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WaKü CPU-Kühler Roundup 3


Einleitung

Auf dem Core i7-Wasserkühlungs-Teststand treten für den heutigen Artikel vier weitere CPU-Wasserkühler an. Wir testen den Alphacool Yellowstone, den Soleil V1 sowie den eXFrs von AnFi-Tec und den Swiftech Apogee GTZ. Wie immer prüfen wir die Kühler auf Herz und Nieren und präsentieren euch eine umfassende Datensammlung. Wie die Kühler im Vergleich zu einander und zu den Kandidaten aus dem letzten Roundup abschneiden, erfahrt ihr im Artikel.

Hinweis zur Kühler-Ausrichtung
Bei den Kühlerbeschreibungen geben wir jeweils an, in welcher Ausrichtung der Kühler die besseren Temperaturen erzielt. Grundsätzlich weisen praktisch alle Kühler intern eine Fliessrichtung von einer zur anderen Seite auf. Wir testen jeweils zwei Ausrichtungen, die wir als "Horizontal" und "Vertikal" bezeichnen. Diese Bezeichnungen entsprechen der Fliessrichtung des Wassers, wenn das Mainboard in einem Gehäuse stehend verbaut wird, wie das meist der Fall ist. Hierbei ist zu beachten, dass auf unserem Testmainboard, dem Asus P6T die CPU so montiert wird, dass die Ausbuchtung im Rand des Heatspreader zur oberen Kante gerichtet ist. Bei manchen Mainboards (Gigabyte) ist der CPU-Sockel um 90° gedreht eingebaut, so dass unsere Angaben in diesem Fall anders interpretiert werden müssen. Entscheidend ist in jedem Fall die Fliessrichtung des Wassers über die CPU, egal in welcher Ausrichtung oder Lage sich der CPU-Sockel befindet.

Alphacool Yellowstone

Verpackung und Lieferumfang
Der Alphacool Yellowstone ist in einem Blister verpackt, der freien Blick auf den Kühler gewährt. Zusätzlich zum üblichen Lieferumfang, bestehend aus Schrauben, Muttern und Federn für die Montage, liegen auch Wärmeleitpaste sowie ein Inbusschlüssel bei.


Der Kühler
Der Yellowstone präsentiert sich auffällig mit dem glasgeperlten Deckel und der rot eloxierten Halterung. Die Halterung ist so konstruiert, dass der Kühler sowohl für den Sockel 775 als auch für den Sockel 1366 verwendet werden kann. Auf dem Deckel ist das Alphacool-Logo eingraviert. Zwei Pfeilsymbole kennzeichnen außerdem Ein- und Auslass-Öffnung.
Die Bodenfläche des Kühlers ist mit einer Plastikfolie gegen Kratzer geschützt. Der Kühlerboden wurde nicht blankpoliert und weist sichtbare Fräspuren auf. Dazu muss erwähnt werden, dass eine blankpolierte Fläche nicht unbedingt einen Vorteil für die Kühlleistung bedeutet.

Alphacool Yellowstone - Teil 2

Innenansichten
Der Kühlerboden weist auf der Innenseite eine relativ einfache Pin-Struktur auf. Von der Grundform her ist die Bodenplatte seit den früheren Alphacool-Kühlern gleich geblieben, die Pins wurden jedoch verfeinert. Im Deckel (Bild rechts) ist eine Düsenstruktur zu sehen, die aus zwei "H"-Formen besteht.
Die Halterung ist zwischen dem Deckel und dem Boden des Kühlers fixiert und lässt sich sehr einfach entfernen und wieder einbauen. Es ist gut vorstellbar, dass bald Yellowstone-Halterungen für weitere Sockel erhältlich werden.
Kompatibilität
Die beiden Anschlussgewinde des Yellowstone stehen leider sehr nahe bei einander. Die Bitspower 13/10-Anschlüsse können nicht angebracht werden und selbst mit Schlauchtüllen könnte es bei dicken Schläuchen schwierig werden, Schlauchschellen oder Federbandschellen problemlos anzubringen. Kleinere Schlauchgrößen sind jedoch problemlos möglich (Beispiel rechts: 10-mm-Tüllen) und Anschlüsse mit langen Gewinden lassen sich ebenfalls verwenden.
Montage und optimale Ausrichtung
Der Yellowstone wird auf die von vielen CPU-Wasserkühlern bekannte Weise installiert, indem M4-Schrauben von der Mainboard-Rückseite her durchgeschoben werden und der Kühler von oben mit Federn und Rändelschrauben fixiert wird. Die auf dem Bild gezeigte, vertikale Ausrichtung des Kühlers ergab bei uns beachtliche 1,2 Kelvin bessere Temperaturen als eine um 90 Grad gedrehte Montage.

Anfi-tec Soleil V1

Lieferumfang
Wir haben den Anfi-tec-Kühler in einer "Rohverpackung" zusammen mit einem weiteren Sample erhalten. Über die Verpackung, in der der Kühler zu Endkunden gesendet wird, können wir also keine Aussagen machen. Der Lieferumfang besteht aus einem Anleitungsblatt und dem Montagematerial.
Der Kühler
Der Soleil V1 hat ein sehr einfaches, gleichzeitig aber sehr markantes Design. Die Bilder sprechen für sich.
Der POM-Deckel hat eine gebürstete Oberfläche. Das Anfi-tec-Logo sowie Kennzeichnungen für Ein- und Auslass-Öffnung sind eingraviert.
Die plane Bodenplatte des Soleil weist feine Schleifspuren auf und ist unpoliert.

Anfi-tec Soleil V1 -Teil 2


Innenansichten
Der Mittelteil des Soleil ist gleichzeitig die Halterung und auch ein wichtiger Bestandteil der Kühlstruktur. In die kupferne Bodenplatte sind Längsrillen eingefräst.
Die Wellenlinie im Mittelteil kommt genau über den Rillen des Bodens zu liegen. Die Unterseite des Deckels ist so ausgefräst geworden, dass sie sich genau der Struktur im Mittelteil anpasst. Das Wasser fließt jeweils unter den Stegen des Mittelteils seitlich durch die Rillenstruktur im Boden.


Kompatibilität
Was die Anschluss-Kompatibilität betrifft, ist der Soleil V1 ein rundum-sorglos-Paket: Anschlüsse mit langen gewinden lassen sich ebenso installieren, wie sehr breite Schraubanschlüsse (Bild: Bitspower 19/13).


Montage und optimale Ausrichtung
Die Montage des Soleil V1 ist unkonventionell: Am Mainboard werden Distanzhülsen installiert, mit denen die Kühler-Halterung praktisch unvermittelt verschraubt wird. Einzig eine Gummi-Unterlegscheibe sorgt für eine gewisse Federwirkung.
Der Vorteil bei dieser Montage ist, dass sich daraus eine sehr schöne Optik ergibt, da keine überlangen Schrauben oder große Rändelmuttern vorhanden sind. Ein Nachteil ist, dass es schwieriger ist, einen guten, ebenmässig verteilten Anpressdruck abzuschätzen.
Beim Soleil V1 konnten wir keine Temperaturunterschiede zwischen den beiden Montagerichtungen feststellen.

Anfi-tec eXFrs


Lieferumfang
Für den eXFrs gilt das selbe wie schon für den Soleil: Wir haben beide Kühler in einer "Rohverpackung" erhalten. Endkunden erhalten den eXFrs stilvoll in einer Alu-Dose verpackt. Der Lieferumfang besteht aus einem Anleitungsblatt und dem Montagematerial.
Der Kühler
Der eXFrs ist der erste CPU-Kühler von Anfi-tec. Er ist nur in einer begrenzten Stückzahl erhältlich. Wo wir beim Soleil noch sagen konnten, dass die Bilder für sich sprechen, wollen wir hier anfügen, dass die Bilder dem Kühler nicht ganz gerecht werden - der Anfi-tec eXFrs ist zweifellos ein kleines Kunstwerk.
Der Boden des Kühlers besteht aus einer Kupferplatte. Wie auch beim Soleil V1 von Anfi-tec ist die Fläche beim eXFrs nicht blankpoliert.

Anfi-tec eXFrs - Teil 2


Innenansichten
Wie auf dem Bild links zu sehen ist, besteht der Anfi-tec eXFrs aus ziemlich vielen Einzelteilen - genauer: Fünf "Hauptteilen", die Schrauben, Distanzhülsen und O-Ringe nicht gezählt. An der Innenseite der Bodenplatte sind wellenförmige Kanäle eingefräst. Selbst diese Kanäle, welche im Betrieb des Kühlers nie sichtbar werden, sind ästhetisch gestaltet.
Das Bild links zeigt die Unterseite des Mittelteils des eXFrs. Hier finden wir eine einfache Verteilerkonstruktion: Durch die beiden Schlitze wird das einströmende Wasser beschleunigt und in zwei Bereichen auf die Bodenplatte geleitet.
Kompatibilität
Die Anschlusskompatibilität des eXFrs ist optimal. Anschlüsse mit langen Gewinden, wie die Perfect Seal-Tüllen auf dem linken Bild, lassen sich problemlos montieren. Auch sehr große Anschlüsse wie die 19/13-Schraubverschlüsse von Bitspower finden nebeneinander Platz (obschon die Kombination dieser Anschlüsse mit dem eXFrs ein echter Stilbruch ist).
Montage und optimale Ausrichtung
Der Anfi-tec eXFrs wird auf die selbe Art wie der Soleil V1 montiert. Wir konnten bei den zwei verschiedenen Montageausrichtungen keine relevanten Temperaturunterschiede feststellen.

Swiftech Apogee GTZ

Den Apogee GTZ aus dem Hause Swiftech haben wir bereits in unserem Letzten Roundup auf den Seiten 13 und 14 im Detail vorgestellt. Deshalb gehen wir hier nur kurz auf die 1366-Halterung ein.
Das Sockel 1366-Montagekit ist für den Apogee GTZ separat erhältlich und besteht aus Halterung und Backplate.
Besondere Erwähnung gilt hier der Backplate. Bei Sockel 1366-Mainboards befindet sich bereits eine Art Backplate an der Rückseite der CPU-Halterung. Die Swiftech-Backplate ist so gestaltet, dass sie dieser nicht in den Weg kommt und dennoch sehr gute Stabilität für die Montage bietet.


Montage und optimale Ausrichtung
Die Montage gestaltet sich dank der vollständig in der Halterung integrierten Rändelschrauben und Federn sehr einfach und komfortabel. Was die Ausrichtung betrifft, treffen hier unsere Bezeichnungen "vertikal" und "horizontal" nicht mehr zu, da der Wasserstrom diagonal durch den Kühler verläuft. Auf der Homepage von Swiftech sind sehr genaue Instruktionen dazu zu finden, in welcher Ausrichtung der Kühler montiert werden sollte. Die Ausrichtung ist dann korrekt, wenn der Swiftech-Schriftzug paralell zum Hebel des CPU-Sockels verläuft (auf dem Bild rechts in grün markiert).
Tatsächlich spielt die Ausrichtung eine wesentliche Rolle: Wenn wir den Kühler um 90° gedreht montieren, messen wir 1 Kelvin schlechtere Temperaturen.

Hinweis: Die Bilder zeigen eine Beispielmontage, die nur für die Fotos gemacht wurde. Bei der richtigen Montage für den Betrieb werden alle Schrauben bis zum Anschlag eingedreht.

