» Artikel » Reviews » WaKü CPU-Kühler Roundup

WaKü CPU-Kühler Roundup


Einleitung

Im heutigen Artikel beschäftigen wir uns ein weiteres Mal mit dem Thema Wasserkühlung. Wir haben einige CPU-Wasserkühler zusammengetragen und machen einen ausführlichen Vergleichstest der verschiedenen Modelle. Dabei untersuchen wir auch, wie bereits im Vorfeld angekündigt, wie sich verschiedene Durchfluss-Raten auf die Kühlleistung auswirken. Mit dabei im Test: Aqua Computer cuplex XT di, Aqua Computer cuplex hd, EK Supreme, Swiftech Apogee GTX, Swiftech Apogee GTZ, Ybris A.C.S., Zern PQ+ sowie ein Kühler aus dem Kandalf-Set von Thermaltake.

Mit der stetig steigenden Abwärme von Highend-Hardware und dem zunehmenden Trend zu Silent-PCs werden Wasserkühlungen immer beliebter. Tatsächlich ist die Kombination von übertakteter Gamer-Hardware und Stille mit einer reinen Luftkühlung kaum noch erreichbar. Genau wie bei der Luftkühlung dreht sich auch bei der Wasserkühlung vieles um die CPU-Kühler. Mit mehreren Kernen, die gerne bis in extreme Regionen übertaktet werden, muss an dieser Stelle im Computer oft die größte Abwärme bewältigt werden. Wir haben für den heutigen Vergleichstest sieben CPU-Wasserkühler zusammengetragen und auf Herz und Nieren geprüft.

EK Supreme

Die Firma EK Waterblocks von Edvard König hat sich unter Freunden der Wasserkühlung einen sehr guten Namen gemacht. Die EK-Grafikkarten-Kühler sind wegen ihrer schönen Optik und der vielfältigen Verschlauchungs-Möglichkeiten äußerst beliebt und auch mit Pumpenaufsätzen und Ausgleichsbehältern guter Qualität kann EK Waterblocks aufwarten.
Doch hat wohl kein anderes Produkt dieses Herstellers einen so guten Ruf wie der EK Supreme. Der siegessicher benannte CPU-Kühler (Supreme bedeutet "höchst" oder "überragend") wird in unzähligen WaKü-Systemen eigesetzt und wird von vielen als der beste erhältliche CPU-Kühler angepriesen. In unserem Roundup darf er da natürlich nicht fehlen.

Verpackung und Lieferumfang
Der EK Supreme wird in einer kleinen, schön bedruckten Schachtel geliefert.
Mit im Karton ist ein Beutel mit Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben und Federn, die für die Montage des Kühlers benötigt werden.
Außerdem liegt eine Universal-Halterung bei. Der Kühler selbst ist mit einer Halterung für Sockel 775 ausgestattet. Wird dieser mit der Universalhalterung ersetzt, so ist der EK Supreme mit den Sockeln 478, 603, 604, 771 von Intel und AM2, Athlon 64, Sempron, 754, 939 und 940 von AMD kompatibel.
Der Kühler
Der EK Supreme ist in zwei Varianten erhältlich: Einmal mit POM-Deckel und einmal mit Acryl-Deckel. Da er die Funktion des Kühlers besser veranschaulicht, haben wir uns für letzteren entschieden.
Der Blick durch den Acryl-Deckel offenbart, dass der EK Supreme recht komplex aufgebaut ist.
An der Unterseite präsentiert der Supreme eine große, polierte Kupferfläche, die einige kleinere Unschönheiten und Kratzer aufweist, was sich aber kaum in der Leistung niederschlagen sollte.

Innenansichten
In die eigentliche Kühlfläche des Supreme sind sehr feine Kanäle gefräst. Die Flüssigkeit gelangt aber erst über Umwege überhaupt in diese Kanäle.
Hier sehen wir den Deckel von Innen. In der Mitte befindet sich der Einlass. Von dort strömt das Wasser in zwei separate Kammern, welche mit einem O-Ring vom restlichen Innenaufbau abgedichtet sind.
Von diesen inneren Kammern aus wird das Wasser durch die feinen Rillen der Beschleunigerplatte gepresst (links separat zu sehen). Darunter fließt dann das Wasser durch die Rillen des Kühlkörpers und sammelt sich zur Auslassöffnung.
Vom Aufbau her scheint dieser Kühler in erster Linie auf eine sehr hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers zu setzen.
Kompatibilität
An der Anschluss-Kompatibilität des EK Supreme ist nichts auszusetzen. Die beiden G1/4-Zoll Gewinde sind weit genug auseinander für sehr breite Anschlüsse (hier Bitspower 1/2-Zoll). Auch sieben Millimeter lange Gewinde (Bild rechts) lassen sich problemlos bis zum Ansatz einschrauben.
Montage
Wie die meisten der Kühler in diesem Roundup wird der EK Supreme mit dem Einsatz von Schrauben, Muttern und Federn auf dem Mainboard fixiert. Dazu werden zuerst vier M4-Schrauben von der Rückseite des Mainboards her durch die Montagelöcher geführt und mit Muttern fixiert (Bild links). Danach wird der Kühler aufgesetzt und mit den Federn und Rändelschrauben fixiert. Die Federn sorgen für den passenden Anpressdruck. Die Rändelschrauben sind beim EK Supreme recht klein und scharfkantig, was in Kombination mit den harten Federn bei uns für schmerzende Daumen sorgte.

Ybris A.C.S.

Die italienische Firma Ybris ist erst seit kurzem im Geschäft mit Wasserkühlungs-Komponenten mit dabei. Dank schönem Design bringen sie frischen Wind ins Geschäft und haben sich so recht schnell etablieren können.


