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ThermoLab Baram


Einleitung

Mit dem Baram möchte die koreanische Firma ThermoLab sich einen Platz an der Sonne in den CPU-Kühler-Charts erkämpfen. Durch eine veränderte Anordnung seiner fünf Heatpipes soll der Baram nicht nur besser die Wärme aufnehmen und wieder abgeben können, auch die Luft soll so leichter und vor allem stärker durch den Kühler strömen. Was der Neuling zu leisten im Stande ist, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

ThermoLab liefert den Baram in einer optisch schlichten Kartonverpackung aus. Neben dem Firmen- und dem Kühlernamen befindet sich lediglich noch der aufgestempelte Hinweis "1366 Ready" auf der Oberseite der Verpackung. Der Karton und die darin befindliche Kunststofffolie schützen den Kühler ausreichend während des Transportes.
Der Lieferumfang umfasst neben dem Multi-Sockel-Montagematerial noch vier Lüfterklammern, eine Bedienungsanleitung und eine Tube Wärmeleitpaste. Was uns besonders gut gefällt, anstatt der jeweils benötigten vier Schrauben liefert ThermoLab derer gleich fünf mit. Ein Lüfter befindet sich jedoch nicht im Lieferumfang und muss separat erworben werden.

Der Kühler im Detail

Der Baram ist ein Towerkühler im klassichen Design. So ist der Baram mit seinen 16 Zentimetern recht hoch. Beim Kauf sollte also vorher nachgemessen werden, ob der Kühler auch in das Gehäuse passt.
Auch wenn der Kühler recht hoch ist, sollten Inkompatibilitäten zum Mainboard selbst recht selten vorkommen. Der Kühler ist keine sieben Zentimeter tief und auch die Breite von etwas über 13 Zentimetern ist in einem normalen Rahmen.
Die Befestigung der Lüfter erfolgt über seitlich einhakbare Klammern, welche den oder die Lüfter sicher an ihren Plätzen halten. Insgesamt wirkt der Kühler sehr robust und hochwertig, was auch auf die stabilen Aluminium-Lamellen zurück zu führen ist.
Die 54 Lamellen besitzen eine Wellenform und sind jeweils versetzt auf dem Kühler angebracht. Insgesamt bietet der Baram eine Kühlfläche von ca 7.580 cm².

Der Kühler im Detail
Der Baram setzt, um eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Kühlfläche zu erreichen, auf versetzte Heatpipes. So wird der "ungenutzte" Raum zwischen den Heatpipes reduziert und die wärmeabgebende Fläche vergrößert. In ähnlicher Form kennen wir dies bereits vom Thermalright Ultra-120 eXtreme, jedoch setzt Thermolab dieses Prinzip konsequenter um.
Aus der leicht schrägen Vorderansicht sind die versetzten Heatpipes gut zu erkennen. Der Abstand der Lamellen untereinander beträgt ca. zwei Millimeter.
Um die Heatpipes versetzt in den Kühlkörper zu bekommen, wurden diese teilweise leicht gebogen, bzw. in kleinen Kurven verlegt.
Die Wärmeübertragung vom Prozessor auf den Kühler erfolgt über eine vernickelte, auf Hochglanz polierte Kupferbodenplatte. Diese ist tadellos und plan verarbeitet
Für die Montage des Kühlers hat sich ThermoLab etwas ganz Besonderes und auch Cleveres ausgedacht. Um das Zubehör so gering wir möglich zu halten, sind die mitgelieferten Halterungen, je nachdem wie rum sie angebracht werden, für die Montage auf Intel und auf AMD-Systemen geeignet.
Wie Eingangs schon erwähnt werden die Lüfter mit Halteklammern befestigt. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass nur Lüfter ohne durchgängigen Steg befestigt werden können.

Die Montage

Der Baram wird mit Hilfe einer Backplate mit dem Mainboard verschraubt. Je nach Gehäusetyp muss das Mainboard dazu demontiert werden. Um den Kühler zu befestigen werden lediglich die vier Schrauben benötigt. Diese werden mit Hilfe eines Schraubenziehers komplett angezogen, durch die Länge der Gewinde ergibt sich automatisch der ideale Anpressdruck. Der Kühler sitzt anschließend sehr sicher auf dem Mainboard.
Inkompatibilitäten mit Komponenten oder Kühlern auf dem Mainboard sollten, solange sie nicht ungewöhnlich groß sind, nicht auftreten. Die untersten Lamellen halten genug Abstand zur Northbridge und zu den Kühlern der Spannungswandler.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Als Standardlüfter setzen wir beim Baram, dem kein Lüfter im Lieferumfang beiliegt, auf einen Thermalright FDB 1600 welcher uns von PC-Cooling zur Verfügung gestellt wurde.

Last


Idle


Der genutzte Thermalright FDB 1600 erreicht bei unseren Tests eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 1525 Umdrehungen pro Minute. Mit der dann vorherrschenden Belüftung kann sich der Baram an die Spitze der Charts setzen. Selbst den Titan Fenrir, welcher einen deutlich schnelleren Lüfter nutzt, kann er so unter Last wie auch im Idle-Betrieb hinter sich lassen.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

Last


Idle


Bei reduzierter Spannung rutscht der ThermoLab Baram etwas nach hinten, liegt aber nur etwas über ein Kelvin hinter dem Erstplatziertem.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Kommen wir nun zum interessanteren Teil der Testläufe, den Vergleichen mit einheitlichen Lüftern. Den Anfang machen wir hier mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

Last


Idle


Kommt unser Enermax Magma zum Einsatz kann sich der Baram mit einem knappen Vorsprung an die Spitze unserer Charts setzen. Sowohl im Last- als auch im Idle-Betrieb liegt er knapp 0,4 Kelvin vor dem Zweitplatzierten.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist ein mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

Last


Idle


Mit dem langsameren Scythe S-FLEX SFF21D verliert der Baram seinen Spitzenplatz an den Scythe Mugen 2. Beide Kühler trennt im Last-Betrieb nur 0,2 Kelvin, im Idle-Betrieb sind es 0,3 Kelvin.

Single- vs. Dual-Belüftung

Um der immer größer werdenden Nachfrage nach Testergebnisse mit zwei Lüftern gerecht zu werden, haben wir den Baram (und werden auch zukünftige Lüfter) mit zwei verschiedenen Dual-Belüftungen getestet. So bestückten wir den Kühler in zusätzlichen Testläufen mit jeweils zwei unserer Referenzlüfter aus dem Hause Enermax und Scythe.


Um einen guten Vergleich der Werte zu haben, haben wir die Testergebnisse, welche mit einem Lüfter erreicht wurden, mit in die Diagramme übernommen.

Last



Im Last-Betrieb kann mit einem zweiten Enermax Magma Lüfter die Temperatur durchschnittlich um knapp 2 Kelvin gesenkt werden, ein weiterer Scythe S-FLEX sorgt sogar für knapp 3 Kelvin bessere Temperaturen im Vergleich zur Single-Belüftung.


Idle



Ohne Last fallen die Temperaturunterschiede deutlich geringer aus. So sorgt ein zweiter Magma für lediglich 0,37 Kelvin niedrige Temperaturen. Ein so geringer Unterschied kann schon durch minimal zu viel oder wenig Wärmeleitpaste hervorgerufen werden. Mit unseren Scythe S-FLEX SFF21D ist der Unterschied im Idle-Betrieb immer noch bei einem knappen Kelvin.


Zusammenfassung

Wir können als Resümee also mit auf den Weg geben, gerade bei langsam drehenden Lüftern kann mit einem zweiten Lüfter ein Temperaturvorteil erreicht werden. Im Vergleich zu einem schnell drehenden Lüfter erreichen zwei Langsame jedoch trotzdem leicht schlechtere Temperaturen.

Fazit

Mit dem Baram versucht ThermoLab im Konzert der Großen mitzumischen und schafft dies auch auf Anhieb. Die Verpackung ist auf den ersten Blick zwar schlicht gehalten, das was aber in dieser zu finden ist kann vom Anfang bis zum Ende überzeugen. Der Kühler ist sicher gepolstert und der Lieferumfang gut durchdacht. So befindet sich in diesem nicht nur das übliche Montagematerial, auch an Ersatzschrauben hat ThermoLab gedacht. Einzig der nicht mitgelieferte Lüfter sorgt ein wenig für Kritik. Der Anwender hat so zwar mehr Flexibilität was die Belüftung angeht, jedoch kostet ein zusätzlicher Lüfter natürlich auch etwas.
Die Verarbeitung des Kühlers ist durchweg gut und hat das gleiche Niveau wie Kühler von Scythe oder Thermalright. Dank seiner, für einen Towerkühler, recht kompakten Maße und dem annehmbaren Gewicht von unter 650 Gramm gestaltet sich die Montage des Kühlers angenehm und es muss auch niemand Angst um sein Mainboard haben.
Die erreichten Testergebnisse , gerade mit den schnelleren Enermax Magma, sprechen für sich und so können wir zurecht dem Baram unsere Empfehlung aussprechen. Der einzige kleine Wermutstropfen ist der nicht enthaltene Lüfter. Für rund 40 Euro bekommt man aber einen guten Kühler von ThermoLab, welcher auch durch seine guten Kühlleistungen punktet.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ gute Kühlleistung
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter
+ sichere und einfache Montage auf allen unterstützten Sockeln
+ Ersatzschrauben werden mitgeliefert

Contra
- kein Lüfter im Lieferumfang enthalten


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem ThermoLab Baram unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von PC Cooling.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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