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Antec Skeleton


Einleitung

Gehäuse, genauer genommen Computer-Gehäuse, gibt es mittlerweile in allen erdenklichen Formen und Farben. Um sich aus der Masse des Marktes abzusetzen muss man als Hersteller die Möglichkeit nutzen einzigartiges zu schaffen. So geschehen beim Antec Skeleton. Mit einem bis auf das Grundgerüst "abgespecktem" Gehäuse wollen die Kalifornier auf sich aufmerksam machen. Wie alltagstauglich das Skeleton ist und was den geneigten Käufer erwartet, erfahrt ihr in diesem Review.

Verpackung & Lieferumfang
Schon durch die Form des Kartons kann der Anwender auf die ungewöhnliche Form des Gehäuses schließen. So wird das Skeleton in einer fast quadratischen Verpackung geliefert, welche durch verschiedene Bilder erahnen lässt was sich im Inneren befindet.
Während des Transportes wird das Skeleton durch eine Kunststofffolie vor Verschmutzungen und Staub geschützt. Für den sicheren Halt im Karton sorgen zwei Schaumstoffhalterungen zwischen denen das Gehäuse fixiert ist.
Der Lieferumfang fällt sehr übersichtlich aus und setzt sich aus folgenden Dingen zusammen:
- vier Halterahmen für 3,5-Zoll-Festplatten
- ein 80-Millimeter-Lüfter inklusive Halterung
- zwei wiederverwendbare Kabelbinder
- mehrere kleine Tüten mit Montagematerial
Das "Handbuch" setzt sich im Falle des Skeleton aus vier Zetteln zusammen. Auch wenn das Skeleton ein recht übersichtliches Gehäuse ist, sind die mitgelieferten Beipackzettel eindeutig zu wenig. Hier muss Antec dringend nacharbeiten.

Die ersten Eindrücke

Ausgepackt zeigt sich das Antec Skeleton in seiner ganzen, außergewöhnlichen Form. Die Grundfläche des Gehäuses ist mit seiner Breite von 460 Millimetern und seiner Tiefe von 480 Millimetern fast Quadratisch. Die größte Aufmerksamkeit bekommt beim Skeleton der 250 Millimeter große TriCool Lüfter, welcher über der verbauten Hardware thront.
Wie bei normalen Gehäuse auch wird an der Rückseite das Netzteil verbaut und auch die rückseitigen Anschlüsse werden dort zur Verfügung gestellt. Um den Erweiterungskarten einen sicheren Halt zu geben besitzt das Skeleton eine Kunststoffstrebe an der die Karten verschraubt werden können.
An der Front befinden sich einige I/O-Anschlüsse und auch der Zugriff auf die Laufwerke wird von der Vorderseite gewährt.
Von der Seite schaut das Skeleton wie ein Brückenbogen aus und lässt den Lüfter über der Hardware schweben. Auf Höhe des Mainboards ist der Griff frei zu den Hardwarekomponenten im unteren Bereich versperren erstmal Schutzgitter den Zugriff. Diese können bei Bedarf aber leicht entfernt werden, dazu später mehr.
Der bereits angesprochene TriCool Lüfter verdankt seinem Namen der integrierten Beleuchtung. So kann er nicht nur in den 3 Grundfarben Rot, Blau und Grün leuchten, nein auch ein gemischter Betrieb ist möglich. Einige Bilder der Beleuchtung befinden sich auf der vorletzten Seite dieses Reviews.

Ein Blick auf die Details
Zu den bereitgestellten Frontanschlüssen gehören ein Mikrofon-, ein Kopfhörer-, ein eSATA-, ein Firewire- und zwei USB-Anschlüsse. Ebenfalls an der vorderen Leiste ist der Ein/Aus- und Resettaster verbaut.
Über den Frontanschlüssen ist an der Vorderseite des TriCool Lüfters der Antec Schriftzug eingelassen.
Gesteuert werden kann der TriCool Lüfter in drei Stufen. Auf der höchsten Stufe besitzt der Lüfter einen enorme Luftdurchsatz, jedoch ist auch die Lautstärke entsprechend hoch und nicht wirklich für den Dauerbetrieb geeignet. Auf mittlerer Stufe reduziert sich sowohl der Luftdurchsatz wie auch die Lautstärke um ein gutes Stück. Hörbar bleibt der Lüfter weiterhin. Wird der Lüfter auf der niedrigsten Stufe betrieben ist er sehr geräuscharm, aufgrund seiner offenen Bauweise aber immer noch leicht hörbar. Der Luftdurchsatz ist im Vergleich zu den beiden anderen Stufen stark abgeschwächt, für eine gute Belüftung der Komponenten ist aber weiterhin gesorgt.
Mit Hilfe des Tasters neben der Lüfterregelung kann die Beleuchtung des Lüfters gesteuert werden. Hier stehen dem Anwender verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl.
Von der Vorderseite erreichbar befinden sich auf der linken Seite zwei Einbauschächte für 5,25-Zoll-Geräte, auf der rechten Seite können zwei 3,5-Zoll-Geräte untergebracht werden.
Um die Montage der verschiedenen Komponenten im unteren Teil des Gehäuses zu erleichtern, hat der Anwender die Möglichkeit die beiden Seitenteile zu entfernen. Hierfür müssen lediglich zwei kleine Hebel zur Seite geschoben werden und schon kann das Seitenteil gelöst werden.
Sind die Seitengitter entfernt, können z.B. die Anschlusskabel für die Laufwerke bequem angeschlossen werden. Um Vibrationen im Betrieb zu unterbinden, befinden sich auf den Innenseiten der Gitter großflächig Gummientkoppler.

Die Hardwaremontage
Kommen wir nun zur Montage der Hardware. Um dem Anwender die Montage zu erleichtern, kann der gesamte Mainboardschlitten, nach dem Lösen von zwei Rändelschrauben, aus dem Gehäuse gezogen werden.
Wem dies noch nicht ausreicht, der kann bei Bedarf noch den Mainboardtäger vom Schlitten lösen. Für die Montage des Rechners ist dies jedoch nicht nötig, lediglich einen CPU-Kühler-Wechsel würde dies erleichtern.
Das Mainboard wird wie in normalen Gehäusen auch mit Hilfe von Abstandshaltern montiert. Da das Mainboard schon liegt, gestaltet sich dieser Schritt recht simpel. Zu beachten ist allerdings, dass der verbaute CPU-Kühler nur eine maximale Höhe von ca. 125 Millimeter besitzen darf. Ist der Kühler höher, kann es zu Problemen kommen, wenn das Mainboard wieder unter den großen Lüfter geschoben wird.
Für die Montage der Laufwerke ist es lediglich notwendig, eine Schraube an jedem Laufwerk zu befestigen. Bei Lüftersteuerungen oder anderen Frontpanels kann es je nach Bauart und Befestigungssystem zu Problemen kommen.
Sind die Schrauben an den Laufwerken befestigt, werden diese einfach in den entsprechenden Schacht gesteckt...
... und bis zum Anschlag in diesen hinein geschoben. Die Laufwerke rasten mit einem deutlichen *Klick* ein und sitzen anschließend sicher im Schacht. Wer will kann vor die Festplatten noch den mitgelieferten Lüfter montieren um die Datenspeicher zu kühlen.

Die Hardwaremontage
Anwender, die mehr als zwei Festplatten verbauen möchten, können bis zu vier weitere Festplatten außen am Gehäuse verbauen. Hierzu wird die Festplatte mit Hilfe der mitgelieferten Schrauben an der Halterung befestigt. Verwundert waren wir nur, dass für die Vollbestückung von vier Laufwerken nicht genügend Schrauben mitgeliefert wurden.
Ist die Festplatte im Rahmen montiert kann sie von außen an das Gehäuse gehangen werden. Weder die Anschlüsse noch die Festplatte selbst werden bei dieser Art der Montage ausreichend geschützt und so raten wir von dieser Möglichkeit der Montage ab.
Das Netzteil wird beim Skeleton auf einem Schlitten montiert. Dieser wird mit einem einfachen Hebel gesichert und kann nach hinten aus dem Gerüst gezogen werden. Auf dem schlitten befinden sich vier Gumminoppen, welche das Netzteil weich aufnehmen und so Vibrationen vermindern sollen.
Dank variabler Montagelöcher kann der Anwender das Netzteil mit Lüfter nach oben oder nach unten montieren.
Nach der Montage wird der Schlitten inklusive Netzteil wieder in das Gerüst geschoben.

Impressionen

Die abschließende Verkabelung aller Komponenten geht teilweise sehr leicht von der Hand, wobei das Audio-Kabel des Frontpanels ruhig ein paar Zentimeter länger hätte sein können. Auch wenn das Skeleton viele Möglichkeiten bietet Kabel zu verstecken, so ist ein wirklich sauberes Kabelmanagement schwer umsetzbar, da immer das eine oder andere Kabel von außen sichtbar bleibt. Gerade bei einem Gehäuse was wohl hauptsächlich als Showcase eingesetzt wird ist dieser Umstand natürlich ärgerlich. Ein anderes Problem, welches das Skeleton mit sich bringt, ist die fehlende EMV-Abschirmung.
Eingangs erwähnten wir schon die Beleuchtung des Lüfters. Um euch einen Eindruck der Farbenvielfalt zu geben haben wir die sieben einzelnen Farbkombinationen auf Bildern festgehalten. Der Anwender kann entweder einen automatischen Fade-Modus wählen oder die Farben gezielt einzeln ansteuern. Es besteht auch die Möglichkeit die Beleuchtung komplett zu deaktivieren.
Die folgenden Bilder wurden alle mit den gleichen Einstellungen photographiert, um einen direkten Vergleich der Farben und deren Helligkeit zu gewährleisten.
Die sieben Farbkombinationen sorgen dafür, dass praktisch für jeden Anwender die passende Farbe vorhanden sein sollte und so der Anwender nicht auf eine bestimmte Farbe festgelegt wird.

Zum Schluss noch zwei Bilder der hellsten und der dunkelsten Farbe bei Licht.

Fazit

Antec hat mit dem Skeleton zweifelsohne ein Unikat für den Massenmarkt hervorgebracht. Hardwaremasochisten werden sich die Hände reiben, Anwender die auf Sicherheit bedacht sind werden sich selbige über dem Kopf zusammenschlagen. Genauso gestreut wie die Meinungen über das Gehäuse ausfallen werden, fallen auch die guten bzw. negativen Aspekte auf. Die Optik ist zweifelsfrei einmalig geht aber klar auf Kosten der Sicherheit für die verbaute Hardware. Nahezu alle Komponenten liegen völlig frei und ungeschützt und auch eine EMV-Abschirmung ist nicht vorhanden. Der offene Aufbau ermöglicht in Kombination mit dem großen TriCool Lüfter natürlich eine außergewöhnliche Belüftung. Wer das Gehäuse aber nicht in einen Reinraum betriebt, wird wohl oder übel monatlich die Komponenten vom Staub befreien müssen, denn Staubfilter finden wir keine, wo sollten diese auch angebracht sein. Die Montage gestaltet sich im Ganzen betrachtet recht simpel auch wenn die Anbringung der Festplatten an der Seite eher nicht zu empfehlen ist. Auch muss bei der Montage auf die Höhe des Prozessorkühlers geachtet werden, da der zentrale Lüfter dort die Höhe limitiert. Geräuschdämmende Eigenschaften weißt das Gehäuse keine auf, wie auch so besteht es ja mehr aus Luft als aus Metall. Die Komponenten, die jedoch Krach verursachen könnten, Stichwort Seitenbleche, sind aber intelligent konstruiert und mit Gummistreifen fixiert.
Wer ein extravagatens Gehäuse sucht, sich bewusst ist wie er mit offenliegender Hardware umzugehen hat und eine gute Belüftung seiner Komponenten möchte ist beim Skeleton richtig aufgehoben. Allen anderen raten wir eher zu einem geschlossenem Gehäuse. Für 110 Euro ist das Antec Skeleton im Handel erhältlich.


Pro & Contra

Pro
+ Einzigartiges Design
+ Ausschnitte im Mainboardschlitten für "schnellen" Kühlerwechsel
+ gute Verarbeitung
+ gute Belüftung
+ Lüfter regelbar,....

Contra
- ...aber auf höchster Stufe recht laut
- Kein Handbuch vorhanden
- keine EMV-Abschrimung vorhanden
- Höhe der CPU-Kühler auf ca. 125 Millimeter beschränkt
- nicht jedes Frontpanel kann problemlos installiert werden
- nur zwei 5,25-Zoll-Schächte vorhanden

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Antec.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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