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Lian Li PC-8


Einleitung

Der Taiwanesische Gehäuse-Hersteller Lian Li hat sich unter Hardware-Enthusiasten und Modding-Freunden einen sehr guten Ruf erworben. Für den heutigen Artikel stellt Lian Li uns ein PC-8 getauftes Mid-Tower-Gehäuse zur Verfügung, welches wie alle Gehäuse von Lian Li komplett aus Aluminium gefertigt ist. Ob das Gehäuse unsere hohen Erwartungen erfüllen kann, wie der innere Aufbau davon aussieht und vieles mehr erfahrt ihr in diesem Test. Dieser schriftliche Artikel ist eine Ergänzung zum Video-Review des Lian Li PC-8.

Video


Verpackung und Zubehör
Das Lian Li PC-8 wird uns in einer mit vielen Beschreibungen und Bildern versehenen Kartonverpackung geliefert.
Um das Gehäuse während dem Transport zu schützen, ist es mit Styropor-Polstern und einer Plastikfolie versehen.
Das Zubehör des Gehäuses befindet sich in einer kleinen Pappschachtel im Gehäuseinneren. Der Lieferumfang besteht aus:

- Schrauben für den Einbau von Mainboard und optischen Laufwerken
- Abstandhalter für das Mainboard
- Thumbscrews und Gummipuffer für den HDD-Einbau
- Eine Kabelhalterung mit doppelseitigem Klebeband
- Ein interner Mainboard-Lautsprecher
- Fünf Kabelbinder
- Ein Innensechskant-Werkzeug, mit dem sich die Abstandhalter mit Leichtigkeit am Mainboardtray fixieren lassen

Technische Daten
Abmessungen (HxBxL):45 x 21 x 49 cm
Laufwerkeinschübe:4 x 5,25", 1 x 3,5" extern, 3 x 3,5" intern
Lüfter:2 x 120 mm
Anschlüsse:Audio I/O, 2 x USB 2.0, Firewire
Gewicht:7 Kg

Außenansichten
Das PC-8 ist komplett in schwarzem, gebürstetem Aluminium gekleidet. Die Formgebung ist einfach, schlicht, aber elegant. Alle Übergänge zwischen Bauteilen des Gehäuses sind absolut makellos. Die beiden Seitenteile sind einfach und unverziert.
Alle äußeren Oberflächen wirken dank den Bürstenlinien im Aluminium sehr edel. Einziges Problem dieser Erhabenheit ist, dass Fingerabdrücke und Staubfussel sehr schnell auffallen und störend wirken.
Die Front des PC-8 erinnert entfernt an diejenige des PC-7, nur dass sie nun mit abgerundeten Formen und einem vertieften Lüftergitter etwas hochwertiger wirkt.
Auf mittlerer höhe der Front finden wir Power- und Reset-Taster, die gut bedienbar sind und sich diskret in die Umgebung der Gehäusefront einfügen.

Weitere Außenansichten
Der Frontlüfter im 120-mm-Format ist hinter einem Lochgitter verborgen.
Ganz unten an der Front befinden sich die Anschlüsse (2x USB 2.0, Firewire und Audio I/O) hinter einer Aluminium-Klappe. Diese Platzierung der Anschlüsse ist für Benutzer, die den PC neben sich auf dem Tisch stehen haben, sehr gut geeignet, für alle, die den PC unter dem Tisch haben aber nur mühsam erreichbar.
Die Rückseite präsentiert einen gewohnten Aufbau: Ganz oben wird das Netzteil platziert, darunter folgt ein 120-mm-Hecklüfter nebst der Öffnung für die Mainboardanschlüsse.
Für den Einbau des Netzteiles ist eine mit Thumbscrews fixierte Blende vorgesehen. Somit wird der Einbau wesentlich erleichtert, da das Netzteil nicht mühsam von Innen her angebracht werden muss.
Sehr erfreulich ist hier auch, dass der Deckel mit Schrauben befestigt ist (statt wie so häufig mit Hohlnieten). Dadurch kann er für Moddingzwecke sehr einfach entfernt und wieder angebracht werden.

Innenansichten
Das Gehäuseinnere erinnert wieder an das PC-7. Am funktionalen und einfachen Aufbau hat sich praktisch nichts geändert.
Beide Lüfter sind mit 3-Pin-Lüfteranschlüssen sowie Adaptern für 4-Pin-Molex-Anschlüsse ausgestattet. Der Hecklüfter ist außerdem außen mit einem feinen Mesh-Gitter und innen mit einem Aluminium-Lüftergitter versehen. Leider sind die Lüfter im Betrieb mit 12 Volt (1000 U/min) deutlich hörbar und werden allen Freunden des Silent-PC sehr schnell auf die Nerven gehen.
Die Einbau-Methode für Festplatten ist bereits aus anderen Lian Li-Gehäusen bekannt. Die Festplatte wird mit Thumbscrews und Gummipuffern versehen (Bild links) und kann dann sehr einfach und ohne Werkzeuge in die Schienen des Festplattenkäfigs eingeschoben werden. Die Halterung erlaubt ein sehr schnelles Ein- und Ausbauen der Festplatten und die Gummipuffer bieten auch noch einen kleinen Vibrationsdämmungs-Effekt. Der Festplattenkäfig kann drei Festplatten aufnehmen.
Ein optisches Laufwerk wird installiert, indem es von vorne in einen freien Laufwerkschacht eingeschoben und anschließend mit Schrauben fixiert wird. Dazu müssen beide Seitenteile entfernt werden, da das Laufwerk nur dann wackelfrei festsitzt, wenn es von beiden Seiten her angeschraubt wird. Da wir von vielen anderen Gehäusen schon seit längerem mit werkzeuglosen Vorrichtungen für den Laufwerkseinbau verwöhnt werden, vermissen wir an dieser Stelle im PC-8 eine solche.
Hier sehen wir die Platzverhältnisse mit einem eingebauten ATX-Mainboard (Asus P6T). Wie auf dem Bild ersichtlich wird, bleibt um das Mainboard herum nicht sehr viel Platz, was bei einem Tower in diesem Format allerdings üblich ist.
Der Platz zwischen den Slotblenden und dem Laufwerkskäfig (27,5 Zentimeter) reicht haarscharf für den Einbau von High-End Grafikkarten mit langen Platinen.

Fazit

Das Lian Li PC-8 wird unseren hohen Erwartungen fast durchweg gerecht. Es ist sehr hochwertig verarbeitet und wirkt dank der einfachen aber sehr schön gestalteten Form und den edlen Bürstenlinien im eloxierten Aluminium luxuriös. Der aufgrund der Größe des Gehäuses relativ knapp bemessene Innenraum ist sinnvoll gestaltet und insbesondere der Einbau von Festplatten gestaltet sich sehr einfach. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass das Netzteil bequem von der Rückseite her mit Hilfe der Blende eingebaut werden kann.
Für manche wird die Platzierung der Front-Anschlüsse ganz unten am Gehäuse zum Ärgernis, wenn sie sich jedesmal danach bücken müssen. Andererseits: Man kann es nicht allen recht machen - für alle, die den PC auf dem Tisch stehen haben ist die Platzierung der Anschlüsse schließlich sehr gut. Als einziges echtes Manko empfinden wir die Lautstärke der beiden Gehäuselüfter. Diese erzeugen ein Luftrauschen und Brummen, das jenen mit empfindlicheren Ohren sehr schnell zu viel wird. Deshalb empfehlen wir das Lian Li PC-8 grundsätzlich zusammen mit einer Lüftersteuerung und/oder zwei leiseren Lüftern.
Das Lian Li PC-8 ist zu einem angemessenen Preis von 95 Euro erhältlich.


Pro & Contra

Pro
- Hochwertige Verarbeitung
- Komplett aus Aluminium
- Sehr einfaches Ein-/Ausbauen von Festplatten
- Netzteilblende

Contra
- Lüfter etwas lärmig
- Platzierung der Frontanschlüsse für manche ungeeignet


Award

Alles in Allem konnte uns das Lian Li PC-8 überzeugen. Es erhält den DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Lian Li.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread