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Noctua NH-U12P SE1366


Einleitung

Das österreichische Unternehmen Noctua wurde im Jahr 2005 gegründet und konnte sich auf Anhieb mit den ersten CPU-Kühlern - dem NH-U12 und dem NH-U9 - auf dem Markt der Silentfans etablieren. Mittlerweile schwören nicht nur geräuschempfindliche Anwender auf die Produkte "Designed in Austria" sondern auch die, die pure Kühlleistung benötigen. Der NH-U12P wurde bereits im Jahre 2007 herausgebracht und hat nun für den Intel Sockel i7 seine Wiederbelebung erfahren. Mit einem weiteren Lüfter und einer passenden Halterung will Noctua wieder dort hin wo sie bereits waren, an die Spitze der Kühlcharts. Ob dies gelingt und was ihr vom NH-U12P SE1366 erwarten könnt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der NH-U12P SE1366 wird in einer Kartonverpackung mit Sichtfenster auf den Lüfter geliefert. Auf der Verpackung finden sich auf der rechten Seite die Abmessungen des Kühlers sowie diverse Kommentare verschiedener Magazine, die den Kühler bereits getestet haben. Die linke Seite sowie die Rückseite geben in Textform den Lieferumfang sowie den Leistungsumfang wieder.
Da es sich um eine spezial Version für den Sockel 1366 handelt, ist auch der Lieferumfang im Vergleich zur normalen Version etwas anders. Die wohl wichtigste Änderung betrifft das Montagematerial, da dies nur noch für den Sockel 1366 beiliegt. Geändert hat sich zum Teil auch die Anzahl der restlichen Komponenten, so liegen nun zwei NF-P12, vier Lüfterhaltebügel, zwei Low Noise Adapter (L.N.A.), zwei Ultra Low Noise Adapter (U.L.N.A.), vier Silikonstreifen zur Lüfterentkopplung, eine Tube NT-H1 Wärmeleitpaste sowie ein Metallsticker von Noctua bei.

Der Kühler im Detail

Mit einer Höhe von 158 Millimetern muss vor dem Kauf schon darauf geachtet werden, ob der Kühler später auch in das Gehäuse passt. Ansonsten ist der Kühler mit einer Breite von 126 Millimetern und einer Tiefe von 71 Millimetern ein normaler Verterter seiner Art.
Der Kühler bringt ohne seine beiden Lüfter beachtliche 770 Gramm auf die Waage. Dank der sicheren Montage inklusive Backplate besteht für die Hardware jedoch keine Gefahr. Für die Wärmeabfuhr stehen dem Noctua NH-U12P SE1366 insgesamt 36 vernickelte Aluminiumlamellen zur Verfügung.
In die Mitte der Lamellen ist als kleiner optischer Anreiz das Noctua Logo eingestanzt.
Die 36 Lamellen des NH-U12P SE1366 sind 0,5 Millimeter stark und haben einen Abstand von zwei Millimetern zu einander. Durch die Dicke der Lamellen sind selbige sehr robust gegenüber Verformungen und der Abstand sorgt für einen guten Mittelweg zwischen Silentbetrieb und starker Belüftung.
Wo neue Kühler auf fünf oder sogar sechs Heatpipes setzen, lassen die vier genutzten Heatpipes beim NH-U12P SE1366 eine eher bescheidene Leistung vermuten. Wie sich aber auch schon beim Test des normalen NH-U12P gezeigt hat, ist dies ein Trugschluss.

Der Kühler im Detail

Die Kühlfinnen, welche eine gezackte Kontur besitzen, sind zur besseren Wärmeübertragung mit den vier Kupferheatpipes verlötet. Dies sorgt nicht nur für den besseren Wärmetransport sondern auch für eine erhöhte Stabilität des Kühlers.
Die kupferne Bodenplatte ist ebenfalls komplett vernickelt, da Noctua aber keine Hochglanzvernickelung durchführt spiegelt der Boden nicht.
Nicht nur die Kühlfinnen sind mit den Lamellen verlötet, auch der Boden. Durch dieses aufwendigere Verfahren erreicht Noctua eine bessere Wärmeübertragung vom Boden auf die Heatpipes als beim üblichen einpressen/einspannen der Heatpipes.
Die Befestigung der Lüfter erfolgt mit Hilfe von Drahtbügeln. Diese sind recht steif, halten die Lüfter dafür aber sehr sicher an Ort und Stelle.
Die SE1366 Edition wird mit zwei Lüftern ausgeliefert, welche im Push-Pull-Verfahren montiert werden.

Die Montage

Noctua nutzt beim NH-U12P SE1366 eine zweigeteilte Montage, die derer des Prolimatech Megahalems ähnelt. Mit Hilfe einer Backplate, Abstandshaltern und zwei Halterungen wird die Grundplatte befestigt. Auf diese kann dann unkompliziert der Kühler geschraubt werden. Insgesamt gestaltet sich die Montage sehr leicht und angenehm, zudem hält sie den Kühler sehr sicher und dank der eingesetzten Federn/Schrauben Kombination ist der optimale Anpressdruck immer gegeben.
Wenn der Kühler zum Heck blasend montiert wird können auf unserem Asus P6T alle sechs Ramslots genutzt werden. Bei einer Montageausrichtung zum Netzteil hin kann der sockelnahste Slot nur genutzt werden wenn ein Ram ohne hohen Heatspreader genutzt wird. Der Kühler selbst ist hoch genug und besitzt genügend Abstand zu den bekanntesten Problemzonen wie dem Northbridge- oder Spannungswandlerkühler.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Noctua liefert den NH-U12P mit zwei Lüftern aus und so testen wir den Kühler auch mit dieser Belüftung.Die beiden NF-P12 arbeiten mit durchschnittlich 1.400 Umdrehungen pro Minute, um zu verdeutlichen, dass es sich um zwei Lüfter handelt, haben wir dies entsprechend in den Diagrammen vermerkt.

Last


Idle


Trotz Dual-Belüftung schafft es der Noctua NH-U12P SE1366 nicht sich an die Spitze des Testfeldes zu setzen. So rangiert er auf dem sechsten Platz, quasi auf gleichem Niveau wie der Scythe Mugen 2.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt und zwei Lüftern.

Last


Idle


Bei fünf Volt Betriebsspannung kann der NH-U12P SE1366 dank seiner zwei Lüfter Plätze gut machen und setzt sich knapp hinter die Spitze.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Der interessantere Teil unserer Testläufe sind unsere beiden Vergleiche mit den Referenzlüftern. Den Anfang machen wir mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

Last


Idle


Auch mit dem Referenzlüfter Enermax Magma ist der NH-U12P SE1366 quasi gleichstark zum Scythe Mugen 2. Die Differenz zur Spitze beträgt jedoch nur 1,7 Kelvin.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist unser mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

Last


Idle


Mit geringerer Belüftung schiebt sich der Noctua NH-U12P SE1366 einen Platz weiter nach vorne. Der Rückstand zum dritten Platz beträgt jedoch schon 0,9 Kelvin.

Test - 2x Enermax Magma (1.500 U/min)

Als erstes wieder der Blick auf die Performance mit unserem Enermax Magma, diesmal jedoch mit zwei Exemplaren.

Last


Idle


Der Noctua NH-U12P SE1366 landet in diesem Vergleich auf dem letzten Platz, hauchdünn hinter dem Alpenföhn Brocken. Die Montage eines zweiten Lüfters brachte unter Last 1,5 Kelvin bessere Temperaturen, im Idle-Betrieb war es rund ein halbes Kelvin.


Test - 2x Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Auch vom Scythe Scythe S-FLEX SFF21D verbauen wir zwei Exemplare und schauen wie sich die Leistung verändert.

Last


Idle


Das nahezu gleiche Bild wie beim Betrieb mit den Enermax Magma bietet sich mit einem zweiten Scythe S-FLEX SFF21D. Der Performancegewinn unter Last liegt bei knapp 1,3 Kelvin.

Fazit

Noctua hat mit dem NH-U12P SE1366 den mittlerweile 1,5 Jahre alten Kühler neues Leben eingehaucht und fit gemacht für Intels neuen Sockel. Die Verpackung, der Lieferumfang und die Verarbeitung sind wie beim ursprünglichen Kühler auf höchstem Niveau und brauchen sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Um auch leistungsmäßig mit den neuen Rivalen schritthalten zu können, legt Noctua einen zweiten NF-P12 Premium-Lüfter bei. Der Leistungssprung an die Spitze gelingt dem Kühler dadurch zwar nicht, für aktuelle Prozessoren vom Schlage eines i7-920 reicht das Gebotene aber immer noch aus. Insgesamt bietet Noctua ein gutes Gesamtpaket, was mit einem Preis von 60 Euro teuer erscheint, dies aufgrund des Lieferumfanges aber nicht ist. Dazu gesellen sich noch 6 Jahre Garantie, die dafür sorgen, dass der Kühler die Hardware problemlos überleben sollte. Einziges wirkliches Manko des Kühlers ist, dass er nur für den Sockel 1366 zur Verfügung steht. Anwender, die den Kühler für andere Sockel erwerben wollen, müssen das nur wenige Euro günstigere "Original" kaufen und auf den zweiten Lüfter verzichten.


Pro & Contra

Pro
+ sehr umfangreicher Lieferumfang und ein zweiter Lüfter wird bereits mitgeliefert
+ sichere und einfache Montage
+ sehr gute Verarbeitung
+ 6 Jahre Garantie

Contra
- nur für Sockel 1366 verfügbar


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Noctua NH-U12P SE1366 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Noctua.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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