Verpackung und Lieferumfang
Der Kühler von Ybris wird in einer äußerlich sehr schlichten Schachtel geliefert. Beim Öffnen der Schachtel zeigt sich aber ein sehr durchdachter Aufbau, mit dem der Kühler gut gepolstert und schön präsentiert wird.
Der Lieferumfang besteht aus zwei Tüllen, die bereits am Kühler angebracht sind, und dem ganzen Montagematerial. Sehr schön ist hier, dass das Montagematerial bereits zusammengeschraubt ist. So ist die Reihenfolge, mit der die Schrauben, Muttern, etc. angebracht werden müssen, sofort ersichtlich.
Ybris verpasst dem Kühler im Auslieferungszustand zwei Tüllen, die für 1/2-Zoll Schläuche (entspricht 12-13 Millimeter Innendurchmesser) geeignet sind.
Der Kühler
Der Ybris A.C.S. ist in drei Varianten erhältlich. Die Version mit POM-Deckel und Universalhalterung, die wir hier im Test haben, heisst mit vollem Namen "Ybris A.C.S. top Nero Staffa Plexy". Daneben sind auch der "Ybris A.C.S. BLACK PEARL Top Ottone Staffa Plexy" mit goldfarbener und der "Ybris A.C.S. BLACK PEARL Cromo S/775 Plexy" mit verchromter Optik erhältlich.
Außerdem sind verschiedene Halterungen separat erhältlich. Ein Ybris-Kühler ist also praktisch jedem Look anpassbar.
Hier eine Ansicht des Kühlers ohne die Schlauchtüllen.
Die Unterseite des Kühlers zeigt eine runde, hochglanzpolierte Kontaktfläche. Die Verarbeitung und die optische Qualität sind vom Feinsten.

Innenansichten
Die Unterseite des Deckels zeigt die Einlassöffnung in der Mitte und die kleinere Auslassöffnung zur Seite davon. Leider weist der Deckel an mehreren Stellen unsauber verarbeitete Kanten (auch in den Gewinden) auf.
Das Wasser gelangt nach der Einlassöffnung direkt auf ein kleines Düsenfeld. Dieses ist aus Kunststoff gefertigt und liegt in der Mitte des Kühlers auf.
Sowohl die Kühler-Oberfläche als auch die Unterseite des Düsenfelds weisen runde Vertiefungen im Golfball-Stil auf. Diese Vertiefungen vergrößern einerseits die Kontaktfläche und sorgen andererseits für starke Verwirbelungen im Wasserfluss. Der Ybris A.C.S. scheint auf optimale Hitzeübertragung durch möglichst starke Turbulenzen zu setzen. Die aktiv gekühlte Fläche ist dabei relativ klein, was dem Kühler auf dem Quad-Core unseres Testsystems eventuell zum Nachteil werden könnte.


Kompatibilität
Die beiden G1/4-Zoll Gewinde am Ybris A.C.S. sind sehr nahe beieinander. Weder die 1/2-Zoll Anschlüsse noch die kleineren 13/10-Anschlüsse von Bitspower finden hier nebeneinander platz.
Mit sieben Millimeter langen Gewinden, kleineren Schraubanschlüssen und Tüllen kommt der Kühler zum Glück problemlos klar.


Montage
Auch beim Ybris-Kühler werden M4-Schrauben eingesetzt. Die Montage ist der des EK Supreme praktisch identisch. Auch hier muss das Mainboard ausgebaut werden, damit die Schrauben von der Rückseite her angebracht werden können. Ybris setzt auch auf ziemlich schmale Rändelschrauben, das Eindrehen geht aber sehr leicht von der Hand, da die Federn zu beiden Seiten mit Unterlegscheiben versehen sind und so nicht allzu viel Reibung entsteht.
Beim Ybris A.C.S. setzen wir für den Test Schlauchtüllen ein, da die beiden Gewinde für die Schraubverschlüsse zu nahe beieinander liegen.

Zern PQ+

Zern, ein Hersteller aus Österreich, ist in erster Linie dafür bekannt, preiswerte und dennoch gute Wasserkühlungs-Komponenten herzustellen. Der hier getestete PQ+ ist die aktuellste Version ihres CPU-Kühlers.
Der getestete Kühler stammt aus dem Privatgebrauch und weist deshalb bereits einige Gebrauchsspuren auf. Außerdem ist die Original-Verpackung des Kühlers nicht mehr vorhanden, weswegen wir auch dazu keine genauen Angaben machen können.


Der Kühler
Der Zern PQ+ wirkt mit einfachen Formen und der sehr flachen Bauweise schlicht und elegant.
Der Kühler ist symmetrisch aufgebaut, so dass es keine Rolle spielt, durch welche Öffnung das Wasser ein- und durch welche es ausfließt.
Diese Intel Sockel 775 Halterung ist standardmäßig angebracht. Sie ist gegen Halterungen für diverse andere Sockel, die von Zern angeboten werden, austauschbar.
Die Kontaktfläche des Kühlers ist im Original-Zustand recht grob verarbeitet (Bild links). Normalerweise würden wir natürlich im Original-Zustand testen, der Kühler wurde allerdings bereits vor den Tests plangeschliffen (Bild rechts), was eventuell eine kleine Auswirkung auf die Temperaturen hat. Auch dies ist ein Ausnahmefall, weil der Kühler aus dem privaten Gebrauch stammt. Wir wollen lieber diese Ausnahme trotzdem mittesten, als euch einen Kühler vorenthalten.


Innenansichten
Die Kühlfläche des PQ+ ist mit sehr feinen, parallel verlaufenden Rillen versehen.
Die "Nase" and der Unterseite des Deckels kommt genau über diesen Rillen zu liegen. So bewegt sich das Wasser gezwungenermaßen in hoher Geschwindigkeit durch die Rillen hindurch.
Ähnlich wie beim EK Supreme wird hier die hohe Fließgeschwindigkeit für eine optimale Kühlung erzeugt. Der PQ+ ist aber ein reiner Kanalkühler, ohne Strukturen oder Vorrichtungen, die Turbulenzen im Wasser erzeugen.

Kompatibilität
Der Abstand der beiden G1/4-Zoll Gewinde ist großzügig. So haben auch die 1/2-Zoll Schraubanschlüsse problemlos nebeneinander Platz.
Trotz der sehr niedrigen Bauhöhe des Kühlers ist er auch mit sieben Millimeter langen Gewinden kompatibel.
Montage
Auch der Zern PQ+ wird mit der bekannten Kombination von Schrauben, Muttern und Federn fixiert. Hier werden jedoch M3-Schrauben eingesetzt, die etwas graziler wirken als die dicken M4-Schrauben. Die Rändelschrauben lassen sich sehr leicht anziehen, was hauptsächlich an den recht weichen Federn, die eingesetzt werden, liegt.

