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Cooler Master V10


Einleitung

Kühler bekommt man heutzutage in fast allen erdenklichen Größen und Formen. Die meisten Hersteller decken dabei vom günstigen Kühler bis zum Premium-Modell alles ab. So auch bei Cooler Master, wo wir kürzlich den günstigen Hyper 212 Plus und den Mittelklasse-Kühler V8 vorstellten. Im heutigen Review dreht sich alles um das Premium-Modell, den V10. Mit ganzen zehn Heatpipes, drei Kühltürmen und einem Peltier-Element mit maximal 70 Watt Leistung soll er der Konkurrenz das fürchten lehren. Ob dies gelingt, klären wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des V10 lässt schon erahnen, wie groß der Kühler ist. Auf der Verpackung finden sich technische Daten des Kühlers, dazu zählt z.B. das enorme Gewicht von 1.200 Gramm, und der verbauten Lüfter.
Wie schon beim V8 hat Cooler Master auch beim V10 die maximale Kühlleistung auf der Verpackung verewigt.
Der Lieferumfang umfasst die Montageanleitung, die Wärmeleitpaste sowie das Montagematerial für die Sockel 775, 1366, AM2, AM2+, AM3, 940, 939 und 754.

Der Kühler im Detail

Ausgepackt ist der V10 ein wahres Monster. So ist der Kühler fast 24 Zentimeter breit, knapp 13 Zentimeter tief und rund 16 Zentimeter hoch.
Optisch setzt Cooler Master auf das gleiche Design wie schon beim V8. Nahezu der gesamte Kühler ist in ein schwarzes Kunststoffkleid gehüllt, welches durch einige silberne Applikationen verziert ist. Hierzu gehören der Name an der Seite des Kühlers und das Cooler Master-Logo, welches auf dem Deckel aufgebracht ist.
Da der V10 ein Hybrid aus Tower- und Top-Flow-Kühler ist, ist das Design natürlich etwas gewöhnungsbedürftig. Der Lufteinlass für die beiden Türme liegt beispielsweise direkt an dem Kühlköprer des Top-Flow-Bereiches. Generell ist der Kühler sehr stark "zugebaut" und so wird der Luft kaum ein Weg an den Lamellen vorbei zugestanden.
Lediglich zur Rückseite hin ist der Kühler komplett geöffnet. So soll die Abluft gut abgeführt und ein Hitzestau vermieden werden.
Um nochmals zu zeigen wie groß der V10 ist, hier der direkte Vergleich zum Boxed-Kühler des Core i7 920.

Der Kühler im Detail
Da die Leistung eines Autos meist beim Blick unter "die Haube" klar wird, lohnt sich der Blick auch beim Cooler Master V10. Gleich zwei Lüfter befinden sich dort verbaut, einer für den Twin-Tower, der zweite für den Top-Flow-Bereich.
Die beiden baugleichen Lüfter arbeiten beim Einsatz der PWM-Funktion im Drehzahlbereich von 800 bis 2.200 U/min. Ein ungeregelter oder per Hand geregelter Betrieb ist natürlich auch möglich. Beide Lüfter zusammen benötigen bei zwölf Volt Betriebsspannung fast neun Watt und erzeugen dabei einen Volumenstrom von jeweils rund 150 m³/h. Die Anschlusskabel der beiden Lüfter sind sehr kurz und werden mit Hilfe eines Y-Adapters zu einem Kabel zusammen gefasst.
Von seinem Kunststoffkleid befreit zeigt sich die wahre Gestalt des V10. Direkt über dem Prozessor befindet sich ein Tower-Kühler, der aus zwei Kühltürmen besteht. Zwischen beiden Türmen ist einer der beiden Lüfter montiert.
Der zweite Lüfter ist über dem zweiten Kühlbereich montiert, dem Top-Flow-Kühler, welcher sich nach der Montage des Kühlers über den Speicherbänken befindet.
Der zur Rückseite gewandte Kühlturm des V10 weißt eine Besonderheit auf, denn er ist nicht direkt mit der Bodenplatte des Kühlers verbunden. So kühlt dieser Turm das verbaute TEC-Element, welches seinerseits den Prozessor kühlt. Den genauen Aufbau der Kühlkonstruktion schauen wir uns auf der folgenden Seite an.

Der Kühler im Detail

Ausgangspunkt hierbei stellt natürlich die Quelle der Hitze dar, bzw. der Ort an dem der V10 die Hitze des Prozessors aufnimmt: Der Kühlerboden. Während des Transportes ist dieser, in der Theorie, von einer Folie geschützt, welche sich bei unserem Exemplar beim Verpacken des Kühlers leicht löste. Der Boden selbst ist plan verarbeitet und weist keine Besonderheiten auf.
Beim V10 sind zwar insgesamt zehn 6-mm-Heatpipes verbaut, jedoch gehen nur sechs von diesen direkt durch die Bodenplatte. Vier dieser Heatpipes gehen von dort in den Top-Flow-Kühler, zwei in den ersten Turm des Tower-Kühlers.
Vier der sechs Heatpipes sind auf der anderen Seite des Bodens an einer Metallplatte befestigt. Dies ist die Coldplate des verbauten TEC-Elementes (Peltierelement). Die warme Seite des TEC-Elementes wird vom zweiten Turm gekühlt, die Ableitung der Wärme erfolgt durch insgesamt vier Heatpipes.
Die maximale Kühlleistung des Elementes liegt bei 70 Watt, jedoch ist aus Sicherheitsgründen eine Temperatursteuerung verbaut. Dies bedeutet im Klartext soviel: Das TEC-Element greift nur in Last-Phasen unterstützend ein, abhängig von der Temperatur des Kühlers. Bei geringen Lasten ist die Unterstützung also geringer als in hohen Last-Regionen. Warum eine solche Steuerung gewählt wurde ist auch einfach erklärt. Wenn das Element auch im Idle-Zustand des Prozessors die volle Kühlleistung bereit stellen würde könnten Temperaturen unter der Raumtemperatur erreicht werden. Dies würde wiederum dafür sorgen, dass sich Kondenswasser am Kühler bildet welches für eine starke Kurzschlussgefahr sorgen würde. Eine Regelung ist somit zwingend notwendig.
Die beiden verbauten Lüfter sind auf voller Drehzahl laut, befördern dafür aber auch eine sehr große Menge Luft durch die Kühlfinnen. Um den Kühler optisch aufzuwerten, besitzen beide Lüfter eine integrierte rote Beleuchtung.

Die Montage

Die Montage des V10 erfolgt auf allen unterstützten Sockeln an die Rückseite des Mainboards. So muss das Mainboard vor der Montage ausgebaut werden. Leider sind für die anschließende Montage des Mainboards im Gehäuse dann einige Schrauben schwer erreichbar. Glücklich schätzen können sich Anwender, welche einen Ausschnitt im Mainboardschlitten für die Montage von CPU-Kühlern besitzen.
Der Cooler Master V10 sieht nur eine Ausrichtung für eine Montage vor. So ist der Tower-Kühler parallel zur Rückseite ausgerichtet und der Top-Flow-Bereich liegt über dem Arbeitsspeicher. Inkompatibilitäten kann es leider viele geben. Zu hohe Heatspreader auf dem Arbeitsspeicher und zu kurze Gehäuse sind wohl die beiden wichtigsten, die hier zu nennen sind. Auch sollte der zusätzliche Stromverbrauch des TEC-Elementes mit eingeplant werden, da dieses bis zu 70 Watt im Betrieb benötigt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Auch am Testaufbau und Ablauf haben wir etwas getan. So wurden alle Test im Idle-Betrieb gestrichen und weitere Tests mit Referenzlüftern hinzugefügt.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern bei zwölf und fünf Volt bleibt erhalten, bei beiden Tests geben wir nun aber die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen nun mit Hilfe von Scythe Kama Flex 1900. Diese regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Bei Kühlern die zwei Lüfter unterstützen verbauen wir zwei der Lüfter im Push-Pull-Betrieb und nehmen hier Testwerte bei den Drehzahlen 1200, 800 und 400. Ebenso schauen wir, ob die Kühler Lüfter im 140-Millimeter-Format unterstützen. Bei der Möglichkeit Lüfter in diesem Format unter zu bringen erfolgen weitere Testläufe mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter.

Auch wird bei den folgenden Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste genutzt, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Der Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Da der Cooler Master V10 nur mit zwei Lüftern sinnvoll betrieben werden kann erfolgen die Tests mit unseren Referenzlüftern nur im Doppelpack.



Ob wir den Kühler mit den Original-Lüftern mit über 2.000 U/min betreiben oder mit unseren Referenzlüftern mit "nur" 1.200 U/min spielt kaum eine Rolle. Die Temperaturdifferenz beträgt lediglich 1,6 Kelvin. Da die Luft beim Betrieb mit 400 U/min kaum noch bewegt wird entsteht unter der Kunststoffverkleidung ein Wärmestau, wodurch die Kühlleistung massiv einbricht.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Bei zwölf Volt Betriebsspannung sind die beiden Lüfter laut und arbeiten mit jeweils rund 2.150 U/min.

Die Kühlleistung ist hierbei sehr gut und so platziert sich der V10 zwar auf einem guten zweiten Platz, jedoch hätten wir eher mit einem klaren Sieg gerechnet.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Beim Betrieb mit fünf Volt liefern die PWM-Lüfter bei unserem Testsetup kein Tachosignal mehr.

Bei verringter Betriebsspannung kann der V10 sich nun klar an die Spitze setzen und verweißt den Cogage TRUE Spirit und den ebenfalls doppelt bestückten Noctua NH-U12P SE1366 auf die Plätze.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (2x Scythe Kama Flex 1900)

Wie gut die reine Kühleistung des Kühlkörpers ist erkennt man erst, wenn einheitliche Lüfter genutzt werden. Der Cooler Master V10 kommt von Hause aus mit zwei Lüftern und so testen wir auch mit unseren referenzlüftern im Doppelpack.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei 1.200 U/min schneidet der V10 überraschend schlecht ab und erreicht nur mittelmäßige Temperaturen.


800 Umdrehungen pro Minute


Reduzieren wir die Drehzahl weiter wird der Abstand zu den Spitzenplätzen größer und beträgt schon fast fünf Kelvin.


400 Umdrehungen pro Minute


Wie wir bei der Gesamtbetrachtung der Testwerte schon zeigten ist eine geringe Belüftung das Aus für den V10. Durch siene geschlossene Bauweise kann die Luft kaum entweichen und der Luftzug reicht nicht aus um die Luft schnell genug durch die Lamellen zu bewegen.

Fazit

Das Kühler-Flagschiff von Cooler Master erzeugt mit seinem Erscheinungsbild ein imposantes Auftreten. Schon die Größe der Verpackung lässt erahnen was auf einen zukommt. Verpackung und Lieferumfang des Kühlers sind nicht außergewöhnlich, bieten aber alles was benötigt wird, um den Kühler in Betrieb zu nehmen. Wer den Platz im Gehäuse hat den gut verarbeiteten Kühler zu montieren, wird mit einem ausgefüllten Gehäuse belohnt oder auch bestraft, dies ist reine Ansichtssache. Gerade in kleinen Gehäusen oder bei RAM mit hohem Heatspreader kann es zu Problemen kommen. Wenn wir nun die Kühlleistung betrachten, muss man die Ergebnisse zweigeteilt betrachten. Im Vergleich mit der Original-Belüftung ist der V10 zwar nicht unangefochtene Spitze, aber sehr gut mit dabei. Vergleicht man die Kühler jedoch mit gleicher Bestückung der Lüfter und Drehzahl dieser ist die Leistung nicht mehr so gut, so liegt der V10 dort nur noch im Mittelfeld. Dies ist gerade ein Problem, da der Kühler durch das TEC-Element auf einen stolzen Preis von rund 100 Euro kommt.


Pro & Contra

Pro
+ sichere Montage
+ gute Verarbeitung
+ Kühlleistung im Vergleich mit Original-Lüfter gut...

Contra
- ..jedoch recht laut und...
- ...bei den Vergleichen mit Referenzlüfter jedoch nur noch mittelmäßig
- hoher Preis
- großer Platzbedarf


Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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