» Artikel » Reviews » Xigmatek NRP-PC402 400 Watt

Xigmatek NRP-PC402 400 Watt


Einleitung

Xigmatek stellte bereits im letzten Jahr ihre ersten Netzteile vor. Damals konnten beide Exemplare bei uns im Test überzeugen, nur waren die damaligen Preise recht hoch und die Zielgruppe im High-End-Segment angesiedelt. Mit der neuen "Go Green"-Serie verfolgt man nun ein anderes Ziel und versucht die preis- und umweltbewussten Käufer anzusprechen. In unserem heutigen Review schauen wir uns das kleinere der beiden Modelle, das NRP PC402 genauer an.

Verpackung & Lieferumfang

Schon die Aufmachung und die Verpackung der "Go Green"-Serie unterstreichen die Ausrichtung der Netzteile. So verzichtet Xigmatek auf eine übertrieben bunte Verpackung und setzt schon beim Karton auf Recycling-Material. Auf der Verpackung finden sich Hinweise zu den integrierten Schutzschaltungen, des Wirkungsgrades und der technischen Daten der beiden Netzteile der Serie.
Der Lieferumfang fällt recht knapp aus und umfasst eine Garantiekarte, eine kurze Bedienungsanleitung, vier Montageschrauben und ein Stromkabel.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: NRP-PC402
Leistung: 400 Watt
Eingangsspannung: 115 - 230 Volt
Eingangsfrequenz: 47 - 63 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 A
+5,0V: 15 A
+12V1: 20 A
+12V2: 20 A
-12V: 0,3 A
+5Vsb: 2,5 A

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 120 Watt
+12V1 / +12V2: 384 Watt
-12V: 3,6 Watt
5Vsb: 12,5 Watt

Schutzschaltungen
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz

Äußere Ansichten
Das Netzteil ist im Karton mit zwei Schaumstoffstücken gegen Stöße geschützt. Vor Verschmutzungen schützt eine Stofftasche, in der das NRP PC402 zusätzlich eingepackt ist. Der Kabelstrang, welcher beim NRP PC402 nicht modular ist, ist während des Transportes mit einem Klett-Kabelbinder fixiert.
Das Xigmatek NRP PC402 ist in einem schlichten Anthrazit-Grau gehalten, zur Kühlung ist ein großer 140-Millimeter-Lüfter verbaut. Optisch passt dieser zum schlichten Gehäuse, wir hätten uns jedoch gerne einen Lüfter in den typischen Xigmatek-Farben gewünscht. Der 140-Millimeter-Lüfter ist temperaturgeregelt und arbeitet mit maximal 1.600 Umdrehungen pro Minute. Die maximale Lautstärke wird hierbei mit 27 dB(A) beziffert.
Die Lackierung ist einfach gehalten und weißt eine leichte Struktur auf. Leider haben wir an unserem Exemplar ein paar kleinere Stellen entdeckt, an denen der Lack bereits kleine Schäden aufweißt. Beim Umgang mit dem Netzteil sollte also Vorsicht geboten sein.
Die Seiten des NRP PC402 kommen unauffällig daher. So befindet sich an der Seite, an der die Kabel das Gehäuse verlassen, nichts, auf der gegenüberliegenden Seite sind zwei Aufkleber angebracht. Auf dem Größeren sind die Daten zur Ausgangsleistung abgebildet, der kleinere Aufkleber dient als Garantiesiegel.
Das NRP PC402 verfügt über zwei 12-Volt-Leitungen welche jeweils mit maximal 240 Watt belastet werden können. Die kombinierte Leistung der beiden Schienen beträgt 384 Watt. Für die 3,3- und 5-Volt-Schienen liegt die maximale kombinierte Leistung bei 120 Watt.
An der Rückseite des Netzteils befindet sich der Stromanschluss sowie ein Ein-/Aus-Schalter. Die restliche Fläche ist mit wabenförmigen Öffnungen versehen und dient so der Entlüftung.

Die Kabel

Wie wir Eingangs bereits erwähnten, besitzt die "Go Green"-Serie kein modulares Kabelmanagement. Die Entscheidung, die hier Xigmatek getroffen hat, bietet sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Vorteil liegt klar in der angestrebten Effizienz. Jede Steckverbindung sorgt für einen, wenn auch kleinen, Verlust an Leistung, was sich natürlich in der Effizienz des Netzteiles niederschlägt. Der Nachteil liegt in der Flexibilität. Anwender, die nur wenige Anschlüsse benötigen und so auf den einen oder anderen Strang verzichten könnten, müssen diesen mit im Gehäuse unterbringen. Bei einem Netzteil mit 400 Watt Leistung mag sich dies noch in Grenzen halten und so sehen wir die fest verbauten Kabel zwar kritisch aber nicht negativ.
Ein Problem, was Xigmatek allerdings durch das dicke Kabelbündel hat ist, dass sich die Seitenwand etwas nach außen drückt. Der Ausschnitt für die Kabel hätte ein klein wenig größer ausfallen können.
Das ATX-Stromkabel für die Versorgung des Mainboards ist insgesamt knapp 47 Zentimeter lang. Der Stecker ist im 20+4-Format gebaut und erlaubt so die Abwärtskompatibilität auch zu älteren Mainboards.
Für die zusätzliche Stromversorgung des Mainboards ist ein 49 Zentimeter langes 4+4-Pin-Kabel angebracht. Auch hier ist, dank der Teilbarkeit des Steckers, die Abwärtskompatibilität sichergestellt.
Für die Stromversorgung von Grafikkarten besitzt das NRP PC402 lediglich einen 6-Pin-Stromanschluss. Wer eine Grafikkarte besitzt, welche einen 8 Pin-Anschluss zwingend vorraussetzt, z.B. eine ATI HD4850, muss zum größeren Bruder, dem NRP PC502, greifen. Das Kabel ist bis zum Stecker 50 Zentimeter lang.
Für den Anschluss von SATA-Geräten befindet sich ein Strang am Netzteil. Dieser ist bis zum ersten Stecker 50 Zentimeter lang, jeder weitere Stecker folgt nach weiteren 15 Zentimetern. Insgesamt befinden sich vier SATA-Stromstecker am Strang.
Für die Stromversorgung von IDE-Laufwerken und Lüftersteuerungen bietet das NRP PC402 insgesamt sechs Anschlüsse, welche sich auf zwei Stränge aufteilen. Am Ende der beiden Stränge ist jeweils noch ein Floppy-Stromanschluss unter gebracht. Die Kabellänge bis zum ersten Anschluss beträgt 50 Zentimeter, jeder weitere Anschluss folgt nach jeweils 15 Zentimetern.

Innenansichten
Der Aufbau des Innenlebens wirkt recht simpel und schlicht. Auch wird nicht der gesamte Innenraum des Netzteiles ausgenutzt, so ist zur Rückseite eine fast drei Zentimeter große Lücke vorhanden. Auch die Kühlkörper an den Spannungswandler sind recht kompakt und nutzen den vorhandenen Platz nicht aus. Der Vorteil dürfte hier wohl eher in dem so sehr günstigen Preis für die Herstellung der simplen Aluminiumstreifen liegen.
Der verbaute Lüfter stammt von Young Lin und wird per Temperatursensor gesteuert.
Der Lüfter ist zwar über einen Stecker mit der Platine verbunden, leider wurde dieser aber mit der Buchse verklebt. So ist ein Wechsel des Lüfters leider doch aufwendiger als zuerst vermutet, da sich der Kleber nicht so leicht lösen lässt. Der Temperatursensor des Lüfters befindet sich direkt an einer der Lamellen und ist nicht direkt mit dem Lüfter verbunden. So übernimmt eine kleine Steuerplatine die Überwachung der Temperatur und die Regulierung der Drehzahl. Auch bei der Befestigung des Sensors wurde nicht an Klebstoff gespart, so wie generell im Innenraum des Netzteiles.
Die Verarbeitung des Innenraumes ist insgesamt betrachtet gut. Die Kabel sind ordentlich am Rand verlegt, gut isoliert und ordentlich befestigt. Nur der recht großzügige Umgang mit dem isolierendem Klebstoff lässt die Verarbeitung unsauber wirken. Hier hätte auf etwas mehr Sorgfalt geachtet werden können.

Praxistest

Neben der Leistung und den bereitgestellten Anschlüssen ist auch die Stabilität der Leitungen und die Effizienz des Netzteiles ein wichtiges Kaufargument. Während eine stabile Versorgung der Komponenten für sicheren und langlebigen Betrieb sorgt, hilft eine gute Effizienz Strom und somit Geld zu sparen. Als positiver Nebeneffekt sorgt ein hoher Effizienzgrad auch noch für einen leisen Betrieb, da weniger Energie in Wärme umgewandelt wird.

In unserem Praxistest setzen wir das Netzteil mehrfach verschiedenen Belastungsszenarien aus. So ermitteln wir nicht nur Werte bezüglich der Stabilität der Leitungen, auch den Gesamtverbrauch des Systems haben wir während der Testläufe erfasst.

Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten Zusammen:

- Asus P6T
- Intel Core i7 920 mit eingestellter VCore von 1,20 Volt
- 3GB takeMS take3 DDR3-1333
- nVidia 8800 GTS (G80)
- Samsung HD501LJ
- Thermalright Ultra-120 eXtreme @ Nanoxia FX-1250
- T-Balancer bigNG


Stabilität

Auf Diagramme verzichten wir bei der Auswertung der Stabilität der Leitungen. Während des gesamten Testzeitraumes waren die einzelnen Schienen stabil und stets innerhalb der vorgegebenen Toleranzen.


Effizienz

Mit Hilfe eines ELV EM 3000 haben wir den Gesamtverbrauches während drei verschiedener Belastungsszenarien gemessen. Hierbei ist einmal der Idle-Betrieb ohne jegliche Last überwacht worden, auch wurde der Verbrauch mit ausgelastetem Prozessor gemessen und der Verbrauch bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das ELV EM 3000 eine Messtoleranz von 1,5 Prozent ab einem Messbereich von 100 Watt besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 197 und 203 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.



Schon im Idle-Betrieb ohne Last auf dem System schneidet das NRP PC402 als bestes unserer drei Netzteile ab. Auch unter Last des Prozessors und der Vollauslastung von Prozessor und Grafikkarte arbeitet das Xigmatek NRP PC402 sehr gut ab.


Lautstärke

Bezüglich der Lautstärke können wir dem Xigmatek NRP PC402 ein positives Fazit aussprechen. Zwar kommt es nicht ganz an die Laufruhe des kürzlich getesteten Lian Li PS-S650GE heran, jedoch bleibt es auch unter Last noch recht ruhig, wenn auch nicht unhörbar.

Fazit

Xigmatek hat mit der "Go Green"-Serie zwei Netzteile auf den Markt gebracht, welche sich vornehmlich nicht an High-End-Gamer richten, sondern eher für den Office-Rechner bzw. den Gelegenheitsspieler gedacht sind. Die Verarbeitung des Netzteiles ist im Ganzen gut, nur kleinere optische Makel lassen sich finden. Bei den entscheidenden Merkmalen kann das NRP PC402 aber voll und ganz überzeugen. So ist es nicht nur sehr effizient, sondern auch noch recht leise, liefert stabile Spannungen und ist zudem noch günstig. Gerade Gelegenheitsspieler sollten ein Auge auf das NRP PC402 werfen, vorher sollte jedoch geprüft werden welchen Stromanschluss die eigene Grafikkarte besitzt. Denn leider besitzt das NRP PC402 nur einen 6-Pin-Anschluss. Wer einen 8-Pin-Anschluss benötigt, greift dann lieber zum 10 Euro teureren NRP PC502. Insgesamt ist das Xigmatek NRP PC402 eine günstige, effiziente Lösung für alle, die kein High-End-System besitzen. Erworben werden kann es unter anderem bei Caseking.de für 49,90 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ leiser Betrieb
+ effizienter Betrieb
+ günstiger Preis

Contra
- kleinere Lackfehler vorhanden
- kein 8-Pin-PCIe-Stromanschluss vorhanden


Award

Für die guten Leistungen verleihen wir dem Xigmatek NRP PC402 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread