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Gigabyte Setto 1000


Einleitung

Das Unternehmen Gigabyte ist seit Jahren eine feste Größe in der Mainboardsparte. Mittlerweile hat man sich auf den Kühler-, Netzteil- und auch Gehäusesektor ausgeweitet, wo man einen ähnlichen Erfolg verbuchen möchte. Heute steht das Gehäuse Setto 1000 auf dem Programm, welches den preisbewussten Käufer ansprechen soll. Ob es Gigabyte gelingt im Test zu überzeugen, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung und Lieferumfang

Das Gigabyte Setto 1000 wird in einer optisch ansprechenden Verpackung geliefert. Auf der Vorderseite wird der Name des Gehäuses mit Farbspielen in Szene gesetzt. Auf der Rückseite befinden sich die Spezifikationen und die Hauptmerkmale werden kurz erklärt um den Kauftrieb zu wecken. Das Gehäuse ist innen mit einer Schutzfolie umgeben und zwei angepasste Styroporplatten halten das Setto 1000 sicher und geschützt vor Beschädigungen im Karton.
Gigabyte gab dem Setto 1000 einen etwas spärlichen Lieferumfang bei, darunter befinden sich die Mainboard-Abstandshalter, die passenden Schrauben, vier Schrauben mit Grobgewinde, ein Kabelbinder, sowie die dazu passende selbstklebende Haltevorrichtung und eine bebilderte Anleitung, die das Nötigste beschreibt.
  
Spezifikation
Größe (Höhe x Breite x Tiefe):410 x 185 x 480 Millimeter
Gewicht:5,5 kg (0,6mm SECC-Body)
Formfaktor:Mikro ATX und ATX
Laufwerksschächte extern:4x 5,25 Zoll
1x 3,5 Zoll
Laufwerkschächte intern:6x 3,5 Zoll
Erweiterungslots:7
Front I/O-Panel:2x USB, 1x Firewire, 1x je Audio IN/OUT (HD / AC97)
Lüfter im Lieferumfang:Front: 120 Millimeter
Rückseite: 120 Millimeter
Lüfter Optional:Front: 80/92 Millimeter (statt 120 Millimeter)
 Seitenteil: 80 Millimeter (statt Fanduct)
 Rückseite: 80/92 Millimeter (statt 120 Millimeter)

Äußere Ansichten
Beim Setto 1000 setzt Gigabyte auf drei Materialen, die Front besteht aus Aluminium mit einzelnen Plastikbestandteilen, der Gehäusekörper aus dünnen SECC. Das linke Seitenteil besitzt zwei Öffnungen um Frischluft in das Gehäuse zu leiten, sowie eine Einbuchtung um das Seitenteil leichter zu entfernen.
Die obere Öffnung unterstützt dabei die Kühlleistung des Prozessorkühlers, da ein integrierter Fanduct vorhanden ist und so die angesaugte Luft ohne Umwege zum Kühler leitet. Dieser ist verstellbar und reicht von sieben bis elf Zentimeter ins Gehäuse hinein.
Das rechte Seitenteil enthält weder zusätzliche Ventilationslöcher, noch andere Möglichkeiten einer zusätzlichen Belüftung. Es besitzt wie das linke Seitenteil eine Einbuchtung zur Erleichterung der Demontage.
Gigabyte spendiert dem Setto 1000 eine Aluminiumfront, welche durch ein gut platziertes Meshgitter die Ansicht etwas auflockert. Ebenfalls aus Aluminium bestehen die vier 5,25-Zoll-Laufwerksblenden, während die externe 3,5-Zoll-Blende nur aus einem Meshgitter besteht. Unter diesem befindet sich das Gigabyte-Logo. Insgesamt wirkt die Front aufgeräumt und Verarbeitungsmängel gibt es keine.
Unter dem Gigabyte-Logo befindet sich das Frontpanel. Dieses besteht aus einem Mikrofoneingang, Kopfhörerausgang, zwei USB-Ports und einem Firewire-Port. Ein eSATA-Port ist nicht vorhanden. Der Powerknopf, der gleichzeitig den Powerstatus anzeigt, wurde unterhalb des Panels platziert. Neben dem Powerknopf sitzt links der Resetknopf und rechts die Festplattenstatus-LED.
Beide Knöpfe wurde passend zur Front mit Aluminium beklebt.
Knapp über den Boden wurde der Setto-Schriftzug aufgedruckt.
Die Rückseite des Setto 1000 ist schlicht gehalten. Oben findet das ATX-Netzteil platz, links darunter die I/O-Blende des Mainboards. Direkt daneben pustet der vorinstallierte 120-mm-Lüfter die warme Luft aus dem Gehäuse. Optional kann auch ein 80- oder 92-mm-Lüfter installiert werden. Weiterhin befinden sich sieben Slots für Erweiterungskarten, sowie zwei gummierte Öffnungen für die Schläuche einer Wasserkühlung an der Rückseite. Auf zusätzliche Ventilationslöcher wurde allerdings verzichtet. Die Seitenteile werden mittels vier Thumbscrews mit dem Korpus verschraubt, zwei auf jeder Seite. Optional kann die linke Seitenwand mit einem Vorhängeschloss verschlossen werden. Auch der Boden des Settos ist eher schlicht gehalten. Die Plastikfüße halten das Gehäuse sicher und stabil auf seinem Platz. Gummierte Füße wären hier die bessere Wahl gewesen, um keine Vibrationen an den Boden weiter zu geben.

Innere Ansichten
Schaut man in das Innere des Setto 1000 findet man Parallelen zum früher getesteten NZXT Hush. Der Festplattenkäfig wurde nicht um 90 Grad gedreht und hilft somit dem Luftstrom des Gehäuses. Hilfsmittel zur Unterstützung des Kabelmanagements sucht man vergebens.
Das Setto bietet Schnellverschlüsse zur werkzeuglosen Montage der Laufwerke und der Erweiterungskarten.
Auf der Rückansicht fallen einem sofort die fehlenden Schnellverschlüsse für die 5,25-Zoll-Laufwerke auf, auch werden zwei Schnellverschlüsse für die 3,5-Zoll-Schächte vermisst. Warum Gigabyte auf diese verzichtete ist unklar.
Auch hier bietet das Setto keine Highlights und hält sich bedeckt.
Um die Front zu demontieren, müssen zuerst beide Seitenteile entfernt werden. So gelangt man an die sechs Plastiknasen, die die Front mit dem Gehäuse verbindet.
Ist die Front demontiert, offenbart sich eine große Schwäche des Setto 1000. Der Frontlüfter hat so gut wie keine Möglichkeit Frischluft ins Gehäuse zu befördern. Vor dem Lüfter befindet sich das I/O-Panel, welches ein sauberes Einsaugen der Luft verhindert, sowie die Front, die vor dem Lüfter geschlossen ist. Die einzige Möglichkeit für den Frontlüfter Luft ins Setto zu befördern, liegt oberhalb des I/O-Panels. Um die Komponenten vor Staub zu schützen, ist dieser Bereich mit einem Staubfilter ausgestattet, welcher sich aber schwer entfernen und installieren lässt.
Optional können 80- und 92mm-Lüfter installiert werden, dazu ist erforderlich das I/O-Panel zu entfernen.
Die beiden 120-mm-Lüfter wurden mit einem Y-Kabel verbunden, welches mit einem Schrumpfschlauch versehen wurde. Dieser erwies sich als recht unflexibel und erschwerte die einfache Verlegung. Beide Lüfter drehen bei zwölf Volt mit 1100 Umdrehungen und sind dabei gut hörbar. Das Klangbild ist recht dumpf und brummig, welches minimiert wird sobald man sie bei fünf Volt betreibt. Für ein Silent-System sind sie dennoch nicht empfehlenswert.

Einbau der Hardware Teil 1
Zur ersten Installation eines optisches Laufwerks ist es von Nöten die Front abzumontieren. Die Frontblende lässt sich durch Auseinanderdrücken von zwei Plastikklemmen einfach entnehmen. Durch Entfernen des entsprechenden Schnellverschlusses, lässt sich das Laufwerk einfach einschieben und fixieren. Wie bereits im Kapitel "Innere Ansichten" zu sehen, fehlen auf der rechten Seite die entsprechende Gegenverschlüsse. Entweder verschraubt man auf der Seite das Laufwerk oder bedient sich an den drei übrigen Schnellverschlüssen. Bei vier 5,25 Zoll-Laufwerken muss man aber notgedrungen auf Schrauben setzen, damit die Laufwerke sicher Halt finden.
Mit dem selben Mechanismus werden die 3,5-Zoll-Laufwerke installiert. Zuerst muss man auf beiden Seiten die Schnellverschlüsse entfernen. Danach wird das Laufwerk einfach eingeschoben und fixiert. Problematisch wird es bei der Verkabelung der Festplatte, wenn das Mainboard gewinkelte SATA-Anschlüsse besitzt. Die Festplatten ragen sehr weit ins Innere und können eine einfache Verkabelung verhindert, vor allem wenn mehrere Laufwerke eingebaut werden sollen.
Eine Entkopplung der verbauten Festplatten findet nicht statt, somit gibt der verbaute Datenspeicher seine Vibrationen ohne Umwege an das Gehäuse weiter.
Um eine Erweiterungskarte zu installieren, ist es von Nöten die Slotblende herauszubrechen, reguläre Slotblenden sind nicht im Lieferumfang enthalten.
Ebenfalls zur Erleichterung wird auf das Schnellverschlussprinzip gesetzt, diese erweißt sich in der Praxis allerdings als mangelhaft, da sie bei diesem Modell partout nicht einrasten wollte. Auch bei Verwendung mehrerer Karten bzw. Dualslotkarten ist die Halterung ungenügend. Allerdings lassen sich die Karten verschrauben und somit sicherer und einfacher installieren.
Es passen bis zu 30 Zentimeter lange Erweiterungskarten ins Gehäuse, man sollte dabei drauf achten, dass keine Festplatten auf der Höhe der Karten montiert sind, da der Platz in diesem Fall auf knapp 22 Zentimeter reduziert wird.

Einbau der Hardware Teil 2
Die Steckverbinder des I/O-Panels sind gut lesbar und einfach zu montieren. Beim Firewirekabel wurde ein Adapter mitgeliefert, welcher sich ohne Probleme entfernen lässt. Das Audiokabel wurde in HD-Audio und AC97 unterteilt.
Die Kabellänge beträgt ca. 55 Zentimeter. Die Ummantelung ist sehr flexibel und erleichtern das verlegen.
In das Setto passen ohne Probleme auch hohe Towerkühler (hier zu sehen der Thermolab BARAM), sofern der Fanduct demontiert wird. Man sollte aber genau messen, ob und wie weit der Kühler über die obere Mainboardkante hinaus schaut. Mehr als fünf Millimeter dürfen es nicht sein, da sonst der Kühlkörper gegen das Netzteil drückt.
Nachfolgend ist zu sehen, dass durch die fehlenden Hilfsmittel zur Kabelverlegung, eine saubere Verlegung nur bedingt möglich ist. Auch kann man davon ausgehen, dass es durch den Gebrauch mehrerer Datenträger beengt zugehen dürfte.

Fazit
Das Gigabyte Setto 1000 kann durchaus bei einigen Punkten glänzen. So sind die Verarbeitung und Passgenauigkeit der Seitenteile, sowie die guten Gehäuselüfter zu erwähnen. Die Schnellverschlüsse für optische Laufwerke, wie auch für die Datenträger sind in Ordnung. Wo man allerdings Abstriche machen musst, ist der etwas spärliche Lieferumfang. Wenn man Kabelbinder zulegt, dürfen es ruhig fünf bis zehn Stück sein. Ebenso einen Abstrich ist bei der Halterung für Erweiterungskarten zu verzeichnen, man dachte bei Gigabyte aber wenigstens an die Bohrung, um sie gegebenenfalls zu verschrauben. Die größte Schwäche ist allerdings die nicht vorhandenen Hilfsmittel, um die Kabel zu organisieren. Zwar liegt dem Lieferumfang eine selbstklebende Hilfe bei, diese allein ist jedoch zu wenig. Was auch fehlt ist die fehlende Entkopplung der Datenträger, womit das Gehäuse unnötig in Schwingungen versetzt wird.
Das Setto kann unterm Strich nicht überzeugen, im Segment bis 60 Euro bieten andere Gehäuse mehr für ihr Geld.
Pro & Contra

Pro
+ geringes Gewicht
+ brauchbare Standardlüfter
+ gute Verarbeitung
+ werkzeuglose Montage von Laufwerken

Contra
- keine Entkopplung der Festplatten
- Verzicht auf Hilfsmittel zur Erleichterung des Kabelmanagements
- mangelhafte Umsetzung der Verriegelung für Erweiterungskarten
- Lackierung sehr anfällig für Fingerabdrücke
- Luftzufuhr für Frontlüfter stark eingeschränkt

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Painfully Dream verfasst.
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