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Xigmatek Thor's Hammer


Einleitung

In der germanischen Mythologie ist der Gott Thor der Beschützer der Menschenwelt Midgard. Mit seinem Hammer - Thor's Hammer - lehrte er seinen Feinden das fürchten. Gleiches hat Xigmatek auch mit seinem brandneuen, gleichnamigen Kühler vor. Dank der neuen "Double layer HDT" Technology soll er neue Maßstäbe bei der Kühlleistung setzen und auch die Optik kommt bei dem komplett in schwarz gehaltenen Kühler nicht zu kurz. Wie sich der Thor's Hammer im Test schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Xigmatek liefert seinen neusten Kühler, den Thor's Hammer, in einer auffälligen Kartonverpackung aus. Nicht nur die Umrandung der beiden Sichtfenster sticht aus dem Alltäglichen heraus, sondern auch bzw. gerade der genutzte Karton. So setzt Xigmatek auf einen mit Hologrammfolie bedruckten Karton, welcher je nach Lichteinfall in verschiedenen Farben erstrahlt.
Auf der Verpackung befinden sich einige Illustration des Kühlers samt Workart von Thor mit seinem Hammer. Auf der Rückseite ist aber auch noch eine Tabelle mit den technischen Daten des Kühlers aufgebracht, in der wir untere anderem das Gewicht von 800 Gramm und die Kompatibilität zu den Sockeln 775, 1366, 754,939,940, AM2 und AM2+ entnehmen können.
Unschön ist allerdings, dass der Kühler nicht 100%ig fest im Karton sitzt und so während des Transportes leider etwas Spiel hat. Laut Xigmatek ist dieses Problem bereits bekannt und es soll mittlerweile auch schon eine optimierte Verpackung eingesetzt werden.
Der Lieferumfang umfasst neben der Montageanleitung, einer Tube Wärmeleitpaste, einem Schraubenschlüssel und acht Gummientkopplern noch das Montagematerial für die Sockel 775, 1366, 754, 939 und AM2. Ein Lüfter befindet sich nicht im Lieferumfang. Caseking hat auf diesen Umstand aber schon reagiert und bietet den Kühler auch mit zwei F1253 Lüftern in der "Overclocker Edition" an.

Der Kühler im Detail

Der Thor's Hammer fällt sofort durch sein schwarzes Gewand positiv auf. Erreicht wird dies durch eine komplette Vernickelung des Kühlers. Optisch hebt sich der Kühler so stark von anderen CPU-Kühlern ab und spiegelt sehr stark. Einziger Nachteil ist hierbei, dass er dadurch auch anfällig für unschöne Fingerabdrücke ist. Diese lassen sich aber leicht entfernen.
Der 800 Gramm schwere Kühler setzt auf einen Materialmix aus Kupfer (Heatpipes) und Aluminium (Lamellen, Basis). Für die eher ungewöhnliche Form sorgen zwei verschiedene Lamellenformen, welche abwechselnd auf den Heatpipes montiert sind. Die insgesamt 49 Lamellen teilen sich so in 16 für den inneren und jeweils 33 für die äußeren Bereiche auf.
Der Lamellenabstand ist mit zwei Millimetern bei einem mittlerweile gewohnten Maß gehalten und für den Betrieb mit geringer Belüftung ausgelegt. Von vorne gut zu erkennen sind die Wegführungen der zwei Heatpipeaufbauten.
Die Draufsicht des Kühlers zeigt nochmals deutlich die ausgefallene Form der Lamellen. In Zeiten, wo ungewöhnliche Formen meistens der Massenkompatibilität weichen, weiß der Thor's Hammer mit seinem Design zu überzeugen. Die Verarbeitung und auch die Haptik bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau, das ungewöhnliche Äußere unterstreicht nochmals den außergewöhnlichen Touch des Kühlers.

Der Kühler im Detail

Widmen wir uns nun dem Boden und der doppelt verlegten Heatpipes. Die Grundlage der Kühlung bilden vier acht Millimeter starke Heatpipes, welche durch die HDT-Technologie direkten Kontakt zum Prozessor haben. Im Inneren ist eine weitere Lage Heatpipes angebracht, wobei dort drei weitere 6-Millimeter-Heatpipes zum Einsatz kommen.
Die kleineren Heatpipes haben keinen direkten Kontakt zur CPU sondern sollen die Wärme, welche von der Bodenplatte aufgenommen wird, an den Hauptkühlkörper abgeben. Über den drei kleinen Heatpipes wurde ein weiterer Passivkühlkörper angebracht. Dieser besteht allerdings nur aus einem einfachen Aluminiumprofil und endet in drei kleinen Lamellen.
Anders als bei vorherigen Kühlermodellen von Xigmatek wurde beim Thor's Hammer auch der Boden, also die geschliffenen Heatpipes, mit vernickelt. Der Boden selbst ist dadurch ebenfalls stark spiegelnd.
Was uns auffällt ist, dass die Zwischenräume zwischen den Heatpipes und der Bodenplatte teilweise durch das Vernickeln geschlossen wurden (links am Rand deutlich zu sehen). Der Boden selbst ist nicht 100 Prozent plan, durch die schmalen Aluminiumstege sind minimale Hohlräume vorhanden.
Die Montage der Lüfter erfolgt gewohnter Weise über die mitgelieferten Gummientkoppler. Diese fixieren die Lüfter nicht nur sicher am Kühler, sondern sorgen zeitgleich auch dafür, dass die Übertragung von Vibrationen minimiert wird. Verbesserungswürdig finden wir nur die Härte der Gummis, welche durchaus etwas weicher seien könnten. Dies ist aber mehr ein Vorschlag als ein Kritikpunkt.

Die Montage

Xigmatek verzichtet beim Thor's Hammer endlich auf die Nutzung der Push-Pins und erlaubt so zumindest Nutzern mit Intel-System die Verschraubung des Kühlers. Nutzer mit AMD-Systemen befestigen den Kühler mit einer Haltespange am AMD-Retentionmodul. Die Montage auf Intel-Systemen ist zwiespaltig. Zum anziehen der Schrauben liefert Xigmatek einen kleinen Schlüssel mit, mit Hilfe dessen die Schrauben erreicht und festgezogen werden können. Allerdings gestaltet sich dies sehr zeitaufwendig und fummelig. Nutzt man einen Schraubendreher, können zwei Schrauben gut erreicht werden, die anderen beiden liegen jedoch schon recht weit unter den Lamellen und sind schwer zu erreichen. Wir empfehlen also eine Kombination aus beiden Möglichkeiten um den Thor's Hammer zu montieren.
Auf unserem Asus P6T konnten wir den Thor's Hammer problemlos montieren. Bezüglich der Kompatibilität zum RAM ist bei der Ausrichtung zur Rückseite auf die beiden nahsten Steckplätze zu verzichten, wenn der Kühler nach Oben ausgerichtet wird wird nur der nahste Slot für hohe RAM-Heatspreader blockiert.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Da der Xigmatek den Thor's Hammer ohne Lüfter ausliefert wird, erfolgen die Test der Serienbelüftung mit einem Nanxia FX12-1250. In unseren Testläuzfen drehte der Lüfter mit durchschnittlich rund 1.300 Umdrehungen pro Minute.

Last


Idle


Der Thor's Hammer kann sich bei den Testläufen unter Last knappe 4 Kelvin hinter der Spitze platzieren.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

Last


Idle


Reduzieren wir die Spannung bleibt der Unterschied und die Platzierung nahezu unverändert.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Der interessantere Teil unserer Testläufe sind unsere beiden Vergleiche mit den Referenzlüftern. Den Anfang machen wir mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

Last


Idle


Beim Einsatz unserer Referenzlüfter muss sich der Thor's Hamer nur dem Prolimatech Megahalems und dem ThermoLab Baram geschlagen geben. Mit dem Achilles und dem Titan Fenrir liegt er praktisch gleich auf. Der Unterschied zur Spitze beträgt jedoch auch nur dünne 0,9 Kelvin.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist unser mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

Last


Idle


Mit dem Scythe S-FLEX SFF21D schiebt sich der Thor's Hammer vorbei am Titan Fenrir und dem Achilles. Der Unterschied zur Spitze beträgt fast zwei Kelvin, der Zweitplatzierte Scythe Mugen 2 liegt 1,1 Kelvin vor dem Hammer.

Test - 2x Enermax Magma (1.500 U/min)

Als erstes wieder der Blick auf die Performance mit unserem Enermax Magma, diesmal jedoch mit zwei Exemplaren.

Last


Idle


Bei der Montage eines zweiten Enermax Magma reduziert der Thor's Hammer die Temperatur um fast drei Kelvin und liegt so mit dem Thermolab Baram gleich auf. Ohne Last setzt sich der Kühler gar an die Spitze des Testfeldes.


Test - 2x Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Auch vom Scythe Scythe S-FLEX SFF21D verbauen wir zwei Exemplare und schauen wie sich die Leistung verändert.

Last


Idle


Auch beim Scythe S-FLEX SFF21D macht sich die Montage eines zweiten Lüfters deutlich bemerkbar. So kann der Thor's Hammer die Temperatur sogar um 3,7 Kelvin senken. Eine Montage eines zweiten Lüfters lohnt sich beim Thor's Hammer also sehr.

Fazit

Xigmatek versucht mit dem Thor's Hammer Altbewährtes weiter zu optimieren. Die Mischung aus Kartonverpackung und Kunststoffinnenleben bleibt hierbei unverändert, nur die optische Aufmachung des Kartons soll diesmal schon ein erstes Staunen verursachen. Die Sicherung des Kühlers in der Verpackung muss jedoch noch optimiert werden. Der Kühler selbst kommt mit allem benötigten Montagematerial und liefert gar Gummientkoppler für einen zweiten Lüfter mit. Im original Lieferumfang befindet sich jedoch kein Lüfter. Die Verarbeitung des Kühlers ist sehr gut und die schwarze Vernickelung sorgt für eine schöne Optik. Auch der Aufbau mit der doppelten Lage der Heatpipes ist ungewöhnlich und gibt dem Hammer ein markantes auftreten. Einziges Manko: durch die Vernickelung ist der Kühler sehr anfällig für Fingerabdrücke und so sollte man den Kühler nach der Montage kurz reinigen. Die Montage selbst erfolgt mittels einer Backplate und Schrauben, insgesamt ist hier aber noch Potential für Verbesserungen vorhanden. Bei den Benchmarks erreichte der Thor's Hammer gute Werte, zu den Spitzenplätzen fehlte jedoch immer ein kleines Stück. Wer das letzte bisschen Leistung aus dem Kühler kitzeln möchte, sollte unbedingt einen zweiten Lüfter montieren, der Thor's Hammer profitiert deutlich von einem zweiten Exemplar. Für 49,90 Euro kann der Xigmatek Thor's Hammer erworben werden, wer 10 Euro dazu legt bekommt bei Caseking auch schon die "Overclocker Edition" mit zwei Lüftern.


Pro & Contra

Pro
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter
+ sehr gute Verarbeitung
+ profitiert stark von einem zweiten Lüfter

Contra
- Montage könnte leichter von statten gehen
- Kühler hat in der Verpackung noch Spielraum


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Xigmatek Thor's Hammer unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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