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XSPC X2O 400 Pumpstation


Einleitung

XSPC ist eine Britische Firma, die sich auf die Produktion von Wasserkühlungs-Komponenten spezialisiert hat. Obwohl XSPC bislang noch nicht zu den großen Namen in diesem Segment zählt, so machen sie doch immer wieder durch innovative und hochwertige Produkte auf sich aufmerksam. Im heutigen Test nehmen wir die X2O 400 Pumpstation unter die Lupe. Was die Station, die Pumpe und Ausgleichsbehälter vereint leistet und ob sie mit den Konkurrenten von aqua-computer und Laing mithalten kann, erfahrt ihr in diesem Test.

Verpackung und Lieferumfang
Die X2O 400 wird in einer sehr einfachen Kartonschachtel geliefert.
Neben der Pumpe selbst ist nur eine blaue LED an einem Molex-Anschluss mit im Lieferumfang. Während eine ausführliche Dokumentation bei einer Pumpe nicht unbedingt nötig ist, wären ein detailliertes Datenblatt und vielleicht einige Gebrauchs-Tipps für Anfänger wünschenswert gewesen.
Technische Daten:

Bei den Daten handelt es sich um Herstellerangaben.
Förderleistung:400 l/h bzw. 6,67 l/min
Förderhöhe:1,65 Meter
Leistungsaufnahme:9,5 Watt
Spannung: 12 Volt
Gewinde: 2x G1/4 Zoll
Abmessungen:Höhe: 77 Millimeter - Durchmesser: 90 Millimeter

Aussenansichten
So zeigt sich die X2O 400 Pumpe in ihrer ganzen Pracht. Das Stromkabel wird sauber isoliert aus dem Deckel herausgeführt und endet in einem 3-Pin-Anschluss, der an das Mainboard oder eine Lüftersteuerung angeschlossen werden kann.
Im Deckel sehen wir die beiden G1/4-Zoll-Gewinde, in denen die geläufigsten Schlauchanschlüsse eingeschraubt werden können. Eine kleine Plastikabdeckung lässt sich herausschrauben und gibt die Einfüllöffnung der Pumpstation frei.
Von Vorne ist das Flügelrad der eingelassenen Tauchpumpe zu sehen. Dieses befördert das Wasser aus dem Ausgleichsbehälter vertikal nach oben zur Auslassöffnung.
An der Bodenfläche des Acryl-Ausgleichsbehälters ist leider nichts außer einer Schutzfolie angebracht. Bohrungen für eine Montage mit Schrauben oder Vibrations-absorbierende Gummifüsse wären hier ideal gewesen.
Hier noch eine Ansicht der Pumpstation mit angebrachten 10/8 Schraubverschlüssen.

Betrieb
Das mitgelieferte LED kann im Deckel eingesteckt werden und sorgt für eine nette, blaue Beleuchtung der X2O 400.
Befüllen und Entlüften

Das Befüllen der Pumpstation geht sehr leicht von der Hand. Da der Ausgleichsbehälter nur recht wenig Wasser fasst, muss darauf geachtet werden, dass nach dem Starten der Pumpe stetig Wasser nachgegeben wird, sonst steht die Pumpe schnell im Trockenen.
Bei der Einlassöffnung wird das einströmende Wasser durch eine Verlängerung bis etwa auf mittlere Höhe des Ausgleichsbehälters geführt (hier grün markiert). Dies verringert die Blasenbildung im Wasser. Der Füllstand im Behälter muss trotzdem sehr hoch (praktisch bis unter den Deckel) gehalten werden, damit die Pumpe optimal arbeitet und keine Luft ansaugt.
Während die Pumpe das Wasser sauber fördert und wir keinerlei Probleme hatten, den Kreislauf zu entlüften, mussten wir in der X2O 400 selbst leider sehr viele Luftblasen feststellen. Diese haften störrisch an der Pumpe und den Behälter-Wänden und lassen sich auch durch hin- und herbewegen und vorsichtiges Schütteln der Pumpstation nicht lösen. In der Praxis dauert es einige Tage, bis sich diese Luftblasen alle verflüchtigen. Man muss also damit rechnen, dass sich während dieser Zeit ab und zu ein Luftbläschen in den Wasserkreislauf verirrt. Es ist aber nicht störend und bei weitem nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht. Wir hatten im ganzen Testbetrieb nie Probleme wegen Luftblasen im Kreislauf. Zudem gibt es einige Wasserzusätze, die eine solche Blasenbildung unterdrücken.

Testsystem

Folgende Tools kamen beim Test der Pumpe zum Einsatz:

- Durchflusssensor Digmesa FHKUC 70
- T-Balancer bigNG plus Sensorhub zum auslesen des Durchflusses
- 10/8 PVC und PUR Schlauch
- Stufenweise einstellbarer Kugelhahn, um Widerstand im Kreislauf zu erzeugen

Die Pumpe wird an einem Lüfteranschluss des T-Balancer angebracht, wodurch wir auch die Spannung regulieren können.
Leistung

Bei den folgenden Werten zum maximalen Durchfluss ist zu beachten, dass in unserem Kreislauf keine Kühlblöcke oder sonstige Komponenten ausser dem Durchflusssensor eingebunden sind. Die angegeben Werte werden in einem voll ausgestatteten Wasserkühlungs-Kreislauf nie erreicht werden. Wir messen und vergleichen hier also eine theoretische Höchstleistung.

Maximaler Durchfluss


Die X2O 400 erreicht auch im fast Widerstandslosen Kreislauf nicht annähernd die vom Hersteller angegebene Leistung. Dies ist bei Angaben zu Pumpenleistungen allerdings der Normalfall. Die Fördermenge von 242,8 l/h bzw. 4,05 l/min ist dennoch recht ordentlich.


Durchfluss in Abhängigkeit des Widerstandes

WICHTIGER HINWEIS: Wir erzeugen den Widerstand mit einem stufenweise einstellbaren Kugelhahn. Wir haben die Einstellungen von 0 (ganz offen) bis 6 (versiegelt) nummeriert. Allerdings steigt der Widerstand auf dieser Skala nicht linear an. Das heißt, dass Einstellung Nummer 4 nicht doppelt so viel Widerstand wie Einstellung Nummer 2 bedeutet. Die Grafik und die Werte dienen nur dem Vergleich der Pumpen unter einander.
Die X2O 400 hält ihre Fördermenge relativ wacker bei steigendem Widerstand.


Durchfluss-Verlust


Im Vergleich mit den Stärkeren Pumpen Laing DDC und aquastream XT ist der Leistungsverlust zwischen dem offenen und fast geschlossenen Kugelhahn dennoch deutlich grösser. Der Vergleich zur P500 zeigt allerdings, dass die X2O 400 einer "billigen" Pumpe auch in dieser Hinsicht überlegen ist.

Richtlinien

In den Leistungsvergleichen macht die X2O 400 bislang noch keinen überragenden Eindruck. Das liegt allerdings auch daran, dass zwei der drei Konkurrenten quasi zum obersten Kader der WaKü-Pumpen gehören. Neben der besseren Kühlleistung ist für viele Benutzer auch die potentiell geringere Geräuschkulisse ein Grund, auf Wasserkühlung umzusteigen. Wir wollen deshalb auch die Lautstärke der Pumpen vergleichen und uns ansehen, wie viel Pumpenleistung noch übrig bleibt, wenn sie auf einen leisen Betrieb gedrosselt werden.

Da wir nicht über Instrumente für Geräuschmessung verfügen, sind die Angaben subjektiv und nach folgender Richtlinie bewertet: Leise ist eine Pumpe dann, wenn sie auf einer Schaumstoffmatte stehend in einem ruhigen Zimmer nur von weniger als 50 Zentimetern Entfernung hörbar ist.

Das Kriterium "auf einer Schaumstoffmatte stehend" ist wichtig, da jede (uns bekannte) Pumpe relativ starke Vibrationen verursacht und deswegen auf einem Gehäuseboden kaum leise zu kriegen ist. Außerdem wirken sich Vibrationen je nach Gehäusetyp völlig anders aus. Daher wollen wir nur die Eigengeräusche der Pumpe beurteilen.


Leistungsspektrum
Zuerst testen wir das gesamte Leistungsspektrum der Pumpe aus. Über den T-Balancer reduzieren wir die Spannung, bis die Pumpe abschaltet und messen dann den Durchfluss bei der niedrigst möglichen Einstellung. Die X2O 400 (hellblau in der Grafik), lässt sich von 12 bis 4,7 Volt betreiben und deckt dabei einen Durchfluss zwischen 242,8 und 147,3 l/h beziehungsweise 4,05 und 2,46 l/min ab.
Lautstärke

Geringer Widerstand


Überprüfen wir nun, bei welcher Spannung die Pumpe leise arbeitet, zeigt die X2O 400 ihre wahre Stärke: Bei maximaler Spannung von 12 Volt ist die Pumpe bereits kaum hörbar und lässt die stärkeren Pumpen, die für leisen Betrieb stark gedrosselt werden müssen, deutlich hinter sich. Ein entscheidender Faktor ist hier, dass die verwendete Pumpe eine Tauchpumpe ist. Das Wasser und der Acrylbehälter um die Pumpe herum wirken schalldämmend. Dies wird hörbar, wenn der Deckel der Einfüllöffnung entfernt wird: Sofort steigt der Geräuschpegel an.


Hoher Widerstand


Bei hohem Widerstand im Kreislauf steigt die Geräuschentwicklung der X2O 400 an, mit einer Reduktion der Spannung auf 11 Volt ist aber auch schon wieder Ruhe. Da die X2O 400 bei erhöhtem Widerstand einiges an Leistung einbüßt, rücken hier die Ergebnisse näher zusammen. Dennoch: Die Pumpe von XSPC muss sich der aquastream XT nur sehr knapp geschlagen geben und liegt mit der Laing in etwa gleich auf.

Fazit

Die XSPC X2O 400 ist keine Pumpe für Leistungsfetischisten. Diese sind nach wie vor mit einer Laing besser bedient. Die X2O 400 hat in zwei Bereichen enorme Vorteile: Erstens vereint sie sehr kompakt Pumpe und Ausgleichsbehälter, was sie auch für kleine Gehäuse geeignet macht und die Schlauchführung vereinfacht. Zweitens ist sie sehr leise. Mit passenden Gummifüssen oder einer sonstigen, dämmenden Unterlage ist sie aus einem Gehäuse heraus nicht hörbar. Wer außerdem darauf achtet, dass die restlichen, verwendeten Komponenten nicht sehr restriktiv sind, kann mit der X2O 400 das beste Verhältnis zwischen Leistung und Lautstärke aus unserem bisherigen Testfeld erhalten.
Die XSPC X2O 400 ist für 47 Euro erhältlich, was angesichts der gebotenen Qualität ein guter Preis und angesichts der Tatsache, dass kein zusätzlicher Ausgleichsbehälter benötigt wird, ein echtes Schnäppchen ist.


Pro & Contra

Pro
+ Sehr gutes Lautstärke/Leistungs-Verhältnis
+ Sehr Platzsparend
+ LED-Beleuchtbar

Contra
- Für sehr restriktive Kreisläufe weniger geeignet
- Keine Standfüße oder Montagematerial im Lieferumfang


Awards

Die XSPC X2O 400 verdient sich mit ihrer Qualität den DeXgo-Silber-Award und dank ihrer geringen Lautstärke den Silence-Award.
DeXgo-Silber-Award DeXgo-Silence-Award
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Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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