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In Win Commander 650 Watt


Einleitung

Ohne Strom funktioniert kein heimischer Computer und da gerade in modernen Spielerechner meist teure Hardware verbaut ist, sollte gerade die Stromversorgung in die Hände qualitativ hochwertiger Hardware gegeben werden. Da bei vielen aber auch die Optik eine große Rolle spielt, versuchen die Hersteller mit verschiedenen Designs die geneigten Käufer von den eigenen Produkten zu überzeugen. In Win hat mit dem Ammo bereits ein Produkt im Militär-Look vorgestellt und so ist auch das Commander in einem ähnlichem Style gehalten. Genaueres erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Schon die Verpackung unterstreicht den Militär-Look des Netzteiles und ist mit einem Tarnmuster versehen. In einem kräftigen Gelb-Farbton ist auf der Vorderseite die Leistung des erworbenen Netzteiles aufgebracht, die Rückseite listet die Features kurz auf und gibt Auskunft über die Verteilung der zur Verfügung stehenden Leistung auf den verschiedenen Schienen.
Der Lieferumfang des In Win Commander fällt gut aus und umfasst zwei Aufbewahrungstaschen, drei Kabelbinder, vier Montageschrauben, eine Bedienungsanleitung sowie die modularen Kabel.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: IRP?-COM650
Leistung: 650 Watt
Peak Power: k.A.
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 47 - 63 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 30 A
+5,0V: 28 A
+12V1: 18 A
+12V2: 18 A
+12V3: 18 A
+12V4: 18 A
-12V: 0,8 A
+5Vsb: 3 A

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 180 Watt
+12V1 - +12V4: 624 Watt
-12V: 9,6 Watt
5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz

Äußere Ansichten

Das In Win Commander ist in einem dunklen Oliv-Grün lackiert und erinnert so stark an die Farbe, welche auch die heimische Bundeswehr bei ihren Fahrzeugen nutzt. Das Netzteil ragt insgesamt 16 Zentimeter in das PC-Gehäuse hinein und ist dabei 15 Zentimeter breit und 86 Millimeter hoch. Der Aufkleber mit den technischen Daten befindet sich nicht wie üblich an der Seite des Netzteiles sondern auf dessen Oberseite.
Die Lackierung in der Nahaufnahme. Der schwarze Aufkleber sowie die gewählte Farbe passen gut zu dem gewählten und gewünschten Militär-Style.
Bei der Belüftung des Commander 650 Watt setzen In Win auf einen großen 140-mm-Lüfter. Auch hier wurde das Konzept gut umgesetzt und so ist der Lüfter und das Lüftergitter in schwarz gehalten. Auf eine Beleuchtung verzichten In Win und dies ist aus unserer Sicht auch gut so. Um der Luft auch genug Fläche zu geben, aus der sie wieder aus dem Netzteil entweichen kann ist nahezu die gesamte Rückseite mit einem Lochgitter versehen.
An der linken Netzteilseite findet sich der Schriftzug, welcher schon auf der Verpackung zu finden war, wieder. Die rechte Seite besitzt vier Lüftungsschlitze und ist ansonsten unauffällig.

Das Kabelmanagment

An der Seite, an der die Kabel aus dem Netzteil in das Gehäuse geführt werden, befindet sich ein großer Aufkleber, welcher die Anschlussbuchsen und deren Verwendung "erklärt". So sind auf dem Aufkleber Bilder aufgebracht anhand derer zu erkennen ist welches Kabel wo angeschlossen werden muss. Das einzige nicht modulare Kabel stellt das 20+4-Pin-ATX-Stromkabel dar, welches eine Länge von fast 50 Zentimetern besitzt.
Für die Stromversorgung des Mainboards und der Grafikkarten liegen insgesamt drei Kabel bei. Das 4+4-Pin-Anschlusskabel ist 50 Zentimeter lang, die beiden 6+2-Pin-Anschlusskabel ebenso.
Für die Versorgung von Lüftersteuerungen, IDE- oder FDD-Laufwerken liegen insgesamt zwei Kabel bei. Eines der beiden Kabel besitzt vier 4-Pin-Molex-Anschlüsse, das andere Kabel stellt drei 4-Pin-Molex-Anschlüsse bereit sowie am Ende ein FDD-Stromanschluss. Bis zum ersten Anschluss sind die Kabel jeweils 50 Zentimeter lang, jeder weitere Anschluss folgt nach weiteren 15 Zentimetern.
SATA-Laufwerke können insgesamt fünf angeschlossen werden. Die Anschlüsse verteilen sich 2-zu-3 auf die beiden Anschlusskabel. Bis zum ersten Anschluss sind die Kabel wieder 50 Zentimeter lang, jeder weitere Anschluss folgt nach 15 Zentimetern.

Innenansichten

Bitte beachtet, dass das Öffnen eines Netzteils Fachpersonal zu überlassen ist, da Bauteile des Netzteils auch nach dem Trennen vom Netzstrom noch lebensgefährliche Spannungen halten können. Außerdem verliert ihr durch das Öffnen jedweden Garantieanspruch gegenüber dem Hersteller.

