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Scythe Kabuto


Einleitung

Vor kurzem stellte Scythe mit dem Mugen 2 einen Nachfolger des erfolgreichen Tower-Kühlers vor und nun soll auch bei den Down-Blow-Kühlern ein entsprechend potenter Nachfolger für Scythe ins Rennen ziehen, der Kabuto. Mit der vom Mugen 2 bekannten M.A.P.S.-Heatpipestruktur will man auch beim Kabuto neue Leistungsstufen erreichen. Wie sich der Kühler auf unserem Core-i7 920 schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Scythe Kabuto wird in einer aufwändig bedruckten Kartonverpackung geliefert. So gibt es mehrere Illustrationen des Kühlers und auch technische Details sind auf der Verpackung zu finden. An den Seiten wird unter anderem auf die M.A.P.S.-Heatpipestruktur, die freie Montageausrichtung und dem auf der Oberseite montierten PWM-Lüfter hingewiesen.
Der Lieferumfang fällt Scythe-typsich aus und umfasst eine kurze Montageanleitung, eine Tüte Wärmeleitpaste, vier Schrauben und die Montagematerialien für die Sockel 478, 775, 1366, 754, 939, 940, AM2 und AM2+.

Der Kühler im Detail

Der Kabuto ist mit seinen Außenmaßen von 124 x 133 Millimetern nicht viel größer als ein 120-Millimeter-Lüfter. Wie auch der Mugen 2 setzt auch der Kabuto auf die M.A.P.S.-Heatpipestruktur. So soll durch die Lamellenstruktur der von den Slipstream-Lüftern erzeugte Luftfluss ideal ausgenutzt werden, und die Temperaturen entsprechend gering sein.
Der Lüfter wird mit Hilfe von Drahtbügeln gehalten, diese setzen aber nicht wie sonst üblich über den Lüfter an sondern am unteren Teil. So können Lüfter mit durchgehender Halterung nicht ohne weiteres auf dem Kabuto montiert werden. Etwas verwundert hat uns die doppelte Abstufung des Randes der Lamellen, dies ist aber nur eine optische "Spielerei".
Der mitgelieferte Slipstream-Lüfter arbeitet bei zwölf Volt Betriebsspannung mit rund 1300 Umdrehungen pro Minute und benötigt dabei 2,16 Watt. Dank des PWM-Anschlusses ist es möglich, den Lüfter dynamisch vom Mainboard steuern zu lassen.
Der Kabuto besitzt insgesamt 3 Lamellenblöcke, wobei jeder Block insgesamt 53 Lamellen besitzt. Der Lamellenabstand beträgt rund zwei Millimeter.

Der Kühler im Detail

Jeder der drei Blöcke wird mit je zwei Heatpipes mit der Abwärme der CPU "versorgt". Um die Stabilität der einzelnen Blöcke untereinander zu erhöhen gibt es insgesamt zwölf Lamellen, welche die drei Blöcke verbinden.
Auch beim Kabuto nutzt Scythe wieder die Fläche direkt über den Heatpipes um einen weiteren Kühlkörper zu montieren. Dieser ist aus einem Block gefräst und erhöht die Kühlfläche des Kühlers nochmals.
Die Bodenfläche wird während des Transportes von einer durchsichtigen Schutzfolie geschützt. Diese lässt sich rückstandfrei entfernen und zum Vorschein kommt eine makellos verarbeitete, plane Bodenplatte.
Das Montagematerial, in unserem Falle die Sockel 775/1366 Push-Pins, werden mit den mitgelieferten Schrauben am Kühlerboden befestigt, so ist der Kühler bereit zur Montage.

Die Montage
Die Montage auf unserem Testsystem gestaltet sich äußerst leicht und auch Inkompatibilitäten treten keine auf. Zu allen umliegenden Bauteilen hält der Kabuto genügend Abstand und auch die Speicherriegel hätten bei höheren Heatspreadern genügend Platz.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Bei unseren Testläufen verzichten wir auf die PWM-Funktion des Lüfters und lassen diesen stattdessen mit festen Spannungsvorgaben laufen. Bei zwölf Volt arbeitet der Lüfter mit ziemlich genau 1.300 Umdrehungen pro Minute.

Last


Idle


Trotz der geringeren Drehzahl kann sich der Kabuto an Kühlern wie dem Xilence Black Hawk, AVC Black Samurai oder auch den Andy Samurai Master vorbeischieben. Lediglich die Kupfer-Ausführung des Black Hawk und der kürzlich getestete Thermalright AXP-140 liegen um ca. 2,5 Kelvin vor dem Kabuto. Der Lüfter ist bei zwölf Volt hörbar, fällt aber nicht unangenehm auf.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

Last


Idle


Bei reduzierte Spannung dreht der Lüfter des Kabuto kaum noch und so ist es nicht verwunderlich, dass er die enorme Abwärme des Core i7 920 nicht mehr ausreichend abführen kann.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Wichtiger für die Beurteilung der Leistung der diversen Kühler sind jedoch die Testläufe mit unseren Referenzlüftern und so machen wir den Anfang mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

Last


Idle


Auch mit unserem Referenzlüfter kann sich der Kabuto unter Last nicht an den beiden vor ihm platzierten vorbei schieben. Lediglich im Idle-Betrieb schafft er es am Xilence Black Hawk Copper vorbeizuziehen. Der Thermalright AXP-140 profitiert hierbei dank seines engen Lamellenabstandes vom schnellen Lüfter.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist ein mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

Last


Idle


Bei den Testläufen mit unserem S-FLEX SFF21D rückt der Kabuto unter Last dicht an den Thermalright AXP-140 heran, im Idle-Betrieb kann er diesen sogar überholen.

Fazit

Der inoffizielle Nachfolger des Andy Samurai Master konnte uns von Anfang an überzeugen. Der Lieferumfang ist nicht üppig, umfasst aber alles was zur Montage und Inbetriebnahme des Kühlers notwendig ist. Die Verarbeitung des Kühlers ist, wie wir es bei Scythe gewohnt sind, gut und auch der mitgelieferte Slipstream-Lüfter macht seine Arbeit, zumindest bei zwölf Volt, ordentlich. Zu der Montage können wir nur soviel sagen, dass sie dank der Psuh-Pins ohne Demontage des Mainboards vonstatten geht und dementsprechend schnell ist. Mit einer Backplate wäre sie uns allerdings lieber, da sie dadurch auch sicherer werden würde. Alles in allem bekommt man für rund 35 Euro ein gutes Gesamtpaket, welches der Konkurenz um nichts nachsteht. Erworben werden kann er z.B. bei Hardware Rogge.


Pro & Contra

Pro
+ gute Testergebnisse
+ einfache Montage auf allen unterstützten Sockeln
+ gute Verarbeitung

Contra
- Kühlleistung bei fünf Volt


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Scythe Kabuto unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread