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Scythe Big Shuriken


Einleitung

Scythe ist seit einigen Jahren Synonym für erstklassige Kühllösungen. Nicht nur, dass die Kühler der Japaner um die Leistungsspitze mitkämpfen, nein sie sind auch stets recht günstig. Neben Tower-Kühlern werden ebenso auch Kühler im Top-Flow-Design konstruiert, dazu zählen auch kleine HTPC-Kühler. Den neusten Spross dieser Gattung haben wir heute im Test, den Scythe Big Shuriken. Wie sich die vergrößerte Version des altbekannten HTPC-Kühlers schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Schon die Größe der Verpackung lässt erahnen wie klein der Big Shuriken ist. Der lediglich 14 Zentimeter breite, 17 Zentimeter hohe und nicht ganz sieben Zentimeter tiefe Karton beinhaltet neben dem Big Shuriken auch noch alles was zur Montage des Kühlers benötigt wird. Auf dem Karton befindet sich in der Scythe typischen Aufmachung Bilder und technische Angaben vom Kühler. Dazu zählen unter anderem die geringe Bauhhöhe von lediglich 58 Millimetern, der nur zwölf Millimeter hohe Lüfter und das werkzeugfreie Montagematerial.
Zum Lieferumfang gehören die Installationsanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste sowie die Halterungen für die Sockel 478, 775, 1366, 754, 939, 940, AM2, AM2+ und AM3.

Der Kühler im Detail

Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist der Kühler 20 Millimeter länger und breiter geworden. Die Höhe hingegen konnte um sechs Millimeter reduziert werden. So misst der Kühler nun noch 125 x 135 x 58 Millimeter.
Neben der Fläche ist auch die Anzahl der verbauten Heatpipes gewachsen. Waren es beim Shuriken noch drei an der Zahl sind es beim Big Shuriken vier. Diese sollen neben dem 120-Millimeter-Lüfter, welcher lediglich zwölf Millimeter dick ist, für eine gute Performance sorgen.
Um euch nochmals einen Eindruck davon zu geben, wie klein der Kühler ist haben wir den Big Shuriken neben einem SilenX iXtrema PRO, mit einer Bauhöhe von 38 Millimetern, gestellt.
Der verbaute Lüfter gehört zur kürzlich vorgestellten "Slip Stream 120 mm Slim"-Serie und arbeitet mit maximal 1.600 Umdrehungen pro Minute. Befestigt wird der PWM-Lüfter mit Hilfe zweier Haltebügel. Die maximale Lautstärke des Lüfters ist mit fast 29 dB(A) angegeben, während des Betriebes ist der Lüfter jedoch so gut wie kaum zu hören. Der maximale Luftdurchsatz beträgt 65 Kubikmeter pro Stunde..

Der Kühler im Detail

Ohne Lüfter schrumpft der Big Shuriken nochmals um einige Millimeter. Nimmt man es genau sind es derer nur zehn, die Umrandung, welchen der Lüfter hält, misst selbst zwei Millimeter.
Schaut man sich den Big Shuriken von der Seite an fallen einem mehrere Dinge auf. Da ist zum einen die leicht hängenden Seiten, welche durch die gebogen Heatpipes zu Stande kommen und mit montiertem Lüfter nicht vorhanden sind. Auch der große Passivkühlkörper direkt über der Bodenplatte wirkt beim kleinen Big Shuriken nahezu riesig. Als drittes ist gut zu erkennen, wie die Heatpipes vom Kühlerboden gleichmäßig geschwungen zu beiden Seiten auslaufen. Deutlich wird dies auch noch beim Blick von unten auf den Kühler.
Da die oberen Lamellen die Heatpipes nicht umschließen, müssen diese zwangsläufig miteinander verlötet werden. Dies sorgt nicht nur für den sicheren Halt, auch der Wärmeübertragung kommt dies zu gute. Der Kontakt zur Bodenplatte entsteht durch das einquetschen der Heatpipes zwischen besagter Bodenplatte und dem Passivkühlkörper.
Die Bodenplatte besteht aus vernickeltem Kupfer und ist, wie wir es von Scythe gewohnt sind, auf Hochglanz poliert.

Die Montage

Die Montage des Big Shuriken erfolgt auf Intel-Systemen mit Hilfe der Push-Pins. Diese sind durch die geringe Bauhöhe und der ausladenden Form schwer zu erreichen und so ist der Big Shuriken kein Kühler, den man häufig montiert und demontiert. Da der Kühler aber für HTPC-System konzipiert ist, sollte dies die wenigsten Anwender stören. Wer es dennoch etwas einfacher haben möchte, sollte zum "CPU Cooler Stabilizer 775"-Kit greifen, mit dessen Hilfe der Kühler verschraubt werden kann.
Bezüglich Kompatibilität können wir dem Shuriken ein positives Fazit aussprechen. Lediglich wenn die Heatpipes horizontal verlaufen werden hohe Heatpsreader vom Arbeitsspeicher blockiert, sofern dieser am CPU-Sockel nahem Slot verbaut wird. Arbeitsspeicher mit flachen oder ohne Heatspreade passt problemlos unter den Kühler, sollte aber vor Montage des Big Shuriken installiert werden.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Beim Big Shuriken haben wir nur die Möglichkeit den flachen Original-Lüfter gegen unseren Scythe Kama Flex zu tauschen. Dementsprechend kurz ist das folgende Diagramm.

Beim Betrieb mit fünf Volt lieferte der Lüfter des Scyhte Big Shuriken kein Tachosignal mehr an das Mainboard, und so können wir euch dort keine Drehzahl präsentieren. Der Luftdurchsatz reichte so jedoch nicht mehr aus, um die hitzigen i7 ausreichend zu kühlen. Das gleiche Bild haben wir auch, beim Betrieb des Kama Flex mit 800 und 1200 U/min. Überrascht hat uns jedoch, dass der HTPC-Kühler es schon beim Einsatz des Kama Flex mit 1.200 U/min schaffte den i7 ausreichend zu kühlen, die Temperatur lag dort auf Niveau des Original-Lüfters beim Betrieb mit zwölf Volt.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Der Lüfter des Scythe Big Shuriken arbeitete bei unseren Test mit durchschnittlich 1.600 U/min.

Bei diesem Test fiel der Kühler auf den letzten Platz des Testfeldes, auch hinter den Intel-Boxed-Kühler, dessen Lüfter mit fast 800 U/min mehr dreht.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Bei reduzierter Spannung gibt der Lüfter kein verwertbares Tachosignal mehr zurück.

Wie bis dato alle Top-Flow-Kühler schafft auch der Big Shuriken den übertakten i7-920 nicht ausreichend zu kühlen, wenn der Lüfter nur noch mit fünf Volt betrieben wird.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Befeuern wir den kleinen Kühler mit 1.700 Umdrehungen pro Minute und vergleichen die Werte mit den anderen getesteten Kühlern fällt uns eines sofort auf, im kleinen Kühler steckt noch mehr potential als zuerst angenommen. So verweißt er den deutlich größeren Scythe Kabuto auf den letzten Platz und sortiert sich nur knappe acht Kelvin hinter dem Erstplatzierten ein.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Reduzieren wir die Drehzahl auf 1.200 U/min rutscht der Big Shuriken wieder auf den letzten Platz ab. Die geringe Kühlfläche und der enge Lamellenabstand werden ihm bei reduziertem Luftdurchsatz zum Verhängnis.


800 Umdrehungen pro Minute


Wie Eingangs schon gezeigt reicht die Kühlleistung bei 800 U/min nicht mehr aus um den i7 ausreichend zu kühlen.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei lediglich 400 U/min streichen nun alle Kühler die Segel, keiner schafft es mehr den Prozessor unter unserer magischen 70 Kelvin Grenze zu halten.

Fazit

Viele werden sich fragen, was sollen wir mit diesem Kühler anfangen? Die Kühlleistung scheint für den Preis von 30 Euro einfach zu gering zu sein, denn selbst der Boxed-Kühler erledigt seine Arbeit scheinbar besser. All diejenigen werden wir kurz aufklären.
Der Lieferumfang fällt recht knapp aus und umfasst nur das Nötigste, was man zur Nutzung des Kühlers benötigt. Die Verarbeitung des Kühlers lässt keine Wünsche offen und so zeigt sich der Kühler in einem sehr guten Zustand. Bei der (De-)Montage könnte Scythe nach einer einfacheren Möglichkeit suchen, als das umständliche Gefummel mit den Push-Pins, da man in der Regel aber den Kühler nicht andauernd montiert und demontiert wollen wir hier ein Auge zu drücken. Bei den meisten Nutzern im HTPC-Bereich wäre eine Verschraubung auf der Rückseite umständlicher als die Nutzung der Plastik-Stifte. Kommen wir nun zur Kühlleistung. Als Erstes sollte jeder bedenken, dass der Kühler für die Nutzung in einem HTPC vorgesehen ist. Dort ist meist wenig Platz vorhanden und noch seltener werkelt dort ein hitzköpfiger Core i7 der auch noch munter übertaktet wurde. Der Kühler leistet einen guten Job, ist er doch deutlich leiser als das was Intel den Prozessoren von Hause aus mit liefert. Wer einen kleinen Boost an Kühlleistung dennoch möchte, nimmt einfach einen tieferen Lüfter. Von dem größeren statischen Druck profitiert der Kühler stark, aber auch ohne Modifikation kühlt der Scythe Big Shuriken jeder aktuelle unübertakte CPU ausreichend.


Pro & Contra

Pro
+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr kompakte Bauweise

Contra
- Kühlleistung nur im hinteren Bereich
- Demontage auf Intel-Systemen fummelig.


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir Scythe Big Shuriken den DeXgo-Silent-Award.
DeXgo-Silence-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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