Aqua Computer cuplex XT di

Der Kühler aus dem Hause Aqua Computer ist bereits seit längerem erhältlich und hat schon viele Anhänger gewinnen können. Auch auf DeXgo.com wird er nicht zum ersten Mal vorgestellt - hier findet ihr den Einzeltest dazu.

Verpackung und Lieferumfang
Der cuplex XT di erreicht uns in einer bedruckten Karton-Verpackung.
Der Lieferumfang, bestehend aus Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben, liegt in einem separaten Beutel bei.
Der Kühler
Am Kühler selbst fällt als erstes ein Aufkleber zwischen den beiden Gewinden auf. Der Aufkleber informiert darüber, dass die verwendeten Gewinde maximal 7,7 Millimeter lang sein dürfen.
Der cuplex XT di ist sehr auffällig gestaltet. Schöne Formen und edles Material geben diesem Kühler eine besondere, einzigartige Optik.
Die Halterung besteht aus zwei Teilen und lässt sich problemlos abnehmen. Die hier gezeigte Halterung für Intel Sockel 775 und 478 lässt sich somit sehr einfach gegen eine ganze reihe weiterer Versionen für andere Sockel austauschen.
Die Bodenplatte des Kühlers ist mit einer Schutzfolie versehen. Was darunter zum Vorschein kommt, ist bei unserem Modell leider nicht sehr erfreulich. Die Kupferfläche weist deutliche Frässpuren und verschiedene Flecken, die sich unseren Reinigungsversuchen standhaft widersetzen, auf. Zwar weist die Bodenplatte keine groben Fehler auf, aufgrund derer wir von einer verschlechterten Kühlleistung ausgehen müssten, dennoch trübt sie etwas den ansonsten sehr positiven Eindruck des cuplex XT di.

Innenansichten
Wie auch der EK Supreme verfügt der cuplex XT di über einen komplexen inneren Aufbau. Entfernen wir den Plexi-Deckel, sind zwei Kammern mit je einem eigenen Düsenfeld, deutlich sichtbar. Der Einlass befindet sich rechts, der Auslass links.
Sehen wir uns die Unterseite des Deckels zusammen mit dem Kühlerboden an, lässt sich nachvollziehen, wie das Wasser hier fließt. Es wird zuerst durch das erste Düsenfeld beschleunigt (rechts) und trifft auf die linke Hälfte des des Kühlerbodens. Dann steigt es durch die beiden kleinen Öffnungen in die zweite Kammer auf, wo es über das zweite Düsenfeld abermals beschleunigt wird und die zweite Hälfte des Kühlerbodens erreicht. Von diesem doppelten Düsenfeld rührt das "di" im Kühlernamen her, welches für "Douple Impact" steht.
Die Verarbeitung beider Teile ist sehr gut. Am Kühlerboden fällt auf, dass die Kühlstruktur im Vergleich zu einigen anderen Kandidaten relativ grob ist. Mit den beiden Düsenfeldern scheint der cuplex XT di anhand von starken Turbulenzen im Wasserstrom auf maximale Kühlleistung zu zielen.


Kompatibilität
Wie wir bereits per Aufkleber auf dem Kühler informiert worden sind, ist der cuplex XT di mit Gewinden bis 7,7 Millimetern kompatibel. Unsere Anschlüsse 7-mm-Gewinde (links) stellen daher kein Problem dar. Auch die sehr breiten 1/2-Zoll Schraubanschlüsse von Bitspower finden ohne weiteres neben einander Platz.


Montage
Auch Aqua Computer setzen für die Montage auf M4-Schrauben, die mit Muttern am Mainboard fixiert werden. Danach wird der Kühler mit Hilfe von Federn und Rändelschrauben befestigt. Hier fällt auf, dass das Anziehen der Rändelschrauben dank deren großen Durchmessern sehr leicht fällt.

Aqua Computer cuplex hd

Der cuplex hd von Aqua Computer ist eine kürzlich erschienene Version des cuplex XT di, der sich in einigen Details unterscheidet. Beide Kühler basieren auf dem selben Prinzip und sind mit der selben Bodenplatte ausgestattet, der cuplex hd (das "hd" steht für highflow/double impact) verspricht aber besseren Durchfluss und ist zu einem günstigeren Preis erhältlich.
Verpackung und Lieferumfang des cuplex hd sind denen des cuple XT di identisch.
Bereits auf den ersten Blick ist ersichtlich, dass das Design des Kühlers beibehalten, aber anderes Material verwendet wurde. Der Deckel des cuplex hd besteht aus POM und ist mit einer Edelstahlplatte statt des Acrylglases des cuplex XT di ausgestattet.
Beim inneren Aufbau des Kühlers hat es kleine Veränderungen gegenüber dem cuplex XT di gegeben. Der Kühler ist nach wie vor mit zwei separaten Düsenfeldern versehen, an der Außenseite entlang führen nun aber zwei halbkreisförmige Kanäle, durch die das Wasser mit weniger Widerstand vom ersten Düsenfeld zum zweiten und vom zweiten zum Auslass fließen kann. Außerdem sind die Düsenöffnungen offenbar etwas vergrößert worden.
An der Gestaltung der Bodenplatte hat sich gegenüber dem cuplex XT di nichts verändert.


Montage und Kompatibilität
Montage und Kompatibilität verhalten sich beim cuplex hd genau wie beim cuplex XT di. Auch der cuplex hd ist mit jedem der getesteten Anschlussarten kompatibel und die Montage gestaltet sich auf die übliche Weise mit Schrauben, Muttern und Federn.

Swiftech Apogee GTX

Swiftech ist eine amerikanische Firma, die sich besonders in ihrem Herkunftsland über eine große Bekanntheit und einen guten Ruf in der Wasserkühlungs-Szene freuen kann. Auch hierzulande sind Swiftech-Produkte inzwischen gut verfügbar. Der Apogee GTX ist bereits seit einiger Zeit erhältlich und weist einige Besonderheiten auf.


Verpackung und Lieferumfang
Für einen Wasserkühler eher ungewöhnlich ist der Swiftech Apogee GTX in einem großen, auffälligen Blister verpackt.
Die Rückseite der Kartoneinlage ist gleichzeitig eine sehr schön illustrierte und ausführliche Installationsanleitung.
Als Lieferumfang liegen dem Kühler zwei Tüllen für 1/2-Zoll-Schläuche (ca. zwölf Millimeter), dazugehörige Schlauchschellen, ein Inbus-Schlüssel sowie Wärmeleitpaste bei. Zusammen mit der Backplate, die mit dem Montagematerial direkt am Kühler angebracht ist, ist dieser Lieferumfang mehr als nur komplett.


Der Kühler
Wie erwähnt befindet sich der Apogee GTX mit bereits montierter Backplate in der Verpackung.
Der Kühler ist symmetrisch aufgebaut; beide Anschlussöffnungen können entweder als Ein- oder als Auslass verwendet werden.
Die Bodenplatte des Kühlers ist mit einer Schutzfolie versehen. Darunter kommt eine spiegelglänzende, makellose Kupferfläche zum Vorschein.

Innenansichten
In die Kühlfläche des Apogee GTX sind sehr feine, rhomboide Pins eingefräst. Dies sorgt für eine vergrößerte Kontaktfläche zwischen Wasser und Kupfer, der Durchfluss sollte dank der Form der Pins dennoch nicht zu stark gebremst werden.
Einige Pins in den Ecken des Kühlers waren bei unserem Modell abgeknickt. Dies ist nicht weiter tragisch, zeigt aber, dass die Pins wohl eher fragil sind und bei Reinigungsaktionen vorsicht geboten ist.
Im Deckel befinden sich keine weiteren Strukturen oder Kanäle. Der Deckel ist aus lackiertem Aluminium gefertigt, was einigen Benutzern bereits Probleme beschert hat: Der Lack kann sich mit der Zeit ablösen und das so freiliegende Aluminium kann zu Korrosionen führen. Es ist für den Apogee GTX ein kupferner Ersatz-Deckel erhältlich.


Kompatibilität
Links auf dem Bild ist der Apogee GTX mit den zwei mitgelieferten Tüllen zu sehen. Da die Gewinde am Kühler etwas vertieft angebracht sind, sind die mitgelieferten Tüllen mit besonders dicken O-Ringen versehen. Andere Anschlüsse sind nur dann mit dem GTX verwendbar, wenn sie mit diesen, dickeren O-Ringen ausgestattet werden. Ansonsten sind die Anschlüsse undicht.
Mit den dickeren O-Ringen ausgestattet, ist der Apogee GTX sowohl mit sieben Millimeter langen Gewinden (Bild links) als auch mit den breiten 1/2-Zoll-Anschlüssen von Bitspower kompatibel.


Montage
Der Apogee GTX hat eine ungewohnte Montageart: Die mitgelieferte Backplate wird an die Rückseite des Mainboards angebracht und der Kühler wird dann direkt damit verschraubt. Die Schrauben sind bereits am Kühler angebracht und mit Abstandhaltern versehen. Beim GTX kommen keine Federn zum Einsatz, die Schrauben werden einfach angezogen, bis sie durch die Abstandhalter einen Anschlag erreichen. Wegen der fehlenden Federn müssen hier die Schrauben in kleinen Stücken abwechselnd eingedreht werden, da sie sonst verkanten können. Diese außergewöhnliche Methode hat den Vorteil, dass keine Schrauben über den Kühler herausragen und das ganze so optisch etwas edler wirkt.

Swiftech Apogee GTZ

Trotz des sehr ähnlichen Namens ist der Swiftech Apogee GTZ ein Kühler, der fast komplett anders aufgebaut ist als sein Vorgänger, der Apogee GTX.


Verpackung und Lieferumfang
Der Swiftech Apogee GTZ wird uns in einer sehr kompakten Kartonschachtel geliefert.
Der Lieferumfang fällt beim GTZ noch üppiger aus als bereits beim GTX. Er enthält:

- Zwei Tüllen für 1/2-Zoll-Schlauch (ca. 12 Millimeter Innendurchmesser)
- Zwei Tüllen für Schlauch mit 9,5 bis 10 Millimeter Innendurchmesser
- Schlauchschellen für beide Tüllen-Grössen
- Wärmeleitpaste
- Eine ausführliche Anleitung
- Backplate plus Schrauben und Federn (bereits am Kühler vormontiert)


Der Kühler
Mit seinem Vorgänger gemeinsam hat der Apogee GTZ die flache Bauweise sowie die diagonal gegenüberliegenden Anschlüsse.
Im POM-Deckel ist ein stilisiertes "GTZ" eingefräst. Im Gegensatz zum GTX verfügt der GTZ über unterschiedle Ein- und Auslass-Öffnungen.
Der Apogee GTZ wird mit einer Backplate geliefert, die in der Verpackung bereits vormontiert ist.
Der Kühlerboden, der im Auslieferungszustand von einer Folie geschützt wird, besteht aus blank poliertem Kupfer.

Innenansichten
Die Kühlfläche des Apogee GTZ ist mit sehr fein gefrästen Kanälen versehen. Wie auch schon beim Vorgänger, kommt hier kein Düsenfeld zum Einsatz, der GTZ ist jedoch mit einer "Kanalplatte" ausgestattet (Bild links), die das Wasser von der Einlassöffnung aus in die Mitte des Kühlers leitet. Von dort aus strömt das Wasser dann radial nach außen und wird durch den eng aufliegenden Deckel gezwungen, einen Weg durch die schmalen Rillen der Kühlfläche zu nehmen.
Die Unterseite des Deckels zeigt nochmals den Kanal, der das Wasser zur Mitte der Kühlfläche führt.
Zwischen Deckel und Kupferplatte ist ein Rahmen eingebracht, der über kleine Ausbuchtungen verfügt. Diese verleihen der Kühlerfläche eine leichte Wölbung, was den Anpressdruck in der Mitte der CPU erhöhen und dadurch zu besseren Temperaturen führen soll.
Kompatibilität
Genau wie beim Apogee GTX sind auch beim GTZ die mitgelieferten Tüllen mit dickeren O-Ringen versehen. Die O-Ringe herkömmlicher Anschlüsse müssen mit diesen ersetzt werden, damit die Anschlüsse dicht werden.
Die beiden Anschlussgewinde liegen weit auseinander, so dass auch sehr breite Schraubverschlüsse eingesetzt werden können. Unter Umständen muss das aufgeklebte Swiftech-Logo entfernt werden, damit ein breiter Anschluss ganz eingedreht werden kann. Die Anschlüsse mit 7-mm-Gewinde lassen sich ebenfalls problemlos einsetzen.


Montage
Der Montage-Mechanismus des Swiftech Apogee GTZ ist mit Abstand der Beste aus diesem Vergleich. Die Backplate ist mit doppelseitigem Klebepad ausgestattet und kann so kinderleicht an der Rückseite des Mainboards fixiert werden. Schrauben und Federn sind direkt in der Kühlerhalterung integriert und müssen nicht zusammengebastelt werden. Die Federn sind sehr hart, können aber zum Glück per Schraubenzieher festgezogen werden und zu guter Letzt lassen sich die Schrauben bis zum Anschlag eindrehen, so dass das Anziehen der Federn keine Schätzaufgabe ist. Alles in allem geht die Montage und Demontage des Apogee GTZ sehr viel schneller und leichter von der Hand als die üblichen Montagen mit Schrauben und Muttern.

Thermaltake CPU-Kühler "Kandalf"

Thermaltake ist ein bekannter Hersteller von Gehäusen, Netzteilen und Kühlungs-Lösungen für den Computer-Markt. Im Kühlungs-Bereich werden neben Luftkühlern auch verschiedene Wasserkühlungs-Komplett-Sets angeboten.

Aufgrund gewisser Diskussionen um die Qualität von Thermaltake-Wasserkühlungsprodukten und einer Nachfrage aus der Community haben wir uns entschieden, auch einen Thermaltake-Kühler zu testen. Es handelt sich dabei um ein Modell, welches beim Kandalf-Gehäuse bei der integrierten Wasserkühlung mit dabei war, weshalb der Kühler im folgenden als "Thermaltake Kandalf" bezeichnet wird.
Thermaltake verwendet für diesen Kühler eine aussergewöhnlich grosse Menge Kupfer. Das schlägt sich unter anderem im imposanten Gewicht des Kühlers nieder.
Der Thermaltake Kandalf ist als einfacher Labyrinthkühler aufgebaut: Das Wasser folgt von Einlass zu Auslass einfach einer Schlangenlinie über den Kühlerboden.
Der transparente Deckel des Kühlers ist leider mit G1/8-Zoll Gewinden versehen, was ihn mit den üblichen Anschlüssen mit G1/4-Zoll Gewinden inkompatibel macht. In einer Ecke befindet sich ein Einlass für eine LED.
Die sehr massive Bodenplatte weist feine Frässpuren auf und scheint unbehandelt zu sein (was kein Nachteil ist).
Kompatibilität
Wegen der G1/8-Zoll Gewinde ist dieser Kühler leider mit keinem unserer Test-Anschlüsse kompatibel. Die einzigen Anschlüsse, die wir passend hatten, waren 10/8-Schraubverschlüsse. Diese dichteten leider weder mit dem normalen, noch mit einem dickeren O-Ring sauber ab, da die Gewinde im Deckel noch ein rechtes Stück weit eingelassen sind. Erst, als wir mit Teflonband nachhalfen, war der Kühler mit diesen Anschlüssen Dicht zu bekommen.

Dies hat auch zur Folge, dass wir die beiden Schlauchstücke zum und vom Kühler durch schmalere Varianten ersetzen mussten (normalerweise 13/10, hier 10/8), was den Durchfluss etwas verschlechtert. Somit sind die Durchflusswerte des Thermaltake Kandalf Kühlers nicht ganz Vergleichbar mit denen der restlichen Testkandidaten.
Montage

Der Kandalf-Kühler ist mit einer Backplate und einer etwas ausladenden Universalhalterung ausgestattet. Er wird ebenfalls mit Schrauben und Muttern befestigt, allerdings liegen keine Federn bei. So werden die Rändelschrauben einfach nach Gefühl angezogen, bis genügend Spannung auf der Halteklammer herrscht.

Testsystem

Hier das Testsystem im Überblick:
- Q6600 Prozessor @ 3.2 Gigahertz
- Asus P5E WS Pro Mainboard
- Magicool Slim 360 Copper Radiator
- Drei Lian Li Lüfter @ 1100rpm
- Laing DDC 1T+ (Swiftech MCP355) Pumpe mit XSPC Reservoir Aufsatz
- Corsair HX 620W Netzteil
- T-Balancer bigNG plus Sensorhub
- 13/10 Masterkleer Schläuche
- 2x Analoger Wassersensor
- 3x Digitaler Temperatursensor
- Durchflusssensor Digmesa FHKUC 70
- Arctic Cooling MX-2

Im Wasserkreislauf ist immer nur der zu testende CPU-Kühler angeschlossen, damit die Temperaturen nicht von anderen Komponenten beeinflusst werden.


Backplate

WICHTIG: Jeder Kühler wird für die Testläufe mit einer Backplate montiert. Wenn keine solche im Lieferumfang vorhanden ist, wird die EK Backplate verwendet.

Warum setzen wir eine Backplate ein?
Das hat zwei Gründe: Erstens sorgt eine Backplate dafür, dass sich die Platine des Mainboard nicht durchbiegt, wenn ein Kühler montiert wird. Dies ist für die Teststation von Bedeutung, da im Verlaufe eines solchen Roundup dutzende von Montagen durchgeführt werden und dies schlimmstenfalls zu einem Ermüdungsbruch einer Komponente oder der Platine führen könnte. Zweitens hat eine kleine Umfrage in der Wasserkühlungs-Community ergeben, dass die Mehrheit der WaKü'ler bei sich eine Backplate einsetzt. Die Investition ist schliesslich klein und der Vorteil groß.
Es kann sein, dass die Kühler ohne Backplate etwas schlechter abschneiden würden, wenn sie ohne Backplate getestet würden, da sich durch die Backplate der Anpressdruck erhöht.


Testmethode

Die CPU wird mit dem Stresstest in Everest ausgelastet. Everest zeichnet außerdem auch die Temperaturverläufe im 5-Sekunden-Takt in eine Logdatei auf. Ein Testlauf besteht aus einer Aufwärmphase von 45 Minuten und einem anschließenden Messfenster von 20 Minuten. Die Aufwärmphase stellt sicher, dass das Resultat nicht durch die Temperaturträgheit des Wassers verzerrt wird und das lange Testfenster stellt sicher, dass der Messfehler durch die Temperaturschwankungen der CPU ausgebügelt wird.

Jeder Kühler wird dreimal montiert und getestet. Dazwischen wird die Wärmeleitpaste komplett entfernt (mit dem ArctiClean Reinigungskit) und neu aufgetragen. Dies stellt sicher, dass der Messfehler durch verschiedene Mengen und Verteilungen von Wärmeleitpaste minimiert wird.

Die Wassertemperatur wird an zwei Punkten vor dem Kühler gemessen, die Lufttemperatur wird ebenfalls an drei Punkten unterhalb des Radiators gemessen. Der T-Balancer bigNG zeichnet die Temperaturdaten in 5-Sekunden-Intervallen auf.

Sämtliche Daten des 20-minütigen Testfensters werden bearbeitet und zusammengefasst. Das, was am Ende als Temperaturdifferenz angegeben wird, besteht aus dem Durchschnitt von allen CPU-Temperaturdaten des Testfensters abzüglich des Durchschnittes der Wassertemperaturdaten des selben Zeitabschnittes.

Wir geben gemäß der Konvention die Temperaturdifferenzen in Kelvin an, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Differenztemperatur entspricht.
Durchfluss

Wir messen mit dem Digmesa-Durchflusssensor den Durchfluss des gesamten Testkreislaufes bei 12 Volt-Betrieb der Pumpe, um auf folgende Werte zu kommen:



Die Differenz zwischen dem besten und schlechtesten Resultat beträgt fast 100 Liter pro Stunde, was doch sehr beachtlich ist. Mit dem Zern PQ+ erreichen wir 161,5 Liter pro Stunde (ca. 2,7 Liter pro Minute) Durchfluss, mit dem Apogee GTX 253,2 Liter pro Stunde (über vier Liter pro Minute). Bemerkenswert in diesem Vergleich sind der Apogee GTZ, der trotz sehr feinen Kühlstrukturen einen sehr guten Durchflusswert erreicht sowie der Thermaltake Kandalf-Kühler, der trotz des enorm einfachen Aufbaus nur im Mittelfeld landet.


Leistungsverlauf

Indem wir die Spannung der Pumpe reduzieren, simulieren wir den Durchfluss mit schwächeren Pumpen.
Die Durchflusswerte verhalten sich in Abhängigkeit der Pumpenleistung fast linear. Das bedeutet, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kühlern gleich deutlich bleiben, egal welche Pumpe eingesetzt wird.

Kühlleistung

Bei der Auswertung der Daten hat sich die CPU-Temperatur (gemessen im Heatspreader der CPU, zwischen den Prozessorkernen) als die zuverlässigste erwiesen. Sowohl die Temperatur des heißesten Kerns als auch der Durchschnitt aller Kerntemperaturen (gemessen in der Nähe des jeweiligen Kerns) sind größeren Schwankungen ausgesetzt als die CPU-Temperatur, was zu einem größeren Messfehler führt. Die Differenz zur Wassertemperatur wird deshalb immer anhand der gespeicherten Daten der CPU-Temperatur berechnet.


Alle drei Testläufe

Hier sehen wir die Übersicht der Resultate aus allen drei Testläufen. Damit es nicht allzu chaotisch wirkt, haben wir alle Werte jeweils vom besten zum schlechtesten Resultat sortiert.
Ähnliches, wie wir beim Wärmeleitpasten-Roundup gesehen haben, lässt sich auch hier feststellen: die Unterschiede zwischen zwei Testläufen mit dem selben Kühler können mitunter größer sein, als die Unterschiede zwischen zwei Kühler-Modellen. Ebenfalls ist ersichtlich, dass es neben einer Führungsposition für den EK Supreme und dem deutlich zurückgeschlagenen Thermaltake-Kühler ein sehr hart umkämpftes Mittelfeld gibt.


Beste Temperatur



Das obere Diagramm zeigt nun den Vergleich der besten, erreichten Temperaturen. Auch hier ist festzustellen, dass das Testfeld enorm eng zusammenliegt und unsere aufwändiger Testmethoden nötig sind, damit überhaupt echte Unterschiede sichtbar gemacht werden können.

Kühlleistung in Abhängigkeit des Durchflusses

Ein Problem eines solchen Kühlertests ist, dass jeder Kühler aufgrund seiner individuellen Restriktion mit einem anderen Durchfluss getestet wird. Außerdem ist die Frage danach, wieviel Mehrleistung ein erhöhter Durchfluss bringt, eine teilweise heiß Diskutierte.

Um diese Zusammenhänge genauer zu überprüfen, werden bei uns alle Kühler noch in Abhängigkeit des Durchflusses getestet. Dazu wird bei Volllast des Prozessors mit einem Kugelhahn der Durchfluss auf vorgegebene Werte reduziert. Bei jeder Durchfluss-Stufe folgt ein 15-minütiges Testfenster, aus dem dann die Temperaturwerte berechnet werden.
In der oberen Grafik sehen wir ganz links die Resultate bei 30 Litern pro Stunde Durchfluss. Nach rechts sehen wir die Temperaturentwicklung bei zunehmendem Durchfluss. Je steiler abwärts eine Kurve verläuft, desto stärker profitiert der entsprechende Kühler von mehr Durchfluss.

Wir sehen, dass der Großteil der getesteten Kühler ein sehr ähnliches Verhalten aufweist: Die beiden Kühler von Aqua Computer, der Zern PQ+, der Apogee GTX und der Thermaltake-Kühler erreichen alle zwischen 30 und 90 Litern pro Minute relativ deutliche Temperaturvorteile, wonach die Kurve recht flach verläuft und die Unterschiede nur noch schwer messbar werden.

Der EK Supreme hat eine etwas steiler verlaufende Kurve und dürfte auch von Durchflussraten über 3,5 Litern pro Minute noch spürbar profitieren (genaue Messungen vorausgesetzt). Auch der Ybris-Kühler ist in seiner Kühlleistung stark vom vorhandenen Durchfluss abhängig.

Ganz extrem ist der Swiftech Apogee GTZ: Dieser bietet unterhalb von zwei Litern pro Minute Durchfluss ziemlich schlechte Temperaturen und zieht erst im Bereich von 180 Litern pro Stunde am dichten Feld der Konkurrenz vorbei.

Die Grafik ist in der Praxis folgendermaßen zu interpretieren: Je schwächer die eingesetzte Pumpe und je restriktiver der Kreislauf, desto weiter links müssen die Daten abgelesen werden.
Kühlleistung - Durchfluss Tabelle

Die graphische Darstellung in reale Werte umzudenken ist nicht immer einfach, deshalb wollen wir die Resultate der verschiedenen Durchflussmengen noch in folgender Tabelle veranschaulichen. Die Tabelle zeigt den Temperaturunterschied, der bei einer Erhöhung des Durchflusses um 30 Liter pro Stunde gemessen wird:
30 l/h zu 60 l/h60 l/h zu 90 l/h90 l/h zu 120 l/h120 l/h zu 150 l/h150 l/h zu 180 l/h180 l/h zu 210 l/h
Aqua Computer cuplex hd-1,34-0,78-0,61-0,09-0,32-0,05
Aqua Computer cuplex xt di-0,93-1,06-0,65-0,26-0,35-0,06
EK Supreme-1,32-0,94-0,54-0,52-0,05
Swiftech Apogee GTX-1,6-0,59-0,68-0,15-0,03-0,56
Swiftech Apogee GTZ-2,69-1,32-0,67-0,59-0,36-0,37
Thermaltake Kandalf-1,67-0,89-0,46-0,33-0,44-0,2
Ybris A.C.S.-2,1-0,89-1,07-0,53-0,39
Zern PQ+-1,06-0,84-0,22-0,39
In der Tabelle sind die tatsächlichen Messwerte, nicht die berechneten Werte, die auf der Kurve in der Grafik zu sehen sind, eingetragen. Da die Unterschiede teilweise sehr klein sind, macht sich hier die Messungenauigkeit, die beim Testen nicht zu vermeiden ist, bemerkbar. Dennoch lässt sich ungefähr einschätzen, wie sich die Temperatur bei Erhöhung des Durchflusses verhält.

Damit das Potential eines Kühlers nicht umsonst ist, können 60 Liter pro Stunde als Minimum angesehen werden, fast unabhängig davon welcher Kühler verwendet wird. Auch der Schritt zu 90, vielleicht sogar 120 Litern pro Stunde sollte sich mindestens für Enthusiasten lohnen. Darüber fällt der Temperaturvorteil bei den meisten Kandidaten in einen minimalen Bereich.



Preisvergleich



Im Preisvergleich sind insbesondere der Zern PQ+ und der EK Supreme bemerkenswert. Der Kühler von Zern deshalb, weil er nur wenig mehr als die Hälfte der teuersten Kühler im Vergleich kostet und der EK Supreme, weil er trotz seines komplexen Aufbaus und der sehr guten Kühlleistung etwas günstiger als der Durchschnitt der Kühler ist. Der "Preis" der für diese Kühler dennoch in Kauf genommen werden muss ist, dass sie beide sehr restriktiv sind.


"Realpreis"-Vergleich

Der obere Vergleich zeigt die Ladenpreise der Kühler, was aber nicht unbedingt ein fairer Vergleich ist. Einige der Kühler bieten mit Backplate und Tüllen im Lieferumfang noch einiges an Mehrwert. Da wir alle Kühler mit Backplate testen und jeder Kühler zwei Anschlüsse braucht, haben wir den Preis für diese Komponenten noch hinzugerechnet, wo sie nicht bereit vorhanden sind:



Damit ändert sich das Preisgefüge etwas. Insbesondere beim Apogee GTX ist dies sehr wesentlich, da er unter Berücksichtigung des Mehrwertes im Lieferumfang zum zweit-günstigsten Kühler im Vergleich wird und damit außerordentlich gute Temperatur- und Durchflusswerte zu einem sehr guten Preis bietet.
Der Thermaltake-Kühler ist in beiden Fällen nicht gelistet, da er nicht separat erhältlich ist.

Fazit

Etwas muss klargestellt werden, bevor wir zu den einzelnen Bewertungen kommen: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kandidaten sind recht klein. Die absoluten Unterschiede zwischen den Kühlern mögen sich je nach Kreislauf und Kühlleistung auch verändern, in Relation zu einander werden die Unterschiede aber immer etwa gleich bleiben. Für den Praxisbedarf ist ein Unterschied von ein- zwei Kelvin unbedeutend. Aber es geht bei einem solchen Vergleichstest nicht darum, ob der Unterschied sinnvoll ist oder nicht. Dass viele Kühler sehr ähnliche Kühlleistungen haben würden, war von Anfang an klar. Die Schlussfolgerungen zu den Kühlern werden also aus einer perfektionistischen Sicht geschrieben, wo jeder noch so kleine Unterschied zählt. Manchen wird das egal sein und für diese lautet das Fazit: Wählt den Kühler, der euch optisch am besten gefällt.


EK Supreme

Beim EK Supreme ist der Name Programm: Dieser Kühler ist tatsächlich in fast allen Belangen überragend. Die Verarbeitung weiß zu gefallen und der Kühler ist mit jedem unserer verschiedenen Anschlüsse problemlos kompatibel. Neben der schlanken Sockel 775 Halterung liegt dem Kühler außerdem auch eine Universalhalterung bei. Der Durchflusswiderstand des Kühlers ist nach dem Zern PQ+ zwar die Zweithöchste in diesem Vergleich, jedoch erzielt der EK Supreme bei jeder Durchflussmenge die besten Temperaturen. Wer also keine anderen, durchflussabhängigen Komponenten im Kreislauf mit dem Supreme hat, braucht sich an dessen Restriktion nicht zu stören. Dennoch muss gesagt werden, dass der EK Supreme förmlich nach einer starken Pumpe verlangt, setzt er sich doch in höheren Durchflussbereichen noch deutlicher von den anderen Kühlern ab. Als Nachteil ist zu verzeichnen, dass die sehr gute EK Backplate leider nicht im Lieferumfang mit dem Supreme zu finden ist.

Der EK Supreme hat sich seinen Namen und auch den DeXgo-Gold-Award redlich verdient. Dank der besten Kühlleistung im Testfeld, verleihen wir ihm außerdem den DeXgo-Power-Award.
Swiftech Apogee GTX

Der Swiftech Apogee GTX hat nur ein Problem und dieses Problem ist der Deckel. Da dieser aus lackiertem Aluminium besteht und sich die Lackschicht ablösen kann, hatten schon einige Benutzer Probleme mit Korrosion und durch die Lack-Partikel verschmutzte Kreisläufe. Zwar ist ein Ersatzdeckel aus Kupfer erhältlich, doch zusammen mit diesem wird der Apogee GTX zum teuersten Kühler im Vergleich. Abgesehen von diesem Mangel weiß der GTX zu begeistern: Der Lieferumfang ist vorbildlich und die Montage ist weniger aufwändig als bei den meisten anderen Kühlern, da nicht zuerst Einzelteile zusammengeschraubt werden müssen. Wer nicht die mitgelieferten Tüllen verwenden möchte, setzt einfach deren O-Ringe an die gewünschten Anschlüsse und muss sich keine weiteren Gedanken um die Kompatibilität machen. Was die Leistung betrifft, erreicht der GTX eine sehr gute Kühlleistung, ohne dass der Durchfluss im Kreislauf darunter leidet.

Der Swiftech Apogee GTX hat das beste Durchfluss/Kühlleistungs-Verhältnis und erhält dafür den DeXgo-Gold-Award.
Swiftech Apogee GTZ

Der Nachfolger des Apogee GTX ist in vielen Bereichen seinem Vorgänger gegenüber verbessert worden, kommt aber letzendlich nicht ganz an dessen Qualität heran. Der Apogee GTZ ist auch mit einem absolut vorbildlichen Lieferumfang inklusive Backplate ausgestattet. Bei der Kompatibilität kann es nur bei sehr breiten Schraubverschlüssen vorkommen, dass das Swiftech-Logo auf dem Kühler entfernt werden muss, damit der Anschluss dicht verschraubt werden kann - ein kleines Ärgernis, welches viele nicht betrifft. Die Verarbeitung des gesamten Kühlers ist auf sehr hohem Niveau und und der Montagemechanismus ist schlicht und einfach der beste, den wir je gesehen haben. Auch die beste Kühlleistung, die der GTZ erreicht, ist außerordentlich gut. Das Problem ist, dass der Apogee GTZ enorm Durchflussabhängig ist. Erst ab etwa zwei Litern pro Minute wird die Kühlleistung wirklich konkurrenzfähig. Im Idealfall sollte sogar doppelt so viel Wasser duch den Kühler rauschen - dann gehört er zweifellos zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Wer nicht einen Highflow-Kreislauf mit sehr starker Pumpe für den GTZ bereit hält, wird aber nicht in den Genuss seiner besten Kühlleistung kommen.

Der Apogee GTZ verdient sich den DeXgo-Silber-Award.
Aqua Computer cuplex hd

Der cuplex hd stellt eine konsequente Weiterentwicklung des cuplex XT di dar. Der neue Innenaufbar des Kühlers führt nicht nur zu besseren Durchflusswerten sondern sorgt auch dafür, dass der cuplex hd in der Kühlleistung einen Hauch besser abschneidet als der XT di. Der Kühler ist optisch sehr schön gestaltet, mit jedem unserer Anschlüsse kompatibel und die großzügig dimensionierten Rändelschrauben machen die Montage angenehm. Im Lieferumfang vermissen wir nur eine Backplate, die das Mainboard schont.

Der cuplex hd verdient sich den DeXgo-Silber-Award.
Aqua Computer cuplex XT di

Der cuplex XT di ist seinem Nachfolger cuplex hd in vieler Hinsicht identisch. Er ist optisch einer der am schönsten und aufwändigsten gestalteten Kühler in diesem Roundup. In Sachen Kühlleistung ordnet sich der XT di im Mittelfeld ein und beim Durchflusstest erweist er sich als ziemlich restriktiv. Zusammen mit dem hohen Preis wird er dadurch erste Wahl für Ästheten, nicht aber für Leistungsfetischisten.

Der Aqua Computer cuplex XT di verdient den DeXgo-Bronze-Award.
Zern PQ+

Der Zern PQ+ ist besonders günstig und besonders restriktiv. Kein anderer Kühler bremst den Durchfluss derart stark, wie der von Zern. Dies führt auch dazu, dass die Temperaturen tendenziell schlecht sind, da auch der PQ+ mit steigendem Durchfluss an Leistung gewinnt. Positiv zu vermerken ist, dass der Kühler trotz seiner sehr flachen Bauform mit jedem unserer Test-Anschlüsse problemlos zurecht kommt.
Wenn ein günstiger Preis vor hohem Durchfluss und besten Temperaturen Priorität hat, ist der Zern PQ+ dennoch keine schlechte Wahl.


Ybris A.C.S.

Der Kühler aus Italien ist optisch ansprechend und sehr schön verarbeitet. Was uns auch sehr gefallen hat, ist wie sicher der Kühler verpackt wird und die Tatsache, dass Schlauchtüllen mitgeliefert werden. Die Kühlleistung kommt in diesem Vergleich aber sehr ins Hintertreffen, was eventuell an der kleinen Auflage am Kühlerboden in Kombination mit unserem Quad-Core liegen könnte. Der Kühler ist von der Restriktion her im Mittelfeld und profitiert sehr deutlich von höheren Durchfluss-Raten. Etwas störend ist auch, dass die beiden Anschlussgewinde so nah beieinander liegen, dass nur schmale Schraubverschlüsse und Schlauchtüllen angebracht werden können.
Der Ybris A.C.S. ist, dank der vielzahl an optischen Varianten, Freunden des Modding zu empfehlen, insbesondere dann, wenn er in einem Highflow-Kreislauf eingesetzt wird.


Thermaltake Kandalf-Kühler

Der Kühler von Thermaltake ist zwar eindeutig das Schlusslicht in diesem Roundup, der Rückstand ist aber kleiner als erwartet. Dass ein solch einfacher Kühler-Aufbau und eine solch dicke Bodenplatte nur zu einem solch kleinen (absoluten) Nachteil in der Kühlleistung führen, ist doch ziemlich überraschend. Dennoch ist dieser Kühler verhältnismäßig weit abgeschlagen und wird wegen der Kompatibilitätsprobleme und der federlosen Montage zu einem Ärgernis.
Die Debatte um die Qualität und den Anspruch von Thermaltake-Wasserkühlungen dürfte mit den gemessenen Resultaten aber längst nicht besiegelt sein.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aqua Computer Berlin, PC Cooling und Swiftech.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread