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Scythe Katana 3


Einleitung

Der Ur-Katana wurde im Jahr 2005 vorgestellt und zwei Jahre später vom Nachfolger, Katana 2, abgelöst. Zwei weitere Jahre später setzt sich die Serie erneut fort und so erblickte vor kurzem der Katana 3 das Licht der Welt. Mit drei Heatpipes und nach hinten abgeschrägt soll er selbst die neuen Core i7-Prozessoren ausreichend kühlen können. Wie sich der Winzling im Dschungle der Riesenkühler schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Katana 3 wird in einer Kartonverpackung geliefert, welche bunt bedruckt ist. Auf der Verpackung finden sich einige Illustrationen des Kühlers mit seinem Namen sowie einige technische Daten, auf welche wir auf den folgenden Seiten noch genauer eingehen.
Der Lieferumfang des Katana 3 fällt recht spartanisch aus und umfasst lediglich eine kleine Tüte Wärmeleitpaste, die Montageanleitung und das Montagematerial für die Intel-Sockel 478, 775, 1366 sowie den AMD-Sockeln 754, 939, AM2, AM2+, AM3 und 940.

Der Kühler im Detail

Der Katana 3 gehört wie seine beiden Vorgänger eher zu den kleinen Kühlern und so verwundert es nicht, dass er lediglich eine Höhe von 143 Millimetern besitzt. Auch die Breite von 94 Millimetern ist sehr gering, ebenso wie die Tiefe von 108 Millimetern. Zur schnelleren Abfuhr der Wärme sind drei 6-Millimeter-Heatpipes verbaut.
Durch seine Neigung von rund 65 Grad kühlt der Katana 3 nicht nur den Prozessor sondern auch die hinter ihm liegenden Bauteile. Belüftet wird der Kühler von einem 92-Millimeter-Lüfter, welcher mit zwei Halteklammern am Katana 3 befestigt ist.
Der 92 Millimeter große Lüfter hat einen maximal Verbrauch von 2,04 Watt bei einer Betriebsspannung von zwölf Volt. Der PWM-Lüfter kann auf Wunsch vom Mainboard geregelt werden, der Regelbereich beginnt bei rund 300 Umdrehungen pro Minute und geht bis hoch auf 2500 Umdrehungen pro Minute. Der Geräuschpegel kann hierbei auf bis zu 31 dB(A) ansteigen.
Seit langem nutzt Scythe die Fläche über der Bodenplatte, um dort zusätzliche Kühlfinnen anzubringen, so auch beim Katana 3. Durch diese F.P.S. (Fast-Phase Structure) soll zusätzlich Abwärme abgeführt und so die Kühlleistung verbessert werden.

Der Kühler im Detail
Die Befestigung des Lüfters erfolgt mit Hilfe von Draht-Bügeln, welche den Lüfter am inneren Steg halten. Ein Wechsel des Lüfters ist somit also möglich, jedoch muss darauf geachtet werden zu einem Lüfter zu greifen, welcher keinen durchgängigen Steg aufweißt.
Die drei kupfernen 6-Millimeter-Heatpipes sind nebeneinander angeordnet und verteilen so die aufgenommene Abwärme gleichmäßig auf die Lamellen. Der Abstand der Lamellen beträgt rund 1,5 Millimeter und ist teilweise recht unregelmäßig.
Die drei Heatpipes sind gebogen und sind zwischen dem Boden und den Kühlfinnen der F.P.S. eingequetscht und verlötet.
Die Bodenplatte aus Kupfer ist vernickelt und während des Transportes von einer Folie geschützt. Die Oberfläche ist Scythe-typisch perfekt verarbeitet und stark spiegelnd.
Die Montage des Katana 3 erfolgt mit Hilfe von Push-Pins. Wenn man das Gewicht von 495 Gramm bedenkt reicht diese Art der Befestigung vollkommen aus. Dank des "VTMS" (Versatile Tool-Free Multiplatform System) Befestigungssystems wird für keinen der unterstützten Sockel Werkzeug benötigt.

Die Montage

Die Befestigung auf unserem Asus P6T ist kinderleicht. Dank der geringen Abmaße und den gut erreichbaren Push-Pins kann der Kühler in kürzester Zeit ohne Demontage des Mainboards installiert werden.
Inkompatibilitäten treten weder zu Bauteilen auf dem Mainboard noch zum RAM auf. Selbst im sockel-nahstem Speicher-Slot kann Arbeitsspeicher mit einem höherem Heatspreader verbaut werden.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Der Scythe Katana 3 liegt in direkter Konkurenz zu Spire TherMax Pro und dem Intel Boxed Kühler. Alle anderen hier gelisteten Kühler besitzen im Vergleich zu diesen drei Kühlern deutlich mehr Kühlfläche und größerer Lüfter.

Last


Idle


Beim Betrieb mit zwölf Volt platziert sich der Katana 3 zwischen beiden direkten Konkurrenten, wobei wir deutlich sagen müssen, dass der Lüfter im Vergleich zum stärkeren Spire TherMax Pro nicht nur 800 Umdrehungen pro Minute langsamer dreht sondern der Katana 3 auch deutlich leiser zu Werke geht.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

Last


Idle


Bei fünf Volt Betriebsspannung schafft es der Katana 3 nicht mehr den Core i7 ausreichend zu kühlen und so mussten wir den Test bei einer Kern-Temperatur von 100 Grad Celsius abbrechen.

Fazit

Mit dem Katana 3 hat Scythe einen neuen Kühler der Kompaktklasse auf den Markt geworfen. Die Verpackung gibt bereits viele Infos über den Kühler preis und der Lieferumfang ist absolut zweckmäßig. Der Kühler selbst ist gut verarbeitet und sehr kompakt gebaut. Dank der Neigung kühlt er nicht nur den Prozessor selbst sondern auch umliegende Komponenten. Nur bei der Kühlleistung muss man Abstriche machen, dies war aber schon vor den ersten Testläufen klar. Mit zwölf Volt Spannung sind die erreichten Temperaturen nicht brillant aber immer noch deutlich besser als die des Boxed-Kühlers. Bei fünf Volt Spannung reicht der Luftdurchsatz aber schon nicht mehr aus, um der Abwärme des i7-920 Herr zu werden. Aber dank der PWM-Steuerung passt der 92-Millimeter-Lüfter seine Drehzahl der Temperatur des Prozessors an und sorgt so für eine ausreichende Kühlleistung. Bei High-End-Prozessoren sollte man zwar lieber zu leistungsstärkeren Kühlern greifen, wer aber ein Low-Budget-System zusammenstellt, sollte auch nach dem Katana 3 ausschau halten, welcher nach aktuellem Stand für knapp über 20 Euro den Besitzer wechselt. Erworben werden kann der Kühler unter anderem bei Alternate.


Pro & Contra

Pro
+ kompakte Bauweise des Kühlers
+ einfache Montage
+ gute Verarbeitung
+ günstiger Preis

Contra
- Kühlleistung nicht ausreichend für High-End-Prozessoren

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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