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Prolimatech Megahalems


Einleitung

Das Junge Unternehmen Prolimatech wurde erst im Jahr 2008 gegründet und probiert nun mit dem Megahalems, einem fast 16 Zentimeter hohem Tower-Kühler, im hart umkämpften Markt Fuß zu fassen. Dies will man aber nicht im Mittelfeld sondern an der Spitze der Charts schaffen. Dazu setzt man beim Megahalems auf satte sechs 6-Millimeter-Heatpipes und die optionale Möglichkeit auch zwei Lüfter am Kühler montieren zu können. Wie sich der Megahalems in unseren Testläufen geschlagen hat und was man sonst vom Neuling erwarten kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Prolimatech liefert den Megahalems in einer 2-farbigen Kartonverpackung aus. Diese kommt komplett ohne Sichtfenster aus und auch sonst finden sich auf der Verpackung nur wenige Informationen über den Kühler. So sind lediglich der Angaben zur Kompatibilität (Sockel 775 und 1366) sowie die Spezifikationen des Kühlers abgedruckt. Auf den fehlenden Lüfter weißt Prolimatech nur mit den Worten hin: Empfohlener Lüfter: 1200 U/min 120mm Lüfter.
Caseking bietet den Kühler in fünf verschiedenen Ausführungen an. Neben dem reinen Kühler gibt es auch noch Varianten mit einem langsam drehenden Lüfter bis hin zur Dual-Belüftung mit zwei 1.500 U/Min schnellen Lüftern.
Der Lieferumfang umfasst zwei Backplates, dem restlichen Montagematerial, zwei Lüfterklammern, einer Tube Wärmeleitpaste sowie die Montageanleitung. Diese erklärt auch in deutscher Sprache in sechs Schritten, wie der Kühler montiert wird. Gewünscht hätten wir uns, dass noch ein zweites Paar Halteklammern für einen weiteren Lüfter beigelegen worden wäre.
Während des Transportes ist der Kühler in einer dicken Kunststofftüte verpackt. Um etwaige mechanische Beanspruchungen während des Transportes zu minimieren, befindet sich ein Stück Schaumstoff zwischen den beiden Kühlerhälften.

Der Kühler im Detail

Der Kühler besitzt die typische Form eines Tower-Kühlers und gehört mit seinen 159 Millimetern Höhe zu den Großen seiner Art. Auch das Gewicht von 790 Gramm ist nicht gerade gering, liegt aber noch im gewohnten Bereich eines so großen Tower-Kühlers.
Breit ist der Kühler lediglich 130 Millimeter. In Anbetracht dessen, dass der Kühler für 120-Millimeter-Lüfter ausgelegt ist, sind fünf Millimeter Überstand an jeder Seite ein guter Wert.
Die sechs verbauten Heatpipes benötigen natürlich auch Platz, um die Wärme an die Lamellen abgeben zu können. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Megahalems 74 Millimeter tief ist, ohne montierten Lüfter.
Das Kühlkonzept des Prolimatech Megahalems setzt auf zwei getrennte Kühltürme, welche jeweils mit sechs 6-Millimeter-Heatpipes ausgestattet sind. Obwohl die Formulierung hier etwas unglücklich erscheinen kann, denn der Anfang einer Heatpipe ist in einem Kühlturm, das Ende im anderen. Der Megahalems hat einen Lamellenabstand von zwei Millimetern, die Lamellen selbst sind ca 0,5 Millimeter dick. Besonders auffällt ist, dass die Lamellen miteinander verbunden sind. So wird nicht nur der Abstand gehalten, nein so wirkt der gesamte Kühlblock auch durch die Stärke der Lamellen sehr massiv und ist gegenüber Verformungen sehr unempfindlich.
Ein weiterer Aspekt, welcher den Kühlkörper sehr stabil macht, sind die verlöteten Heatpipes. Ein verrutschen der Lamellen auf den Heatpipes wird so wirkungsvoll unterbunden und auch der Wärmeabtransport funktioniert so besser als bei gesteckten Lamellen. Wenn man genau schaut sieht man auch die zwei Blöcke, aus denen jeweils ein Kühlturm hergestellt wird.

Der Kühler im Detail
In der Bodenplatte sind zwei Löcher eingelassen, welche bei der Montage ein verrutschen des Kühlers verhindern. So ist sichergestellt, dass der Kühler an der richtigen Position sitzt und so optimale Ergebnisse erzielen kann.
Der Boden ist während des Transportes durch eine Kunststoffolie geschützt und ist gut verarbeitet. Auf ein poliertes Finisch wurde verzichtet.
Der Prolimatech Megahalems besitzt einen konvexen Boden durch den in der Mitte der CPU für den optimalen Anpressdruck gesorgt werden soll. Die Krümmung fällt recht klein aus, ist jedoch vorhanden.
Um eine bessere Wärmeübertragung zu ereichen sind die sechs Heatpipes nicht nur mit den Lamellen verlötet, auch der Kontakt zum Boden wurde so realisiert. Insgesamt betrachtet sind nicht nur die Lötstellen selbst sondern der gesamte Kühler sehr gut verarbeitet.
Die Montage eines Lüfters erfolgt mit Hilfe von zwei Metallbügeln, welche dem Lieferumfang beiliegen. Die Arretierung erfolgt bei den dem Megahalems beiliegenden Bügeln über dem Lüfter. Dies bringt einen Vorteil, jedoch auch einen Nachteil mit sich. So können zwar auch Lüfter montiert werden, welche einen durchgängingen Montagesteg haben, Lüfter mit einer Bauhöhe von über 25 Millimetern können jedoch nicht befestigt werden.

Die Montage

Der Prolimatech Megahalems besitzt ein recht durchdachtes Montagesystem. Dieses ermöglicht es den Kühler leicht und sicher auf dem Mainboard zu befestigen, eine Demontage des Mainboards muss trotzdem vorgenommen werden. Im ersten Schritt wird die Backplate mit Hilfe der beiliegenden Schrauben und Rändelmuttern am Mainboard befestigt. Im zweiten Schritt werden die beiden Querstreben auf die Schrauben gesteckt und befestigt. Bei unserem Kühler war dies nicht ganz so leicht, da die Streben leicht verkanteten und sich dementsprechend schwer aufsetzen ließen. Mit etwas Fingerspitzengefühl klappt dies aber auch recht gut. Im finalen Schritt wird nun der Kühler mit Hilfe der Mittelstrebe und den beiden Rändelschrauben inkl. der Federn festgeschraubt. Dank der Federn und der begrenzten Länge des Gewindes können die Schrauben auch nicht zu stark angezogen werden.
Hinsichtlich der Kompatibilität können wir dem Prolimatech Megahalems ein positives Fazit aussprechen, zumindest auf unserem Testmainboard dem Asus P6T. Weder der Northbridge noch dem Speicher komm der Kühler zu nahe, leidglich bei einer Vollbestückung der Rambänke könnte es eng werden.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Da dem Prolimatech Megahalems kein Lüfter im Lieferumfang beiliegt entschieden wir uns den Test der Serienbelüftung mit einem FX12-1250 durchzuführen. In unseren Testläuzfen drehte der Lüfter mit durchschnittlich rund 1.300 Umdrehungen pro Minute.

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Beim 12-Volt-Betrieb kann sich der Prolimatech Megahalems recht weit vorne im Testfeld platzieren.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

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Auch bei reduzierter Spannung kann der Megahalems noch gute Ergebnisse abliefern und seinen vierten Platz verteidigen.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Der interessantere Teil unserer Testläufe sind unsere beiden Vergleiche mit den Referenzlüftern. Den Anfang machen wir mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

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Mit dem Enermax Magma kann sich der Prolimatech Megahalems an die Spitze unseres Testfeldes setzen. Die Unterschiede zu den direkten Konkurenten sind jedoch so gering, dass selbst zuviel Wärmeleitpaste bei weitem einen größeren Temperaturunterschied ausmachen würde. Nichts desto trotz überzeugt der Megahalems mit sehr guten Testergebnissen.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist unser mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

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Bei den Testläufen mit unserem Scythe S-FLEX SFF21D kann sich der Prolimatech Megahalems ebenfalls an die Spitze der Charts setzen, dies mal sogar mit etwas mehr Vorsprung.

Test - 2x Enermax Magma (1.500 U/min)

Als erstes wieder der Blick auf die Performance mit unserem Enermax Magma, diesmal jedoch mit zwei Exemplaren.

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Die Montage eines weiteren Enermax Magma bringt knappe zwei Kelvin bessere Temperaturen. Der Unterschied zum ThermoLab Baram fällt mit 0,3 Kelvin vernachlässigbar gering aus.


Test - 2x Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Auch vom Scythe Scythe S-FLEX SFF21D verbauen wir zwei Exemplare und schauen wie sich die Leistung verändert.

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Ein zweiter Scythe S-FLEX SFF21D bringt beim Megahalems zwei knapp Kelvin bessere Temperaturen. Der ThermoLab Baram und auch der Alpenföhn Brocken profitieren mit jeweils knapp drei Kelvin besser von der zusätzlichen Belüftung. Der Prolimatech Megahalems bleibt trotzdem knapp an der Spitze.

Fazit

Mit dem Megahalems ist Prolimatech ein eindrucksvolles Erstwerk gelungen. Einzig beim Lieferumfang bietet sich uns Spielraum für Kritik, denn neben einem zweiten Paar Halteklammern für einen Lüfter vermissen wir gerade den eben erwähnten. Die Verarbeitung des Kühlers hingegen ist nahezu perfekt und man ist verwundert, warum nicht jeder Hersteller auf einem so hohem Niveau produziert. Bei der Montage hat sich Prolimatech etwas einfallen lassen und bietet mit der mehrteiligen Montage, wie wir sie auch von z.B. Noctua kennen, etwas Grundsolides und einfach zu Bedienendes. Einziger Wehrmutstropfen hierbei, momentan ist der Kühler nur für Intelsysteme (Sockel 775 und 1366) erhältlich. Nach dem Abschluss der Testläufe waren wir endgültig vom Megahalems überzeugt, denn in nahezu allen wichtigen Benchmarks konnte er sich an die Spitzenposition setzen. Alles in allem ist der Prolimatech Megahalems ein sehr guter Kühler, der durch pure Leistung überzeugt. Leider bleibt der Kühler vorerst Nutzern mit Intelsystemen vorbehalten, laut unseren Informationen ist eine Halterung für AMD-Systeme kurz vor der Veröffentlichung. Der Preis von knapp 55 Euro für den Kühler alleine ist nicht ohne, wer gleich zu einer Version mit Lüfter greifen möchte ist ab 60 Euro dabei und kann bei Caseking.de aus insgesamt vier Setups wählen.


Pro & Contra

Pro
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter
+ sichere und einfache Montage auf allen unterstützten Sockeln
+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr gute Testergebnisse

Contra
- nur für einen Lüfter Montageklammern beiliegend
- kein Lüfter im Lieferumfang enthalten
- momentan nur für Intelsysteme verfügbar


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Prolimatech Megahalems unseren DeXgo-Silber-Award und unseren DeXgo-Power-Award.
DeXgo-Silber-Award DeXgo-Power-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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