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Enermax LibertyECO 620W


Einleitung

Bereits drei Jahre ist es her als Enermax die Liberty-Netzteilserie zum ersten mal vorstellte. Mit den überarbeiteten LibertyECO-Netzteilen verknüpft Enermax bewährtes aus der Liberty-Serie mit der jetzt immer stärker werdenden ökologischen Ausrichtung. Mit einer Fülle an Anschlüssen soll das neue LibertyECO überzeugen, ob dies gelingt erfahrt ihr in diesem Review.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des LibertyECO besteht aus einem bedruckten Karton, welcher Bilder vom Produkt, die technischen Eigenschaften sowie die verfügbaren Anschlüsse aufzeigt. Im Karton ist das Netzteil mit einer Luftpolsterfolie vor Beschädigungen geschützt.
Der Lieferumfang des Enermax LibertyECO mit 620 Watt umfasst ein Stromkabel, vier Montageschrauben, einen Aufkleber, eine kurze Bedienungsanleitung, die zusätzlichen modularen Kabel sowie eine Tasche für die modularen Kabel.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: ELT620AWT-ECO
Leistung: 620 Watt
Peak Power: 680 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 140 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 A
+5,0V: 24 A
+12V1: 30 A
+12V2: 30 A
-12V: 0,6 A
+5Vsb: 3 A

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 140 Watt
+12V1 / +12V2: 576 Watt
-12V: 7,2 Watt
5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
OLP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz

Äußere Ansichten

Das LibertyECO ist mit seiner Länge von lediglich 140 Millimetern recht kurz bemessen. Die geringe Länge wird durch den Einsatz eines 120-Millimeter-Lüfters erreicht. Farblich orientiert sich das LibertyECO an dem bereits getesteten Liberty, nur ist die Lackierung nicht glänzend sondern matt. Zur Geräuschreduzierung soll der patentierte AirGuard Lufteinlass beitragen. Durch die Abrundung der Seiten am Lufteinlass sollen Verwirbelungen und dadurch auch die Geräuschentwicklung reduziert werden. Der Luftauslass erfolgt durch die Rückseite, welche ein Wabengitter besitzt.
Die bereits angesprochene Lackierung im dunklen Anthrazit ist sauber aufgetragen und spiegelt nicht. Von der Optik und von der Haptik wirkt die Lackierung sehr gelungen und kann durch aus überzeugen.
Wie bei Netzteilen üblich befindet sich an einer Seite ein Aufkleber mit den technischen Informationen des erworbenen Gerätes. Das heute getestete Modell der Liberty-ECO-Serie ist die 620-Watt-Version.
Abhängig von der Version des Netzteiles besitzt es unterschiedliche, bereits angeschlossene Kabel. Allen Versionen gleich ist jedoch die Anzahl der Anschlüsse für modulare Kabel. So besitzen die Netzteile je einen Anschluss für die Stromversorgung von Grafikkarten und je vier Anschlüsse für die Versorgung der Laufwerke und Zusatzgeräte.

Das Kabelmanagement
Bei der 620-Watt-Ausführung des LibertyECO befindet sich neben dem 24-Pin-ATX-Stromkabel noch ein 4+4-Pin-12-Volt-Stromanschluss, sowie zwei 6+2-PCIe-Stromanschlüsse.
Die Kabellängen betragen bei allen drei Strängen knapp 55 Zentimeter. Aufgefallen ist uns, dass das ATX-Stromkabel durch die Ummantelung leider etwas steif ist.
Zu den modularen Kabeln des LibertyECO in der 620-Watt-Ausführung gehört noch ein weiteres 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlusskabel. Auch dieses stellt gleich zwei Anschlüsse zur Verfügung und so verfügt das Netzteil über insgesamt vier der für Crossfire/SLI-Verbunde wichtigen Kabel. Die Länge des Kabels beträgt knapp 50 Zentimeter wobei es auf den letzten zehn Zentimetern geteilt ist.
Zur Versorgung von SATA-Laufwerken legt Enermax zwei Kabelstränge bei, welche jeweils drei SATA-Anschlüsse bereit stellen. Bis zum ersten Anschluss beträgt die Kabellänge 45 Zentimeter, jeder weitere Abzweig kommt nach weiteren zehn Zentimetern.
Als Hybrid zwischen SATA und Molex-Stromversorgung legt Enermax ein Kombikabel bei, welches je zwei der jeweiligen Anschlüsse bereit stellt. Diese als "Eternity Paar" bekannten Anschlüsse tauchten auch erstmals beim Enermax Liberty auf und sind recht praktisch wenn nur wenige aber dafür verschiedene Anschlüsse im System genutzt werden.
Die Kabellänge beträgt auch hier wieder 45 Zentimeter bis zum ersten Anschluss, jeder weitere folgt nach jeweils 10 Zentimetern.
Für die Versorgung älter Laufwerke, Lüftersteuerungen oder auch Wasserpumpen legt Enermax ein reines Molex-Stromkabel bei. Dieses verfügt über drei Molex-Stromanschlüsse und einem Floppy-Stromanschluss. Die Kabellänge bis zum ersten Anschluss beträgt wieder 45 Zentimeter, die weiteren Anschlüsse folgen in einem Abstand von je zehn Zentimetern.

Innenansichten

Wo andere Hersteller schon 140-Millimeter-Lüfter verbauen, um die Abwärme aus dem Netzteil zu befördern, setzt Enermax noch auf ein Exemplar im 120-Millimeter-Format. Der hauseigene Lüfter arbeitet bis zu einer Netzteil-Auslastung von 50 Prozent mit flüsterleisen 450 Umdrehungen pro Minute. Selbst kaum hörbare 800 Umdrehungen pro Minute werden erst ab einer Auslastung von über 75 Prozent erreicht.
Der Innenraum des Netzteiles wirkt sehr strukturiert und aufgeräumt. Die fest installierten Kabel und auch die Anschlüsse für die modularen Kabel sind an der Seite zum Ausgang und zu der Anschlussplatine verlegt. So behindern die Kabel nicht den Luftstrom und es besteht auch keine Gefahr, dass der Lüfter blockiert wird. Am rechten Rand fallen einem die Spulen (Induktivitäten) auf, welche mit Schrumpschlauch ummantelt sind. Durch diese Ummantelung soll das allseits bekannte Netzteilpfeifen reduziert werden. Rechts unten neben dem Kühlkörper ist der Safe Guard Chip zu sehen, dieser sorgt für den Eingangs erwähnten 6-Fach-Schutz (Schutzschaltungen).
Enermax nutzt beim LibertyECO zwei große Kühlkörper, die die Wärme von den Spannungswandlern abtransportieren sollen. Verwundert haben wir nur gesehen, dass die PFC-Spule mit einem Kabelbinder an einem der Kühlkörper befestigt wurde. Neben der PFC-Spule sind zwei der eingesetzten japanischen Kondensatoren zu sehen, welche bis zu einer Temperatur von 105 Grad Celsius belastbar sind.
Die Platine, welche die modularen Kabel zur Verfügung stellt, ist an der Rückseite des Netzteiles verschraubt. Um zu verhindern, dass sich die Platine durch mechanische Bewegungen doch wieder löst, wurden die Muttern noch mit Lötzinn fixiert.
Die einzelnen Kabel für die verschiedenen Stränge sind sauber verlötet und am Ende mit Schrumpfschlauch isoliert. Insgesamt kann die Verarbeitung des Innenraumes gut bezeichnet werden.

Praxistest

Neben der Leistung und den bereitgestellten Anschlüssen ist auch die Stabilität der Leitungen und die Effizienz des Netzteiles ein wichtiges Kaufargument. Während eine stabile Versorgung der Komponenten für sicheren und langlebigen Betrieb sorgt, hilft eine gute Effizienz Strom und somit Geld zu sparen. Als positiver Nebeneffekt sorgt ein hoher Effizienzgrad auch noch für einen leisen Betrieb, da weniger Energie in Wärme umgewandelt wird.

In unserem Praxistest setzen wir das Netzteil mehrfach verschiedenen Belastungsszenarien aus. So ermitteln wir nicht nur Werte bezüglich der Stabilität der Leitungen, auch den Gesamtverbrauch des Systems haben wir während der Testläufe erfasst.

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten Zusammen:

- Asus P6T
- Intel Core i7 920 mit eingestellter VCore von 1,20 Volt
- 3GB takeMS take3 DDR3-1333
- nVidia 8800 GTS (G80)
- Samsung HD501LJ
- Thermalright Ultra-120 eXtreme @ Nanoxia FX-1250
- T-Balancer bigNG


Stabilität

Auf Diagramme verzichten wir bei der Auswertung der Stabilität der Leitungen. Während des gesamten Testzeitraumes waren die einzelnen Schienen stabil und stets innerhalb der vorgegebenen Toleranzen.


Effizienz

Mit Hilfe eines ELV EM 3000 haben wir den Gesamtverbrauches während drei verschiedener Belastungsszenarien gemessen. Hierbei ist einmal der Idle-Betrieb ohne jegliche Last überwacht worden, auch wurde der Verbrauch mit ausgelastetem Prozessor gemessen und der Verbrauch bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das ELV EM 3000 eine Messtoleranz von 1,5 Prozent ab einem Messbereich von 100 Watt besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 197 und 203 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.



Enermax schafft es mit dem LibertyECO die schon guten Werte des Xigmatek NRP PC402 zu unterbieten. Gerade der doch nochmals deutlich geringere Verbrauch bei der Auslastung von Prozessor und Grafikkarte ist erstaunlich und vermutlich auf den doch für das Enermax LibertyECO guten Auslastungsgrades zurück zu führen. Wie bei den anderen Testkandidaten waren alle gemessenen Leitungen während der Testläufe stabil und im erlaubten Toleranzbereich.



Lautstärke

Das LibertyECO war während des gesamten Testablaufes nicht wahrzunehmen. Dank der intelligenten Steuerung des Lüfters und der Anhebung der Drehzahl erst ab über 50 Prozent Last ist das Netzteil gerade in Situationen ohne Last, wie es der Office-Betrieb ist, nahezu unhörbar.

Fazit

Die Erwartungen waren hoch als ein weiteres Netzteil des Branchenprimus Enermax zum Test antreten musste. Um so mehr waren wir dann erfreut, dass das LibertyECO in der 620-Watt-Ausführung überzeugend den Testparcour absolvierte. Bei der Verpackung und dem Lieferumfang macht Enermax keine Experimente und legte neben den üblichen Dreingaben noch zwei nützliche Kabelbinder und eine Tasche für die Kabel bei. Dies ist nichts neues, aber so vermisst man auch nichts. Die Verarbeitung ist bis auf die mit Kabelbindern fixierte PFC-Spule im Inneren gut. Bei der Anzahl der maximal unterstützten Hardware bleibt kein Wunsch offen. Nicht nur, dass Problemlos ein SLI- oder Crossfire-Gespann versorgt werden kann, auch an Laufwerken, Lüftern oder sonstigem wird wohl eher das Gehäuse Platzprobleme bekommen, als dem LibertyECO die Anschlüsse ausgehen. Zum Abschluss noch der Leistungs- und Lautstärketest: Auch in diesem Bereich gab sich das LibertyECO nicht die geringste Blöße und absolvierte die Tests fehlerfrei und zu unserer Zufriedenheit. Der Preis von knapp 130 Euro scheint auf den ersten Blick recht hoch zu liegen, wenn man aber das Gesamtpaket betrachtet, ist er doch gerechtfertigt.


Pro & Contra

Pro
+ sehr leiser Betrieb
+ große Vielfalt bei den verfügbaren Anschlüssen (insgesamt vier 6+2-PCIe-Stromanschlüsse vorhanden)
+ effizienter Betrieb

Contra
- nichts


Award

Das LibertyECO von Enermax konnte im gesamten Test überzeugen und verdient sich unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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