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Cooler Master Hyper Z600


Einleitung

Vor kurzem erst stellte Cooler Master den neuen Low-Budget-Kühler Hyper 212 Plus vor, welchen wir ausführlich testeten. Doch auch im gehobenen Preissegment mit stärker Kühlleistung hat Cooler Master so einige interessante Kühler im Angebot. So planen wir demnächst eine kleine Reihe von Kühlern vorzustellen, welche nicht nur optisch eine gute Figur machen sollen, sondern auch bei der Kühlleistung. Den Anfang machen wir mit dem mittlerweile über einem Jahr alten Cooler Master Hyper Z600, welcher dank eines neuen Montage-Kits nun auch mit dem Sockel 1366 kompatibel ist. Wie sich der Koloss auf unserem übertakten i7 geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Hyper Z600 wird in einem eher schlichten Karton geliefert, auf dem sich nur wenige Informationen und Bilder zum Kühler finden lassen. Die Angaben zu den technischen Spezifikationen beschränken sich auf das Gewicht, die Größe, die Materialwahl und die empfohlenen Lüfter. Auf die einzelnen Punkte gehen wir später genauer ein.
Der Lieferumfang ist recht reichhaltig und umfasst eine Garantiekarte, eine Bedienungsanleitung, das Montagematerial für die Sockel 775, 940, AM2 und AM2+, sowie die Halterungen für insgesamt zwei Lüfter.

Der Kühler im Detail

Der Hyper Z600 sieht nicht nur groß aus, er ist es auch. Mit seinem stolzen Gewicht von 1045 Gramm ist er nicht nur groß, sondern auch schwer. Der Aufbau des Kühlers ist symmetrisch in beiden Richtungen.
Insgesamt sorgen sechs 6-Millimeter-Heatpipes für den Wärmetransport vom kupfernen Kühlerboden zu den Lamellen aus Aluminium. Um dem Hyper Z600 einen optisch runden Abschluss zu geben, hat Cooler Master dem Kühler einen "Hut" aufgesetzt.
Die Abdeckung besteht aus Kunststoff und beherbergt in der Mitte das Cooler Master Logo. Die silberne Umrandung des Logos erinnert ein wenig an Chrom-Applikationen, wie sie bei Autos der 50er und 60er Jahre zu finden ist.
Der Kühler ist von der Bodenplatte bis zum Logo ziemlich genau 160 Millimeter hoch. In der Breite und der Tiefe misst der Kühler jeweils fast 128 Millimeter und dies ohne montierte Lüfter. So ist jetzt schon klar, dass er nicht auf jedem Mainboard ausreichend Platz vorfinden wird.
Im Innenbereich haben die 0,5 Millimeter starken Lamellen einen abstand von 1,5 Millimetern zueinander. In den Außenbereichen vergrößert sich dieser Abstand auf vier Millimeter.

Der Kühler im Detail

Die sechs 6-Millimeter-Heatpipes verteilen sich vom Kupferboden aus gleichmäßig auf beide Seiten. Jeweils zwei der Heatpipes gehen in die äußeren Bereiche, die vier anderen verbleiben im inneren Bereich.
Der Boden ist während des Transportes mit einer Schutzfolie versehen, welche vor der Montage des Kühlers entfernt werden muss. Unter der Folie befindet sich eine sauber verarbeitete Bodenplatte, welche auch leicht spiegelt.
Dem Hyper Z600 liegen keine Lüfter bei und so steht es dem Anwender frei, welchen Lüfter er im 120-mm-Format er montieren möchte. Zur Montage des Lüfters müssen an diesem zwei Halteschienen montiert werden. Das obere Luftleitblech ist nicht notwendig, wird jedoch empfohlen, um den Luftstrom besser durch den Kühler leiten zu können.
Wenn zwei Lüfter montiert werden können diese nur an gegenüberliegende Seiten angebracht werden, eine Montage im 90 Grad Winkel ist nicht möglich. Die breite des Kühlers wächst mit montierten 25 Millimeter tiefen Lüftern auf fast 18 Zentimeter.

Die Montage
Die Montage des Kühlers erfolgt durch eine rückseitige Verschraubung und erspart einem so, unter dem wuchtigen Kühler die Befestigung erreichen zu müssen. Natürlich muss so aber das Mainboard vor der Montage ausgebaut werden, wenn kein Ausschnitt im Mainboardschlitten vorhanden ist.

Wie auf den beiden unteren Bildern gut zu erkennen ist, nimmt der Kühler mit zwei montierten Lüftern viel Platz in Anspruch.
Bei der Montage mit horizontal ausgerichteten Lüftern kommt es zu Platzproblemen im Bereich des Arbeitsspeichers. RAM mit hohem Heatspreader kann gar nicht verbaut werden, mit flachem Heatspreader passt der Speicher gerade so unter den Lüfter.
Bei der vertikalen Montage der Lüfter sind die Platzprobleme beim Arbeitsspeicher nicht mehr ganz so dramatisch, je nach Mainboard wird hier aber noch der eine oder andere Slot blockiert. Probleme könnte es bei hohen Northbridge-Kühlern geben und auch der Platz zum ersten Grafikkarten-Slot ist für eine ordentliche Belüftung zu gering.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Im folgenden Diagramm finden sich wieder alle gemessenen Temperaturen mit den möglichen Belüftungsarten wieder. Da der Hyper Z600 ohne Lüfter geliefert wird finden sich die beiden entsprechende Werte natürlich nicht im Diagramm.

Der Hyper Z600 erreicht im Schnitt durch einen zweiten Lüfter gleicher Drehzahl eine Temperaturverbesserung von mindestens vier Kelvin auf unserer Teststation. Auch der Einsatz eines zweiten Lüfters lohnt sich, solange der Platz für diesen natürlich vorhanden ist.


Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Beim Betrieb mit einem Kama Flex mit 1.700 Touren sortiert sich der Cooler Master Hyper Z600 ins Testmittelfeld ein. Zur Spitze des Testfeldes fehlen knappe vier Kelvin.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei nur noch 1.200 Umdrehungen mit einem Lüfter verliert der Z600 etwas an Boden zur Spitze und rutscht auch einen Platz in den Charts ab.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei einer Belüftung mit lediglich 800 Umdrehungen pro Minute bleibt der belegte Platz der gleiche, nur der Rückstand zur Spitze beträgt nun fast sieben Kelvin.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei lediglich 400 U/min reicht der Luftstrom, welcher durch den sehr breiten Kühler muss, nicht mehr aus um den übertakteten i7 ausreichend zu kühlen.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Der Cooler Master Hyper Z600 unterstützt auch die Montage von zwei 120-Millimeter-Lüftern und so testen wir diesen, wie auch die anderen Kühler die dies unterstützen, mit einem Dual-Setup.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei 1.200 U/min bringt die Montage eines zweiten Lüfters fast 4,5 Kelvin niedrigere Temperaturen. Insgesamt liegt der Hyper Z600 recht weit vorn im Testfeld.


800 Umdrehungen pro Minute


Reduzieren wir die Drehzahl wieder, so rutscht der Kühler in der Platzierung stark ab und liegt nur noch 2,5 Kelvin vor dem kürzlich getesteten Cooler Master Hyper 212 Plus. Die Montage eines zweiten Lüfters bringt eine Verbesserung von fünf Kelvin.


400 Umdrehungen pro Minute


Durch die Montage eines zweiten Lüfters, welcher mit 400 U/min arbeitet, schafft es der Hyper Z600 den i7 unter dem von uns gesetzten Temperaturlimit zu halten.

Fazit

Der Hyper Z600 ist ein Brocken wie er im Buche steht. Mit einem Gewicht von über einem Kilo und den enormen Abmessungen sollte genug Masse vorhanden sein, um ausreichend Kühlleistung für so ziemlich jeden aktuellen Prozessor zu bieten. Dass Masse jedoch nicht alles ist, wurde schon oft genug gezeigt und so muss natürlich auch entsprechende Klasse vorhanden sein. Die Verpackung, der Lieferumfang und die Verarbeitung sind ohne Makel, ein Lüfter muss der geneigte Käufer jedoch separat erwerben. Für die Montage des Kühlers muss zwar das Mainboard ausgebaut werden, insgesamt ist sie aber sehr einfach. Bei den Kühlleistungen zeigt sich deutlich, dass der Hyper Z600 aufgrund seiner Tiefe auf viel Luftdurchsatz angewiesen ist. So sind die erreichten Temperaturen zwar nicht das non-plus-Ultra, angesichts seines Alters von etwa einem Jahr hält sich der Kühler leistungsmäßig noch recht gut in unserem Testfeld. Erworben werden kann der Cooler Master Hyper Z600 unter anderem bei Caseking für ca. 39 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ Montagematerial für zwei Lüfter beiliegend
+ gute Verarbeitung
+ sehr günstiger Preis

Contra
- sehr groß und sehr schwer
- keine Lüfter im Lieferumfang enthalten


Award

Der Hyper Z600 von Cooler Master verdient sich dank der erreichten Leistungen unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Cooler Master.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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