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Rampage II Extreme Mainboard-Kühler Vergleich


Einleitung

Das Asus Rampage II Extreme zählt zu den beliebtesten Mainboards für Core i7-Systeme. Für übertaktungsfreudige User, die das Mainboard in eine Wasserkühlung integrieren wollen, stehen bereits verschiedene Lösungen zur Auswahl. In diesem Artikel stellen wir zwei Mainboard-Kühler-Sets vor und vergleichen die Leistungs- und Durchflusswerte. Das eine Set besteht aus dem Koolance MB-ASR2E plus dem DRAM-Cooler dazu sowie zwei Mosfet-Kühlern von MIPS. Das zweite Set stammt von Bitspower und besteht aus dem Black Freezer AIX58NSE-BK sowie den beiden Mosfet-Kühlern AMOSII und AMOSIII.
Technische Details
Hersteller:BitspowerKoolance
Bezeichnung:NB, SB, DRAM: AIX58NSE NB, SB: MB-ASR2E
Mosfet: AMOSII, AMOSIII DRAM: DRAM cooler for MB-ASR2E*
Material:Messing, Kupfer (beides vernickelt), POM Kupfer (vernickelt), Acryl, Edelstahl
Lieferumfang:Arctic Silver 5, Montagematerial, Inbus-Schlüssel, AnleitungSilikon-Wärmeleitpaste, Montagematerial, Handbuch
* Beim Bitspower AIX58NSE ist ein Kühler für die QPI-DRAM-Bauteile auf dem Mainboard im Lieferumfang standardmässig enthalten. Beim Koolance-Kit muss dieser Kühler separat erworben werden. Der Kühler ist allerdings nicht zwingend nötig, es kann auch der Lufkühler des Mainboards weiterverwendet werden.

Von Koolance sind auch Kühler für die Spannungswandler erhältlich, solche standen uns aber nicht zur Verfügung. Für den Test haben wir deshalb optisch passende Kühler von MIPS verwendet (Asus Rampage II Extreme Mosfet Freezer 1 und 2).

Northbridge- und Southbridge-Kühler
Sowohl Bitspower (links) als auch Koolance (rechts) setzen auf einen Kombi-Kühlblock, der gleichzeitig North- und Southbridge abdeckt. Der Deckel des Bitspower-Kühlers besteht aus schwarz vernickeltem Messing während der Koolance-Kühler mit einer Kombination einer dünnen Acrylschicht und einer polierten Edelstahlplatte abgedeckt ist. Am Koolance-Kühler ist besonders der Schriftzug auffällig, der sich quer über den Kühler zieht.
Die Unterseiten der beiden Kühler sind - verständlicherweise - sehr ähnlich. Beide bestehen aus schwarz vernickeltem Kupfer und beide haben natürlich dieselbe "Topographie" da sie ja auch auf das selbe Mainboard passen müssen. Die Verarbeitung beider Kühlerböden ist sehr gut.


QPI-DRAM-Kühler
Hinter dem beleuchteten "R.O.G"-Logo auf dem Asus Rampage II Extreme verbirgt sich ein kleiner Passivkühler, der auf einer erhöhten Platine sitzt. Dass auf dieser sogenannten "QPI-DRAM Power Card" wärmeerzeugende Elemente erhöht auf dem Mainboard zu finden sind, stellt natürlich eine gewisse Herausforderung für die Wasserkühlblöcke dar.
Der Kühlaufsatz von Bitspower gehört zum normalen Lieferumfang des Mainboardkühlers. Koolance bietet den Aufsatz hingegen als Option separat an. Der Bitspower-Kühler besteht aus einer schwarz vernickelten Kupferplatte und einem POM-Deckel. Die Koolance-Variante besteht aus einem schwarz vernickelten Kupferboden und einem Deckel aus Acryl und Edelstahl.
Bitspower realisieren die Verbindung zwischen den beiden Kühlern mit einem Aufsteck-Anschluss. Der sogenannte "D-Plug" wird mit dem oberen Kühler verschraubt und in die Öffnung am unteren Kühlerteil eingeschoben. Eine gute Passform und zwei O-Ringe sorgen für einen dichten Abschluss.
Koolance setzt auf eine etwas komplexere Lösung: Hier wird ein Überbrückungsanschluss in den unteren Kühlerteil geschraubt und dieser von oben her mit einer Verschlusskappe fixiert. Die beiden Öffnungen unterhalb der Verschlusskappe sorgen dafür, dass das Wasser beide Kühler durchfließen kann.

Spannungswandler-Kühler
Die beiden Kühler von Bitspower (AMOSII und AMOSIII, links) bestehen aus einer schwarz vernickelten Kupferplatte und einem POM-Deckel. Beide Kühler sind mit dem Bitspower-Logo und einem Schriftzug versehen. Für das Koolance-Set greifen wir zu den Rampage II Extreme Mosfet Freezern von MIPS, welche aus Kupfer und Messing bestehen.


Innenansichten
Nur die NB/SB-Kühlerteile verfügen über eine tatsächliche Kühlstruktur im Inneren, deshalb sehen wir uns auch nur diese etwas näher an.
Beim Bitspower-Kühler (links) fällt auf, dass sowohl in die Bodenplatte als auch in den Deckel Kanäle gefräst wurden. Dadurch vergrößert sich der Querschnitt dieser Durchgänge, was dem Durchfluss zugute kommen sollte. Oberhalb der Kontaktflächen zu den beiden Chips auf dem Mainboard sind sehr einfache Kühlstrukturen eingefräst.
Am Koolance-Kühler fällt der herstellertypische, rote O-Ring auf. Hier ist nur bei der Southbridge eine grobe Kühlstruktur in Form von eckigen Pins eingefräst.


Makel
Die NB/SB-Kühlblöcke beider Hersteller weisen kleine, optische Makel auf. Beim Bitspower-Kühler (links) ist die Nickelschicht nicht ganz ebenmäßig, was aus gewissen Blickwinkeln für eine etwas "wolkige" Optik sorgt und sich insbesondere beim Schriftzug bemerkbar macht. Der Koolance-Kühler hat deutliche, braune Vefärbungen um den Schriftzug und die Acrylschicht darunter ist etwas verschmutzt.
Beides sind Details, die nur bei näherer Betrachtung ins Auge stoßen. Wir werten dies nicht als großen Minuspunkt, dennoch könnten sich Perfektionisten an solchen Makeln stören.


Montage
Die Montage beider Kühlersets läuft größtenteils problemlos ab. Der Koolance-Kühler muss vorsichtig an der Arretierlasche des oberen PCI-Steckplatzes vorbeimanövriert werden und beim Bitspower-Set braucht es etwas Geduld, bis die Höhe und Ausrichtung des QPI-DRAM-Kühlers passt. Dass für den Umbau einer Mainboard-Kühlung teilweise etwas Fingerspitzengefühl benötigt wird, liegt aber nicht an mangelndem Kühlerdesign. Die Anschlüsse, die auf den Bildern zu sehen sind, gehören nicht zum Lieferumfang der jeweiligen Kühler.
Eine Anleitung zur Kühlerinstallation ist hier zu finden.

Testmethode

Die Kühlersets wurden in einem separaten Kreislauf betrieben, in dem folgende Teile verwendet wurden:

- Laing DDC mit EK X-Res Aufsatz
- 13/10 Masterkleer-Schläuche
- HWLabs Black Ice GTS 140 Radiator
- 1x Sharkoon System Fan Power @ 12 Volt am Radiator
- 4x analoger Wassertemperatursensor
- 3x digitaler Temperatursensor für die Umgebungstemperatur
- GMR Durchflusssensor
- T-Balancer bigNG mit Sensorhub

Folgende Software wurde verwendet:

- Prime95 (small FFT)
- Asus Probe II (Mainboard-Software)

Der Test läuft folgendermaßen ab: Der Kreislauf wird befüllt und komplett entlüftet. Danach wird Prime95 mit small FFT gestartet und während 45 Minuten betrieben. Asus Probe II liest die North- und Southbridge-Temperaturen aus, die digitalen Sensoren messen die Umgebungstemperatur und die analogen Sensoren messen die Wassertemperatur. Ist der 45-minütige Belastungstest beendet, werden die Temperaturen am Schluss des Testlaufs erfasst und die Resultate daraus abgeleitet.
Da die NB- und SB-Temperaturen sehr stabil sind und es hier auch nicht auf jedes zehntel-Grad ankommt, ist eine solch einfache Testmethode für diese Komponenten genügend.
Durchfluss

Der GMR Durchflusssensor misst den Durchfluss und die Werte werden vom T-Balancer Sensorhub aufgezeichnet. Dies sind die Resultate der Kühlersets:


* Das Koolance-Set wurde zusammen mit den Spannungswandler-Kühlern von MIPS sowie auch zusammen mit den Spannungswandler-Kühlern von Bitspower getestet.

Die Tatsache, dass die Wasserkanäle beim Bitspower-Kühler sowohl im Deckel als auch im Boden eingefräst sind, macht sich in Form von einem höheren Durchfluss bemerkbar. Auch die Spannungswandler-Kühler von Bitspower erweisen sich als weniger restriktiv als diejenigen vom MIPS.


Kühlleistung



Auch beim Temperaturvergleich liegt Bitspower leicht vorne. Dies liegt sicherlich auch daran, dass den Bitspower-Kühlern die sehr hochwertige Arctic Silver 5 Wärmeleitpaste beiliegt, während bei Koolance eine Noname-Silikonwärmeleitpaste im Lieferumfang ist. Wir haben die Kühler mit den jeweils beigelegten Pasten getestet.




Um die Resultate etwas in ein Verhältnis zu setzen, schauen wir uns noch die absoluten Temperaturen bei 24 Grad Celsius Umgebungstemperatur an. Diese Werte sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn die absoluten Temperaturen mit der Wasserkühlung hängen von der Wassertemperatur ab und diese wiederum davon, wie viele Komponenten im Kreislauf eingebunden sind und wie das Wasser gekühlt wird.
Was auf jeden Fall deutlich wird, ist dass die Temperaturen mit beiden Wassserkühlungssets sehr deutlich besser sind als mit dem Originalkühler. Außerdem wird auch ersichtlich, dass die Temperaturunterschiede zwischen den Kühlersets vernachlässigbar klein sind.

Preise

Wegen mangelnder Verfügbarkeit der Bitspower-Kühler in unseren Breitengraden können wir zur Zeit keinen direkten Preisvergleich machen. Ein komplettes Koolance-Kit für das Rampage II Extreme (inklusive Spannungswandler-Kühler) ist in den USA für 150 Dollar erhältlich. Das komplette Bitspower-Set ist mit 220 Dollar wesentlich teurer.
Die Dollar-Preise lassen sich allerdings nicht 1:1 übernehmen, daher lässt sich nur abschätzen, dass das Bitspower-Set sehr wahrscheinlich teurer sein würde, wenn es hier erhältlich wäre, aber wir können nicht sagen um wie viel.


Impressionen

Fazit und Awards
Bitspower Black Freezer AIX58NSE

Das Kühlerset von Bitspower hat einen Makel: Die Vernickelung des Hauptkühlers ist nicht perfekt gelungen. In jeder anderen Hinsicht kann geben die Bitspower-Kühler eine sehr gute Figur ab. Bei der Mainboard-Kühlung stehen nicht unbedingt Tiefst-Temperaturen im Vordergrund. Die Black Freezer können dennoch mit guter Kühlleistung glänzen, sind gleichzeitig aber darauf optimiert, den Durchfluss nicht zu stark zu behindern. Lässt sich nur noch hoffen, dass die Kühler bald auch in Deutschland erhältlich werden.

Wir verleihen dem Bitspower Black Freezer AIX58NSE den DeXgo-Silber-Award.
Koolance MB-ASR2E

Der Koolance-Kühler hat, wie auch der von Bitspower, leider einen optischen Makel. Angesichts des sonst sehr schönen Designs ist das natürlich etwas schade. Was die Kühlleistung betrifft, liegt der Koolance-Kühler zwar etwas hinter dem von Bitspower, aber nicht in einem Ausmaß, das wir als signifikant bezeichnen könnten. Wer in seiner Wasserkühlung auf Highflow aus ist, wird sich eher etwas daran stören, dass die Koolance-Kühler etwas restriktiver sind, als die von Bitspower. Aber auch hier: Der Unterschied ist zwar vorhanden, jedoch nicht dramatisch. Wer das Koolance-Set aus ästhetischen Gründen besonders mag, kann trotz der kleineren Mängel unbesorgt zugreifen.

Das Koolance MB-ASR2E Set erhält den DeXgo-Bronze-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Bitspower.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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