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Dual-Laing Deckel von Watercool und EK Waterblocks


Einleitung

Wir haben uns bereits mehrmals mit der Laing DDC, einer sehr beliebten und vielgenutzten Pumpe für Wasserkühlungs-Systeme, beschäftigt. Verschiedene Deckel und AGB-Aufsätze verhelfen der Laing DDC zu noch besserer Förderleistung. Im heutigen Test haben wir zwei Deckel im Vergleich, die nicht einfach auf eine Laing DDC montiert werden, sondern gleich zwei solche Pumpen miteinander verbinden und dadurch für noch mehr Druck und Durchfluss sorgen sollen.

Watercool Dual DDC Case
Der Kandidat von Watercool, Dual DDC Case genannt, wird in einer schlichten Verpackung und mit Montageschrauben sowie einem Sechskant-Schlüssel geliefert.
Der Aufsatz ist aus Acryl gefertigt und sehr schön verarbeitet. Eine auffällige Edelstahl-Platte mit dem Watercool-Schriftzug ziert die Oberseite des Dual DDC Case.
Ein Blick auf die Unterseite des Deckels gibt Aufschluss über die Funktionsweise: Durch die Einlassöffnung (rechts bzw. vorne) gelangt das Wasser zur ersten Pumpe. Diese Pumpe befördert das Wasser durch den seitlichen Kanal, der unter der Edelstahlplatte versteckt ist, zur zweiten Pumpe, von wo aus das Wasser durch die Auslassöffnung wieder herausbefördert wird. Die beiden Pumpen werden also mit dem Deckel ganz einfach in Serie betrieben.
Die Pumpen werden einfach bündig nebeneinander stehend am Deckel festgeschraubt. Die Montage erweist sich dadurch nicht schwieriger als die eines Standard-Deckels. Die beiden Pumpen mit dem Dual DDC Case beanspruchen eine Breite von 12,5 Zentimetern, wodurch sie nicht mehr in einem 3,5-Zoll Laufwerksschacht platziert werden können (3,5 Zoll = 8,9 Zentimeter).
Die beiden Gewinde sind mit Pfeilen gekennzeichnet, so dass es keine Verwechslung von Ein- und Auslass geben kann. Zwischen den Anschlüssen sind zwei Bohrlöcher für LED angebracht. Mit LED bestückt lässt sich so der Deckel effektvoll ausleuchten.

EK-DDC Dual Turbo Top
Der zweite Testkandidat stammt von EK Waterblocks und wird als EK-DDC Dual Turbo Top bezeichnet. Dem Aufsatz liegt neben den benötigten Montage-Schrauben auch eine kleine Installationsanleitung bei.
Der aus POM gefertigte Aufsatz von EK sieht auf der Ober- und Unterseite fast gleich aus. Beide Seiten haben seitlich versetzt eine Vertiefung für den Pumpenkörper und die dazugehörigen Bohrlöcher.
Die Pumpen werden beidseitig am Aufsatz montiert. In der auf dem linken Bild gezeigten Lage darf die Pumpen-Kombi nicht betrieben werden, da so eine der Pumpen kopfüber hängt. Seitlich stehend, so wie auf dem Bild rechts gezeigt, oder in jeder anderen Lage in der keine der Pumpen kopfüber zu liegen kommt, kann die Kombi betrieben werden. Wie manchen vielleich schon aufgefallen ist, fehlt bei den Gewinden jegliche Bezeichnung von Ein- und Auslass. Der beiliegenden Anleitung ist zu entnehmen, dass der Einlass auf der Seite liegt, zu der der "Schweif" des EK Logo gerichtet ist.
Der Dual Turbo Top gewinnt, insbesondere mit angebrachten Pumpen, nicht unbedingt einen Schönheitspreis, es ist aber davon auszugehen, dass hier das Hauptaugenmerk auf die Leistung und nicht auf die Ästhetik gelegt wurde. Wir wollen der Konstruktion auch nicht eine gewisse, archaische Ausstrahlung aberkennen, an der sich durchaus auch Gefallen finden lässt.

Testmethode

Folgende Tools kamen beim Test der Dual-Aufsätze zum Einsatz:

- Durchflusssensor Digmesa FHKUC 70
- T-Balancer bigNG plus Sensorhub zum auslesen des Durchflusses
- 13/10 Masterkleer und 16/12 Tygon Schlauch
- Stufenweise einstellbarer Kugelhahn, um Widerstand im Kreislauf zu erzeugen

Mit Hilfe des Kugelhahns können wir verschiedene Stufen von Restriktion im Wasserkreislauf erzeugen und so annähernd verschiedene WaKü-Kreisläufe simulieren.
Leistung

Maximaler Durchfluss

Bei den folgenden Werten zum maximalen Durchfluss ist zu beachten, dass in unserem Kreislauf keine Kühlblöcke oder sonstige Komponenten außer dem Durchflusssensor eingebunden sind. Die angegeben Werte werden in einem voll ausgestatteten Wasserkühlungskreislauf nie erreicht werden. Wir messen und vergleichen hier also eine theoretische Höchstleistung.



Der Dual Turbo Top von EK Waterblocks steigert die Förderleistung gegenüber einer einzelnen Laing mit Original-Deckel um 74 Prozent und lässt das gesamte Testfeld von einzelnen DDC-Deckeln hinter sich. Der Watercool Dual DDC Case reiht sich überraschend tief in der Rangliste ein.
Diese eher schlechte Platzierung des Watercool-Kandidaten mag verwunderlich sein, doch der maximal mögliche Durchfluss ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Zwei Pumpen können das Wasser mit mehr Druck fördern und das kann zu Vorteilen beim Durchfluss führen, die sich erst mit steigendem Widerstand zeigen.


Leistung in Abhängigkeit des Widerstandes

Mit Hilfe des Kugelhahns simulieren wir nun verschiedene Widerstände im Kreislauf, so wie sie durch den Einsatz von verschiedenen Kühlern in der Praxis zustande kommt.

WICHTIGER HINWEIS: Wir erzeugen den Widerstand mit einem stufenweise einstellbaren Kugelhahn. Wir haben die Einstellungen von 0 (ganz offen) bis 6 (versiegelt) nummeriert. Allerdings steigt der Widerstand auf dieser Skala nicht linear an. Das heißt, dass Einstellung Nummer 4 nicht doppelt so viel Widerstand wie Einstellung Nummer 2 bedeutet. Die Grafik und die Werte dienen nur dem Vergleich der Aufsätze unter einander.
Hier sehen wir die beiden Dual-Deckel im Vergleich mit einer einzelnen Laing - einmal mit Original-Deckel und einmal mit dem EK-DDC X-Top V2, dem Aufsatz, der im Vergleichstest die beste Leistung erbrachte.
Wie wir sehen können, leisten zwei Pumpen mit dem EK-DDC Dual Turbo Top durch das gesamte Spektrum deutlich mehr als die restlichen Kandidaten. Doch auch der Watercool-Dual-Aufsatz zieht bereits bei mittlerem Widerstand am stärksten Einzel-Deckel vorbei und liegt bei sehr hohem Widerstand mit dem Dual-Aufsatz von EK etwa gleich auf.


Praxisvergleich

In der Praxis ist in den meisten Wasserkühlungskreisläufen einiges an Widerstand, in Form von verschiedenen Kühlern und Radiatoren, vorhanden. Deshalb wollen wir uns noch den Vergleich der Aufsätze bei mittlerem, hohem und sehr hohem Widerstand ansehen:
In der oberen Grafik zeigt der hellste Balken den Durchfluss bei mittlerem Widerstand, die dunkleren Balken den Durchfluss bei hohem und sehr hohem Widerstand. Es ist ersichtlich, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Aufsätzen kleiner werden, je höher der Widerstand im Kreislauf ist. Allerdings sehen wir an dieser Stelle auch einen deutlichen Vorteil der Dual-Deckel: Während die Laing bei hohem Widerstand in unserem Testkreislauf, praktisch unabhängig davon, welcher Deckel verwendet wird, immer etwa 150 l/h Durchfluss erreicht, liegt der Wert bei den Dual-Deckeln bei etwa 200 l/h.
Lautstärke und Redundanz

Üblicherweise machen wir an dieser Stelle eines Tests noch diverse Vergleiche, was die Lautstärke und die Leistung betrifft. So ist es interessant zu sehen, wie weit eine Pumpe gedrosselt werden muss, bis sie leise oder gar unhörbar wird. Bei den Dual-Aufsätzen macht ein solcher Vergleich allerdings wenig Sinn. Zwei teure Pumpen zu kaufen, sie in einen Spezial-Deckel zu spannen und dann zu drosseln, weil sie laut sind, wäre völlig widersprüchlich (der Durchfluss sinkt schnell auf ein Niveau, der mit einer einzelnen Pumpe ebenfalls erreicht wird). Dual-Deckel sind nur dann interessant, wenn es um maximalen Durchfluss geht. Selbst der Sinn davon, zwei Laing DDC 1T Pumpen (also die schwächere Variante der DDC) zu verwenden, lässt sich in Frage stellen. Ein Ähnlicher Durchfluss liesse sich mit der DDC 1T+ für weniger Geld, mit weniger Aufwand und weniger von den Pumpen erzeugten Abwärme im Kreislauf erreichen.
Leise ist die Konstruktion mit zwei Laings nicht, das dürfte niemanden überraschen. Werden die Laings mit Dual-Deckel auf einem Schaumstoffmatte gestellt, lassen sich zwar ein Grossteil der störenden Vibrationsgeräusche eliminieren, die Eigengeräusche der Pumpen bleiben aber deutlich hörbar.

Ein Vorteil der Dual-Deckel besteht in der Redundanz der Pumpen: Fällt eine Pumpe aus, wird das Wasser weiterhin von der zweiten Pumpe durch den Kreislauf gefördert. Dieser Vorteil sollte aber nicht zu hoch bewertet werden, denn es gibt keine offensichtliche Indikation, ob eine Pumpe ausgefallen ist oder nicht. Die sicherere Methode, sich gegen Pumpenausfall zu schützen besteht nach wie vor darin, den Durchfluss zu überwachen und Hardware- oder Softwareseitig eine Warn- oder Abschaltfunktion bei zu geringem Durchfluss einzurichten.

Fazit

Als erstes wollen wir ein allgemeines Fazit zum Thema Dual-Deckel ziehen, danach widmen wir uns den beiden Testkandidaten separat.

Die Dual-Deckel tun das, was sie tun sollen: Zwei Pumpen vereinen, um mehr Durchfluss zu erreichen. Dies geht allerdings auf Kosten des Geräuschpegels und der Geldbörse. Für viele User wird von vornherein klar sein, dass für sie Dual-Pumpen nicht in Frage kommen. Zwei Laing DDC zusammenzuschließen gehört in den selben Bereich wie Formel 1 oder Spitzensport im Allgemeinen: Höchstleistung um der Höchstleistung Willen. Wer sich dieser verschrieben hat wird sich an den Dual-Aufsätzen erfreuen, da spürbar mehr Durchfluss erreicht wird und insbesondere in Restriktiven Systemen ein deutlicher Vorteil ergibt, der sich mit einer einzelnen Pumpe nur schwer erreichen lässt.
EK-DDC Dual Turbo Top

Der Dual-Deckel von EK ist relativ einfach gestaltet und macht seine Aufgabe zweifellos gut. Die Durchflusswerte, die wir damit erreichen, können sich wirklich sehen lassen und sind durch das ganze Spektrum - von geringem bis hohem Widerstand - die besten im Testfeld. Etwas störend ist die Tatsache, dass durch die Anbringungsart der Pumpen die möglichen Ausrichtungen der Kombination begrenzt sind, schließlich darf keine der Pumpen kopfüber betrieben werden. Außerdem kann die fehlende Bezeichnung von Ein- und Auslass für Schwierigkeiten sorgen.

Wir verleihen dem EK-DDC Dual Turbo Top den DeXgo-Silber-Award. Der Aufsatz erzeugt die höchsten Durchflusswerte, die wir auf unserem Teststand je verzeichnet haben und erhält dafür auch den DeXgo-Power-Award.
Watercool Dual DDC Case

Der Dual-Deckel von Watercool ist ein echtes Prachtstück. Sehr schöne Verarbeitung, die Edelstahlplatte mit Gravur und die Möglichkeit, den Deckel mit LED zu beleuchten sprechen dafür, dass Watercool beim Entwickeln des Aufsatzes nicht nur die rohe Leistung im Sinn hatten. Leider kommt eben diese rohe Leistung im Gegensatz zum Kandidaten von EK etwas zu kurz. Insbesondere für Highflow-Systeme (sprich: Wenig restriktive Kreisläufe) eignet sich der Watercool-Dual-Deckel nicht, da nicht für mehr Durchfluss als eine einzelne Laing mit gutem Deckel sorgt. Wer aber große und/oder restriktive Kreisläufe mit einer schönen Pumpenkombination befeuern möchte und mehr Wert auf Optik als auf Leistung legt, kann sich mit dem Dual DDC Case anfreunden.

Der Watercool Dual DDC Case erhält den DeXgo-Bronze-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aquatuning.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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