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Alpenföhn Brocken


Einleitung

Mit dem Brocken bringt die Marke Alpenföhn der deutschen Firma EKL den nächsten eigenen CPU-Kühler auf den Markt, welcher wie schon der Groß Clock´ner auf dem Tower-Design basiert. Der vernickelte Brocken wird mit einem schwarzen PWM-Lüfter ausgeliefert und soll so für Freunde des Silent-Wahns aber auch für Übertakter interessant sein. Auf den folgenden Seiten klären wir, ob der Brocken die an ihn gestellten Erwartungen erfüllen kann.

Verpackung & Lieferumfang

Der Alpenföhn Brocken kommt in einer bunt bedruckten Kartonverpackung inklusive Sichtfenster geliefert. Auf dem Karton befinden sich der Name und ein Bild des Kühlers sowie die technischen Eigenschaften. Zu diesen zählt das beachtliche Gewicht von 929 Gramm und die Lautstärke von ca. 21,4 db(A).
Der Lieferumfang umfasst eine Montageanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste, vier Halterklammern für Lüfter, vier zusätzliche Entkoppler für einen Lüfter sowie das Montagematerial für die Sockel 754, 939, 940, AM2+, 775 und 1366.
Ebenfalls im Lieferumfang befindet sich ein 120-Millimeter-Lüfter, welcher in einem transparentem Schwarz gehalten ist. In den vier Ecken ist jeweils eine violette LED eingesetzt, welche im Betrieb für einen ansehnlichen Effekt sorgen sollen. Der PWM-Lüfter besitzt bereits vier Gummientkoppler, welche verhindern sollen, dass Vibrationen im Betrieb an den Kühler weitergegeben werden. Der Drehzahlbereich des Lüfters aus eigenem Hause liegt zwischen 850 und 1500 Umdrehungen pro Minute und so soll der Kühler einen maximalen Volumenstrom von knapp 102 m³/h erreichen.

Der Kühler im Detail

Auf den ersten Blick weißt der Brocken eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Noctua NH-U12P auf. Durch seine dunkle Farbe wirkt er recht robust und massiv, wie es auch sein Namensgeber ist. Die Lamellen des Brocken haben einen Abstand von zwei Millimetern und so dürfte der Kühler beim Einsatz von langsamen Lüftern seine Stärken haben.
Um die Optik ein wenig aufzulockern sind beim Brocken zwei verschieden geformte Lamellen im Einsatz. Nach jeweils drei Lamellen ist jeweils eine kürzere Lamelle eingesetzt. Was uns beim Blick von der Seite noch aufgefallen ist, sind die teilweise leicht verbogenen Lamellen. An beiden Seiten sind die oberen Lamellen leicht verformt und etwas nach unten verzogen.
Die Ursache dafür war auch schnell gefunden. Die oberen Lamellen sind miteinander verschraubt, um einen sauberen Abschluss nach oben zu erreichen. Die Heatpies führen also nicht durch den gesamten Kühler, sondern Enden ein Stück unter der obersten Lamelle. Das Problem bei der Verschraubung ist aber, dass durch eine zu fest oder zu unvorsichtig angezogene Schraube eine weitere Fehlerquelle vorhanden ist. Genau dies sorgt in unserem Fall für die Verformung.
Nichts desto trotz wirkt der Kühler recht robust und dies zurecht. Betrachten wir die Verarbeitung im gesamten können wir keine weiteren Makel feststellen und die leicht gezackten Lamellen sorgen für ein stimmiges Gesamtbild.

Der Kühler im Detail
Alpenföhn setzt beim Brocken auf vier 8-Millimeter Heatpipes um die Wärme von der CPU weg zu befördern. Die vier Heatpipes gehen zu beiden Seiten in die Lamellen, wobei die beiden äußeren Heatpipes leicht versetzt zu den inneren in die Lamellen gehen.
Die Wärmeübertragung erfolgt von der CPU direkt auf die Heatpipes und so gehört der Brocken auch zu den Kühlern, die auf die von Xigmatek entwickelte H.D.T. Technologie setzen. Der Boden ist dabei ordentlich verarbeitet aber wie bei Kühlern mit H.D.T. Boden üblich nicht spiegelnd.
Die Befestigung der Lüfter erfolgt mit Hilfe von zwei Drahtbügeln, die in eine Aussparung im Kühler befestigt wird. Dank der mitgelieferten Entkoppler sitzt der Lüfter fest auf dem Kühler ohne unnötig Vibrationen an diesen weiter zu geben.
Der Lüfter selbst ist im Betrieb mit zwölf Volt hörbar. Erfreulich ist jedoch, dass die Lautstärke bei voller Drehzahl noch im annehmbaren Rahmen liegt. Für den Einsatz in Silentsystemen sollte er aber heruntergeregelt, oder per PWM-Signal gesteuert werden.
Im Betrieb kommt die dezente aber doch klar erkennbare Beleuchtung zum Vorschein.

Die Montage

Alpenföhn setzt bei der Montage auf ein sehr cleveres und für den Anwender einfaches System. Beim Sockel 1366 werden zuerst zwei Halteleisten verschraubt, an denen anschließend der Kühler mit einer H-Förmigen Halterung verschraubt wird. Wobei die Verschraubung des Kühlers mit Rändelschrauben erfolgt, welche gut zu erreichen sind. Auf unserem Asus P6T passt der Kühler ohne Probleme in alle Richtungen und stößt nirgends mit Komponenten des Mainboards zusammen.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Der mitgelieferte Lüfter des Brocken arbeitet bei zwölf Volt mit durchschnittlich rund 1450 Umdrehungen pro Minute.

Last


Idle


Der Brocken kann sich beim Last- sowie beim Idle-Betrieb ins - leistungsmäßig - vordere Mittelfeld schieben. So ist er nahezu gleich auf mit vier anderen Kühlern von Scythe, Xigmatek, OCZ und Spire.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

Last


Idle


Auch bei reduzierter Spannung ändert sich das Bild kaum. Nur die Differenzen gerade zur Spitze der Charts wird deutlich größer und betragen im Last-Betrieb schon 13 Kelvin.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Wichtiger für die Beurteilung der Leistung der diversen Kühler sind jedoch die Testläufe mit unseren Referenzlüftern und so machen wir den Anfang mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

Last


Idle


So landet der Alpenföhn Brocken auch mit unserem Enermax Magma im Mittelfeld und weißt einen Rückstand von knapp 2,5 Kelvin im Last-Betrieb zum Erstplatzierten auf.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist ein mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

Last


Idle


Dank des größeren Lamellenabstandes kann der Brocken mit dem Scythe S-FLEX etwas Boden gut machen und rückt so im Ranking etwas nach vorne. Insgesamt betrachtet erreicht der Brocken durchschnittliche Ergebnisse.

Vorwort Dual-Belüftung

Bereits beim Review des ThermoLab Baram schauten wir uns an wie sich die Performance des Kühlers verändert, wenn ein zweiter Lüfter montiert wird. Diese Testreihe werden wir natürlich auch bei allen folgenden Kühlern, welche eine Montage von zwei Lüftern erlauben, fortsetzen.


Test - 2x Enermax Magma (1.500 U/min)

Als erstes wieder der Blick auf die Performance mit unserem Enermax Magma, diesmal jedoch mit zwei Exemplaren.

Last


Idle


An die Leistung des Baram kann der Brocken nicht anschließen jedoch schafft er es die Last-Temperatur um knapp drei Kelvin zu senken.


Test - 2x Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Auch vom Scythe Scythe S-FLEX SFF21D verbauen wir zwei Exemplare am Brocken und schauen wie sich die Leistung verändert.

Last


Idle


Auch mit den 800 Umdrehungen pro Minute schnellen Scythe S-FLEX schafft der Brocken es, bei einer Doppelbestückung, die Temperatur um drei Kelvin zu senken.

Fazit

Nach dem Groß Clockner sollte der Brocken der neue High-End-Kühler der Marke Alpenföhn werden. Leider hat es der Kühler aber nicht geschafft. Aber fangen wir der Reihe nach an. Der Lieferumfang ist absolut vorbildlich und umfasst nicht nur das Nötigste sondern gibt auch noch Dreingaben bei wie z.B. die zusätzlichen Entkoppler für einen zweiten Lüfter. Gerade in dem hart umkämpften Preissegment von rund 40 Euro ist dies nicht immer der Fall. Die Verarbeitung des Kühlers kann im Ganzen als ordentlich bezeichnet werden aber gerade die verbogenen Lamellen im oberen Teil des Kühlers unterscheiden einen ordentlichen Kühler von einem guten oder sehr guten Exemplar. Was die Montage des Kühlers angeht kann der Brocken wieder punkten und überzeugt mit einer einfachen und sicheren Befestigung. Auch die Möglichkeit einen zweiten Lüfter zu montieren ist sicherlich Vorteilhaft, gerade da alles nötige dazu mitgeliefert wird. Jedoch konnten uns die erreichten Testergebnisse nicht wirklich überzeugen. Klar schafft es der Brocken jede aktuelle CPU mit normalen Settings zu kühlen, an die Spitzenplätze reichen die Ergebnisse jedoch nicht heran. Zwar bringt die Montage eines zusätzlichen Lüfters ein paar weitere Kelvin Verbesserung aber auch die Konkurrenz stellt dieses Feature zur Verfügung. Generell kann man sagen, das der Brocken ein guter Kühler für einen angemessenen Preis ist. Der Großteil der Anwender wird mit der erbrachten Leistung zufrieden sein, User die aber das letzte bisschen Leistung aus ihrem Prozessor herausholen möchten, sollten lieber zu alternativen Kühlern greifen. Der Brocken ist derzeit für 39,90 Euro z.B. bei Caseking.de erhältlich.


Pro & Contra

Pro
+ sehr umfangreicher Lieferumfang
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter
+ sichere und einfache Montage auf allen unterstützten Sockeln
+ ordentliche Verarbeitung...

Contra
- ...die allerdings auch Schwächen hat


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Alpenföhn Brocken unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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