Testsystem

Alle relevanten Komponenten des Testsystems im Überblick:

- Intel Core i7 920, Übertaktet auf 3,7 GHz bei 1,28 Volt VCore
- Asus P6T
- XSPC RS360 Radiator
- 3x Nanoxia FX-1250 Lüfter, saugend am Radiator montiert
- Laing DDC 1T+ mit EK X-Res Aufsatz
- T-Balancer bigNG plus Sensorhub
- 13/10 Masterkleer-Schläuche
- 4x Analoger Wassersensor zur Messung der Wassertemperatur
- 3x Digitaler Temperatursensor zur Messung der Umgebungstemperatur
- Durchflusssensor Digmesa FHKUC 70
- Arctic Cooling MX-2

Weiter kommt folgende Software zum Einsatz:

- T-Balancer Naviagator für das Aufzeichnen der Wasser- und Umgebungstemperaturdaten.
- RealTemp 3.0 für das Aufzeichnen der CPU-Temperaturen
- CoreDamage für die maximale Auslastung der CPU

Im Wasserkreislauf ist immer nur der zu testende CPU-Kühler angeschlossen, damit die Temperaturen nicht von anderen Komponenten beeinflusst werden.


Backplate

WICHTIG: Jeder Kühler wird für die Testläufe mit einer Backplate montiert. Wenn keine solche im Lieferumfang vorhanden ist, wird die Watercool-Backplate verwendet.

Warum setzen wir eine Backplate ein?
Das hat zwei Gründe: Erstens sorgt eine Backplate dafür, dass sich die Platine des Mainboard nicht durchbiegt, wenn ein Kühler montiert wird. Dies ist für die Teststation von Bedeutung, da im Verlaufe eines solchen Roundup dutzende von Montagen durchgeführt werden und dies schlimmstenfalls zu einem Ermüdungsbruch einer Komponente oder der Platine führen könnte. Zweitens hat eine kleine Umfrage in der Wasserkühlungs-Community ergeben, dass die Mehrheit der WaKü'ler bei sich eine Backplate einsetzt. Die Investition ist schließlich klein und der Vorteil groß.
Es kann sein, dass die Kühler ohne Backplate etwas schlechter abschneiden würden, wenn sie ohne Backplate getestet würden, da sich durch die Backplate der Anpressdruck erhöht.



Testmethode

Die CPU wird mit dem Programm CoreDamage ausgelastet. RealTemp 3.0 zeichnet die Temperaturen der Prozessorkerne im 5-Sekunden-Takt in eine Logdatei auf. Ein Testlauf besteht aus einer Aufwärmphase von 20 Minuten und einem anschließenden Messfenster von 20 Minuten. Die Aufwärmphase stellt sicher, dass das Resultat nicht durch die Temperaturträgheit des Wassers verzerrt wird und das lange Testfenster stellt sicher, dass der Messfehler durch die Temperaturschwankungen der CPU ausgebügelt wird.
Jeder Testkandidat wird in einer "horizontalen" und einer "vertikalen" Ausrichtung getestet. Die Fließrichtung und Anströmung des Wassers über den Prozessorkern unterscheidet sich bei den beiden Montagevarianten und in manchen Fällen hat dies eine Auswirkung auf die Kühlleistung.

Jeder Kühler wird in beiden Ausrichtungen dreimal montiert und getestet. Dazwischen wird die Wärmeleitpaste komplett entfernt (mit dem ArctiClean Reinigungskit) und neu aufgetragen. Dies stellt sicher, dass der Messfehler durch verschiedene Mengen und Verteilungen von Wärmeleitpaste minimiert wird.

Die Wassertemperatur wird an vier Punkten im Kreislauf gemessen, die Lufttemperatur wird ebenfalls an drei Punkten unterhalb des Radiators gemessen. Der T-Balancer bigNG zeichnet die Temperaturdaten in 5-Sekunden-Intervallen auf.

Sämtliche Daten des 20-minütigen Testfensters werden bearbeitet und zusammengefasst. Das, was am Ende als Temperaturdifferenz angegeben wird, besteht aus dem Durchschnitt von allen CPU-Temperaturdaten des Testfensters abzüglich des Durchschnittes der Wassertemperaturdaten des selben Zeitabschnittes.

Wir geben gemäß der Konvention die Temperaturdifferenzen in Kelvin an, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Differenztemperatur entspricht.

Kühlleistung


Optimale Ausrichtung

Wie bereits auf der vorhergehenden Seite erwähnt, testen wir jeden Kühler in zwei verschiedenen Ausrichtungen. Sehen wir uns als erstes an, wie sich die Temperaturen dabei unterscheiden. Die gezeigten Werte sind die durchschnittlichen Differenzen zwischen CPU- und Wassertemperatur aller drei Testläufe der jeweiligen Ausrichtung.
Horizontal Vertikal
Alphacool Yellowstone33.131.9
Anfi-tec eXFrs33.833.8
Anfi-tec Soleil V135.335.3
Aqua Computer cuplex XT di32.633.3
EK Supreme32.432.4
Swiftech Apogee GTZ*32.833.8
Watercool Heatkiller 3.03130.4
XSPC Delta V333.934.6
Bei manchen Kühlern spielt die Ausrichtung keine Rolle, doch bei einigen lässt sich mit der optimalen Ausrichtung noch etwas Mehrleistung holen.

*Der Apogee GTZ hat eine diagonale Fließrichtung. Hier haben wir einfach die von Swiftech vorgeschlagene Ausrichtung bei "Horizontal" eingefügt und eine um 90 Grad gedrehte Ausrichtung bei "Vertikal".


Drei Testläufe
Hier sehen wir die Übersicht aller Testläufe der jeweils besseren Kühler-Ausrichtung. Alle Werte sind vom besten zum schlechtesten Resultat geordnet. Der Alphacool Yellowstone zeigt eine sehr gute Leistung und erreicht etwas tiefere Temperaturen als der EK Supreme. Der Apogee GTZ fällt knapp hinter den cuplex XT di. Der Soleil V1 von Anfi-tec fällt, was die Kühlleistung betrifft, deutlich auf den letzten Platz. Der eXFrs macht eine etwas bessere Figur und legt eine Leistung an den Tag, die der des XSPC Delta V3 knapp überlegen ist.


Durchschnittstemperatur



Errechnen wir den Durchschnitt aus allen drei Testläufen für jeden Kühler, so kommen wir zu den oben dargestellten Resultaten. Wir haben die Werte der Kühler, die in diesem Artikel vorgestellt werden, blau markiert, damit es einfacher zu sehen ist, wo sie sich im Testfeld einordnen.

Durchfluss

Wir messen mit dem Digmesa-Durchflusssensor den Durchfluss des gesamten Testkreislaufes bei 12 Volt-Betrieb der Pumpe, um auf folgende Werte zu kommen:



Der Soleil V1 übernimmt mit einigem Abstand die Spitzenposition im Durchfluss-Vergleich. In dieser aktuellen Auswahl an Kühlern ist das Niveau sehr hoch, was die Durchflusswerte betrifft. So ordnet sich beispielsweise der Yellowstone nur im Mittelfeld ein, obwohl er einen an sich sehr guten Durchflusswert erreicht. Auch der Apogee GTZ, beim 775-Roundup noch der zweitplatzierte Kühler beim Durchflussvergleich, fällt im aktuellen Roundup auf die hinteren Plätze.



Kühlleistung in Abhängigkeit des Durchflusses

Um zu testen, wie sich die Temperaturen der verschiedenen Kühler mit dem Durchfluss verändert, reduzieren wir mit einem Absperrschieber im Kreislauf den Durchfluss auf vorbestimmten Durchflusswerte.
Bei diesem Vergleich sehen wir die Temperaturwerte bei identischem Durchfluss unter einander. Das heißt, dass hier die individuelle Restriktion der verschiedenen Kühler nicht zum Tragen kommt.

Anhand dessen, wie steil die Kurven verlaufen, können wir ablesen, wie durchflussabhängig die jeweiligen Kühler sind. Alle vier getesten Kühler legen mit steigendem Durchfluss mehr an Kühlleistung zu als beispielsweise der cuplex XT di oder der Heatkiller 3.0. Das muss aber nicht unbedingt gut sein, denn umgekehrt kann man auch sagen, dass diese Kühler bei niedrigem Durchfluss mehr Leistung einbüßen als andere. Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn ein Kühler generell gute Temperaturen liefert (vorherige Seite), wenig restriktiv ist (oberes Balkendiagramm) und gleichzeitig mit steigendem Durchfluss einiges an Mehrleistung gewinnt.
Unter diesem Gesichtspunkt ist zum Beispiel der Alphacool Yellowstone ein guter Allrounder.
Preisvergleich



Hinweis: Der Preis der beim Swiftech Apogee GTZ gelistet ist, errechnet sich aus dem Kühler mit 775-Halterung und dem Preis für die separate 1366-Halterung. Zum Zeitpunkt dieses Schreibens ist der GTZ noch nicht mit vormontierter 1366-Halterung erhältlich.

Fazit und Awards
Alphacool Yellowstone

Der neue Kühler von Alphacool kann in jeder Hinsicht überzeugen, aber leider in keinem Vergleich den Spitzenplatz erringen. Die auffällige Farbgebung des Kühlers ist natürlich Geschmackssache, die Verarbeitung ist aber zweifellos sehr gut und dass der Kühler mit ein- und derselben Halterung mit den Intel-Sockeln 775 und 1366 kompatibel ist, vereinfacht den Kühler-Kauf ein wenig. Die Leistungswerte des Yellowstone können sich sehen lassen: Der Durchfluss wird nicht wesentlich gebremst und bei der Kühlleistung erreicht der Kandidat von Alphacool den zweiten Platz. Einziges Dorn im Auge dieses Kühlers ist der Heatkiller 3.0, der ihm den Spitzenplatz wegschnappt und erst noch etwas günstiger zu haben ist.

Der Alphacool Yellowstone erhält den DeXgo-Silber-Award.
Anfi-tec Soleil V1

Der Soleil V1 hat einige Stärken, die leider von einer großen Schwäche überschattet werden. So ist die Verarbeitung des Kühlers erstklassig und während Design immer Geschmackssache ist, lässt sich dem Soleil die schöne Optik kaum abstreiten. Die Montage hat zwar den Nachteil, dass sie etwas Fingerspitzengefühl bedarf, dafür sieht sie sehr gut aus, braucht wenige Teile und ist schnell ausgeführt. Beim Durchflussvergleich erringt der Soleil lässig den Spitzenplatz. Erst wenn es um die Kühlleistung geht, schwächelt der Anfi-tec-Kühler. Der Soleil vermag einfach nicht in ähnlichem Maße Wärme abzuführen, wie die Konkurrenten. Dass der Kühler zusätzlich relativ Durchflussabhängig ist, wird in diesem Fall zur Krüke, denn es bedeutet, dass der Soleil in Durchflussschwachen Systemen tendenziell noch weiter zurückfällt als in unserem Vergleich.
Das bedeutet nicht, dass der Soleil unbrauchbar ist - er kühlt den übertakteten i7 ebenfalls in genügendem Maße, wir hatten keine Instabilitäten oder dergleichen wegen den Temperaturen. Wer diesen Kühler wegen der Optik will und andere Prioritäten als tiefst-Temperaturen hat, kann getrost zugreifen und sich über den niedrigen Preis freuen.
Anfi-tec eXFrs

Eines vorweg: Wenn wir nur die Leistungswerte des eXFrs betrachten, so ist der Kühler kaum einer weiteren Erwähnung wert. Er bietet guten, aber nicht spekatkulären Durchfluss und eine Kühlleistung, die genügend aber im Vergleich nicht besonders gut ist.
Es sollte aber schon beim Betrachten der Bilder klar sein, dass es beim eXFrs nicht um rohe Leistung geht. Normalerweise lassen wir subjektive Eindrücke so weit außen vor wie möglich, aber hier machen wir einfach mal eine Ausnahme: Der eXFrs ist schön. Dieser Kühler ist ein Prachtstück, welcher ein optisches Highlight in einer Wasserkühlung darstellen kann und dessen Exklusivität jedes Sammlerherz freut.
Es wird die einen geben, die die Leistungswerte dieses Kühlers ansehen und nicht begreifen können, wie jemand satte 90 Euro dafür verlangen kann. Und es wird die anderen geben, die die Bilder des Kühlers sehen und sich danach gar nicht mehr für die Leistungswerte interessieren. Genau für letztere ist der Anfi-tec eXFrs gemacht.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Swiftech.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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