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Thermalright AXP-140


Einleitung

Thermalright hat mit dem IFX-14 wohl einen der stärksten momentan erhältlichen Tower-Kühler hergestellt. Im Bereich der Top-Flow-Kühler ist dieser Platz noch nicht so klar vergeben und so versucht das taiwanesische Unternehmen mit dem AXP-140 vor allem im HTPC-Segment die Erfolgskrone an sich zu reißen. Ob es dem vernickeltem Kupferkühler mit seinen sechs Heatpipes gelingt, erfahrt ihr in diesem Review.

Verpackung & Lieferumfang
Thermalright liefert den AXP-140 in einem schlichten Pappkarton aus. Auf diesem befindet sich neben dem Firmenschriftzug an den Seiten noch der Name des Kühlers.
Zum original Lieferumfang des AXP-140 (links) gehört eine Montageanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste, zwei Silikonstreifen, zwei Lüfterklammern sowie das Montagematerial inklusive einer Backplate. Ein Lüfter befindet sich nicht im Lieferumfang.
Für die Montage auf unserem Sockel-1366-Testsystem wird ein zusätzliches Montagekit (rechts) benötigt. Dieses wird separat mitgeliefert und beinhaltet eine Backplate, ein neues Haltekreuz, eine Montageanleitung und zwei Haltestifte für die Schrauben.
Ebenfalls im Karton befindet sich, mit Folie geschützt und durch Schaumstoff gepolstert, der AXP-140.

Der Kühler im Detail

Der AXP-140 ist vor allem für den Einsatz in HTPC gedacht und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Top-Blower recht flach ist. Sein silbernes Aussehen verdankt der Kühler den Aluminiumlamellen und den vernickelten Kupferheatpipes.
Etwas was uns jedoch sofort ins Auge fällt ist ein dunkler Fleck im hinteren Bereich des Kühlers. Bei genauerem hinsehen stellt sich dies als Korrosion dar. Dies ist natürlich etwas was nicht vorkommen darf, gerade bei einem Produkt der gehobenen Preisklasse.
Die 78 Aluminiumlamellen haben einen Abstand von lediglich einem Millimeter zueinander und so ist der Kühler eher für die aktive Kühlung ausgelegt.
Für eine höhere Stabilität untereinander ist ein kleiner Teil der Lamellen abgekantet und sorgt so für den fixen Abstand der Lamellen untereinander.

Der Kühler im Detail

Der lediglich sieben Zentimeter hohe Kühler ist mit insgesamt sechs 6-Millimeter-Heatpipes ausgestattet. Diese haben ihren "Mittelpunkt" in der Bodenplatte und gehen dann in beide Richtungen durch einen Großteil der Kühlfläche. Um eine bessere Wärmeübertragung zu erreichen sind die Heatipes mit den Lamellen verlötet.
Der Kupferboden des AXP-140 ist nicht spiegelnd und ordentlich verarbeitet. Bei Thermalright Kühlern war in der Vergangenheit häufig von stark konvexen Böden zu hören. Unserem Exemplar des AXP-140 weißt diese Eigenschaft nur minimal vor und dies auch nur in der Querachse.
Die Montage der Lüfter erfolgt mit der Hilfe von zwei Drahtbügeln. Diese werden allerdings nicht, wie sonst üblich, hinter den Kühler geklemmt sondern werden in diesen eingesteckt. Anschließend kann der Lüfter bequem und ohne Angst vor dem Verrutschen der Bügel arretiert werden. Auch wird die Befestigung von 120- und 140-Millimeter-Lüfter über die selben Bügel realisiert. Wir finden dies ist eine sehr vorbildliche Lösung.

Die Montage

Die Montage des AXP-140 ist auf Sockel 775 und Sockel 1366 Systemen identisch. Der Kühler wird von der Oberseite auf den Prozessor gesetzt und anschließend von unten (der Mainboardrückseite) verschraubt. Die beiliegende Backplate sorgt dabei für eine höhere Stabilität des Mainboards und verhindert, dass dieses sich durchbiegt. Bei unserem Asus P6T treten keine Kompatibilitätsprobleme auf, dies liegt auch an den vier Zentimetern Platz, die der Kühler unter den Lamellen hat.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Beim AXP-140, welcher ohne Lüfter ausgeliefert wird, setzen wir als Standardlüfter einen Thermalright FDB 1600 ein.

Last


Idle


Der FDB 1600 von Thermalright erreicht während unserer Testläufe eine durchschnittliche Umdrehungszahl von 1525 Umdrehungen pro Minute. Der AXP-140 schafft es sich mit dem FDB 1600 an die Spitze der Charts zu schieben und kann dort sowohl den Xilence Black Hawk als auch den Scythe Andy Samurai Master auf die Plätze verweisen.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

Last


Idle


Bei reduzierter Spannung rutscht der Thermalright AXP-140 einen Platz nach hinten und sortiert sich so zwischen dem Scythe Andy Samurai Master und dem AVC Black Samurai ein.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Der interessantere Teil unserer Testläufe sind unsere beiden Vergleiche mit den Referenzlüftern. Den Anfang machen wir mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

Last


Idle


Bei gleicher Belüftung aller Testkandidaten kann sich der AXP-140 mit über vier Kelvin Unterschied im Last-Betrieb an die Spitze des Testfeldes setzen. Ohne Last verteidigt er seine Spitzenposition, der Vorsprung schrumpft aber auf knappe 0,8 Kelvin zusammen.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist unser mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

Last


Idle


Deutlich zu erkennen ist, dass der Thermalright AXP-140 bei stärkerer Belüftung sein potential besser ausspielen kann. Zwar schafft er es auch mit unserem Scythe S-FLEX SFF21D sich an den Spitzenpositionen zu halten, jedoch schrumpft der Vorsprung im Last-Betrieb auf 1,5 Kelvin. Im Idle-Betrieb ist der Unterschied zum Scythe Andy Samurai Master außerhalb des für uns Messbaren angesiedelt und beträgt auf dem Papier 0,01 Kelvin.

Fazit

Die Erwartungen, die wir an den Thermalright AXP-140 stellten, waren vor Beginn unseres Testes sehr hoch. Die Verpackung und der Lieferumfang entsprach dem was wir von Thermalright gewohnt waren und auch der nicht im Lieferumfang enthaltene Lüfter ist typisch für Produkte von Thermalright. Überrascht waren wir jedoch als wir den Kühler auspackten. Zum einen war die Verarbeitung insgesamt so wie wir sie von Produkten von Thermalright kennen, zum anderen waren die angerosteten Lamellen etwas was wir so ganz und gar nicht erwartet haben. Wir gehen hierbei zwar stark von einem Einzelfall aus, aber auch solch ein Einzelfall darf bei einem fast 50 Euro teurem Kühler nicht vorkommen. Bei der Kühlleistung zeigte der AXP-140 wieder das, was wir von ihm erwartet haben. So setzte sich der Kühler in fast allen unseren Testläufen an die Spitze und zeigte mit unseren Referenzlüftern welches Potential er hat. Der Thermalright AXP-140 ist für 47,90 Euro bei PC-Cooling erhältlich.


Pro & Contra

Pro
+ gute Kühlleistung
+ bietet Platz für 120- oder 140-Millimeter-Lüfter
+ sichere und einfache Montage
+ gute Verarbeitung...

Contra
- ...jedoch hatte das im Test befindliche Exemplar korrodierte Stellen
- kein Lüfter im Lieferumfang enthalten


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Thermalright AXP-140 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von PC Cooling.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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