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Scythe Zipang 2


Einleitung

Neben diversen Tower-Kühlern besitzt Scythe ein umfangreiches Sortiment an Top-Flow-Kühlern. So wurde vor kurzem der Big Shuriken als Nachfolger des erfolgreichen HTPC-Kühlers Shuriken vorgestellt und auch der Kabuto zählt zu den Top-Flow-Kühlern. Mit dem Zipang 2 ist ein weiterer Nachfolger eines bereits erfolgreichen Konzeptes veröffentlicht worden und wartet nun darauf von uns auf Herz und Nieren geprüft zu werden. Wie sich der neuste Spross aus dem Hause Scythe schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Zipang 2 wird von Scythe wieder in der typisch bunt bedruckten Verpackung geliefert. Neben einigen Bildern des Kühlers und der Montagesysteme befinden sich auch die technische Daten an der Seite der Verpackung.
Zum Lieferumfang gehört eine Montageanleitung, eine Tüte Wärmeleitpaste sowie das Montagematerial für die Sockel 478, 775, 1366, 754, 939, 940, AM2, AM2+ und AM3.

Der Kühler im Detail

Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Zipang, hat sich an der Größe des Lüfters nichts verändert. So setzten beide Kühler auf einen 140-mm-Lüfter welcher mit 1.000 U/min dreht und fast 90 m³/h befördert.
Der verbaute Kaze Maru Ableger deckt den Kühler in der Breite ab, in der Tiefe jedoch steht er etwas über. Insgesamt ist der Zipang 2 145 Millimeter breit und 149 Millimeter tief. Die Höhe des Kühlers beträgt 106 Millimeter.

Zur Ableitung der Wärme setzt der Zipang 2 auf insgesamt sechs 6-mm-Heatpipes. Diese gehen geschwungen von der Bodenplatte in den mehrteiligen Kühlkörper aus Aluminium.
Der Zipang 2 besitzt einen 140-mm-Lüfter in Form eines leicht modifizierten Kaze Maru. Die beiliegende Klammern halten den Lüfter - und jeden anderen 120-mm-Lüfter - sicher auf dem Kühler fest. Für "echte" 140-mm-Lüfter sind die Halteklammern jedoch nicht geeignet.
Der Kaze Maru arbeitet bei zwölf Volt mit ca 950 U/min und verbraucht dabei ca. 1,44 Watt.

Der Kühler im Detail

Auch der Zipang 2 setzt auf den beim Mugen 2 eingeführten M.A.P.S. Aufbau, welchen wir auch schon in leicht abgewandelter Form beim Kabuto gesehen haben. So erhält jede der sechs Heatpipes ihren "eigenen" Kühlkörper, durch die der Luftstrom perfekt ausgenutzt werden soll.
Mittlerweile ein Markenzeichen von Scythe ist der zweite kleine Kühlkörper, welcher sich unter dem Hauptkühlkörper auf der Bodenplatte befindet.
Was auf den ersten Blick nicht sofort auffällt erkennt man deutlich, wenn man den Kühler direkt vor sich stehen hat. So ist die Bodenplatte nicht zentral unter dem Hauptkühlkörper gelegen, sondern leicht nach links versetzt.
Die Bodenplatte ist während des Transportes durch eine dünne Folie geschützt, entfernt man diese erstrahlt der vernickelte Kupferboden mit seiner Hochglanzpolitur förmlich.

Die Montage

Die Montage des fast 15 x 15 Zentimeter großen Kühlers erfolgt auf Intel-Systemen mit Hilfe der mitgelieferten Push-Pins. Diese sind, je nach Mainboard und dessen Kühlkörper, mal besser und mal schlechter zu erreichen. Da der Zipang 2 aber recht hoch ist, sollte es dennoch möglich sein recht problemlos den Kühler zu montieren. Wer sich die Arbeit etwas erleichtern möchte, sollte das Mainboard vor der Montage aus dem Gehäuse ausbauen.
Generell kommt es beim Zipang 2 zu keinen Komplikationen, wenn Arbeitsspeicher mit flachen Heatspreadern verbaut sind.
Soll Arbeitsspeicher mit einem hohem Hitzeschild verbaut werden, so wird dies meist zu einem Konflikt führen, da der Kühler über den sockelnahesten Steckplatz ragt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3 GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Der Scythe Zipang 2 unterstützt neben 140-mm-Lüftern auch Lüfter im 120-mm-Format und so fällt das folgende Diagramm etwas größer aus, als bei den meisten anderen Top-Flow-Kühlern.

Recht gut zu erkennen ist, dass die erhöhte Fläche des Kaze Maru nur geringfügig in bessere Temperaturen umgesetzt werden kann. Gerade im Bereich von 1.200 U/min beträgt der Unterschied nur magere 1,4 Kelvin. Dies bedeutet aber auch im Umkehrschluss, gerade im Bereich mit geringer Drehzahl lohnt sich der Einsatz von großen Lüftern (3,8 Kelvin bei 800 U/min).


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Beim Betrieb mit zwölf Volt erreicht der verbaute Lüfter eine durchschnittliche Drehzahl von 950 U/min.

Schön zu erkennen ist, das der Zipang 2 trotz des langsam drehenden, sehr leisen Lüfters nur von zwei Kühlern geschlagen wird. Beide müssen hierfür aber auf deutlich schnellere Lüfter setzen.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Bei fünf Volt Betriebsspannung sinkt die Drehzahl des Lüfters auf 475 U/min ab.

Der noch vorhandene Luftstrom und somit die Kühlleistung reicht nicht mehr aus um den übertakten i7 noch ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Der Zipang 2 kann ich sich bei hoher Drehzahl dicht an das Spitzenduo schieben und liegt mit diesem praktisch gleich auf. Vergleichen wir die Leistung mit den drei anderen Scythe Kühlern, erkennen wir einen doch teilweise sehr deutlichen Leistungsunterschied.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei 1.200 U/min hält der Zipang 2 seinen zweiten Platz, verliert zur Spitze aber ein knappes Kelvin.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei 800 U/min kann der Zipang 2 seinen Platz behaupten, der Thermalright AXP-140 rutscht auf den vierten Platz ab, während sich der Xilence Black Hawk Copper auf den zweiten Platz vor schieben kann.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei der nur noch 400 U/min starken Belüftung schafft es keiner der getesteten Kühler den i7 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kaze Maru)

Neu im Top-Flow-Bereich sind die ersten Tests mit einem Kaze Maru Lüfter, für alle Kühler die die Montage unterstützten. Den Xilence Black Hawk Copper haben wir zusätzliche mit aufgenommen, da seine Gummientkoppler auch unseren Referenzlüfter aufnehmen können, auch wenn dies eigentlich nicht so gedacht ist.

1.200 Umdrehungen pro Minute


Mit dem größeren Lüfter und der damit vergrößerten belüfteten Kühlfläche schiebt sich der Zipang 2, wenn auch sehr knapp, an die Spitze des Testfeldes.


800 Umdrehungen pro Minute


Auch bei 800 U/min liegt der Zipang 2 vor den beiden anderen Kühlern. Vergleichen wir die Ergebnisse mit denen der 120er-Tests erkennen wir gut, dass der Zipang besser mit dem größeren Lüfter skaliert, als der Thermalright AXP-140.


400 Umdrehungen pro Minute


Trotz vergrößerter Belüftung schafft es auch mit dem 140-Millimeter-Referenzlüfter kein Kühler den i7 mit lediglich 400 U/min ausreichend zu kühlen.

Fazit

Man könnte denken, der Zipang 2 ist nur ein weiterer Top-Flow-Kühler aus dem Hause Scythe. So macht dies am Anfang auch den Anschein. Verpackung und Lieferumfang unterscheiden den Kühler nicht von seinen Artgenossen aus eigenem Hause. Die Verarbeitung ist makellos und bietet keinen Grund zum Tadel. Die Bauform, bzw. die Größe des Kühlers, ist das einzige was wir gering kritisieren können. Denn durch seine ausladenden Formen kommt es je nach Mainboard und Speicher zu Komplikationen, auch wenn Scythe dies durch eine geschickte Biegung der Heatpipes weitestgehend umgeht. Bei der Kühlleistung kann sich der Zipang 2 deutlich vor die brüderliche Konkurrenz setzen und auch den beiden momentan besten Kühlern, dem Thermalright AXP-140 und dem Noctua NH-C12P, ist der Zipang dicht auf den Fersen. Man kann sogar sagen, es ist nun ein Spitzentrio geworden. Gerade durch die Leistungen im Betrieb mit einem 140-mm-Lüfter reiht sich der Scythe Zipang 2 in die absolute Spitze der Top-Flow-Kühler ein. Für rund 35 Euro wechselt der Scythe Zipang 2 den Besitzer und ist so eine echter Alternative zu den bisherigen Platzhirschen.


Pro & Contra

Pro
+ einfache Montage
+ insgesamt eine ordentliche Verarbeitung
+ gute Kühlleistung in Verbindung mit einem 140-mm-Lüfter
+ leiser Betrieb

Contra
- je nach Mainboardlayout kann es zu Kompatibilitätsproblemen mit dem Arbeitsspeicher kommen


Award

Der Scythe Zipang 2 verdient sich dank der gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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