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Großes Triple-Radiatoren Roundup


Einleitung

Der in der PC-Wasserkühlung am häufigsten verwendete Radiatoren-Typ ist der sogenannte Triple-Radiator. Dieser hat eine Kühlfläche von 120 x 360 Millimetern und kann so mit drei 120-mm-Lüftern bestückt werden. Der Triple-Radiator hat den Vorteil, dass er groß genug ist, eine anständige Kühlleistung zu bieten, gleichzeitig aber immer noch so kompakt ist, dass er in den meisten Gehäusen intern verbaut werden kann. Für den heutigen Vergleichstest schauen wir uns eine ganze Reihe verschiedener Triple-Radiatoren an und vergleichen deren Kühlleistung bei verschiedenen Lüfterdrehzahlen und Hitzelasten.

Beginnen wir mit einer Übersicht über die technischen Daten zu allen Radiatoren, die in diesem Test verglichen werden:
Technische Daten
Abmessungen:Anschlussgewinde:Schraubengewinde:Anzahl Wasserkanäle:Lamellen pro Zentimeter:
Black Ice GT Stealth13,5 x 3 x 40 cmG1/4"M41213
Black Ice GTX13,5 x 5,3 x 40 cmG1/4"M4127,5
Magicool Slim Triple12 x 3,2 x 39,6 cmG1/4"M3146
Magicool Slim Elegant12,5 x 3,6 x 42,5 cmG1/4"M3125
Magicool Xtreme Triple12 x 4,7 x 39,6 cmG1/4"M3144,7
Swiftech MCR32013 x 3,9 x 40,5 cmG1/4"M3125
Thermochill PA120.313,8 x 6,4 x 43 cmG3/8"keine Gewinde124
Watercool HTSF 36012 x 5,5 x 41,2 cmG1/4"M425
XSPC RX36012,4 x 5,8 x 41 cmG1/4"M4123,1
Verpackung und Lieferumfang
Die Verpackungen der Triple-Radiatoren können wir pauschal abhandeln: Fast alle sind in einfachen Kartonschachteln, wie auf dem Bild oben links zu sehen, verpackt. Die HWLabs Black Ice-Radiatoren sind dagegen in bunt bedruckten Schachteln verpackt, während der Watercool HTSF nur von Luftpolsterfolie geschützt geliefert wird.

Den Magicool-Radiatoren liegen zwei Schrauben-Sets bei, ein längeres, mit denen der Radi durch eine Blende, eine Gehäusewand und Lüfter fixiert werden kann und ein kürzeres, mit dem die Lüfter direkt am Radiator verschraubt werden können. Den anderen Radiatoren liegt jeweils nur ein solches Schraubenset bei.

Die Testkandidaten
Wie schon den Abmessungen auf der letzten Seite zu entnehmen war, ist die Bauhöhe der Radiatoren sehr unterschiedlich. Wir haben sämtliche Radiatoren, von den sehr schmalen, die eindeutige Platzvorteile bieten, bis zu den sehr breiten, die auf mehr Kühlfläche abzielen, zusammen verglichen.
HWLabs Black Ice GT Stealth
Ein HWLabs Black Ice GT Stealth-Radiator hat drei kennzeichnende Merkmale: Er ist sehr flach gebaut, er ist bemerkenswert schön und er hat sehr dichte Kühllamellen. Letzteres bedeutet, dass dieser Radiator auf schnell drehende Lüfter ausgelegt ist, denn er kann seine Kühlleistung nur entfalten, wenn ein Lüfter eingesetzt wird, der auch genug Druck aufbringen kann, um den Luftwiderstand der Lamellen zu überwinden. Wie sich dieser Radiator bei verschiedenen Lüfterdrehzahlen genau verhält, sehen wir später im Review.


HWLabs Black Ice GTX
Der Black Ice GTX ist die "Xtreme"-Version des oben vorgestellten HWLabs-Wärmetauschers. Das bedeutet, dass er eine deutlich größere Bauhöhe und somit mehr Kühlfläche aufweist. Auch dieser Radiator ist sehr dicht mit Kühllamellen besetzt und bietet mit schönen Formen und einer perfekten Hochglanz-Lackschicht einiges fürs Auge.


Magicool Slim Triple
Wie der Name schon verrät ist der Magicool Slim Triple ein sehr flacher Radiator, ähnlich des Black Ice GT. Im Gegensatz zu diesem hat der Magicool-Wärmetauscher allerdings einen sehr viel größeren Lamellenabstand. Auch wird bei der Produktion des Magicool Slim Triple mehr Wert auf reine Funktionalität und Ökonomie gesetzt und weniger auf die äußeren Werte des Radiators. Das ist offensichtlich, wenn man das Erscheinungsbild der beiden Kandidaten vergleicht und ebenso offensichtlich, bei einem Blick auf die Preise.


Magicool Slim Elegant
Der Magicool Slim Elegant Series 360 Radiator ist zweifelsohne der auffälligste unserer Testkandidaten. Statt in schlichtem Schwarz präsentiert sich der Kern dieses Radiators in blankem Kupfer. Die Plexiglas-Bauteile ermöglichen außerdem interessante Einblicke in das "Innenleben" eines Radiators und haben nebenbei den Vorteil, dass sie im Betrieb sehr leicht erkennen lassen, ob der Radiator bereits komplett entlüftet ist oder nicht. An der rückseitigen Plexiglas-Kammer ist zudem ein Verschluss angebracht, über den sich der Radiator befüllen lässt. Zusammen mit einem Fillport könnte so theoretisch sogar auf einen Ausgleichsbehälter im Kreislauf verzichtet werden. Dies ist allerdings nur bei bei vertikaler Einbaulage, wenn die Anschlüsse unten sind, wirklich praktisch umsetzbar.

Die Testkandidaten - Fortsetzung


Magicool Xtreme Triple
Der dritte Kandidat aus dem Hause Magicool ist nun der Xtreme Triple, welcher im Gegensatz zu den "Slim"-Varianten eine imposante Bauhöhe aufweist. Auch der Xtreme Triple gehört zu den günstigsten Radiatoren seiner Art, wirkt aber dennoch sehr ordentlich und solide verarbeitet. Der Lamellenabstand ist hier noch etwas größer als bei der Slim-Variante, was daran liegt, dass für den Luftwiderstand, der durch die größere Bauhöhe entsteht, kompensiert werden muss.


Swiftech MCR320
Der Swiftech MCR320 gilt in Amerika als einer der besten, wenn nicht der beste Radiator in Sachen Preis/Leistungs-Verhältnis. Bei uns dürfte er es ein wenig schwerer haben, sich diese Krone zu erringen, denn hierzulande hat er sehr günstige und vielleicht starke Konkurrenz in Form der Magicool-Radiatoren. Der Swiftech MCR320 hat allerdings eine weniger dichte Lamellenstruktur als diese und könnte daher für den Betrieb mit langsam drehenden Lüfter optimal sein.


Thermochill PA120.3
Der Thermochill PA120.3, eine Legende unter Wasserkühlungs-Wärmetauschern, fand bei uns schon in diesem Artikel Einsatz und musste sich vor kurzem, in unserem letzten Radi-Artikel, mit einigen Konkurrenten messen. Wie dort schon erwähnt wurde, hat der Thermochill einige Schwächen, wie den vom Standard abweichenden Lochabstand bei den Lüftern, die ungewöhnlichen G3/8"-Gewinde und die Tatsache, dass die Lüfter nicht mit herkömmlichen M3- oder M4-Schrauben befestigt werden können. Dennoch überzeugt der Thermochill in Sachen Kühlleistung.


Watercool HTSF 360
Den Watercool HTSF 360 hatten wir bereits in unserem letzten Radi-Artikel kurz vorgestellt. Auch für den heutigen Vergleich wird dieser Radiator wieder hinzugezogen. Der Watercool HTSF 360 ist auffällig anders: Schon seine Edelstahl-Verkleidung ist ungewöhnlich und mit der Bauhöhe von vier Zentimetern (5,5 Zentimeter mit den Anschlussgewinden) befindet er sich ein wenig zwischen Stuhl und Bank bzw. "Slim" und "Xtreme". Letztlich weicht auch seine Bauform mit den parallelen Lamellen und den beiden Rohren, die sich mehrmals durch den Radiator winden, von der der anderen Testkandidaten ab.


XSPC RX360
Zu guter Letzt befindet sich auch der neue XSPC RX360 Radiator mit in diesem Roundup. Dieser Kandidat wurde schon kürzlich in einem Testbericht ausführlich vorgestellt, wo er sich mit einer hervorragenden Leistung bei niedriger Lüfterdrehzahl erwies und sich auch im oberen Drehzahl-Spektrum sehr gut machte. Ob irgend ein Kandidat des heutigen Vergleichs diesen Spitzenplatz anfechten kann, wird sich noch zeigen.

Testmethode

Zum testen der Radiatoren verwenden wir einen dedizierten Kreislauf, der außer dem jeweiligen Radiator und den nötigen Messinstrumenten nur eine Laing DDC -1T+ mit einem EK X-Res Aufsatz und Heizelemente umfasst.
Es befinden sich zwei Außenheizer im Kreislauf, die je 300 Watt Wärmeleistung ins Wasser abgeben können. Die tatsächliche Hitzelast der Heizer erreicht die 300 Watt nur knapp (Heizer 1: 289,9 Watt, Heizer 2: 283.2 Watt), der Einfachheit halber nennen wir die beiden getesteten Hitzelasten dennoch "300 Watt" (wenn ein Heizer betrieben wird) und "600 Watt" (wenn beide Heizer betrieben werden).
Vier analoge Temperatursensoren messen die Wassertemperatur, drei digitale Sensoren messen die Umgebungstemperatur. Ein T-Balancer BigNG steuert die Lüfter und hält die Temperaturdaten im fünf-Sekunden-Intervall in einer Log-Datei fest.

Jeder Testlauf beginnt mit dem Einschalten des Heizers bzw. der Heizer und dauert 35 Minuten. Da die Hitzelast konstant ist, stellt sich nach einigen Minuten eine Maximaltemperatur ein, die sich fast ohne Schwankungen hält. Um Fehlerquellen auszuschließen haben wir uns dennoch für einen relativ langen Testlauf entschieden. Die Temperaturen werden aus einem Messfenster berechnet, welches die letzten zehn Minuten des Testlaufs umfassen. Durch dieses lange Testfenster werden Ungenauigkeiten der Temperatursensoren so gut wie möglich ausgebügelt.

Zu guter Letzt wird jeder Radiator mit vier verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten getestet. Yate Loon D12SL-12H-Lüfter drehen mit 1600 U/min und 2000 U/min, Nanoxia FX-1250 drehen mit 1200 U/min sowie 800 U/min und Scythe Slip Stream 500 werden mit unhörbaren 400 U/min betrieben.
Somit ist ein großer Bereich zwischen Highflow und fast passiv abgedeckt.

Im Kreislauf ist außerdem ein GMR-Durchflusssensor eingebunden, mit Hilfe dessen wir vergleichen können, wie restriktiv die verschiedenen Radiatoren sind.
Hinweis zum Praxisbezug
Bei den verwendeten Hitzelasten ist zu beachten, dass diese nicht falsch auf die Praxis übertragen werden: Zwar finden sich heutzutage in den meisten (Spiele-) Rechnern Netzteile die meist weit über 500 Watt Leistung haben, das bedeutet aber nicht, dass ein solcher Rechner, wenn er mit einer Wasserkühlung ausgestattet ist, auch mehr als 500 Watt Wärme an das Wasser abgibt.

Selbst unsere "kleine" Hitzelast von 300 Watt entspricht in etwa dem, was in der Praxis von einem Wassergekühlten High-End Gaming-Rechner an das Wasser abgegeben wird.
Die 600 Watt Hitzelast können höchsten für absolute Overkill-Systeme mit mehreren Grafikkarten und kompletter Wasserkühlung als praxisbezogen betrachtet werden. Der Zweck dieser sehr hohen Hitzelast soll auch nicht im Praxiswert liegen sondern darin, dass sich bei 600 Watt die Spreu deutlicher vom Weizen trennt, als bei geringerer Abwärme.



Durchfluss

Beginnen wir mit dem Vergleich der erreichten Durchflusswerte:



Als erstes muss angemerkt werden, dass wir hier enorm hohe Durchflusswerte erreichen, was daran liegt, dass der Kreislauf sehr kurz ist und keine Kühlblöcke darin eingebungen sind.
Wie wir sehen können, setzt sich der Thermochill in Sachen Durchfluss deutlich an die Spitze, gefolgt von seinem stärksten Konkurrenten, dem XSPC RX360.
Im Allgemeinen liegen die Durchflusswerte sehr nahe zusammen und für die meisten Anwender dürften die vorhandenen Unterschiede so gut wie keine Rolle spielen. Einzig der Watercool HTSF 360 erweist sich als echte Durchflussbremse.


Lamellendichte

Bei der Auflistung der technischen Daten haben wir bereits eine Angabe zu den Lamellen pro Zentimeter gemacht. Diese Angabe repräsentiert allerdings die tatsächliche Dichte der Kühlerfinen nur begrenzt. Um auf etwas genauere Angaben zu kommen, zählen wir die Finnen bei jedem Radiatoren-Modell in einem Ausschnitt von vier Quadratzentimetern und rechnen das Resultat auf einen Wert für Lamellen pro Quadratzentimeter herunter.

Hier die Resultate dazu:


Resultate - Fortsetzung

Sehen wir uns nun die erreichten Temperaturwerte bei verschiedenen Drehzahlen an. Die angegebenen Temperaturen entsprechen immer der Differenz zwischen Wassertemperatur und Umgebungstemperatur. Gemäß der Konvention geben wie die Werte in Kelvin an, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht.

Hitzelast: 300 Watt

400 U/min


Bei der niedrigsten Lüfterdrehzahl versagen die beiden HWLabs-Radiatoren komplett. Bei beiden erreicht die Wassertemperatur bereits nach wenigen Minuten über 50 Grad, wonach wir den Test abbrechen, da bei höheren Temperaturen die Schläuche und die Pumpe in Gefahr kommen.
Wie wir schon im letzten Test gesehen hatten, schlägt sich der XSPC RX360 mit langsam drehenden Lüftern sehr gut. Überraschend ist jedoch, dass sich der Magicool Slim Elegant sogar noch vor den XSPC RX setzen kann.


800 U/min


Bei 800 U/min kann sich nun der XSPC RX an die Leistungsspitze setzen. Der Magicool Elegant zeigt aber auch hier eine wirklich hervorragende Leistung. Weiter bemerkenswert finden wir die Platzierungen vier bis sieben: Vier grundverschiedene Radiatoren zeigen hier kaum unterschiede in der Kühlleistung.


1200 U/min


Bei weiter erhöhter Drehzahl ändern sich die Verhältnisse erneut. Der Thermochill sorgt nun für die besten Temperaturen, der Magicool Xtreme kann sich etwas von den schmaleren Kollegen wie dem Swiftech MCR absetzen und der Magicool Elegant muss sich inzwischen schon eine Drittplatzierung mit einem weiteren Testkandidaten teilen.


1600 U/min


Bei erhöhter Drehzahl fallen die Werte nun immer näher zusammen. Für den Magicool Xtreme sind die 1600 U/min schon nicht mehr im optimalen Drehzahlbereich, die Spitzenkandidaten XSPC RX, Magicool Elegant und Thermochill tummeln sich weiterhin im Vorfeld und die HWLabs-Radiatoren bewegen sich in der Rangliste langsam aufwärts.


2000 U/min


Nun, bei 2000 U/min, zeigen die HWLabs-Radiatoren ihre Stärke. Was jedoch unerwartet ist, ist dass die beiden Modelle, GT und GTX, nie deutliche Unterschiede zueinander gezeigt haben. Der Thermochill PA120.3 hält sich noch immer Wacker an der Spitze, auch wenn er diese Position nun mit den Black Ice-Kandidaten teilen muss.
Es fällt außerdem auf, dass die Werte immer weiter zusammenfallen. Nunmehr nur noch 1,3 Kelvin trennen die beste von der schlechtesten Leistung.
Hitzelast: 600 Watt

800 U/min


Bei der erhöhten Hitzelast beginnen wir die Testreihen mit 800 U/min Lüfterdrehzahl, denn keiner der Radiatoren im Testfeld kann die fast 600 Watt Abwärme mit noch langsameren Lüftern bewältigen (ja, wir haben es ausprobiert).
Auch diesen Test müssen wir bei den Black Ice-Radiatoren abbrechen, da sich das Wasser zu sehr erhitzt. Wir sehen ausserdem bestätigt, dass der Magicool Slim Elegant hier wirklich die bessere Leistung erbringt als der XSPC RX360 - in diesem Falle sogar sehr deutlich.


1200 U/min


Bei 1200 U/min werden die beiden dicken Radis von XSPC und Thermochill besser mit der hohen Hitzelast fertig als der Magicool Slim. Außerdem zeigt unter diesen Umständen auch der Black Ice GTX ausnahmsweise, wofür er größer und teurer ist, als der GT Stealth.


1600 U/min


Bei erhöhter Drehzahl zeigt sich ein sehr ähnliches Bild. Diesmal kann sich der Black Ice GTX sogar vor den Magicool Slim Elegant setzen.


2000 U/min


Bei 2000 U/min sehen wir nun selbst bei dieser hohen Hitzelast keine sehr große Streuung im Testfeld mehr. Die Leistungswerte von Black Ice GT und GTX sind wieder zusammengerückt und der Thermochill PA120.3 hält stur seine Spitzenposition.

Resultate 3 - "Übersicht"

Hier eine Zusammenfassung aller Daten in zwei Diagrammen. Wegen der Vielzahl an Werten leidet die Übersicht in diesen Übersichten leider etwas.


300 Watt
600 Watt
Wer gerne die Temperaturkurven von zwei oder drei Bestimmten Radiatoren zum besseren Vergleich sehen würde, kann sich gerne im Forenthread zu diesem Artikel melden. Wir werden dort eine entsprechend aufgeräumte Grafik präsentieren.


Preisvergleich



Die Preise der verschiedenen Radiatoren bewegen sich zwischen knapp 40 und 90 Euro. Der Magicool Slim ist in unserem Vergleich der mit Abstand günstigste Wärmetauscher und angesichts dessen schlägt er sich bei der Leistung gar nicht übel.
Weiter erwähnenswert finden wir den XSPC RX360 sowie den Magicool Elegant - beides Radiatoren, die im Leistungsvergleich oft auf Spitzenplätzen zu sehen sind, sich Preislich aber dennoch "nur" im oberen Mittelfeld einordnen.

Fazit und Awards

HWLabs Black Ice GT Stealth
Der Black Ice GT macht schon auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Die Formgebung ist schön, die Verarbeitung absolut makellos und er fühlt sich einfach hochwertig und solide an.
Leider kann dieser Radiator, was die Kühlleistung betrifft, wenig überzeugen. Bei niedrigen Drehzahlen ist die Kühlleistung sehr schlecht, was angesichts der sehr dichten Lamellenbestückung wenig verwunderlich ist. Aber selbst bei sehr hohen Drehzahlen kann sich der Radiator nicht sehr deutlich von der teils viel günstigeren Konkurrenz abheben.


HWLabs Black Ice GTX
Für den Black Ice GTX gilt im Prinzip das selbe, wie für den GT Stealth: Bei niedrigen Drehzahlen ist er kaum zu gebrauchen und selbst bei hohen Drehzahlen kann er sich z.B. gegenüber dem Thermochill nicht wirklich behaupten. Wir können verstehen wenn ein Radiator für eine bestimmte Drehzahl spezialisiert entwickelt wird. Den beiden Black Ice Radiatoren gelingt diese Spezialisierung allerdings nicht so recht, denn was sie bräuchten, wären eindeutige Spitzenplätze bei den hohen Drehzahlen. Fragt sich nun, ob sie bei mehr als 2000 U/min solche Spitzenplätze erreichen und wieviele Benutzer sich mit dem entsprechenden Lärm abgeben wollen.


Magicool Slim Triple
Der Magicool Slim Triple ist vor allem eines: Günstig. Trotz seines sehr erschwinglichen Preises ist dieser Radiator anständig verarbeitet und liefert eine brauchbare Leistung ab. Die Verarbeitung ist nicht bestaunenswürdig und die Leistung ist nicht überragend, doch wer in erster Linie einen günstigen Radiator such, der nicht "billig" ist wird, insbesondere bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen, auch von der Kühlleistung des Magicool Slim nicht enttäuscht sein.
Magicool Slim Elegant
Der Magicool Slim Elegant hat uns wirklich positiv überrascht. Er hat uns sogar so sehr überrascht, dass wir unseren eigenen Resultaten nicht trauten und die (sehr aufwändigen) Testläufe mit ihm zwei mal wiederholt haben. Es bleibt kein Zweifel bestehen: Der Magicool Slim Elegant steckt bei niedrigen Drehzahlen alle seine Konkurrenten in die Tasche. Das, obwohl er zur schmalen Sorte Radiatoren gehört (einfacher zu verbauen) und außerdem auch einiges günstiger als einige der Kandidaten in diesem Vergleich ist. Zudem zeigt dieser Wärmetauscher nicht nur bei den niedrigen Drehzahlen sehr gute Werte, sondern hält sich unter fast allen Umständen in den oberen Plätzen. Der Magicool Slim Elegant ist zwar kein Schnäppchen, aber insbesondere Silent-Fanatiker bekommen bei keinem anderen Kandidaten so viel Leistung für das Geld.

Der Magicool Slim Elegant erhält den DeXgo-Silber- und den DeXgo-Preis/Leistungs-Award.
Magicool Xtreme Triple
Der Magicool Xtreme Triple ist einer der unauffälligeren Kandidaten in diesem Vergleich. Das muss aber nicht bedeuten, dass er auch unbedeutend ist. Obwohl er nie eine Spitzenleistung erbringt, kann er sich bei mittleren Drehzahlen oft vor andere Radiatoren setzen, die einiges teurer sind. Die ideale Drehzahl für diesen Radiator scheint 1200 U/min zu sein, ein Wert, der mit guten Lüftern noch in einem akzeptablem Geräuschniveau zu liegen kommt. Außerdem ist dieser Radiator in den meisten Fällen auch wirklich besser als sein kleinerer Bruder, der Magicool Slim. Die zusätzliche Bauhöhe ist also nicht nur ein Marketing-Mittel.

Wir verleihen dem Magicool Xtreme den DeXgo-Bronze-Award.
Swiftech MCR320
Der Swiftech MCR320 geht in diesem Vergleich etwas in der Konkurrenz unter. Es ist an diesem Radiator nichts auszusetzen. Er ist optisch dank der kompletten Lackierung recht schön und er ist gut verarbeitet. Was seine Leistung betrifft, zeigt er sich bei 300 Watt Abwärme und 400 U/min von seiner Schokoladenseite: Unter diesen Umständen nähert er sich der Leistungsspitze im Vergleich und zeigt ein exzellentes Preis/Leistungs-Verhältnis. In allen anderen Szenarien leistet er jedoch nichts, was der Magicool Xtreme nicht günstiger oder der Magicool Slim Elegant nicht besser kann.

Wir verleihen dem Swiftech MCR320 den DeXgo-Bronze-Award.
Thermochill PA120.3
Der Thermochill PA120.3 macht einem das Leben nicht leicht. Nachdem man ein wirklich heftiges Sümmchen dafür higeblättert hat, muss man in der Regel noch Reduziermuffen für die großen Anschlussgewinde besorgen, feststellen, dass dieser Radiator wegen des ungewöhnlichen Lüfterabstandes nicht mit herkömmlichen Radi-Öffnungen und -Blenden kompatibel ist und sich wundern, warum keine M3- oder M4-Schrauben verwendet werden, sondern Blechschrauben in gewindelose Löcher gedreht werden müssen. Wer über Lüfter mit geschlossenen Ecken verfügt (z.B. Yate Loon) darf sich deshalb gleich mal ans Basteln machen.
Hinzu kommt, dass der Thermochill nicht mehr als unangefochtener Leistungskönig gelten kann, wie wir im Vergleich mit dem XSPC RX360 sehen konnten. Trotz all dem muss man dem Thermochill lassen, dass seine Kühlleistung außerordentlich gut ist. Denn während er sich bei niedrigen Drehzahlen dem XSPC RX und sogar dem Magicool Elegant (meist nur knapp) geschlagen geben muss, befindet er sich ab mittleren Drehzahlen stetig, stur und unerschütterlich auf dem Spitzenplatz. Auch beim etwas weniger bedeutsamen Durchflussvergleich führt der Thermochill die Tabelle an.

Wir verleihen dem Thermochill den DeXgo-Silber-Award.
Watercool HTSF 360
Der Watercool HTST 360 kommt in einem ungewöhnlichen und edlen Gewand daher. Die parallelen Lamellen und die Edelstahl-Ummantelung machen optisch wirklich einiges her. Auch an der Verarbeitungsqualität ist bei diesem Radiator absolut nichts auszusetzen. Leider hinken die Leistungswerte im Großen und Ganzen hinter der Konkurrenz her. Der HTSF 360 ist der einzige Radiator in diesem Vergleich, der den Durchfluss in bedenklichem Maße bremst. Was die Kühlleistung betrifft, tummelt sich der Wärmetauscher von Watercool meist auf den hinteren Plätzen oder bestenfalls, bei mittleren bis hohen Drehzahlen, im Mittelfeld. Da er außerdem nicht auffällig günstig ist, fällt es schwer für diesen Radiator eine Empfehlung auszusprechen.

Anmerkung: Der HTSF 360 wird nochmals nachgetestet werden, da der Durchfluss verdächtig niedrig schien. Eventuell hatten wir noch eine Verstopfung im Radiator, die auch zu schlechteren Temperaturen führen könnte.
XSPC RX360
Zu diesem Radiator haben wir im letzten Radiatoren-Vergleich bereits ein sehr ausführliches Fazit abgegeben. Dennoch wollen wir es hier nochmals in Kurzform aufführen: Der XSPC RX360 ist sehr schön und solide verarbeitet und gehört durchweg zu den leistungsstärksten Radiatoren in diesem Vergleich. Zwar muss er sich bei sehr niedriger Drehzahl dem Magicool Slim Elegant und bei höheren Drehzahlen knapp dem Thermochill geschlagen geben, doch er hält sich in jeder Situation sehr nahe an der Spitze. Da ihm die Schwächen des Thermochill fehlen und er außerdem noch günstiger als dieser ist, bleibt er insgesamt der überlegenste Radiator in diesem Vergleich.

Wir haben dem XSPC RX360 den DeXgo-Gold-Award Verliehen.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aquatuning und XSPC.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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