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Maxcube Black Tornado S1283V


Einleitung

Bereits im April diesen Jahres stellten wir ein erstes Produkt vom taiwanesischen Hersteller Maxcube vor. In unserem heutigen Review dreht es sich dieses mal nicht um ein Gehäuse, sondern um einen CPU-Kühler, der nicht nur optisch einen guten Eindruck hinterlassen soll. Dank bekannter H.D.T.-Technologie, drei dicker Heatpipes und eines durchsatzstarken Lüfters soll der Maxcube Black Tornado solide Kühlergebnisse abliefern. Was ihr genau erwarten dürft, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Maxcube Black Tornado ist in einer aggressiven Farbkombination, schwarz-gelb, gehalten. Auf der Vorderseite ermöglicht ein Sichtfenster einen ersten Blick auf den Lüfter des Black Tornado, die Rückseite listet die technischen Daten des Kühlers auf. Dazu zählen unter anderem das Gewicht von 600 Gramm mit Lüfter, der H.D.T.-Boden, sowie die Kompatibilität zu den Sockeln 775, 1366, 754, 939, 940 und AM2.
Zum Lieferumfang gehören neben dem Lüfter noch vier Gummientkoppler, die Bedienungsanleitung, eine Tüte mit Wärmeleitpaste sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel.
Der Transparent-schwarz gehaltene Lüfter verbraucht bei zwölf Volt rund 3,7 Watt. Dabei erzeugt er einen Volumenstrom von fast 152 m³/h bei einer angegebenen Lautstärke von 30 dB(A). Der Lüfter verfügt über einen PWM-Anschluss und kann so automatisch geregelt werden, verzichtet man auf dies so dreht der Lüfter mit ungefähr 2.200 Umdrehungen pro Minute. Um auch etwas für die Optik zu tun, besitzt der Lüfter vier weiße 3-Millimeter-LED die diesen im Betrieb erleuchten lassen.

Der Kühler im Detail

Der komplette Kühler wurde schwarz vernickelt und präsentiert sich auf den ersten Blick in einem sehr guten Zustand. Wer sich ein wenig im Luftkühlungsbereich auskennt und die Entwicklungen der letzten Jahre mit verfolgt hat, dem wird sofort die Ähnlichkeit zum Xigmatek Dark Knight auffallen. Der Namenszusatz S1283V zeigt die Verwandschaft der beiden Kühler deutlich und auch optisch sind beide Kühler identisch.
Die 54 Aluminium-Lamellen haben einen Abstand von ca. 1,5 Millimeter zu einander. Insgesamt kommt der Kühler so auf eine Höhe von fast 16 Zentimetern, bei einer Breite von 12 Zentimetern und einer Tiefe von ca. 50 Millimetern. Mit seinen drei 8-Millimeter-Heatpipes gehört der Black Tornado so zu den eher schmaleren Kühlern.
Durch die Vernickelung des Kühlers spiegeln die Lamellen und die Heatpipes recht stark. Bis auf einige kleine Stellen, welche nicht ganz sauber verarbeitet sind, kann die Optik durchweg überzeugen. Ein Nachteil der Vernickelung ist jedoch, dass der gesamte Kühler sehr anfällig für Fingerabdrücke ist und der Kühler so nach der Montage nochmals geputzt werden sollte.
Um ein verrutschen der Lamellen zu verhindern sind diese an den Außenseiten abgewinkelt. So wird der Abstand von ca. 1,5 Millimetern aufrecht gehalten. Bei der Ansicht von der Seite erkennt man auch gut, wo die Gummientkoppler des Lüfters angebracht wird. Leider ist es nicht möglich den Kühler mit zwei Lüftern zu bestücken.
Die Verarbeitung des Kühlers kann bis zu diesem Punkt voll und ganz überzeugen. Die Lamellen sitzen fest, die Nickelschicht ist ordentlich aufgebracht und das Design gefällt.

Der Kühler im Detail
Die drei Heatpipes werden durch einen Aluminiumboden zusammen gehalten und bilden mit diesem die Grundplatte des Kühlers.
Die Unterseite des Kühlers, also die Auflagefläche zur CPU, ist während des Transportes von einer Folie geschützt. Wird diese entfernt zeigt sich ein stumpfer Boden, welcher einige Bearbeitungsspuren aufweißt.
Was optisch nicht so stark ersichtlich ist, zeigt sich beim fühlen des Bodens. Viele kleine Unebenheiten, wie kleine Metallspäne, lassen sich auf dem Boden ertasten. Scheinbar wurde der Kühler vor dem vernickeln nicht richtig gereinigt oder beim vernickeln konnten sich Rückstände am Boden festsetzen.
Der mitgelieferte 120-Millimeter-Lüfter lässt sich leicht montieren und ist während des Betriebs als laut zu bezeichnen. Wer die Möglichkeit hat sollte die PWM-Regelung nutzen um so die Geräuschkulisse deutlich zu reduzieren.
Die Montage des Lüfters ist recht simpel. Ob die Gummientkoppler zuerst am Kühler oder am Lüfter angebracht werden spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle. Vibrationen nehmen die vier recht weichen Gummihalter gut auf, an der Geräuschkulisse ändert dies aber leider wenig. Die Beleuchtung ist bei Tageslicht nicht sehr stark, aber deutlich sichtbar. Im dunklen zeigen die vier weißen LED ihre wahre Kraft und sorgen dafür, dass der Lüfter im Rechner erstrahlt.

Die Montage

Während bei AMD-Systemen die Montage mit Hilfe des Bügels von statten geht, wird der Kühler bei Intel-Systemen verschraubt. Dies gestaltet sich äußerst einfach, da alle vier Schrauben, immer abwechselnd, bis zum Anschlag eingeschraubt werden können. Die Federn sorgen für den optimalen Anpressdruck.
Wird der Kühler zur Rückwand ausgerichtet sollte es kaum zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Dank der geringen Tiefe des Kühlers ist genügend Abstand zu den RAM-Bänken vorhanden. Bei sehr hohen Northbridge-Kühlern könnte es eng werden, dies hängt jedoch von der Lage und der Form der Kühler ab.
Wird der Maxcube Black Tornado zum Netzteil hin ausgerichtet sollte es ebenfalls zu keinen Problemen kommen. Die RAM-Bänke sind nun zwar näher herangerutscht, jedoch reicht der Platz noch aus, um auch Speicher mit hohem Heatspreader zu verbauen.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe von Scythe Kama Flex 1900. Diese regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Bei Kühlern die zwei Lüfter unterstützen verbauen wir zwei der Lüfter im Push-Pull-Betrieb und nehmen hier Testwerte bei den Drehzahlen 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem oder auch zwei Scythe Kaze Maru Lüftern getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Da beim Maxcube Black Tornado nur ein Lüfter montiert werden kann ist das folgende Diagramm recht übersichtlich.

Gut zu erkennen ist, dass ein geringer Luftdurchsatz, nahe am Passiv-Betrieb, den Kühler überfordert. Bei 800 Umdrehungen pro Minute mit dem Scythe Kama Flex 1900 reicht die Kühlleistung jedoch schon aus, um unseren übertakten i7 zu kühlen. Auch erkennt man recht gut, dass es keinen Unterschied macht ob der Lüfter mit 1.700 oder 2.000 Umdrehungen dreht und schon ab 1.200 Umdrehungen die Temperatur nur noch langsam sinkt.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Beim Test der Serienbelüftung dreht der Lüfter des Maxcube Black Tornado bei zwölf Volt mit durchschnittlich 2.050 Umdrehungen pro Minute.

Der erreichte Wert liegt auf dem Niveau des kürzlich getesteten Cooler Master Hyper 212 Plus und des Alpenföhn Brocken.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Bei fünf volt Betriebsspannung sinkt die Drehzahl des PWM-Lüfters auf rund 500 Umdrehungen pro Minute ab. Der noch vorhandene Luftdurchsatz ist sehr gering.

Auch der Maxcube Black Tornado schafft es nicht den übertakten i7-920 unter diesen Bedingungen zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe Kama Flex 1900)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Bei der stärksten Belüftung in unserem Test sortiert sich der Maxcube Black Tornado knapp vor dem Cooler Master Hyper 212 Plus in das Testfeld ein.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei 1.200 Umdrehungen pro Minute bleibt die Position und auch die Abstände zu den umliegenden Kühlern nahezu unverändert.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei einer Belüftung mit lediglich 800 Umdrehungen pro Minute beträgt der Rückstand zum erstplatzierten ca. sechs Kelvin. Die Position des Black Tornado ist immer noch die gleiche.


400 Umdrehungen pro Minute


Beim fast Passiv-Betrieb reicht die Belüftung für viele der Kühler nicht mehr aus um den i7 ausreichend zu kühlen. Dieser Test stellt eine extreme Anforderung an alle Kühler dar und so schafft es bis dato nur der Prolimatech Megahalems den i7 unter einem Delta von 70 Kelvin zu halten.

Fazit

Der Black Tornado von Maxcube mag zwar nur ein umgelabelter Xigmatek Dark Knight sein, aber auch bei Neuauflagen kann so einiges schief gehen. Maxcube hat es geschickt vermieden, unnötige Fehler zu begehen und so bietet sich einem ein rundes Gesamtpaket an. Die Verpackung erfüllt ihren Zweck gut und schütz den Inhalt ausreichend, dieser umfasst alles notwendige um den Kühler in Betrieb zu nehmen. Auch stimmt die Verarbeitung im Ganzen, nur die unsaubere Bodenplatte müsste verbessert werden. Die Montage des Kühlers gestaltet sich angenehm einfach und sicher, auch wenn das Mainboard dafür ausgebaut werden muss. Die Kühlleistung ist ausreichend, um auch High-End-Prozessoren zu kühlen, zum übertakten ist aber nur Spielraum vorhanden, wenn ein schnell drehender Lüfter genutzt wird. Zur Steigerung der Kühlleistung kann nämlich leider kein zweiter Lüfter montiert werden. Der Preis wird, wenn der Kühler in Deutschland erhältlich sein wird, zwischen 30 und 35 Euro angesiedelt sein.


Pro & Contra

Pro
+ einfache Montage
+ insgesamt eine ordentliche Verarbeitung

Contra
- Kühlleistung zwar besser als der Boxed-Kühler jedoch nur im hinteren Bereich
- Nur ein Lüfter kann montiert werden
- Bodenplatte unsauber verarbeitet


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Maxcube Black Tornado unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Maxcube.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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