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Cogage TRUE Spirit


Einleitung

Als eines der ersten deutsch-sprachigen Onlinemagazine können wir euch heute den Cogage TRUE Spirit vorstellen. Cogage wird den wenigsten Anwender bis jetzt ein Begriff sein, wenn jedoch der Name Thermalright mit ins Spiel gebracht wird, klingeln bei den meisten die Glocken. Die Tochter-Marke Cogage (COmputer an GAming GEar) wurde kürzlich gegründet und soll sich hauptsächlich um den Einsteigermarkt bemühen und dort mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. In unserem heutigen Review schauen wir uns den ersten Tower-Kühler von Cogage an, den TRUE Spirit. Dieser hat nicht nur optisch eine starke Ähnlichkeit mit Thermalright Ultra 120 eXtreme, auch der verwendete Name TRUE Spirit erzeugt ein bekanntes Gefühl und ist bereits durch die Sonderserien TRUE Copper und TRUE Black des Ultra 120 eXtreme bekannt. Was der Kühler zu bieten hat und ob er uns überzeugen konnte erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Aufmachung der Verpackung des Cogage TRUE Spirit ist in Orange und Grau gehalten. Die Vorderseite besitzt ein großes Sichtfenster, durch das der Lüfter des TRUE Spirit sichtbar ist. Über dem Fenster ist die Herkunft des Kühlers "Cooled by Thermalright" deutlich sichtbar. Eine Seite ist leer, auf der anderen befindet sich eine Auflistung von Merkmalen des Kühlers. Hierzu zählen z.B. die 48 Aluminiumlamellen, die vier 6-Millimeter-Heatpipes und die Designform der Lamellen. Auf der Rückseite sind technische Daten und der Lieferumfang aufgelistet.
Der Lieferumfang der uns vorliegenden Version umfasst eine Montageanleitung, eine Tube Thermalright Wärmeleitpaste, einen Cogage-Aufkleber, zwei Drahtbügel zur Lüfterbefestigung, zwei Silikonstreifen zur Lüfterentkopplung und das Montagekreuz für den Sockel 1366.
Der Lüfter besitzt einen gelben Rotor und einen schwarzen undurchsichtigen Rahmen, wobei der Rotor leicht transparent ist. Auf der Rückseite ist ein Aufkleber mit den Daten des Lüfters aufgeklebt. Auf diesem finden sich Angaben zum Verbrauch und zum Drehzahlbereich. So verbraucht der Lüfter rund 2,5 Watt und arbeitet im Drehzahlbereich von 1.000 bis 1.800 Umdrehungen pro Minute. Etwas verwundert hat uns das schon, da auf der Cogage Homepage der Drehzahlbereich nur mit 1.000 bis 1.500 Umdrehungen pro Minute angegeben ist.
Den Anschluss des PWM-Lüfters finden wir etwas misslungen. So besitzt er nicht wie sonst üblich eine Markierung für den 3-Pin-Anschluss und so ist es leider möglich den Lüfter falsch anzuschließen.

Der Kühler im Detail

Der TRUE Spirit hat eine recht typische Höhe für einen Tower-Kühler von 156 Millimetern. Auch die Breite von 133 Millimetern ist bei einem Einsatz von 120-Millimeter-Lüftern nicht ungewöhnlich.
Schaut man nun auf die Tiefe des Kühlers so ist diese mit 38 Millimetern im Zentrum recht gering. An den Außenseiten wächst die Breite auf knapp 54 Millimeter an, mit zwei montierten Lüftern sind es 99 Millimeter. Der Lamellenabstand des Cogage TRUE Spirit beträgt ca. 1,5 Millimeter bei einer Lamellenstärke von 0,5 Millimetern.
Ein Unterschied, welcher im Vergleich zu den Thermalright Kühlern sofort ins Auge sticht ist, die Abdeckung der Heatpipes durch Metallkappen. Eine weitere Änderung, welche nur logisch ist, ist der Schriftzug auf den Lamellen. So steht beim TRUE Spirit natürlich nicht Thermalright auf den Lamellen sondern "COGAGE".
Rechts der direkte Vergleich von Cogage im Form des True Spirit und einem Thermalright Ultra-120 eXtreme. Deutlich zu sehen ist die Ähnlichkeit bei der Lamellenform und der Bauweise.

Der Kühler im Detail
Die Befestigung der Lüfter erfolgt mit Hilfe von Drahtbügeln, welche nicht eingehakt werden sondern in den Kühler gesteckt werden können. Der Vorteil dieser Montageart: Die Halteklammern können nicht so leicht verrutschen und die Montage des Lüfters fällt somit leichter.
Auch gut zu erkennen nochmals in der Nahaufnahme die Abdeckkappen der vier Heatpipes.
Die vier kupfernen 6-Millimeter-Heatpipes gehen leicht versetzt durch die 48 Aluminiumlamellen des Kühlers. Die Heatpipes wurden mit dem Boden verlötet, so entsteht eine optimale Wärmeübertragung.
Der Boden des TRUE Spirit wird während des Transportes von einer selbstklebenden Folie vor Verschmutzungen und kleinen Kratzern geschützt. Unter dieser kommt eine plane aber nicht spiegelnde Oberfläche zum Vorschein.
Wie schon erwähnt werden die Haltebügel in den Kühler gesteckt. Zusammen mit den Silikonentkopplern sorgen sie für einen sicheren Halt des Lüfters auf dem Kühler. Mit Hilfe eines zweiten Paares Haltebügeln kann auch ein zweiter Lüfter befestigt werden, dieses ist aber nicht im Lieferumfang enthalten.

Die Montage

Der Cogage TRUE Spirit wird mit Push-Pins befestigt. Bei einem Gewicht von 670 Gramm ist dies schon recht grenzwertig. Eine positive Nachricht haben wir jedoch für alle Freunde der gepflegten Verschraubung von Kühlern. Dank der gleichen Bodenplatte kann der TRUE Spirit mit den Montagekits der Thermalright Ultra-Serie verbaut werden.
Wird der Kühler zum Netzteil hin ausgerichtet muss auf den nahsten RAM-Slot verzichtet werden, zumindest wenn Speicher mit hohem Heatspreader zum Einsatz kommt.
Dank der geringen Tiefe des Kühlers treten bei der Ausrichtung zum Heck hin keine Probleme mit den RAM-Slots auf. Auch von der Northbridge ist der TRUE Spirit bei unserem Asus P6T weit genug entfernt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 1,20 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Antec NeoPower 650 Blue

Um für eine höhere Vergleichbarkeit der Kühler untereinander zu sorgen, werden die Kühler mit der vom Hersteller ausgelieferten Belüftung bei zwölf und bei fünf Volt getestet. Neben diesen beiden Vergleichen kommen zukünftig noch zwei weitere Vergleiche hinzu. Hierbei wird der Kühler mit einem Scythe S-FLEX SFF21D (Review) und einem Enermax Magma (Review) bestückt. Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core2MaxPerf 1.3 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in ca. fünf Zentimetern Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Der verbaute Lüfter arbeitete während der 12-Volt-Testläufe mit ca. 1.675 Umdrehungen pro Minute. Bei zwölf Volt ist der Lüfter auf unserem offenen Teststand hörbar.

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Der TRUE Spirit kann sich auf einen guten, geteilten vierten Platz zu schieben. Der kürzlich getestete Prolimatech Megahalems erreicht mit dem rund 400 Umdrehungen langsameren Lüfter den gleichen Wert. Zur Spitze fehlt knapp ein Kelvin.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Der zweite Test mit dem "Serienlüfter" erfolgt bei reduzierter Spannung mit fünf Volt.

Last


Idle


Auch beim Test mit fünf Volt fehlt dem Cogage TRUE Spirit knapp ein Kelvin zur Spitze.

Test - Enermax Magma (1.500 U/min)

Der interessantere Teil unserer Testläufe sind unsere beiden Vergleiche mit den Referenzlüftern. Den Anfang machen wir mit unserem Enermax Magma, welcher mit rund 1.500 U/min arbeitet.

Last


Idle


Durch den Einsatz des durchsatzstarken Enermax Magma schafft es der Cogage True Spirit sich überraschend weit vorn im Testfeld zu platzieren. So liegt er praktisch mit dem Xigmatek Thor's Hammer, dem Titan Fenrir und dem ThermoLab Baram gleich auf. Auch der Abstand zum Prolimatech Megahalems ist nicht groß.


Test - Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Der zweite Referenzlüfter im Test ist unser mit rund 800 U/min arbeitender Scythe S-FLEX SFF21D.

Last


Idle


Ein ähnliches Bild beim Test mit dem Scyhte S-FLEX SFF21D. Lediglich der Scythe Mugen 2 schiebt sich in diesem Vergleich deutlich nach vorn und kann sich vor dem Cogage TRUE Spirit platzieren.

Test - 2x Enermax Magma (1.500 U/min)

Als erstes wieder der Blick auf die Performance mit unserem Enermax Magma, diesmal jedoch mit zwei Exemplaren.

Last


Idle


Auffällig ist, dass der TRUE Spirit nicht so stark von zwei Lüftern profitiert wie die anderen im Vergleich enthaltenen Kühler. Dies scheint mit der Tiefe des Kühlers zusammen zu hängen. Durch den kürzeren Weg, den die Luft durch den Kühler zurück zu legen hat, wird diese scheinbar auch weniger gebremst.


Test - 2x Scythe S-FLEX SFF21D (800 U/min)

Auch vom Scythe Scythe S-FLEX SFF21D verbauen wir zwei Exemplare und schauen wie sich die Leistung verändert.

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Idle


Beim Einsatz der S-FLEX schiebt sich der Thor's Hammer vor dem Cogage TRUE Spirit, welcher 1,1 Kelvin hinter dem Prolimatech Megahalems liegt.

Fazit

Thermalright hat mit Cogage eine "Entry-Level-Marke" auf den Markt gebracht, die sich gezielt an Käufer richten soll, welche günstige aber dennoch performante Kühllösungen suchen. Die bunte Verpackung des Kühlers und der auffällige gelbe Lüfter sollen so schon die ersten Blicke auf sich ziehen und das Interesse anregen. Der Lieferumfang des Kühlers fällt entsprechend knapp aus und am meisten vermissen wir das Montagematerial für den Intel-Sockel 775 und die AMD-Sockel 939 und AM2/AM2+. Beruhigend können wir aber sagen, dass der Kühler mit den Thermaltright Montagematerial kompatibel scheint und man so selbst ein passendes Montageset kaufen kann. Dies sorgt allerdings für weitere Ausgaben. Die Verarbeitung des Kühlers kann durch weg überzeugen und ist im ganzen als gut zu bezeichnen. Auch die Montage auf unserem Testmainboard verläuft problemlos und schnell. Bei voller RAM-Bestückung mit Speichern mit hohen Heatspreadern kann es je nach Ausrichtung des Kühlers aber zu Problemen kommen. Der Lüfter ist beim Betrieb mit zwölf Volt hörbar, wird er heruntergeregelt verstummt er aber recht schnell. Problematisch sehen wir beim Lüfter nur den PWM-Stecker, welcher nicht die übliche Einkerbung für den 3-Pin-Anschluss bietet. Überrascht haben uns die erreichten Testergebnisse des TRUE Spirit. So kann er sich durchweg im oberen Drittel platzieren, lediglich bei der Performance mit zwei Lüftern schneidet er nicht ganz so gut ab wie seine Konkurrenten. Insgesamt hat der TRUE Spirit einen guten Eindruck hinterlassen, welcher momentan nur vom Montagematerial getrübt wird. Für einen Preis von 40 Euro bieten einige andere Kühler eine vergleichbare Leistung, sind aber für mehrere Sockel kompatibel.


Pro & Contra

Pro
+ ordentliche Haptik
+ einfache Montage
+ ordentliche Testergebnisse mit den Referenzlüftern

Contra
- Montagematerial nur für den Sockel 1366 vorhanden
- Nur Push-Pin-Befestigung vorhanden


Award

Aufgrund der erbrachten Leistungen verleihen wir dem Cogage TRUE Spirit unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von PC Cooling.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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