasende Lüfter zwei. Alle sechs LED leuchten während des Betriebes in einem satten Blau.

Verarbeitung & Aufbau

Auf den ersten Blick erinnert der Transformer stark an die 9000er Serie von Zalman, jedoch nur auf den ersten Blick. Ein Unterschied ist, wie schon erwähnt, der zweite Lüfter. Die Verarbeitung des Kühlers ist auf einem hohen Niveau, scharfe Kanten oder verbogene Lamellen sucht man vergebens.
Was einem im Vergleich zum Zalman direkt auffällt ist die offene Stelle an der Oberseite des Kühlers. Dort befinden sich insgesamt vier Halteklammern. Diese arretieren die beiden Seiten in der jeweils gewünschten Position.
Im Auslieferungszustand liegen beide Seiten direkt am Mittelteil an. In dieser Form wirkt der Kühler eher schlicht als aufregend. Interessant wird es jedoch, wenn die Seiten abgeklappt werden. So kann der Luftfluss im Gehäuse geringfügig angepasst werden.
Beide Seitenteile lassen sich getrennt von einander in je drei verschiedene Stellungen arretieren. Da bei einigen Mainboards eventuell Kühllösungen des Mainboards im Weg sind wird dem Anwender so die Möglichkeit gegeben den Kühler individuell einzustellen.

Verarbeitung & Aufbau
Insgesamt besitzt der Transformer vier Heatpipes, welche alle durch die vernickelte Kupferbodenplatte verlaufen, wobei die beiden Äußeren "locker" in dieser stecken, um das Abklappen zu ermöglichen. Die Seitenteile wackeln hierbei jedoch nicht und auch ein Spiel der Heatpipes in der Bodenplatte ist nicht festzustellen.
Die Bodenplatte wird während des Transportes durch eine Kunststofffolie vor Verschmutzung und vor Kratzern geschützt. Die Folie lässt sich ohne Probleme und sichtbare Rückstände vom Boden entfernen.
Dieser ist optisch perfekt verarbeitet, die makellose Kühlfläche sorgt für eine gute Wärmeübertragung.
Für die Montage auf unserem Testsystem benötigen wir die Push-Pin-Halterung und die vier kleinen Schrauben (nicht auf dem Bild).
Die Montage der Grundplatte ist denkbar einfach. Die Grundplatte wird auf dem Kühlerboden ausgerichtet - so dass die Löcher direkt über den Gewinden sind - und anschließend mit dem Kühlerboden verschraubt. Bei Sockel-775-Systemen ist die Ausrichtung auf dem Mainboard später kein Problem, da die Montagelöcher für die Push-Pins im Quadrat angeordnet sind. Bei der Montage auf AMD-Systemen hat der Anwender leider keine Wahl, da sich die Halterung nur in einer Ausrichtung (parallel zum Luftfluss) anschrauben lässt. Hier wäre mehr Flexibilität gut gewesen.

Impressionen & Montage

Um euch einen guten Eindruck der Beleuchtung und dem Aussehen des Kühlers zu geben, haben wir diesmal ein paar mehr Bilder im Betrieb erstellt. Der hohe UV-Anteil der LED stellt die Farbe mehr Lila dar, als diese in Realität ist.
Gerade im Dunkeln kommt das Ausleuchtungspotential des Kühlers voll zur Geltung. Die sechs verbauten LED sind nicht nur äußerst hell, sondern beleuchten durch ihre Anbringung auch einen sehr großen Radius.
Die Montage des Kühlers gestaltet sich auf Sockel-775-Systemen recht einfach. Bei der Montage sollte jedoch auf Hindernisse geachtet werden, die die geöffnete Montage des Kühlers verhindern. Auf unserem Foxconn Testmainboard hatten wir jedoch keine größeren Probleme. Lediglich das Aufklappen in Richtung Northbridge funktionierte nicht bis zur zweiten Stufe.
Testsetup

Unser Testsystem sieht wie folgt aus:

- Foxconn P35AP-S
- Intel Core2Duo E6550
- Crucial Ballistix PC2-8500 2GB Kit
- Sparkle GeForce 8800 GTS mit Thermalright HR-03 Plus
- Antec NeoPower 650 Blue
- Samsung SpinPoint S250 HD250HJ
- BenQ DW1655

Den vorherigen Tests gemein ist wieder der offene Testaufbau. Die verwendete CPU erzeugt bei unseren Test eine Abwärme von rund 65 Watt, dies spiegelt die Hitzeentwicklung der meisten Intel Core 2 Duo-Prozessoren wieder.

In den folgenden Diagrammen ist die Temperaturdifferenz zwischen der CPU und der Raumtemperatur angegeben. Während des Testes herrschte eine sommerliche Temperatur von 25 Grad Celsius.

Anders als bei den bisherigen Tests nahmen wir vom Auras Transformer zwei Werte. So durchlief der Kühler den Testparcour im offenen und im geschlossenen Zustand. Da die Temperaturen sich bei beiden Betriebsarten, wenn auch nur gering, unterscheiden, listen wir diese auch getrennt auf.

Test - 12 Volt

Temperatur


Auras kann sich mit dem Transformer im geschlossenen Zustand im Mittelfeld platzieren. Werden die Seiten aufgeklappt, verringert sich die Kühlleistung im 12-Volt-Betrieb um 2 K.

Auch beim Idle-Betrieb liegt der Auras, wenn er geschlossen betrieben wird, im Mittelfeld. Der Unterschied zum offenen Betrieb liegt hier bei 1 K.


Lautstärke

Bei voller Drehzahl ist der Kühler deutlich wahrnehmbar. Für Silentfans ist der Betrieb bei zwölf Volt ungeeignet.

Test - 6 Volt

Temperatur


Am Ranking bei sechs Volt ändert sich zum 12-Volt-Betrieb wenig. Wieder liegt der Kühler im Mittelfeld, wobei der geschlossene Aufbau wieder knapp vor dem offenen liegt.

Im Idle-Betrieb kann der Kühler weiter zur Spitze aufschließen und liegt bei geschlossenem Betrieb knapp vor dem Scythe Mugen.


Lautstärke

Erfreulich ist die abnehmende Geräuschkulisse bei sechs Volt. Wie schon erwähnt, lässt sich nur einer der beiden Lüfter herunterregulieren. Glücklicherweise hat Auras die Drehzahl des anderen Lüfters bereits so gewählt, dass dieser schon bei zwölf Volt fast unhörbar leise ist. Der zweite Lüfter ist bei sechs Volt nur noch aus kurzer Distanz wahrnehmbar. Im geschlossenen System lässt sich der Kühler nur schwer heraushören.

Fazit

Nach der eher enttäuschenden Vorstellung des Conditioner hatte Auras etwas von seinem Image bei uns verloren. Die Vorstellung des Transformer konnte uns jedoch wieder schnell vom Gegenteil überzeugen. Die Verarbeitung ist von der Bodenplatte bis hin zu den einzelnen Lamellen auf einem hohen Niveau. Zwar zeichnet sich der Kühler nicht durch eine bahnbrechende Kühlleistung aus, für normale Systeme und auch für grundlegende Übertaktungsversuche bietet der Kühler aber genug Leistung. Wer nicht übertakten will und eher den leisen Betrieb bevorzugt, wird bei zwölf Volt auch nicht wirklich glücklich werden, heruntergeregelt wird der Kühler aber recht leise. Nicht zuletzt dank der ausgefallenen Optik wird der Kühler für so einige Anwender interessant. Lediglich der Preis von ca. 45 Euro ist wieder nicht ganz so top, liegen einige gute Towerkühler doch unter dem genannten Preis.


Pro & Contra

Pro
+ sehr leichte Montage
+ gute Verarbeitung
+ ausgefallenes Design

Contra
- Montagerichtung auf AMD-Systemen nicht variabel


Award

Dem Auras Transformer können wir dank der gezeigten Testergebnisse unseren DeXgo-Silber-Award verleihen. Einziger Kritikpunkt ist die feststehende Ausrichtung bei AMD-Systemen.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Auras.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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