Um an das Innenleben zu gelangen müssen beim Commander insgesamt sechs Schrauben gelöst werden. Der 140-mm-Lüfter von Yate Loon ist mit einem Steckkontakt versehen und kann so bei Bedarf einfach getauscht werden. Schauen wir uns die Daten an, welche Yate Loon auf Ihrer Homepage zum Lüfter angeben, arbeitet dieser mit maximal 2.800 U/min, erzeugt dabei einen Luftstrom von rund 238 m³/h bei einer Geräuschkulisse von 48,5 dB(A). Dabei verbraucht der Lüfter satte 8,4 Watt.
Die Kühlkörper im Commander sind sehr großflächig und in einem Bronze-Farbton gehalten. In Win selber geben an, dass die verbauten Komponenten japanische Industrie-Qualität haben und somit recht langlebig sein sollen.
Um Schwingungen der Spulen und damit unangenehmen Tönen entgegen zu wirken, wurden alle Spulen im Netzteil mit Schrumpfschlauch ummantelt. Generell ist die Verarbeitung des Innenraumes sauber und wirkt gut durchdacht.
Alle Lötstellen wurden wenn nötig mit Schrumpfschlauch versehen. Einzelne Kabel, welche direkt an der Platine enden, sind davon ausgenommen. Die Kabelführung im Innenraum und die Sicherung des ATX-Stromkabels sind gut gelöst.

Praxistest

Wie auch schon beim Test des Scythe Kamariki 4 setzten wir auch dieses mal das Netzteil mehrfach verschiedenen Belastungsszenarien aus. So ermitteln wir nicht nur Werte bezüglich der Stabilität der Leitungen, auch den Gesamtverbrauch des Systems haben wir während der Testläufe erfasst.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten Zusammen:

- Asus P6T
- Intel Core i7-920 @ 3 GHz @ 1,25 Volt
- 3GB takeMS take3 DDR3-1333
- Nvidia Geforce 8800 GTS (G80)
- Nvidia Geforce GTX285
- Samsung HD501LJ
- T-Balancer bigNG


Stabilität

Wie nicht anders zu erwarten blieben alle überwachten Schienen innerhalb der ATX-Spezifikationen.


Effizienz

Mit Hilfe eines ELV EM 3000 haben wir den Gesamtverbrauches während drei verschiedener Belastungsszenarien gemessen. Hierbei ist einmal der Idle-Betrieb ohne jegliche Last überwacht worden, auch wurde der Verbrauch mit ausgelastetem Prozessor gemessen und der Verbrauch bei Last auf dem Prozessor und den Grafikkarten. Anzumerken ist noch, dass das ELV EM 3000 eine Messtoleranz von 1,5 Prozent ab einem Messbereich von 100 Watt besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 197 und 203 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.





Beim Vergleich der Werte erkennt man gut, dass das Commander 650 Watt nicht an das Enermax LibertyECO herankommt und gerade in den Last-Phasen hinter diesem liegt (14 Watt - ca. 3,5% Unterschied). Der Vergleich zum Scythe Kamariki 4 ist schon etwas ausgeglichener, aber auch hier schneidet das In Win Commander leicht schlechter ab. Insgesamt sind die erreichten Werte jedoch gut.


Lautstärke

Der große 140-mm-Lüfter sorgte während des Testzeitraumes dafür, dass das Netzteil zum Großteil leise zu Werke geht. Lediglich in den Phasen mit hoher Belastung wurde das Netzteil hörbar.

Fazit

Das In Win Commander verbreitet seinen eigenen Charm. Das Konzept - die militärische Aufmachung - wird nicht jedermann ansprechen jedoch ist die Qualität, welche In Win abliefern gut. Die Verpackung ist ordentlich und der Lieferumfang umfasst mehr als man dies bei einigen anderen Herstellern kennt. Bei der Verarbeitung leistet sich das In Win Commander 650 Watt keine Schwächen und auch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Anschlüsse sind können sich sehen lassen. Einzig bei der Effizienz kann das Commander nicht so klar überzeugen wie in den anderen Punkten. So liegt es in unserem Test hinter dem Enermax ECO80+ und dem Scythe Kamariki 4, erreicht aber dennoch ordentliche Werte. Da das Netzteil momentan noch nicht in Deutschland verfügbar ist, können wir über den Preis noch nichts abschließendes sagen, jedoch sollte er sich vermutlich knapp unter der 100-Euro-Grenze bewegen.


Pro & Contra

Pro
+ ungewöhnliches Äußeres
+ gute Verarbeitung
+ guter Lieferumfang

Contra
- Effizienz liegt knapp hinter der Konkurrenz
- Lüfter ist bei hoher Last hörbar


Award

Wir verleihen dem In Win Commander in der 650 Watt Ausführung unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von In Win.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread